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Hallo,
Ich Stelle mir vor.
Ich bin seit nichts trocken. Ich habe gerade eine Flasche Weißwein gekippt, und das obwohl ich gestern mir geschworen habe, nie wieder zu trinken. Heilige Kuh Mist, ist eine ganze Flasche mein tages-mindest+Pensum.
Ich hasse mein Leben.
Voriges Jahr habe ich endgültig aufgehört.
Ich bin Mama von zwei Kinder (10,12) , funktionierende alki, mein Mann (1 Bier täglich) merk es schon und wirft mir es vor... Mein Leben geht schnell abwärts, der Alkohol fangt an Spuren hinterlassen, ich fange an nicht mehr zu funktionieren. Ich will aufhören, jeden Tag fange ich von vorne an, aber irgendwann am Nachmittag gebe ich alles auf.
Ich brauche ein Seil an der ich mich halten kann!!!
Ich habe einen guten Job, aber ich merke, ich bin langsam auch nicht mehr 100% fähig...
@pina das klingt, als hättest du das Buch (noch) nicht gelesen. Du wirst es aber brauchen, um zu verstehen, warum deine "Entschlossenheit" immer wieder weggeht ... Solange du das Buch nicht hast, lies wenigstens zuerst einmal hier im Forum und schau dich um, such Beiträge, schau dir Videos an. Deine "Absicht nicht mehr zu trinken" ist nur ein Schritt, ein wichtiger freilich, ein erster. Aber das Wollen ist zu wenig für den starken Gegner. Also schau nicht den Abgrund an, sondern nimm die Hilfsangebote, die Seile und Leinen, die dir hier alle hinstrecken. MACHEN und UMSETZEN musst freilich du. Zuerst einmal begreifen, dass es Chemie ist und dass du deinem Körper helfen musst, aus dem Loch rauszukommen.
@pina Ganz Ehrlich?
Ich kenne Dich nicht, aber wenn Du beschreibst, wie es Dir geht, dann hört sich das an, als ob Du ein bisschen Hilfe von außen brauchst. Es ist ein schwerer Schritt, die Abhängigkeit "offiziell" zu machen.
Aber Du wirst sehen, dass ist so erleichternd festzustellen, daß man nicht alleine ist und "ganz normale" Menschen unter der Abhängigkeit leiden. Verabschiede Dich von der Vorstellung, dass in einer Suchtberatungsstelle nur Leute abhängen, die man am Bahnhof in der Ecke liegen sieht.
Ganz im Gegenteil : Ich habe im Entzug, sowie in der anschließenden Reha sehr intelligente, faszinierende Menschen kennengelernt. Hätte ich sie auf der Straße gesehen, hätte ich nie vermutet dass sie ein Suchtproblem haben!
Du musst Dich wirklich nicht schämen.
In jeder größeren Stadt gibt es Sucht Hilfen. Ruf da einfach mal an und Du wirst sehen, wieviel Verständnis und Unterstützung Du erfahren wirst. Und Du wirst da zu nichts gezwungen oder "zwangseingewiesen"! Ich weiß noch, wieviel Angst ich hatte und solange ich es mit mir alleine ausgemacht habe, war die Suchtproblematik auch noch nicht greifbar. Es ist eine Sackgasse, aus der manche zum Glück sehr früh den Rückweg finden, andere (so wie ich) erst, wenn nix mehr geht und nur noch im Bett liegen, in der Alkoholdepression nicht mehr in der Lage, den Alltag zu bewältigen.
Du hast einen großen Vorteil gegenüber der breiten Masse da draußen : Du hast erkannt, dass Du ein Problem hast! Somit gehörst Du zu den 2 Prozent der Bevölkerung, die sich das eingestehen und was ändern möchten! In diesem Forum profitierst Du von geballter Lebenserfahrung! Niemand trinkt ohne Grund! Alle haben ihre Geschichte.
Es gibt ein Leben ohne Alkohol. Der erste Schritt wäre, zu überlegen, was in Deinem Leben Dich so traurig /wütend /hilflos macht, dass Du es ohne Alkohol nicht mehr erträgst. Bei mir ist es die Angstsymptomatik und ich habe bei meiner Suchtberatungsstelle im Augenblick sogar 2 Therapeuten zur Verfügung!!! (Was für ein Luxus!!!)
Der eine arbeitet mit mir an der Rückfall Problematik und die andere macht mit mir Verhaltenstherapie wegen der Ängste. Es kostet Dich nichts, die Angebote sind kostenlos und sehr diskret. Ich kann Dich nur bitten, mal darüber nachzudenken. Wenn Du nach Deinem ersten Kontakt ( kann auch telefonisch sein), das Gefühl hast, zu irgendwas "gedrängt" zu werden, kannst Du es immer noch lassen.
Dieses Forum und das Buch sind Gold wert, aber ich hab das Gefühl, dass Du gerade noch mehr Unterstützing brauchst.
Du hörst Dich sehr einsam und verzweifelt an, ich kann Dir sagen : Du bist nicht allein!
Ich hoffe, dass ich Dir nicht zu nahe getreten bin. Ich kann mich nur erinnern, dass ich mal an einem ähnlichen Punkt war wo Du gerade bist.
Ich wünsche Dir viel Kraft 💪. Es lohnt sich!
Herzliche Grüße Krimhilde
@krimhilde danke für deine Antwort.
Buch ist bestellt. SB Gruppe kann ich mir nicht vorstellen, allerdings habe ich eine Freundin die zu AA seit vielen Jahren geht. Sie weißt aber nicht von mein "Problem" und deswegen habe ich den Kontakt beinahe abgebrochen 😳
Ist doch ein Anfang! Gruppe hab ich auch lange abgelehnt- kommt immer drauf an, wer da mit drin ist. Ich hab mittlerweile eine ganz nette Gruppe, da gehe ich ganz gerne hin. Das war schon mal anders bei mir. Eigentlich wäre Deine Freundin die richtige Ansprechpartnerin zur Zeit für Dich, aber ich kenne ja keine Vorgeschichte, so dass ich mir nicht anmaß
Sorry, aus Versehen schon losgeschickt😬.Also ich wollte nur noch schreiben, dass ich mir nicht anmaßen kann, Dir da Ratschläge zu geben.
Liebe Grüße Krimhilde
Hallo,
Ich brauche ein Seil an der ich mich halten kann!!!
Das Seil, das dich halten wird, gibt es noch nicht und es wird Dir niemand eins zuwerfen.
Du solltest ohne Rücksicht auf Verluste die Fäden aufnehme, die Dir vor der Nase baumeln. Aus den einzelnen Fäden kann dann ein Seil werden.
Ich würde die Fäden in folgender Reihenfolge aufnehmen:
-
die trockene Freundin anrufen!! (Vielleicht der perfekte Einstieg für den Ausstieg).
-
vor der Familie von A bis Z die Karten auf den Tisch legen - so wie Du es hier machst.
-
Das Buch „Alkohol ade“ lesen und das Guzek-Protokoll probieren.
-
Suchtberatung und Selbsthilfegruppe aufsuchen (zumindest mal vorbeischauen dürfte nicht schaden)
- das Leben schön reden
Du denkst jetzt sicherlich „ja aber...“. Wenn der nächste Schritt der Abgrund ist, gibt es aber kein aber.
Gruß Matthias und viel Erfolg!
Es klingt so, als ob Du glücklicherweise noch die Chance hast, schadlos aus der Nummer rauszukommen. Versuche diese Chance zu nutzen. Richtig scheiße wird das Leben erst, wenn man wegen „ja aber...“ es nicht wagt, die Chance zu ergreifen.
Hallo, danke für eure Antworten, tag 3 ist geschafft. Aber ich habe Kopfschmerzen, schreckliche Laune und habe viel geschlafen.
@pina knapper aber eindringlicher Rat: besorge dir das Buch und im besten Falle die NEMs dazu. Die nächsten Tage wird das - so meine Erfahrung - nicht besser. Dafür brauchst du einen Plan B.
Liebe Grüße
Der Alex.
@pina mit dem Konzept und den NEM’s wird es leichter…
leiden muss nicht sein. Warum schwer, wenn es leichter sein darf?
mit deinem Willen zusammen packst Du es
und Schreibe was geht ab, was fühlst Du und denkst Du?
lLG Sandra





