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Hallo, ich bin Meredith, 61 Jahre, 4 Kinder und 8 Enkel.
Ich denke schon längere Zeit darüber nach, mit dem Alkoholtrinken aufzuhören, bin aber noch unentschlossen, anders gesagt: Es hat bei mir noch nicht "Klick" gemacht oder "Der Schalter hat sich noch nicht umgelegt". Das Buch von Gaby Guzek habe ich bestellt und freue mich darauf, es zu lesen. Ja - was mich bis jezt davon abgehalten hat, aufzuhören, ist die Tatsache, dass mir der Wein, insbesondere der Frankenwein, einfach zu gut schmeckt und ich noch keine Alternative dazu gefunden habe, was ich statt dessen trinken könnte. Zum Essen ein Glas Wasser - das erscheint mir so unattraktiv und langweilig, und Saftschorlen: Ich bin Diabetikerin, deshalb kann ich keine süßen Säfte trinken. Noch dazu lebe ich in einem Weinanbaugebiet im schönen Frankenland, wo das "Schöpple" zum Leben dazugehört, und wenn ich mir vorstelle, auf der Alten Mainbrücke zu stehen mit einem Glas Wasser in der Hand, dann stimmt mich das irgendwie traurig. Andererseits traurig ist auch, dass ich es mir ohne das "Schöpple" nicht vorstellen kann und ich in einer Abhängigkeit damit lebe, obwohl ich schon seit langer Zeit merke, dass mir der Alkohol nicht gut tut. Ich habe nicht mehr die Energie wie früher, und ich bin oft depressiv gestimmt, aus unerfindlichen Gründen. Ich vermute, es hat tatsächlich mit dem täglichen Genuss von 1 - 2 Gläsern Wein am Abend zu tun. Ich habe viel über Alkoholabhängikeit gelesen und weiß, wie schädlich dies sich auf die Gesundheit auswirkt. Und dennoch kann ich mich (noch) nicht dafür entscheiden, für immer auf den Alkohol zu verzichten.
Vielleicht hat der ein oder andere von euch einen Tipp für mich, wie ich das schaffen könnte. Ich hab in diesem Forum schon viel gelesen, es sind viele Schicksale dabei, und ich befürchte fast, bei meinem Anliegen könnte so manch einer denken: "Na die hat Probleme..."
@meredith herzlich willkommen hier und fühl dich wohl. Für die alte Mainbrücke gibt es wunderbare Alternativen. Z.b. von Manufaktur Jörg Geiger oder Muri.
Und ich kann mir gut vorstellen, dass bei euch in der Mainschleife, wo ja viele Winzer sitzen, durchaus auch tolle alkoholfreie Alternativen produziert werden.
Ansonsten freu dich auf das Buch. Happy Sunday.
Ja, so dachte ich früher auch. Und lache heute über mich. Es gibt so viele Getränke ohne Alkohol. Probieren, sich öffnen. Da findet sich immer was.
Am Tag meines "Klickmoments" hab ich aus irgendeinem Grund an Waldmeister gedacht. Das gab es früher zuhause immer nur an ganz besonderen Tagen. Grüne Limo. Geburtstag, Weihnachten und so. Ich habe 30 Jahre nicht mehr daran gedacht.
Am zweiten Tag der Abstinenz suchte ich danach und fand einen (zuckerfreien) Sirup. Und es schmeckte "besonders" -eben wie früher. Die erste positive Verknüpfung war da.
Augen auf hieß es ab dann. Im Urlaub in Norddeutschland fand ich eine Strandbar mit über 40 alkoholfreien Getränken. Der nächste Gamechanger. Sonnenuntergang funktioniert auch mit Rhabarberschorle. Jeder findet was.
Das mit dem Glas auf der Brücke ist ein Märchen, das Du Dir selbst erzählst. Du weißt es nur noch nicht. Du kennst aber schon den "bösen Wolf". Er hat bei Dir nur noch die Schlafmütze der Großmutter auf.
Ließ Dir mal wieder Rotkäppchen durch 😊
Nach fast zwei Jahren weiß ich: Es braucht "an meinen Plätzen" keinen Alkohol. Ich find mich eher dumm, dass ich das selbst so lange glaubte.
Alkohol ist kein Genuss. Du schreibst es ja selbst: u. a. Depressionen.
Aber ich kenne Dein Gefühl, hatte es ja selbst über Jahre.
@meredith keiner denkt so, wie Du befürchtest. Schön, dass Du da bist. Und wenn Du schon etwas im Forum gelesen hast, stellst Du sicher fest, so wie Dir ist es vielen ergangen. Lese das Buch, viel Spaß dabei und lese im Forum. Alles weitere ergibt sich danach, ganz bestimmt.
Lieben Gruß
Danke, lieber Epstein, für deine inspirierende Antwort und für die Zeit, die du dir dafür genommen hast. Das mit dem Waldmeistersirup werde ich gleich mal ausprobieren. Den Vergleich mit Rotkäppchen und dem bösen Wolf finde ich sehr amüsant - und treffend, wenn man den bösen Wolf als den bösen Alkohol definiert. (Gnade dem Gott, der sich durch des Wolfes Schlafmütze täuschen lässt und gefressen wird - und wohl dem, der einen Jäger findet, der ihn rettet!)
Wieder mal durchlesen brauche ich das Märchen aber nicht, denn es war mein Lieblingsmärchen als Kind, und ich weiß noch genau, was das Rotkäppchen der kranken, schwachen Großmutter bringen wollte: Kuchen - und Wein... 😉 Tja - Märchen halt. Und je nachdem, wie man es verstehen will: Ein Märchen hat immer eine verborgene Wahrheit...
Danke, mermaid, für deinen Willkommensgruß und für die Tipps. Ich hab mir tatsächlich schon mal übers Internet sündhaft teueren alkoholfreien Wein bestellt, der hat so gräßlich geschmeckt, dass ich die 4 Flaschen direkt in den Abfluss kippte. Vielleicht war das ja der falsche Winzer...
@meredith Du kannst das schaffen, wie wir es auch geschafft haben.
Ich habe nicht mehr die Energie wie früher, und ich bin oft depressiv gestimmt, aus unerfindlichen Gründen. Ich vermute, es hat tatsächlich mit dem täglichen Genuss von 1 - 2 Gläsern Wein am Abend zu tun.
Ja, diese Depressivität "aus unerfindlichen Gründen", die ist schon mal ein Gradmesser.
Und noch was: Niemand denkt hier: "Na, die hat vielleicht Probleme ..." Wir alle kennen Beschwichtigungsfloskeln dieser Art. Bleib bei dir und deinem GEfühl, dann wird das schon! Alles Gute!





