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Hallo!
Ich bin neu hier im Forum. Ich bin 56 Jahre alt und habe locker mal 30 Jahre gut gesoffen. Ich habe täglich gesoffen und habe mich dafür nicht geschämt und nix verheimlicht. Während dieser Zeit ist es mir erstaunlich gut gegangen. Am 22.12.22 bin ich wieder mal besoffen mit Fahrrad (!!!) nach Hause geradelt. Stattliche 2,35 Promille (Führerscheinentzug). Seitdem trinke ich nichts mehr. Ich habe kalten Entzug hinter mir. Ich hatte hier keinerlei Probleme. Was zunächst nur an mir knapperte war der Führerscheinentzug. Ich landete dann im April 23 in der Psychiatrie, ab Mai in der geschlossenen bis August 23! Hier bekam ich Antidepressiva und Neuroleptika. Vom Alkohol war eigentlich nie die Rede. Die Medis nahm ich noch bis ca. Oktober 23, dann setzte ich alle eigenständig ab.
Seitdem quält mich ein trockener Mund und ein beklemmendes dumpfes Gefühl in der Brust. Ein ständiger Begleiter. Ich gehe von Suchtdruck aus.
Kennt irgendjemand diese Art von Suchtdruck? Wie wirkt sich Suchtdruck bei Euch konkret aus??
Ich habe zum Beispiel kein Problem, wenn andere Alkohol trinken, wenn ich im Bierzelt sitze, wenn ich an Wein- und Sektflaschen im Supermarlt vorbei laufe.
Wer kennt den Suchtdruck wie ich oben und hart Erfahrung. Ich bin seit fast 17 Monaten trocken.
Bertram
Hallo Bertram, dass von Dir beschriebene Gefühl kenne ich. Ist bei mir aber kein Craving, sondern eine Begleitung von Depression. Schwarze Schmetgerlinge im Bauch/Brust, die ständige Angst gleich passiert was extrem Schlimmes, gemischt mit einem fast körperlichen Gefühl der Schuld.
Du hast das Absetzen der Medikamente nicht beleiten lassen? Viele dieser Medikamente müssen extrem langsam ausgeschlichen werden, um Absetzprobleme zu vermeiden.
Also für mich ist "normales" Craving, also Saufdruck, wenn ich das unbedingte und starke Verlangen nach Alkohol habe. Das sollte bei Dir und Deiner doch recht langen Abstinenz nicht mehr sohooo stark sein.
Hinweis: Ich bin keine Ärztin.
Die Rübe
Servus Rübe, danke für deine interessante Antwort. Was ich hatte war sicher eine Depression wegen dem Führerscheinentzug! Sie haben mich aber auf alles mögliche behandelt -> Mani, Psychosen, Schizophrenie ...Ich weiß und wußte, dass ich das nicht habe. Abgesetzt habe ich alle Medis selbstständig (Oktober 23, genauso wie saufen Dez.22, einfach allein aufgehört ohne Hilfe nach mindestens 30 Jahren). Ich habe auch schon vermutet, dass diese Mundtrockenheit und das ständige lästige dumpfe Brustgefühl vom Medikamentenentzug kommt. Wie fühlt sich Saufdruck bei dir an?? Spielt sich für dich dann das "normale" Craving eher im Kopf ab (ständige Gedanken an Alkohol,...) anstatt körperlicher Symptome...?
Arzt musst du nicht sein, die meisten Ärzte kennen das Craving Gefühl nicht persönlich ...
Bertram
Bertram, ich stelle immer gern klar, dass ich nicht medizinisch ausgebildet bin, um so meine Meinung also solche darzustellen.
Craving war bei mir nie ein körperliches Gefühl. Also kein ziehen in der Magengrube oder Engegefühl in der Brust.
Es war eher der meist plötzliche, total überhöhte und wuchtige Wunsch, bzw. Gier sofort was Qlkolisches zu trinken. Also nicht so wie Durst, den finde ich körperlich. Überhöht deshalb, weil wenn es cravte, war das Denken an etwas anderes kaum möglich, in meinen Kopf schwirrten dann die jeweiligen Geschmäcker, Heilsverprechungen. Aber auch da gab es schon Schuldgefühle, die sind bei mir eher körperlich.
Rübe, ein Arzt musst du nicht sein - eine Schilderung aus erster Hand ist mir viel wichtiger und vor allem besser!
Vielen Dank! Du hast mir sehr geholfen. Ich habe jetzt eine Vorstellung was Craving normalerweise ist. So was habe ich nicht, evtl. hat Craving bei mir andere Auswirkung, die ist auch Scheisse
Hallo Bertram ,
Dieses Gefühl der trockenen Schleimhäute hatte ich auch nach dem Absetzen meines Antidressivums, Trotz langsamem Heruntersetzen der Dosis. Viel trinken( The und Wasser ) haben mir sehr geholfen. Alkoholische Getränke trocknen aus.
Alles Gute fût Dich und liebe Grüße Mina 🩵
Es war eher der meist plötzliche, total überhöhte und wuchtige Wunsch, bzw. Gier sofort was Qlkolisches zu trinken. Also nicht so wie Durst, den finde ich körperlich. Überhöht deshalb, weil wenn es cravte, war das Denken an etwas anderes kaum möglich, in meinen Kopf schwirrten dann die jeweiligen Geschmäcker, Heilsverprechungen. Aber auch da gab es schon Schuldgefühle, die sind bei mir eher körperlich.
WOW du hast es so auf den Punkt gebracht - genaus fühlt sich craving bei mir an.
Kein sich leise ankündigen, keine vermeintliche schwierige Situation - sondern BÄMM
"ich brauche jetzt Alkohol, ich will jetzt die Benebelung haben" und wenn ich 10min vorher noch darüber nachgedacht hatte, wie stolz ich auf mich bin und wie toll es sich anfühlt, nüchtern aufzuwachen.
Danke dir dafür





