Du bist nicht angemeldet als Gast hier –
und kannst deshalb nur einen kleinen Teil des Forums sehen.
Hier kannst Du Dich kostenlos und anonym anmelden!
Guten Abend,
ich bin Thomas und möchte mich kurz vorstellen.
Auf der Suche nach einigen Antworten auf offene Fragen bin ich auf dieses Forum gestoßen und hoffe, hier vor allem auch Motivation zu erhalten.
Aktuell bin ich 3 Wochen ohne Alkohol. So 2-3 Monate schaffe ich jedes Jahr am Stück ohne Alkohol. Aber dann verlässt mich die Motivation und die Vorstellung, ab und zu mal problemlos was trinken zu können, gewinnt zunehmend an Raum. Der Gedanke, lebenslänglich nichts mehr zu trinken und auch beim Feiern nicht mal anstoßen zu können, erscheint mir in dieser Phase als ziemlich belastend bzw. beängstigend. Allerdings klappt das mit ab und zu trinken dann natürlich nicht und nach wenigen Tagen bin ich wieder mindestens auf dem alten Niveau oder darüber und trinke so gut wie jeden Tag Alkohol. Tatsächlich habe ich sogar den Eindruck, mein Gehirn versucht in der ersten Zeit nach den trockenen Wochen den entstandenen "Verlust" schnellstmöglich wieder auszugleichen (Belohnungssystem?). Was mir auch Sorgen macht, ist, dass ich inzwischen wirklich relativ viel vertrage, ohne dass man es mir groß anmerkt - vielleicht neben der Toleranzentwicklung auch deswegen, weil ich viel Sport treibe und meine Organe daher ganz gut funktionieren; auch meine Leberwerte sind (noch) nicht bedenklich.
Meine Frau stört sich inzwischen schon manchmal an meinem regelmäßigen Konsum, sie trinkt so gut wie nie. Allerdings sagt sie auch, dass sie mich noch nie "richtig betrunken" gesehen hat.
Nichtsdestotrotz stufe ich meinen Umgang mit Alkohol und die Mengen und Häufigkeit des Konsums als bedenklich ein. Zu dem Thema beschäftige ich mich auch schon einige Jahre und habe viel gelesen (auch Alkohol ade) und Hörbücher/Podcasts gehört. Meinen Alkoholkonsum protokolliere ich auch in einer Exceltabelle, um am Jahresende einen Überblick zu haben und eine eventuelle Veränderung zum vorherigen Jahr zu sehen. Allerdings habe ich das Gefühl, dass mich der "Protokollzwang" unnötig stresst und mir eher schadet.
Mein Wunsch wäre es eigentlich, für immer aufzuhören mit dem Alkoholkonsum, also Alkohol ade. Die Angst, irgendwann in nicht allzuferner Zukunft ein wirklich ernsthaftes Alkoholproblem zu haben, ist - glaube ich - das, was mich am Stärksten antreibt. Und da ist dann noch die Sache mit dem Schlaf. Natürlich merke ich in den abstinenten Zeiten, dass mein Schlaf wesentlich besser ist - auch wenn die Laune in dieser Zeit meist ziemlich im Keller ist, was wohl mit der Hirnchemie bzw. der veränderten Botenstoffsituation zu tun hat.
Hat jemand von Euch ähnliche Erfahrungen und kennt meine Gedanken? Und kann mir im Idealfall noch ein paar Motivationshilfen geben, warum ich dauerhaft nüchtern bleiben sollte?
Ach ja, ich gehe auf die 62 zu, bin inzwischen zweifacher Opa und (noch) berufstätig.
Mit NEMs habe ich mich ausgiebig beschäftigt und nehme auch eine entsprechende Auswahl zu mir.
Vielen Dank schon mal für jegliche Unterstützung und Kommentare!
Mir wurde klar: Abstinenz bedeutet nicht einfach nur, etwas wegzulassen. Es ist die neugewonnene Freiheit, alle Gefühle wieder ungefiltert auszuhalten – auch die schweren – ohne sie sofort betäuben zu müssen. Erst dadurch gewinnt das Leben seine echte Tiefe zurück.
👍





