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Hallo zusammen,
ich bin 48 Jahre alt und trinke gefühlt schon sehr lange.
Angefangen habe ich allerdings erst spät, erst mit so 24 Jahren. Vorher, mit meinem damaligen langjährigen Freund, war Alkohol irgendwie nie Thema. Leider kann ich mich nicht mehr so ganz gut an die Zeit erinnern. Aber es gab auch Phasen, wo ich immer der Fahrer war, wenns zur Disco ging - heisst, ich war nüchtern.
Meine Eltern haben gerne Wein getrunken, haben bis heute - obwohl sie seit Jahrzehnten keinen Alkohol mehr trinken - noch einen gut gefüllten Weinkeller. Ich kenne meine Eltern auch nicht betrunken. Ich glaube nicht, dass mich da etwas geprägt haben könnte.
Ach, falls es jemanden interessiert - ich hatte als Kind ADHS - jetzt als Erwachsene habe ich es bis jetzt nicht noch mal testen lassen.
Was ich weiß ist, dass ich aber die letzten bestimmt 10 Jahre durchgehend getrunken habe und das fast täglich. Die einzigen Pausen waren mal eine MuKi-Kur für 3 Wochen oder mal die ein oder andere Fastenzeit von ca 10 Tagen. Ansonsten habe ich täglich getrunken. Manchmal auch schon morgens.
Auf Partys war ich immer die letzte und die Tagesvollste. Und das, obwohl mein Freund eher wenig trinkt. Allerdings ist es mittlerweile so, dass ich nur noch selten Lust habe, wegzugehen (auch eine Folge des Trinkens) und eher für mich alleine zu Hause trinke. Glühwein, Sekt und Cola Rum sind meine Lieblingsgetränke.
Zu Hause gibt es wegen Alkohol ständig Stress. Ich muss aufhören zu trinken, ich weiß genau, es tut mir nicht gut. Sozial und vor allem gesundheitlich. Ich beschäftigte mich seit einer Zeit mit dem Thema, habe schon viele Bücher dazu gelesen und bin so auf Gaby Guzek gekommen. Die Suchtlüge habe ich durch und schon div. NEMs bestellt. Alkohol ade soll heute geliefert werden.
Bei meinem Hausarzt war ich im Sommer schon und habe berichtet. Meine Leberwerte sind natürlich zu hoch. Er hat eine Therapie empfohlen bei einem normalen Therapeuten. Das ist allerdings gar nicht mein Ding. Bei der Suchtberatung soll ich selber anrufen, er meinte, das ist besser. Hab ich bis heute nicht geschafft. Aber ich bin ganz stolz, dass ich überhaupt diesen Schritt schon mal gegangen bin.
Ich werde auch immer wieder daran erinnert, dass gar nichts mehr gut ist, weil wenn ich mich bücke, sich meine Leber verklemmt und tierisch weh tut. Ich nehme auf jeden Fall an, dass es die Leber ist, aber ich schon mal irgendwo gelesen..
Mein größtes Problem ist der Zeitpunkt. Jetzt gleich? Kann und will ich nicht. Ist es wohl ok, sich ein festes Datum zu setzen? In den nächsten Wochen stehen noch so viele Veranstaltungen an (Weihnachtsfeiern, Geburtstage, Weihnachten, Silvester), das würde es mir unglaublich schwer machen, denke ich.
Auf jeden Fall ist es schön, hier zu sein und ich bin auch jetzt stolz, dass ich es geschafft habe, mich anzumelden.
Ganz liebe Grüße
Kazar
@ruebequal Bei uns wird das Feuer vorher noch umgeschichtet, damit die Tiere eine Chance haben, zu fliehen.
Aber Du hast wohl recht, ich denke, Alkohol ist der Hübschmacher bei vielem. Das wird mir jetzt extrem bewusst.
Am Samstag haben wir eine Vereinsveranstaltung wo ich teilnehmen werde, weil sie bei uns statt findet. Zum Glück kann ich rein gehen, wenns ganz doof wird. Ich bin gespannt, ob ich Lust habe mitzumachen oder ob mir wieder auffällt, dass ich den meisten Mitgliedern eigentlich gar nichts zu sagen habe 🙄
@kazar Hmm, ich kann da jetzt nicht so von eigener Erfahrung berichten, da ich einige Veranstaltungen, Kneipenbesuche, etc. schon vorher häufiger vermieden habe. Und ohne Alkohol ist vieles ziemlich unmöglich für mich (wegen meiner Sozialphobie), ich trauere dem auch ein klein wenig nach, aber andererseits: es hat alles seine Zeit.
Es scheint illusorisch zu sein, einfach so weiter zu leben wie bisher, nur eben ohne Alkohol. Vielleicht magst Du es als positive Zäsur sehen, als Beginn eines neuen aufregenden Lebensabschnittes. Dass da erst mal ein Ruhe- und Rückzugsbedürfnis ist, ist ja nichts Schlimmes. Daraus erwächst mit Sicherheit etwas Neues. Neue Ideen, neue Interessen, neue Kraft.
Anders herum gefragt: Warum machen Dir die bisherigen Gemeinsamkeiten in den Vereinen und Veranstaltungen keinen Spaß mehr? Kannst Du mit den Leuten nicht mehr reden? Langweilst Du Dich? Bist Du frustriert, weil Du eigentlich ja doch ganz gerne mittrinken würdest? Hast Du Dir die Fragen mal beantwortet?
Liebe Grüße
@kazar bitte hab Geduld, dein Körper hat verlernt, genug eigenes Dopamin zur Verfügung zu stellen. Das fehlt dir jetzt und kann auch nicht von den NEMS ersetzt werden. Nimmst du noch die NEMS von Monat 2? Das sind Dopamin Bausteine, die dem Körper helfen. Am besten nochmal im Buch nachlesen.
Es wird besser. Bei mir hat es ca 9 Monate angedauert und ich hab mich regelrecht verkrochen. Und trotzdem konnte ich es gut annehmen, in der Zuversicht, dass es besser wird. Heute bin ich wieder Lebensfreude pur. Und kann nur jedem empfehlen, dran zu bleiben.
@mermaid Ja, ich nehme noch die von Monat 2 und auch noch Rest von Monat 1
Dann habe ich ja noch Hoffnung 😀 Das es seine Zeit dauert, ist mir bewusst, man hinterfragt halt jetzt vieles 😉
Wochenende vorbei, gestern hatte ich noch frei. Ich schwächele zur Zeit ziemlich, bin immer nur schlapp und antriebslos. Warum auch immer... Laut meiner Uhr ist mein Schlaf richtig gut, laut meinem CPAP Gerät fehlt mir Tiefschlaf - das würde es erklären. Im September bin ich zur Kontrolle eine Nacht im Schlaflabor, mal gucken was die sagen. Es nervt auf jeden Fall tierisch, immer so schlapp zu sein.
Zum Sport muss ich mich richtig zwingen - Spaß macht es nicht. Am liebsten würde ich den ganzen Tag auf dem Sofa liegen und Serien gucken oder lesen.
Samstag hatten wir Altdorffest, wo unser Junggesellenverein einen Cocktailstand hat. Ich war auch für ca 2 Stunden da, aber da nichts zu helfen war und das Wetter gruselig, bin ich dann wieder nach Hause.
Mit Alkohol hätte mir das nichts ausgemacht, ich wäre geblieben, hätte getrunken und die Band gehört. Ohne hab ich einfach keine Lust mehr. Das macht mich echt traurig 🙁 Ich war richtig neidisch auf die ganzen Gäste des Cocktailstandes. Allerdings wurden auch viele Alkoholfreie Cocktails bestellt.
Ich hatte auch einen aber im Grunde genommen war es einfach nur Saft. Und immer dieser Gedanke, was würde passieren, wenn ich einen Cocktail mit Alkohol trinke... Nein, ich habe es nicht getan, aber der Gedanke ist immer da.
Wann kommt endlich die Lebenslust wieder? Ich nehme immer noch die Nems des zweiten Monats, irgendwann muss sich doch alles mal wieder eingependelt haben?! Oder ich habe doch noch eine echte Depression 🙄 Es nervt mich einfach nur noch...
@kazar Ich hab mal deinen Vorstellungspost hervorgekramt und dabei folgende Sätze gefunden:
"Auf Partys war ich immer die letzte und die Tagesvollste. Und das, obwohl mein Freund eher wenig trinkt. Allerdings ist es mittlerweile so, dass ich nur noch selten Lust habe, wegzugehen (auch eine Folge des Trinkens) und eher für mich alleine zu Hause trinke. Glühwein, Sekt und Cola Rum sind meine Lieblingsgetränke."
Kann es sein, dass du auch mit Alkohol nicht so lebenslustig warst, wie du jetzt im Rückblick meinst? Du schriebst auch, dass du schon viele Jahre viel Alkohol trankst. Da weiß man ja dann oft gar nicht mehr, wie die Persönlichkeit vor dem Alkohol war, außerdem verändert man sich meist mit dem Älterwerden. Ist in meinen Augen sicher nicht verkehrt, mal den von dir früher mal erwähnten ADHS-Verdacht abzuklären und auch, ob es sich bei deiner Antriebslosigkeit vlt. doch um eine Depression handeln könnte. Klar ist meiner Meinung nach, dass der Alkohol deine Situation auf keinen Fall verbessern würde, das ist ein Trugschluss. Alles Liebe!
@rosine123 Danke für Deine Worte 🤗
Stimmt, ich hatte immer weniger Lust, wegzugehen - aber wenn ich weggegangen bin, dann immer nur in Verbindung mit Alkohol. Jetzt fällt mir das Weggehen noch viel schwerer als vorher schon, weil ich nicht mal mehr den "Spass" des Trinkens habe. Weggehen ohne zu trinken kannte ich wie gesagt gar nicht... ich glaube, das habe ich gemacht, als ich unter 20 war und daran kann ich mich tatsächlich kaum erinnern...
Ich merke auf jeden Fall, dass sich mein Leben gerade neu sortiert und das das nicht von heute auf morgen geht, ist mir klar. Dennoch habe ich oft Phasen, wo ich traurig bin, dass ich nicht mehr trinke. Ich hoffe, das geht irgendwann vorbei.
Das ADS habe ich noch nicht abklären lassen, ich wüsste auch gar nicht so richtig wie und wo. Beim nächsten Termin, den mein Sohn bei seiner Kinder- und Jugendpsychologin hat, werde ich sie mal fragen, wie und wo ich das als Erwachsene am besten anstelle.
ich wüsste auch gar nicht so richtig wie und wo. Beim nächsten Termin, den mein Sohn bei seiner Kinder- und Jugendpsychologin hat, werde ich sie mal fragen, wie und wo ich das als Erwachsene am besten anstelle.
Mach mal den Test hier. Der ist wissenschaftlich evaluiert und wird auch als Basis bei Psychiatern herangezogen:
https://adhs-erwachsene.net/adhs-selbsttest/
Liebe Grüße
Gaby
Viele von uns haben das erlebt, dass sich das Leben neu sortierte, wie du das gut beschreibst. Manche haben alte (Trink-)Freunde aussortiert, neue Hobbys begonnen, ihren Arbeitsplatz gewechselt etc. ... Wünsche dir für diese Neuorientierung alles Gute und gute Entscheidungen!
Dass du manchmal traurig bist, nicht mehr zu trinken - da kann ich dir leider nicht raten, weil ich es, wie schon an anderen Stellen geschrieben, als großes Glück empfinde, dass der Alkohol nicht länger mein Leben bestimmt. All das Negative wog bei mir bei Weitem die wenigen, kurzen, scheinbar positiven Momente nicht auf. Warum genau bist du traurig? Was genau war noch besser, als du Alkohol getrunken hast?
Der will nicht... immer wenn ich alles eingegeben habe kommt ein Button zum restart 🙄 Versuche es morgen noch mal 😃





