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(@sunce64)
Mitglied
Nüchtern: 4 jahre
Beigetreten: Vor 5 Jahren
Beiträge: 31
Topic starter  

Hallo Ihr Lieben, 

ich freu mich hier schreiben zu dürfen und hoffe eine lange Suchtkarriere mit Eurer Unterstützung endgültig zu beenden. Ich gehörte bis zur Corona Erscheinung zu den erfolgreich funktionierenden Süchtigen, das stetig schlechte Gewissen hat mich oft angetrieben mehr zu tun, besser zu sein, ich bin jeden Tag verkatert laufen gegangen, habe selbständig gearbeitet und Kinder großgezogen. Vor der Corona Krise stand unsere 25 jährige Ehe am Ende, die Trennung zog sich  bereits 2 Jahre daher, on off. Die Corona Situation beutet für uns beruflich eine finanzielle Nullrunde ohne Staatshilfe, dass hat mich umgehauen, ich hatte das Gefühl mit nun 50 alles falsch gemacht zu haben, kräftemäßig war ich durch die vorangegangen stressigen Jahre bereist auf Sparflamme, dann der viele Alkohol der wie im Buche steht die Nerven angreift. Kurz gesagt ich habe mich im Lockdown gehen gelassen jeden Abend Abschuss, ich war nicht mehr ich selber, habe mich fürchterlich blamiert, wirklich unglaublich, mir war alles egal, dass einzig schöne war der Alkohol, ich hätte es nicht für möglich gehalten das ich mir sowas erlaube.
Durch massiven Druck der Familie habe ich mich dann entschlossen in den Entzug zu gehen, jedoch mit der Einstellung dort eigentlich nicht hinzugehören, ich habe nette Menschen kennengelernt, aber da wo sie standen da war ich nicht, alle schon mindestens 1 x dort gewesen, zerstörte Leben, das bin ich nicht. Ich muss kurz dazu sagen, dass ich die Schuld meiner Sucht meinem Mann gebe (das ist bestimmt nicht richtig, dennoch tue ich es) , wir habe eine narzisstische Beziehung geführt, er der Manipulator, der mich im Griff hatte, er war schon süchtig in die Ehe gekommen, hat sich aber unter Kontrolle, dass ist seine Stärke. Und ich habe mich seinen Lebensstil angepasst um meinem Kind einen Vater zu geben, ich hätte mich viel viel früher trennen müssen, aber wie gesagt, ich wollte das beste für meine Sohn. Und irgendwann bin ich abgestumpft, unglücklich rutschet ich mit 30 in die Essstörung, ich kam da auch nur sehr schwer heraus, heute weiss ich, dass ich ihn hätte da verlassen müssen, jedoch war ich schon so vernebelt, dass ich die Schuld bei mir suchte, ich war nicht richtig und gut etc. Das die Lebensumstände mich so unglücklich gemacht haben, habe ich mir nicht erlaubt zu erkennen. 
Noch in der Entzugsklink im vergangen Mai, habe ich dann auf Druck der Familie eine Langzeittherapie zugestimmt, dort war ich 8 Wochen, auch dort hat es nicht klick gemacht, ich war mir nicht sicher ob ich wirklich nicht mehr trinken wollte, schließlich konnte ich es doch mal.... In ehrlichen Momenten und mit Blick auf das was mir im Rausch alles passiert ist, hätte ich mir eingestehen müssen, dass ich wirklich nie nie wieder trinken sollte. Aber der Stellenwert des Alkohols ist bei mir unglaublich HOCH , das Reptiliengehirn schein da sehr sehr gut zu funktionieren. Nach dem Aufenthalt bin ich also zurück um mich um unseren 12 jährigen Sohn zu kümmern, er hat in den letzten beiden Jahren vieles mitbekommen, und sein vertrauen ist mager. Ende Oktober war ich 120 Tage am Stück nüchtern und es ging mir gut, ich habe langsam ein neuen Weg eingeschlagen, aber es fehlt auch etwas, ich war nicht wirklich nüchtern Glücklich, vielleicht hätte mir das B Vitamin geholfen.. Der Rausch fehlte, die Idee mit Freunden Abendessen, jetzt als Single ein Glas Wein um alles noch schöner zu haben, dann das Unwissen darüber ob ich überhaupt Alki bin..liessen die Sucht wieder aufflackern. Hinzu kommt das ich mich plötzlich Alt finde bzw. mit  50 in meiner Situation nicht mehr alle Türen offen sind, ich bin ständig in der Vergangenheit, hätte , hätte , wie konntest Du nur... aber mit dem Stopp Schild vor der Nase jetzt ist es zu spät... wie konntest Du Deine  Zeit nur so verschwenden. Die Nüchternheit hat mir einen klaren Blick auf mein Leben erzwungen, obschon ich vieles geschafft habe,  vieles  erlebt habe, habe ich das Gefühl nicht das richtige Leben gelebt zu haben. Das macht unglaublich viel Druck , und dazu kommt die Wut darüber so lange süchtig gelebt zu haben, so ein Halbleben. Leider bin ich aber wieder eingeknickt ich habe wieder getrunken Anfang November. Kontrolliert sollte es sein und war es bis Ende Dezember und seit Januar trinke ich nun wieder jeden Tage, keine Absturz aber natürlich heimlich und unfassbar für mich wie schnell ich dort wieder hingekommen bin. Was Gabi im Buch beschreibt habe ich genau so erleben dürfen, nach nur 3 Bier, bin ich am nächsten Tag ein anderer Mensch , null Motivation, ängstlich alles ist unglaublich schwer, ich dachte mir , in diese Falle tappe ich doch nicht mehr rein, hier und da mal ok aber ich bleib dich nicht da.. und siehe da seit 4 Monaten täglicher Konsum und bin wieder im Halbleben mit täglich schlechtem Gewissen, null Motivation, alles ist schwer. Ich glaube nicht erkannt zu haben wie vieles Gutes in diesem nüchternen Leben war, ich wußte dies nicht zu schätzen, oder ich habe den naiven Anspruch gehabt, dass nüchtern alles perfekt sein würde. Meine Hoffnung liegen in den Nahrungsergäzungsmitteln und dieser Gruppe. 



   
8
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(@sunce64)
Mitglied
Nüchtern: 4 jahre
Beigetreten: Vor 5 Jahren
Beiträge: 31
Topic starter  

@gaby_guzek Liebe Gabi, vielen Dank für diese Gruppe und Dein Enthusiasmus, dass wirkt ansteckend! Also ich warte auf die NEM`s , da ich mir sehr viel davon verspreche möchte ich nicht ohne sie beginnen. Über die Frage des Planes bin ich gestolpert, denn bis auf die Einnahem der NEM`s habe ich nicht weiter geplant und das liegt vermutlich daran, dass ich nicht aus vollster Überzeugung erneut versuch nicht zu trinken... Dennoch  werde ich die Hausaufgaben machen und die Schritte aus dem Buch befolgen, genauso werde ich hier schreiben und lesen.



   
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gaby_guzek
(@gaby_guzek)
Illustrious Member Admin
Beigetreten: Vor 7 Jahren
Beiträge: 4317
 
Verfasst von: @sunce64

dass ich nicht aus vollster Überzeugung erneut versuch nicht zu trinken

Da liegt ja die Crux. Die vollste Überzeugung und der Wille, beides sitzt im präfrontalen Cortex, also hinter der Stirn, das ist unsere Denkzentrale. Und dann sitzt da dieses Mistviech von Urzeitgehirn ganz tief unten hinten in Deinem Schädel und kichert über die verzweifelten Versuche des Verstandes, doch jetzt nichts zu trinken, lehnt sich entspannt zurück und wartet auf seinen Auftritt.

Das ist, was ich mit Plan meine: Diese Momente vorauszusehen, vorweg zu nehmen, Gegenstrategien zu entwickeln, damit dieser Troll gar keine Chance bekommt. Im Buch heißt es dazu "Goliath in seiner Höhle lassen." Hier im Forum wurde schon so einiges dazu geschrieben, auch tolle Tipps sind dabei. Wühl mal ein wenig.

Liebe Grüße

Gaby



   
2
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(@sunce64)
Mitglied
Nüchtern: 4 jahre
Beigetreten: Vor 5 Jahren
Beiträge: 31
Topic starter  

@gaby_guzek das werde ich !!



   
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(@smilla)
Mitglied
Beigetreten: Vor 5 Jahren
Beiträge: 188
 

Ich bin auch neu hier. Und habe meinen ersten "qualifizierten Entzug" in einer Klinik direkt vor der Nase. Übermorgen geht's los.

Gerade graut mir ziemlich, wie das wohl werden wird. 10 Tage in der Klinik- und voraussichtlich nicht allein in einem Zimmer, wo ich auch mal die Tür hinter mir zumachen kann. Wohl mit etlichem Programm und hoffentlich guter Unterstützung.

Ich bin auch eine der Frauen, die ganz viel geschafft haben in ihrem Leben. Stark. Aktiv. Anpackend. Drei Kinder über lange Jahre allein erzogen, neben dem Job neue Ausbildung, neue Position, engagiert und anerkannt. Immer engagiert, weit über den Job hinaus. 

Immer mal ganz gern ein Glas Wein getrunken. Meistens im Rahmen, manchmal zu viel. Und dann so langsam in eine Ausgebranntheit geraten. Wein war die Entspannung. Auch da alles noch handelbar. 

Bis dann die starke Frau geschwächelt hat und die, die von ihr gezehrt hatten ein massives Mobbing angezettelt haben. Über mehr als drei Jahre und mit sehr hässlichen Zielen und auch Erfolgen. Vieles, was ich mir erarbeitet habe, wurde da kaputt gemacht. 

Jetzt ist mein Weinkonsum seit einiger Zeit zu viel und ich möchte das nicht mehr! Bin in Altersteilzeit und möchte mein Leben und meine Freiheit geniessen ohne mich zu betäuben! Ich bin unabhängig, noch nicht alt und will zu Kraft und Kreativität zurückfinden!

Ich hab das Buch gelesen und mich auch vorher schon mit Vitaminen und Mikronährstoffen unterstützt. Und ich werde das versuchen! Selbstverantwortlich, weil mein Hausarzt nicht besonders viel davon zu halten scheint. 

Ich war schon bei der Suchtberatung und kann da auch nach dem Klinikaufenthalt regelmässig Termine bekommen. In eine Langzeitklinik möchte ich nicht. Will versuchen, ambulante Angebote auszuschöpfen. 

Ich hoffe, das klappt alles so! Immerhin bin ich entschlossen, habe meinen Kindern und einigen Freunden "reinen Wein" eingeschenkt und da Unterstützung bekommen.

 



   
5
AntwortZitat
(@sunbabe)
Mitglied
Beigetreten: Vor 6 Jahren
Beiträge: 75
 

@smilla

stark! du schaffst das!



   
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(@smilla)
Mitglied
Beigetreten: Vor 5 Jahren
Beiträge: 188
 

Schau mer mal 🙂



   
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cairni
(@cairni)
Mitglied
Nüchtern: 4 jahre
Beigetreten: Vor 5 Jahren
Beiträge: 2352
 

Das ist super, Du packst das. Es ist gar nicht so schlimm. 😉



   
AntwortZitat
(@smilla)
Mitglied
Beigetreten: Vor 5 Jahren
Beiträge: 188
 

@cairni Danke! 

Ich wollte, ich wüßte das schon:-) 

Ich weiß einfach noch nicht, was da auf mich zukommt. Klang alles sehr positiv.

Bin entschlossen, aber mir graut halt schon. Nichts desto trotz hoffe ich, dass das der richtige Weg ist!

Danke für die Unterstützung und das Mut machen!



   
1
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harley
(@harley)
Ich unterstütze Alkohol adé
Beigetreten: Vor 6 Jahren
Beiträge: 2666
 

@smilla Willkommen! Da ist @cairni Dir wenige Tage voraus, vielleicht interessant für Dich ihr Protokoll einer Entgiftung?



   
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(@smilla)
Mitglied
Beigetreten: Vor 5 Jahren
Beiträge: 188
 

@harley Danke! Ja, das hab ich schon gelesen............trotzdem flaues Gefühl.



   
AntwortZitat
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