Du bist nicht angemeldet als Gast hier –
und kannst deshalb nur einen kleinen Teil des Forums sehen.
Hier kannst Du Dich kostenlos und anonym anmelden!
Zuallererst, vielen Dank für die Aufnahme und das Willkommen heißen in diesem Forum. Ich habe das Buch förmlich weg gesuchtet und soviele parallelen zu mir gefunden, die meinen Wunsch, mein altes Ich hinter mir zu lassen, noch mehr gefestigt haben. Ich heiße Sandra bin 47 und Mutter von 3 Kindern 30,25 und 17.
Ich bin sehr früh in den Kontakt mit Alkohol getreten, aber schon immer auf die negative Art und Weise. Meinen ersten Rausch hatte ich mit 12. Mein mittlerweile verstorbener Vater war Alkoholiker, der in seinem Rausch sehr oft vergessen hat, dass ich seine Tochter und nicht seine Frau bin. Meine Mutter war, bzw ist in sich eine Person, die klar gesehen hat, was passiert ist, aber sie verleugnet es bis heute, weil sie sich nie gelernt hat, auf eigenen Beinen zu stehen, sie sah meinen Vater als ihre Stütze, der ihr über die Jahre alles abgenommen hat. Beide waren in unterschiedlichen Schichten arbeiten, sodass ich sehr oft mit meinem Vater alleine war und seinen Eskapaden, von Missbrauch und Schläge ausgesetzt war. Ich habe jahrelang darüber geschwiegen und nie meine Mutter zur Rede gestellt, weil ich innerlich wusste, sie entscheidet sich nicht für mich. Nach der Geburt meines ersten Kindes mit 16 begannen die Ängste, die ich in den jungen Jahren noch nicht einordnen konnte, im Alkohol fand ich die Hilfe. Darauf folgten Arztbesuche, in denen ich meine Ängste schilderte, aber immer nur auf der Basis das etwas mit "mir" nicht stimmte, die Situation zu Hause verschwieg ich. Hier kam ich zum ersten Mal in Kontakt mit Benzodiazepinen, die in Verbindung mit Alkohol mir ein neues "Angst freies" Gefühl verliehen. Ein Jahr später meinte meine Ärztin, dass sie mir diese Tabletten nicht mehr länger verschreiben könnte, da diese abhängig machen können. Rückblickend betrachtet, war ich das schon. Die Ängste, kamen zurück in einer vorher nicht dagewesenen Wucht. Ich ging den Weg zum psychiater, weil ich immer noch dachte, mit mir stimmt was nicht. Dort bekam ich über die nächsten Jahre ein Antidepressiva nach dem anderen. Unter denen hatte ich 4 zum Glück gescheiterte Versuche mir das Leben zu nehmen. Bis zum letzten Versuch vor ca zehn Jahren, ich wachte auf in der geschlossenen einer Psychiatrie, sah mich in den Spiegel und wusste, so kann es nicht weiter gehen. Ich hatte klar auch Alkoholfreie Zeiten, zum Beispiel in den Schwangerschaften, aber als ich dann meinen Körper wieder für mich hatte, fing es schleichend wieder an. Ich sah mich jedenfalls im Spiegel, sah mein aufgedundenes Gesicht und dachte an meine Kinder und wie feige ich doch bin. Ich wusste ich muss endlich etwas ändern und alles hinter mir lassen, was mich jemals ausgemacht hat. In Eigenregie setzte ich die Antidepressiva ab, es gab in dieser Phase Zeiten, in denen ich ich nicht alleine vor die Tür gegangen bin, selbst in meinem eigenen zu Hause, erlebte ich Panikattacken, denen ich versuchte mit Alkohol beizukommen. Mir wurde aber immer stärker bewusst, dass der Alkohol mir nicht hilft, sondern mich immer mehr in meinem Gefängnis hält. Ich hegte immer mehr den Wunsch den Alkohol hinter mir zu lassen und fing an mich mit Spiritualität zu beschäftigen, ich dosierte den Alkohol herunter und ging langsam kleine Schritte vor die Tür. Mit 38 habe ich dann sogar meinen Führerschein gemacht, den ich aufgrund der Ängste nie dachte in Angriff nehmen zu können. Ich war fast ein Jahr trocken, hatte für mich großes erreicht, aber irgendwie war ich nicht in der Lage, stolz auf mich zu sein. Ich trug in mir eine innere Leere, die es mir nicht möglich machte zufrieden und glücklich zu sein. Und so kam es, dass ich wieder zum Glas griff, denn ich wusste, hier habe ich einen Moment, indem ich einfach sein kann, der ich bin, ohne ständig an mir herum zu manipulieren, um irgendwas sein zu müssen. Doch es dauerte nicht lange und ich war wieder im alten Trott, jedes Wochenende betrunken und dann eine ganze Woche leiden, um die Eskapaden einer Nacht zu verdauen. Das ging wieder fast zwei Jahre so. Ich glaubte ich brauche einfach nur einen vernünftigen Job, einen Platz im Leben, die Jahre zuvor habe ich mich mit Ausbildungen und umschlungen und Mini Jobs über Wasser gehalten, ich habe Chemiekantin, Kinderpflegerin, Technische Assistentin für Informatik, Webdesing, Altenpflegehelfer mit Demenz Betreuung gelernt, aber nie so wirklich irgendwo Fuss gefasst. 450€ Jobs, aber irgendwie nicht das richtige. Dann bewarb ich mich in einem Supermarkt, der bei uns in der Nähe eröffnet hat, zu meinem erstaunen wurde ich dort auch genommen, es war keine lange Strecke, diese konnte ich mit dem Auto erreichen, ich muss dazu erwähnen, dass ich zwar fahre, aber immer noch mit der Angst im Nacken, lange Strecken, oder Strecken, wo ich mich nicht auskenne, die traue ich mir noch nicht zu. 8 Monate habe ich dann wieder nicht getrunken, ich habe mich total in den Job rein gekniet, doch irgendwie immer noch diese innere Leere und diese Stimme die dir erzählt, wie du sie besiegst. Alkohol, der momentan noch einzigste Einfall, der mir in den Sinn kommt. Mittlerweile, bin ich zur stellvertretenden Marktleitung aufgestiegen, ich denke ich mache einen guten Job, sonst hätte ich diese Chance nicht bekommen. Aber der Alkohol verfolgt mich wieder, ob zur Entspannung oder um die Leere abzuschütteln, es ist nicht mehr jedes Wochenende, doch wenn dann so, dass ich wieder einiges an Tagen brauche, um wieder vernünftig klar zu kommen. Die Ängste melden sich dann häufig wieder und ich weiß, wenn ich so weiter mache, dann ist alles für das ich gearbeitet habe, keinen Pfifferling mehr wert. Ich suchte im Alkohol meine leere zu füllen, obwohl ich vom Verstand her weiß, dass tut er nicht. Ich hasse mich hinterher so sehr, habe ein dermaßen schlechtes Gewissen und sehe dann meinen Vater und irgendwie auch meine Mutter, dass was ich an beiden so sehr verurteilt habe, lebe ich selber und das zieht mich so sehr runter, dass es zum wieder hoch kommen Alkohol "braucht". Ein scheiß Teufelskreis, den ich endlich hinter mir lassen will, ich weiß das ich es kann und ich bin froh, dieses Buch und dieses Forum als Unterstützung gefunden zu haben, denn ich habe mich darin mehr als einmal erkannt und ich glaube, dass ist das letzte Quäntchen Wissen was mir noch fehlte, obwohl ich mir innerlich schon fast sicher war, woran es liegt, doch mir selbst zu vertrauen ist so ein Problem 🙈 da ist es sehr gut, dass es das hier gibt, denn ihr habt mein Denken für mich bestätigt. Vielen Dank dafür.
@skretzschmar Du hast ja schon ganz schön was erlebt und hinter dir ... Danke für deine Vorstellung. Ich wünsche dir von Herzen alles Liebe und Gute - du hast schon so vieles geschafft, du schaffst es auch, dich von der Sklaverei des Alkohols zu befreien 🧡💪🏼🍀 Viele liebe Grüße
@skretzschmar herzlich willkommen hier. Da hast du ein ganz schönes Päckchen zu tragen. Lies dich hier ein und fühl dich wohl. Hast du die NEMs bestellt? Wann möchtest du beginnen?
Alles Gute von der Mermaid 🧜♀️
Vielen lieben Dank für eure Antworten. 🤗
Einige der vorgestellten NEM's hatte ich schon zu Hause, weil ich ja wie gesagt selber schon davon überzeugt war, das meine Hirnchemie im argen liegt. GABA, Magnesium, Eisen, Vitamin D3 + K2 und Ashwagandha habe ich schon eine Weile substituiert, den Rest habe ich mir auch schon bestellt, das dürfte diese Woche eintreffen, sobald es da ist will ich durchstarten. Habe ab Montag zwei Wochen Urlaub, die ich ausgiebig dafür nutzen möchte mir selbst die Aufmerksamkeit zu schenken, die ich mir vom außen gewünscht habe. Ich möchte die innere Leere füllen, indem ich auf mich achte und mir selbst die Erfüllung bin.
@sandrak schön, dass Du da bist. Lese Dich ins Forum ein. Wenn Du das Buch bereits kennst, weißt Du, wie viele andere vor Dir es geschafft haben, endlich frei zu sein.
so ich auch. Seit nun mehr 2 Jahren lebe ich wieder ohne Alkohol und auch für mich war es großartig dieses Forum gefunden zu haben.
Dein Bericht beschreibt so viel und ich freue mich sehr, dass Du leben willst.
Herzlich willkommen.
Schreib immer, was Dir einfällt, was der Alltag bei Dir bringt. Gerne.
sandra
Willkommen im Forum und danke für deinen offenen Bericht. Du hast ein ordentliches Päckchen zu tragen (gehabt). Jetzt geht dein Blick nach vorne, das ist unheimlich schön. Das lese ich bei dir.
Du kennst dich schon gut aus, was Methoden betrifft, wie du dir selber die Aufmerksamkeit schenken kannst, die du verdienst.
Ich wünsche dir einen guten Start und freue mich, deine Erfahrungen lesen zu können.
@sandrak Mir hat das sehr geholfen, dass ich am Anfang eine Woche Urlaub hatte, um mich richtig auf mich zu besinnen, mich neu auszurichten, alte Gewohnheiten abzulegen und neue einzuüben ... Ich hatte ja sowieso auf einmal viel mehr Zeit, da ich mir abends nicht wie davor die Kante gab, sondern einen klaren Kopf hatte. Mir hat es damals geholfen, mir Gutes zu tun in Form von Bewegung und zB Sauna und mich auch noch etwas beschäftigt zu halten mit zB Aufräumen/Ausmisten. Nebenbei hab ich Musik oder auch einige Podcasts und auch Youtube-Beiträge angehört, dort bin ich auch auf "Alkohol adé" gestoßen. Viel Erfolg für deinen Start!
@sandrak eine sehr, sehr berührende Geschichte, ich musste sie ein paarmal lesen, hat mich sehr aufgeregt - und wie ich aus deinen letzten Posts ersehen konnte, tut sich viel bei dir, du machst sehr wichtige und große und bewusste Schritte, das freut mich sehr! Bitte bleib dabei, lass dich nicht irritieren, ich wünsche dir so sehr, dass du aus diesem "Teufelskreis" endlich rauskommst, - du hast jetzt den Schlüssel gefunden und du kannst es. Alles Gute dir, ich hoffe, sehr bald wieder viel von dir zu lesen!





