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Wann aufhören - ich...
 
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Wann aufhören - ich bin die Neue 🙂

197 Beiträge
30 Mitglieder
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5,808 Ansichten
(@kazar)
Mitglied
Nüchtern: 2 jahre
Beigetreten: Vor 2 Jahren
Beiträge: 196
Topic starter  

Hallo zusammen,

ich bin 48 Jahre alt und trinke gefühlt schon sehr lange. 

Angefangen habe ich allerdings erst spät, erst mit so 24 Jahren. Vorher, mit meinem damaligen langjährigen Freund, war Alkohol irgendwie nie Thema. Leider kann ich mich nicht mehr so ganz gut an die Zeit erinnern. Aber es gab auch Phasen, wo ich immer der Fahrer war, wenns zur Disco ging - heisst, ich war nüchtern.

Meine Eltern haben gerne Wein getrunken, haben bis heute - obwohl sie seit Jahrzehnten keinen Alkohol mehr trinken - noch einen gut gefüllten Weinkeller. Ich kenne meine Eltern auch nicht betrunken. Ich glaube nicht, dass mich da etwas geprägt haben könnte. 

Ach, falls es jemanden interessiert - ich hatte als Kind ADHS - jetzt als Erwachsene habe ich es bis jetzt nicht noch mal testen lassen.  

Was ich weiß ist, dass ich aber die letzten bestimmt 10 Jahre durchgehend getrunken habe und das fast täglich. Die einzigen Pausen waren mal eine MuKi-Kur für 3 Wochen oder mal die ein oder andere Fastenzeit von ca 10 Tagen. Ansonsten habe ich täglich getrunken. Manchmal auch schon morgens. 

Auf Partys war ich immer die letzte und die Tagesvollste. Und das, obwohl mein Freund eher wenig trinkt. Allerdings ist es mittlerweile so, dass ich nur noch selten Lust habe, wegzugehen (auch eine Folge des Trinkens) und eher für mich alleine zu Hause trinke. Glühwein, Sekt und Cola Rum sind meine Lieblingsgetränke. 

Zu Hause gibt es wegen Alkohol ständig Stress. Ich muss aufhören zu trinken, ich weiß genau, es tut mir nicht gut. Sozial und vor allem gesundheitlich. Ich beschäftigte mich seit einer Zeit mit dem Thema, habe schon viele Bücher dazu gelesen und bin so auf Gaby Guzek gekommen. Die Suchtlüge habe ich durch und schon div. NEMs bestellt. Alkohol ade soll heute geliefert werden. 

Bei meinem Hausarzt war ich im Sommer schon und habe berichtet. Meine Leberwerte sind natürlich zu hoch. Er hat eine Therapie empfohlen bei einem normalen Therapeuten. Das ist allerdings gar nicht mein Ding. Bei der Suchtberatung soll ich selber anrufen, er meinte, das ist besser. Hab ich bis heute nicht geschafft. Aber ich bin ganz stolz, dass ich überhaupt diesen Schritt schon mal gegangen bin. 

Ich werde auch immer wieder daran erinnert, dass gar nichts mehr gut ist, weil wenn ich mich bücke, sich meine Leber verklemmt und tierisch weh tut. Ich nehme auf jeden Fall an, dass es die Leber ist, aber ich schon mal irgendwo gelesen..

Mein größtes Problem ist der Zeitpunkt. Jetzt gleich? Kann und will ich nicht. Ist es wohl ok, sich ein festes Datum zu setzen? In den nächsten Wochen stehen noch so viele Veranstaltungen an (Weihnachtsfeiern, Geburtstage, Weihnachten, Silvester), das würde es mir unglaublich schwer machen, denke ich.

Auf jeden Fall ist es schön, hier zu sein und ich bin auch jetzt stolz, dass ich es  geschafft habe, mich anzumelden. 

Ganz liebe Grüße 

Kazar



   
4
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cairni
(@cairni)
Mitglied
Nüchtern: 4 jahre
Beigetreten: Vor 5 Jahren
Beiträge: 2352
 

@kazar Ich kann vollkommen verstehen, dass das erste Mal anstrengend war für Dich, alles neu usw.

Für mich hat sich das alles sehr bald relativiert, nach dem 2. mal auch schon. Allerdings empfinde ich immer noch oft die Musik als zu laut, die Gespräche als zu stumpf. Wenn ich das merke, gehe ich.

Mir hat geholfen, ob ich Lust auf die Veranstaltung habe oder nicht (Gäste, Thema) und ich mir gesagt habe, Ja, ich will tanzen oder etwas ähnliches. Dann hat das geklappt, bis zu dem Punkt x. Dann steige ich eben aus.

Das klappt gut. Abgesehen davon, es trinken wirklich nicht alle auf solchen Veranstaltungen. Die habe ich früher übersehen und nun achte ich drauf und manchmal komme ich dort auch gut ins Gespräch.

Viel Erfolg.



   
3
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(@kazar)
Mitglied
Nüchtern: 2 jahre
Beigetreten: Vor 2 Jahren
Beiträge: 196
Topic starter  

@cairni an meinem Tisch saßen 16 Personen und nur zwei andere und ich haben nichts getrunken... und die, die auch nichts getrunken haben, saßen zu weit weg von mir 🙁 

Eine der nüchternen ist auch tanzen gegangen, aber da war mir nicht nach... ich kenne es nüchtern auch so gut wie gar nicht 😀 Das einzige, was ich getan hätte, wäre ein Discofox tanzen, aber das ist am Tanzpartner gescheitert.

Ich bin auf die nächsten Veranstaltungen gespannt und hoffe, dass es dann besser wird 😀 



   
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cairni
(@cairni)
Mitglied
Nüchtern: 4 jahre
Beigetreten: Vor 5 Jahren
Beiträge: 2352
 

@kazar Nehme es Dir vor, dass es besser wird: Schaue, wo die sitzen, die nichts trinken, setze Dich im Laufe des Abends mit dorthin.

Das erste Mal tanzen in der Disco fühlte sich merkwürdig an, habe mich fast gezwungen. DAnach wurde es besser... Viel Spaß  beim Üben



   
1
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(@marlina)
Mitglied
Beigetreten: Vor 2 Jahren
Beiträge: 179
 

Verfasst von: @kazar

Ich hatte zu keiner Zeit den Drang, etwas zu trinken, aber ich habe mich trotzdem völlig fehl am Platz gefühlt. Und ich habe mich gefragt, ob das jetzt immer so ist und ob ich je wieder Spaß an so etwas haben kann...  auch ohne Alk Spaß habe.

....
Spannend fand ich, dass ich zwar keinen Drang hatte, zu trinken, aber trotzdem etwas gefehlt hat. 

Genau so fühle ich mich auch, bzw. geht es mir ebenfalls.

Und auch ich bin gespannt...

 



   
1
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(@kazar)
Mitglied
Nüchtern: 2 jahre
Beigetreten: Vor 2 Jahren
Beiträge: 196
Topic starter  

2 Monate 😍 und immer noch alles easy, bis auf die Sache mit dem Feiern 🙄 Samstag war mein LG alleine auf Party, ich zu Hause. 

Abends hab ich dann noch Pannenhilfe bei meiner Freundin leisten müssen, hätte ich letztes Jahr nicht machen können, da ich um die Zeit nicht mehr nüchtern gewesen wäre. Das war ein schönes Gefühl, einfach ohne nachzudenken losfahren zu können.

Ansonsten hab ich manchmal Wehmut und denke an alte Zeiten. Habt Ihr das auch manchmal, dass Ihr meint "So schlecht war die nasse Zeit gar nicht"? 



   
2
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forevergreen
(@forevergreen)
Mitglied
Beigetreten: Vor 2 Jahren
Beiträge: 320
 

Ja, morgens bin ich immer froh, nicht zu trinken, aber abends, das gebe ich offen zu, kommen bei mir auch solche Gedanken. Ich versuche dann schnell, mich wirklich zu erinnern, an Traurigkeit und Depression, an Scham und Wut. Und dass ich doch mal wissen wollte, wie ich und die Welt nüchtern aussehen. 



   
3
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(@krokodil_)
Mitglied
Nüchtern: 5 jahre
Beigetreten: Vor 5 Jahren
Beiträge: 997
 

@kazar Ja, ich muss zugeben - diese Gedanken kommen. Aber immer noch und nach wie vor: das Positive überwiegt. Vor allem - neben mehr Gelassenheit - eine Art innerer Stäkre und positiv-freundlicher Einstellung; ein sicheres Gefühl, ganz eindeutig mehr Selbstsicherheit und Zuversicht. Das kann ich besonders stark registrieren, weil mein Mann (Weiter-Trinker und somit persönlicher Gradmesser ...) das alles überhaupt nicht hat und immer noch weniger und weniger mit zunehmender Trinkerei.



   
2
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(@kazar)
Mitglied
Nüchtern: 2 jahre
Beigetreten: Vor 2 Jahren
Beiträge: 196
Topic starter  

Heute ist Tag 79. Zudem faste ich gerade 🙂

Letzte Woche war ich zu einer Fastenwoche. Das war eine sehr schöne Zeit. Mal weg von zu Hause, super liebe Menschen kennen gelernt, viel meditiert, gewandert, gelesen und geschwommen und ansonsten einfach mal nichts getan. Seit Freitag bin ich wieder zu Hause und faste immer noch. Samstag habe ich mir einen riesen Pott Brühe gekocht, solange die noch reicht, faste ich weiter 😀 einen Teil hab ich auch eingefroren. Die NEMs habe ich durchgenommen, dachte, das kann nicht schaden. Bin ja schon Mitte 3. Monat, aber nehme immer noch die vom 1. Monat + 2. Monat weiter. Ausser die, die mittlerweile alle sind. 

Mir geht es richtig gut. Alkohol fehlt mir gar nicht, Essen eigentlich auch nicht. Ab und an Gelüste nach etwas leckerem, aber das geht vorbei 🙂 Bin gespannt, wohin der Weg mich führt. Geplant ist auf jeden Fall erst mal bis Freitag. Heute und Donnerstag abend muss ich im Nebenjob arbeiten (tagsüber im Hauptjob), da ist es recht leicht, da eh die Zeit zum Essen fehlt 😀 

Heute Nacht hab ich sehr wüst geträumt, schlafe ansonsten aber mittlerweile besser. 

Was mir immer noch fehlt, ist Freude an vielem. Die Woche hat sehr gut getan und war auch sehr schön, dort hat auch nichts gefehlt, aber jetzt zu Hause, mit dem üblichen Stress hab ich wieder das Gefühl, mich an nichts erfreuen zu können. Nächste Woche bin ich auf einem Mädelsgeburtstag eingeladen, mal gucken, wie ich mich da fühle. Zum Glück haben einige schon signalisiert, dass sie Wasser und Cola zum Trinken wünschen - also wohl keinen Alk trinken. 



   
4
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mermaid
(@mermaid)
Mitglied
Nüchtern: 3 jahre
Beigetreten: Vor 4 Jahren
Beiträge: 1230
 

@kazar klasse! Super, dass der Alkohol nicht fehlt. Und die Freude kommt auch wieder. Wahrscheinlich ist sie sogar schon da, nur nicht dort, wo du sie erwartest. Weiter so ❤️



   
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(@kazar)
Mitglied
Nüchtern: 2 jahre
Beigetreten: Vor 2 Jahren
Beiträge: 196
Topic starter  

Ohne Alkohol: Tag 85 

Ohne feste Nahrung: Tag 19 

Wahrscheinlich ist heute oder Morgen fasten brechen angesagt. Spätestens auf jeden Fall morgen. Ich bin zwar immer noch topfit, hab aber mittlerweile so viel Lust auf gesundes Essen, dass ich brechen werde. Hab auch schon ganz viel Gemüse eingekauft und das soll ja nicht verderben 😀 

Donnerstag geht es ja auf einen Geburtstag, da habe ich der Gastgeberin schon mitgeteilt, dass ich da nichts essen und trinken kann, da ich dann noch im Aufbau bin und mir meinen eigenen Tee mitbringe. Das war auch völlig ok für Sie 🙂 

Demnächst werde ich dann einen Termin beim HA machen, und mein Blut checken lassen. Ich bin total gespannt, was da passiert ist. Mein letztes Blutbild war im letzten Sommer und da waren die Leberwerte und mein Cholesterin ziemlich schlecht. Kann eigentlich nur besser geworden sein. 

Zum Osterfeuer gehe ich mit meiner besten Freundin, die auch über alles Bescheid weiß und selber nichts trinkt - so hab ich auch überhaupt keine Angst davor 🙂

Allerdings sind mir in letzter Zeit öfter die Gedanken durch den Kopf gegangen, ob wirklich für immer Schluss ist mit Alk. Es gibt so viele Dinge, die ich gerne noch mal trinken möchte - tatsächlich des Geschmacks wegen. Swimming Pool zum Beispiel 😀 (Ich war ein Rauschtrinker, dem der Geschmack letztendlich egal war). Es ist nicht so, dass ich jetzt sofort trinken möchte, aber das beschäftigt mich schon. 



   
2
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