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Bin durch die Dokumentation im NDR auf dieses Forum gestoßen und bereits jetzt schon mehr als dankbar dafür.
Das klingt wunderbar. Die Entscheidung, alles andere hinten anzustellen, finde ich super. Und Dich selbst an erste Stelle. Top!
Ach Du, in meiner Wohnung wartet auch so viel, Riesenberg Abwasch, ein völlig unordentliches Arbeitszimmer, der Balkon.. aber es ist gerade kein Elan da mich um sowas zu kümmern, ich gehe spazieren, lese und ruhe auch viel und habe das Gefühl, das ist auch sehr wichtig. Nichts zu müssen, mich zu nichts zu zwingen. Nüchtern bleiben hat erstmal Prio 1. Alles Andere steht hinten an.
Gerade lese ich „vom unerwarteten Vergnügen, nüchtern zu sein“ von Catherine Gray. An einer Stelle schreibt sie es heißt, man soll sein neugeborenes Nüchternsein so liebevoll behüten wie ein neugeborenes Baby. Das fand ich ein sehr schönes Bild dafür, dass das jetzt einfach an erster Stelle steht und man gut für sich sorgen muss.
Wenn Du noch auf das Buch Alkohol Adé wartest, aber schon einmal in die Inhalte reinschauen willst, es gibt auch ein paar sehr gute Videos von Gaby, wo sie Einiges schon einmal in Grundzügen erklärt. Hier auf der Seite im Videobereich oder bei YouTube im Kanal von Alkohol Adé. Ich hab die mir schon sehr oft angesehen.
Alles Gute!
Liebe Grüße
@imogenry der Vergleich mit dem neugeborenen Baby gefällt mir sehr. Und je mehr ich drüber nachdenke, desto stimmiger wird dieses Bild. Ich war ja bereits einmal 24 Jahre trocken und weiß, wie schön das Leben in all seinen Facetten sein kann. Allerdings fiel es mir damals nicht annähernd so schwer wie heute, zumindest in der Erinnerung. Vielleicht ist es auch genau das! Damals war es für mich (fast) selbstverständlich nüchtern bzw. trocken zu bleiben. Ich bin sehr leistungsorientiert erzogen und ergo somit auch sehr rigide mir selbst gegenüber. Es war irgendwie einfach "logisch" für mich, das ich nach der Langzeittherapie auch trocken bleibe, obwohl meine damaligen Lebensumstände alles andere als rosig waren. Ein "Versagen " passte nicht in meine damalige Welt, auch wenn ich gestrauchelt war. (Hinfallen, aufstehen, "Krone" (Eigenwahrnehmung) richten, und dann gerade weiterlaufen.)
Gestern habe ich hier entweder den Satz gelesen oder auch in Videos gesehen..."ich war mir beim erneuten Trinken (Rückfall) nicht mehr, oder überhaupt noch der Tatsache bewusst, was ich da tat!!!" Den unterschreibe ich sofort!
Es war alles so weit weg! In der Langzeittherapie hörte ich natürlich "Sie waren sich zu sicher". Nein, nicht einmal der Gedanke an früheres Trinkverhalten war vorhanden. Vielleicht hat dies etwas damit zu tun, dass ich (mag man glauben oder nicht), mich sogar regelrecht vor Alkohol ekel! Genuss? Niemals! Mit 28 Jahren tatsächlich das 1. Glas Sekt getrunken, es für wenig schmackhaft gehalten, aber trotzdem die "Erleichterung", dass endlich mal loslassen zu können irgendwie darin gefunden. Ich habe mir den Alkohol im wahrsten Sinne des Wortes "reinprügeln" müssen. Rechts ein Glas mit Korn (ich konnte doch nicht genießen, also ...je weniger ich trinken musste, umso besser, deshalb hochprozentig,) links das Glas Milch zum nachtrinken, damit das rechte Glas auch ja drin blieb, was oft genug daneben ging. Ich kann nicht ein einziges alkoholisches Getränk benennen, das mir jemals geschmeckt hat!!! Um die Wirkung ging es, selbst wenn dies bedeutete, dass 1. Glas direkt neben der Toilette trinken zu müssen. Es hat mich dermaßen geekelt!!!
Vlt. war ich mir der Tatsache das es sich um eine Krankheit handelt zuvor nie wirklich bewusst. Ich erwähnte ja bereits einmal, dass ich das Trinken eher für eine Charakterschwäche hielt. Ich weiß es nicht und würde es so gern verstehen.
Danke für Deine lieben Worte, und... nun der 7. Tag nüchtern! Das allein zählt im Moment. Den Rest verschieben wir auf morgen, übermorgen...usw. Heute und morgen "wiege" ich mein "neugeborenes Baby". Ein schöner Gedanke zum einschlafen.
Gute Nacht





