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Hallo!
Ich bin noch Neuling hier, 40 Jahre alt und habe die letzten 18 Jahre eigentlich fast jeden Abend Wein getrunken, es sei denn, es standen ab und an mal Blutuntersuchungen an, da habe ich es für ein paar wenige Wochen halbwegs versucht einzuschränken, aber länger als vier Tage am Stück hatte es noch nie funktioniert (an den Wochenenden schon garnicht)...Vor einigen Wochen bin ich auf Alkohol ade aufmerksam geworden, Buch gekauft und mittlerweile sehr dankbar darüber!
Ich finde die detailliert beschriebenen biochemischen Zusammenhänge äußert spannend und den Ansatz sehr plausibel und nachvollziehbar. Der Schreibstil und Humor gefallen mir auch und haben mich angesprochen.
Also hab ich es einfach ausprobiert, mir die Nems geshoppt und was soll ich sagen...? Bin echt mega überrascht, dass es mir kaum schwer fällt, ich keinerlei körperlichen Entzugserscheinungen hatte, ich mich überwiegend gut fühle und mein Verlangen nach Alkohol so klein geworden ist. Bin heute bei Tag 17 und kann es selbst kaum glauben, da ich normalerweise überhaupt kein disziplinierter mensch bin wenn es vorsätze umzusetzen gilt (es war tatsächlich eigentlich völlig unvorstellbar).Die letzten beiden Tage war ich zwar ein bisschen gereizter als sonst, aber da musste mein Partner halt mal durch:-)
Das Hauptproblem bei meinen früheren vereinzelt kläglichen abstinenten Versuchen war das SCHLAFEN. Aber auch das klappt diesmal ganz gut!
Ich trinke abends Einschlaftees und nehme im bett noch zwei sprühstöße melantonin-spray.
Einmal habe ich den mr sandman ausprobiert, ich wurd zwar innerhalb von ca 20 min mega müde, aber mir wurd auch heiß, ganz kribbelig und irgendwie fühlte sich das ganz komisch an, ich weiß, dass sich das jetzt bestimmt seltsam anhört, aber irgendwie war mir das zeug nicht ganz geheuer;-)
Die WE‘s sind für mich besonders schwer, da mein Partner absolut nicht reinspuckt und freitags und samstags regelmäßig vollgas gibt, ich natürlich all die Jahre immer mitgezogen habe. Auch unter der Woche wird gern das ein oder andere Feierabendbier genommen.
Aber: Auch dieses dritte WE werde ich wuppen!!!! (auch wenn es teilweise etwas nervt)
Ach so, und ich futter übrigens seit Tag 1 wie ein Scheunendrescher, vor allem sooo geern Süßes, was ich garnicht von mir kenne...ist mir aber im Moment noch egal.
So, das war‘s erst einmal von mir. Ich freue mich hier zu sein und bin schon gespannt, was es hier alles zu lesen gibt!
@evi, das wird bei mir auch eine große Herausforderung. Mein Lebensgefährte hat auch ein massives Alkoholthema und wir haben uns auch alkoholisiert in einem Stammlokal kennengelernt. Er hat seinen Konsum bereits eingeschränkt aber er ist immer wieder stark betrunken, was mich echt stört. Ich versuche jetzt einfach mal mit gutem Beispiel voranzugehen und hoffe, dass er mitzieht, nicht weil ich ihn überrede, sondern weil er an mir sieht, wieviel besser es mir geht, wieviel mehr ich in meiner Mitte bin und schaffe, wenn ich nichts trinke. Es kommt zwischen uns auch immer zu unnötigen Streitereien, wenn einer oder beide betrunken sind, zu sich im Kreis drehenden Diskussionen. Ich bin das alles leid. Den Gedanken, dass er fortgehen, gesellig sein kann und ich nicht, mich leid sehe weil er mehr "Freiheiten" hat, versuche ich umzuformulieren und zu zerstören, weil er einfach nicht stimmt. Es ist keine Freiheit, sich betrinken zu müssen und den nächsten Tag völlig gerädert zu starten. Es ist keine Freiheit, sich selbst zu zerstören.
Alles Liebe und viel Kraft für Dich!
Puh. Das ist ein großes Paket. Du gehst das total richtig an - aber das ist halt leider "nur" der Kopf, der das weiß. Ich wünsche Dir viel Kraft und Stehvermögen dabei, genau so weiter zu machen. Denn es ist der richtige (und einzige) Weg in die dauerhafte Abstinenz: Die Abgrenzung.
Alles Liebe
Gaby
@gaby_guzek vielen lieben Dank. Er war früher jeden Abend nach Arbeitsschluss in seinem Stammlokal. Mittlerweile geht er sehr viel seltener fort und zuhause trinkt er nicht. Ich merke, dass er auch nach einem Ausweg sucht, aber das Thema ist dominant in seinem Leben, er hat auch keine Freunde, die nicht trinken und er trinkt wesentlich länger und auch wesentlich öfter als ich es je tat. Er lässt sich sehr leicht verführen und mitnehmen, will nachhause gehen und landet dann doch in der vertrauten Runde. Das ist nicht leicht für mich. Ich blicke jetzt aber bewusst auf mich und gehe meinen Weg, denn sonst gehen wir beide unter. Ich kann schlecht seine Sauferei kritisieren, wenn ich selbst immer wieder maßlos über die Stränge schlage.Es ist ihm klar, dass bei mir zuhause nichts getrunken wird und wenn er mit seinen "Freunden" unterwegs ist bin ich nicht dabei, bzw. stelle mich kurz dazu, trinke meine Limo und gehe wieder. Es ist aber alles noch sehr neu für mich und wir haben gerade Lockdown, d.h. Gastro zu. Wenn die Lokale wieder offen haben wird es eine große Herausforderung und da werde ich neu schauen und mich orientieren müssen.
Herzliche Grüße
Es ist keine Freiheit, sich betrinken zu müssen und den nächsten Tag völlig gerädert zu starten.
Wow. Sehr gut zusammengefasst.





