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Liebe mutige und tapfere Menschen,
ich starte demnächst das x-te Mal in die Freiheit von A. Ebenso starte ich erneut damit, mich in einem Forum einzubringen, was grundsätzlich nicht so mein Ding ist, aber ich möchte nun wirklich mehr Verbindlichkeit für mich selbst schaffen und mich mit dem positiven Energiefeld, das ich hier spüre, verbinden.
Den Username Señorita habe ich gewählt, weil ich in meiner zweiten Heimat Lateinamerika oft so angesprochen werde, mit "Fräulein", und das, obwohl ich schon 70 bin. Das ist nicht ironisch oder bös gemeint, sondern im Gegenteil. Es wird dort oft an Wörter -ito oder-ita angehängt, um auszudrücken, dass man etwas mag oder süß findet. Wenn das geschieht, hüpft jedes Mal mein Herz, da wird sofort ein Verjüngungs-Gen aktiv. Deshalb freue mich schon darauf, auch hier so angesprochen zu werden. Das Altern ist neben dem Alk. ein großes Thema für mich.
Aufgrund meiner jahrzehntelangen Trinkgeschichte mit Wein am Abend könnte ich natürlich einen Roman schreiben. Ich habe wirklich alles versucht, um dauerhaft trocken zu werden. Gelungen ist es mir jeweils ein paar Monate, nie länger als 1 Jahr. Ich habe fast alle Bücher gelesen, ich habe in meiner Kindheit und Psyche gewühlt, dabei sicher einiges gelernt und geheilt, ich war bei den AA, ich war im Programm von Nathalie.
In letzter Zeit war ich ziemlich verzweifelt, weil ich spüre, dass ich seit ca. 2 Jahren in eine bisher noch leichte körperliche Abhängigkeit hineinrutsche, immer weniger Pausen machen kann und sich der Kater immer scheußlicher bemerkbar macht. Glücklicherweise blieb es die ganzen Jahre über im Schnitt bei 0,7 bis 1 l Wein. Aber jetzt hat sich meine Gesundheit stark verschlechtert, mein Gewicht ging nach oben und die Bewegungslust nach unten. Ich weiß, dass ich auf diese Art wahrscheinlich nicht wirklich alt werde, und v.a. dass ich mein Leben nicht genießen kann. Meine Freudefähigkeit hat bereits schwer gelitten. Dabei könnte es so schön sein.
Ich tanke seit 25 Jahren im Winter in meiner zweiten Heimat auf. Das ist sicher eine sehr gute Medizin, ohne die ich vielleicht völlig abgestürzt wäre. Ich habe hier in D gute Freunde, es gibt jede Menge tolle Aktivitäten in der Gegend. Vor kurzem erst habe ich entdeckt, dass ich ein Talent fürs Malen habe. Das eröffnet neue Perspektiven. Ich spiele Klavier und Akkordeon in zwei Bands und werde mehr denn je angefragt, mich damit einzubringen. Oft bin ich aber zu k.o., um aus dem Haus zu gehen. Manchmal möchte ich mich einfach nicht mit meinem aufgequollenen Gesicht und/oder depressiv verstimmt sehen lassen. Das kann nicht mehr lange so weiter gehen! Ich habe die Nase voll.
Nun bin ich über das Buch von Gaby Guzek gestolpert – und mir ging mehr als ein Licht auf. Da ist es, das ist das fehlende Puzzle. Gaba – Valium – Alkohol. Als Kind schon meinte ein Arzt, ich bräuchte Valium. Glücklicherweise verordnete er nur Baldrian, ob auf Alkoholbasis oder Pillen ohne weiß ich nicht mehr. Ich war nervös, empfindlich und viel krank. Auch meine Eltern hatten kaputte Nervensysteme, von schrecklichen Kriegserlebnissen. Als Einzelkind habe ich da viel übernommen. Ist es ein Zufall, dass es mit mir, angeknackst durch Corona, seit dem verdammten Krieg in der Ukraine abwärts ging? Noch andere Erkenntnisse ploppten beim Lesen des Buches auf, die tiefes Mitgefühl für mich selbst weckten. Aber ich mach jetzt mal einen Punkt. Später mehr.
Trotz aller bisherigen vergeblichen Anläufe in dauerhafte Trockenheit bin ich weiterhin zuversichtlich, da ich das Rauchen von einer Schachtel täglich vor 8 Jahren aufgegeben habe und seither nicht 1x wieder das Verlangen hatte. Ich nahm ein Medikament, das die Nikotinrezeptoren blockiert, so lange, bis das Verlangen nachließ. Das dauerte bei mir 1 Woche. In dieser Woche fing ich an, intensive Energiearbeit mit Klopfakupressur zu machen, um alle Verknüpfungen von Rauchen+Langeweile, Ärger, Telefon... aufzulösen. Das ging dann noch 2 Wochen weiter und dann war es komplett vorbei. Auch mit Zigaretten hatte ich über Jahrzehnte x Anläufe gemacht.
Im Moment bin ich noch dabei, die NEMs und alles zu studieren. Dann geht es bald ans bestellen und durchstarten. Ich nehme jetzt schon GABA und die Aminos. Ich kann's kaum glauben, aber ich habe schon Minierfolge. Z.B. habe ich neulich im Restaurant ein Weinschorle getrunken und am Heimweg völlig vergessen, mir an der Tanke noch eine Flasche zum Abschießen zu kaufen. Gestern habe ich ohne es bewusst zu kontrollieren, weniger getrunken und den Rest stehen lassen. Das macht Hoffnung.
Danke fürs Lesen, bis demnächst. Señorita, zuversichtlich.
Herzlich Willkommen, Señorita! Dein Leben hört sich bunt und lebendig an, das ist schön.
Deine vielen Versuche abstinent zu sein hätten von mir sein können. Es hielt manchmal nur Stunden, Tage, Wochen, Monate, 2 Mal sogar 2 Jahre, aber dann plapperte eine gewisse destruktive innere Stimme so lange vor sich hin, bis ich mürbe wurde. Der Fehler war, ich habe ihr zugehört. Nach Gaby’s Buch wurde mir endlich klar, dass ich nicht charakterschwach bin, sondern dass es an meinen alten eigefahrenen Bahnen im Gehirn liegt. Und siehe da, heute wenn es in mir zu plappern anfängt, sage ich „jaja, ist schon recht“ und höre nicht mehr hin. Mein neues Mantra ist in solchen Fällen „Hirnchemie“ und ich weiß, was gemeint ist.
Ich hätte es übrigens niemals geschafft, wenn ich noch weiterhin Weinschorle getrunken hätte. Bei mir musste es ein ganz klarer Cut sein.
Schön, dass Du hierhergefunden hast und viel Erfolg auf Deinem Weg!
@nicotenner Danke für Deinen Kommentar. Gut zu wissen, dass es Dir ähnlich ging und Du es nun geschafft hast. Nicht auf das innere Plappermaul zu hören, muss ich noch lernen. Ich habe nicht vor, weiterhin Weinschorle zu trinken. Ich bin ja noch in der On-Phase. In ein paar Tagen habe ich meine NEMs beinander. Liebe Grüße, die Señorita
Herzlich Willkommen liebe @senorita:-) Viel Erfolg und toll das Du hier bist





