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Ahoi,liebe Mitglieder.
Nun bin ich seit 10 Tage Mitglied in dieser Gruppe und möchte euch ein Bischen von mir erzählen.
Es ist das Erste Mal,das ich überhaupt öffentlich Hilfe suche und es auch zulassen kann..denn mein Motto ist,möglich alle Probleme alleine zu bewältigen-ich habe sie schließlich selbst verursacht.
Alkohol ist seit 2 Dekaden mein ständiger Begleiter,mal mehr mal weniger..aber fast immer bis zum Limit. Auch ich hatte immer das Gefühl ich hätte alles unter Kontolle.
Durch meine berufliche Vorbildung,habe ich oft Menschen mit Suchproblemen begleitet und auch gesehen,das die klassischen Therapien einfach nicht griffen..
Das Thema Sucht nur mit geballten Fachwissen und psychologischen Tricks an zu gehen,hat kaum einem geholfen..viele Menschen auf meinem Weg,wurden vom Alkohol einfach verschluckt und zu Nichte gemacht.
Als ich anfing Hilfe zu suchen,weil eine Stimme in im immer lauter wurde..fand ich einfach keinen Ansatz, der sich für mich stimmig anfühlte. (Selbsthilfegruppen,AA...wie auch immer)
Könnte ich doch alles nur mit meinem Willen schaffen!! Bisher habe ich doch alles geschafft ,was ich wollte!Doch Stieß ich beim Thema Alkohol immer wieder an meine Grenzen.
Länger als 3 Tage war ich seit Jahren nicht trocken..aber dabei ein funktionierender Alkoholiker,der um keine Ausrede verlegen war...um das Schwitzen,das leichte zittern zu verbergen oder auf meine Schilddrüse zu schieben. Das hat sehr lange,sehr gut geklappt,da ich auch fast nie einen Kater hatte..der mich hätte für eine Weile ausser Fecht setzten können...
Ich war gefangen in einer Spirale von Scham,Schuld und enendlicher Wut auf mich selbst und mein tägliches Versagen.
Es hätte noch länger so weiter gehen können,aber dann
Weihnachten 2020 ,saßen wir alle am Tannenbaum und meine Mutter bekam einen Schlaganfall..vor den Augen ihrer Kinder und Enkel.Das Fest ist natürlich komplett anders verlaufen,als all die Jahre und ich habe mehr getrunken,als jemals zu vor. Eine Flasche mit dem Hirsch darauf in 2 Tagen..dazu noch Bier und Wein. Niemand hat mir meinen Pegel angemerkt..da ich sehr gut darin war,es zu verbergen..
Seit den Tagen habe ich die totale Kontrolle über meinen Konsum verloren..ich trank und trank und war nie mehr 5 Std. nüchtern.
Mein Mann kümmerte sich vermehrt um die Kinder und ich gab mich dem Teufel schon zum Frühstück hin.
Ich aß kaum noch,hatte blutige Durchfälle, schwitzte als wäre Hochsommer und trank trotzdem weiter.
Das Blatt wendete sich als ich das Erste mal die schlimmsten Schlafstörungen meines Lebens hatte. Es war meine persönlche Hölle.Panikattacken, Halluzinationen und Paranoia..jede Nacht gegen 3 Uhr bin ich wie ein verletztes Tier zu meinem Mann wimmernd in seine Arme geflüchtet..unfähig mir selbst helfen zu können.
Bin ich dann doch eingeschlafen,durchzuckten Blitze meinen ganzen körper und ich ging heimlich an meinen Vorrat-nur damit eich ein paar Stunden Erholung hatte.
Mein Mann hat mich schon auf gegeben,er kannte alle meine Zustände und war müde auf Besserung zu warten..er hielt einfach nur noch durch und wir standen kurz vor der Trennung..und ich vor der Psychatrie..
Das wollte ich meinen Kindern aber auf keinen Fall zu muten und ich suchte wie im Wahn nach alternativen aus diesem Sumpf zu entkommen!
Dann las ich eine Artikel von Gabi...und ich konnte einfach nicht aufhören zu lesen! Alkohol ist eine Stoffwechselentgleisung,meine Symptome klar umschrieben,also keine Seltenheit..ein kleines Licht der Hoffnung,eine Chance meine Würde zurück zu erlangen, wieder zu meiner ureigenen Kraft zu finden! Ich musste Handeln! Jetzt!
In meiner ersten Euphorie habe ich mir sofort das Buch bestellt und gleichzeitig alle NEMs bestellt..nach 3 Tagen kalten Entzug zu Hause (es war der purer Horrortrip-und ich empfehle es nicht)konnte ich das Erste mal seit Monaten 6 Stunden am Stück schlafen..gebeutelt aber mit klarem Verstand.
Meine Panikattacken und Angstzustände schwanden mit jedem Tag ein kleines bischen mehr...und jetzt bin ich schon 10 Tage nüchtern!
Ich danke Euch..und bin so froh das es euch gibt...ohne Euch würde ich diesen langen Text nie schreiben können...
Voller Demut
sweetandbitter
Guten Morgen und herzlich Willkommen!
Ich habe Tränen in den Augen. Und das ist jetzt kein Spruch. Freudentränen. Freude darüber, dass es Dir so viel besser geht. Und, der Einwurf sei mir gestattet, dass Bernd und ich noch jemandem helfen konnten.
Wir schwimmen mit unserem Konzept im Moment noch komplett gegen den Mainstream. Das weiß jeder, der hier ist.
Wir wünschen uns so sehr, noch vielen Menschen helfen zu können, dass unsere Ideen sich weiter verbreiten werden.
Alles Gute Dir, lass bitte weiter von Dir hören, bei Problemen sind wir jederzeit für Dich da.
Herzliche Grüße
Gaby
@gaby_guzek, ich kann ohne zu übertreiben,das euer Buch mir das Leben gerettet hat.
Ich stehe zwar erst am Anfang,aber mein Wunsch und Wille sind nun ungebrochen. Ich will Leben!
Natürlich beäuge ich meine Euphorie etwas skeptisch..all zu gut weiß ich,das nach solch einem Höhenflug, der Absturz nicht weit sein muss..also bleibe ich aufmerksam.
In den letzten 10 Tagen habe ich mir ein Hilfegerüst aufgebaut,um evt. schwachen Momenten entgegen zu wirken oder sie gar nicht erst auf kommen zu lassen..ich erkenne meinen Schweinehund am Gang und pfeiffe ihn mit Macht zurück,falls der Suchtdruck zu stark wird.
Bis jetzt geht es mir aber den Umständen entsprechend gut.Die Tage vor meiner Nüchternheit waren einfach zu traumatisch und durch diese Hölle möchte ich nicht noch einmal gehen.
In Dankbarkeit
sweetandbitter
Ja, aufpassen ist das Gebot der Stunde. Wie ein Luchs. Gut, dass Du das weißt.
Wenn Du gestattest, ich hätte noch eine Verständnisfrage. Du schreibst, Weihnachten 2020 wäre das mit dem Schlaganfall passiert (ich hoffe, Deine Mutter hat überlebt?). Das ist ja nun aber noch nicht sooooo lange her. Deine Schilderungen sprechen dann von Monaten. Ich krieg die Zeitleiste nicht ganz auf die Reihe?
Viele Grüße
Gaby
@gaby_guzek, ich habe meinen Text einfach nur runter geschrieben-ohne nach zu denken.
Ich habe seit Monaten Schlafprobleme, nur waren es nicht diese Höllentrips wie nach dem Schlaganfall meiner Mutter (ihr geht es Gott sei Dank, wieder ganz gut)
So etwas habe ich noch nie erlebt..ich denke,da kam so einiges zusammen.
P.s Ich wollte euch mit vielen Details aus meinem Leben als Trinkender Mensch nicht langweilen..die meisten kennen ja auch die Abgründe und den Spießrutenlauf...so ein Leben zu führen.
Mein neues Leben hat vor 10 Tagen begonnen. Vorher war alles nur noch Qual und Sucht..
Gerne beantworte ich jede Frage offen und ehrlich..aber das was ich erlebt habe war manchmal nicht mehr menschlich. Alkohol konnte mich zu Monster werden lassen...und daran mag ich gerade nicht denken. Blick voraus! 🙂
Du wirst ein wenig länger brauchen, bis allein der Körper sich davon wieder erholt. Verlange nicht zu viel von Dir. Gib Dir bitte Zeit. Im Prinzip bist Du genauso rekonvaleszent, wie Deine Mutter. Bitte, pass auf Dich auf. Kleine Schritte für kleine Füße, sagen die AA. Und sie haben Recht damit.
Ich drück Dich
Du langweilst hier niemanden. Ganz im Gegenteil. Jede Zeile von Dir ist wertvoll. Für alle anderen - und auch für Dich. Schreib Dir das alles von der Seele. Damit hältst Du auch fest, wo Du nie wieder hinwillst. Es ist noch mal was ganz anderes, das alles "nur" zu denken - oder es mal schwarz auf weiß vor sich zu sehen.
Schreib, schreib, schreib. Schreib Deine Geschichte. Zur Not machen wir ein zweites Buch draus 😀 😎 😍
Liebe Grüße noch mal
@gaby_guzek..ich war Jahrelang nicht trocken,daher kenne ich Rückfälle besser,als trockene Tage.Ich weiß, das ich mich auf sehr dünnem Eis bewege,aber nun habe diese Gruppe.So etwas gab es auch noch nie.Wie bei den AA sage ich mir,24 Std...es sind nur 24.std. durch zu halten und nüchtern zu bleiben.





