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Wann aufhören - ich bin die Neue 🙂

197 Beiträge
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5,766 Ansichten
(@kazar)
Mitglied
Nüchtern: 2 jahre
Beigetreten: Vor 2 Jahren
Beiträge: 196
Topic starter  

Hallo zusammen,

ich bin 48 Jahre alt und trinke gefühlt schon sehr lange. 

Angefangen habe ich allerdings erst spät, erst mit so 24 Jahren. Vorher, mit meinem damaligen langjährigen Freund, war Alkohol irgendwie nie Thema. Leider kann ich mich nicht mehr so ganz gut an die Zeit erinnern. Aber es gab auch Phasen, wo ich immer der Fahrer war, wenns zur Disco ging - heisst, ich war nüchtern.

Meine Eltern haben gerne Wein getrunken, haben bis heute - obwohl sie seit Jahrzehnten keinen Alkohol mehr trinken - noch einen gut gefüllten Weinkeller. Ich kenne meine Eltern auch nicht betrunken. Ich glaube nicht, dass mich da etwas geprägt haben könnte. 

Ach, falls es jemanden interessiert - ich hatte als Kind ADHS - jetzt als Erwachsene habe ich es bis jetzt nicht noch mal testen lassen.  

Was ich weiß ist, dass ich aber die letzten bestimmt 10 Jahre durchgehend getrunken habe und das fast täglich. Die einzigen Pausen waren mal eine MuKi-Kur für 3 Wochen oder mal die ein oder andere Fastenzeit von ca 10 Tagen. Ansonsten habe ich täglich getrunken. Manchmal auch schon morgens. 

Auf Partys war ich immer die letzte und die Tagesvollste. Und das, obwohl mein Freund eher wenig trinkt. Allerdings ist es mittlerweile so, dass ich nur noch selten Lust habe, wegzugehen (auch eine Folge des Trinkens) und eher für mich alleine zu Hause trinke. Glühwein, Sekt und Cola Rum sind meine Lieblingsgetränke. 

Zu Hause gibt es wegen Alkohol ständig Stress. Ich muss aufhören zu trinken, ich weiß genau, es tut mir nicht gut. Sozial und vor allem gesundheitlich. Ich beschäftigte mich seit einer Zeit mit dem Thema, habe schon viele Bücher dazu gelesen und bin so auf Gaby Guzek gekommen. Die Suchtlüge habe ich durch und schon div. NEMs bestellt. Alkohol ade soll heute geliefert werden. 

Bei meinem Hausarzt war ich im Sommer schon und habe berichtet. Meine Leberwerte sind natürlich zu hoch. Er hat eine Therapie empfohlen bei einem normalen Therapeuten. Das ist allerdings gar nicht mein Ding. Bei der Suchtberatung soll ich selber anrufen, er meinte, das ist besser. Hab ich bis heute nicht geschafft. Aber ich bin ganz stolz, dass ich überhaupt diesen Schritt schon mal gegangen bin. 

Ich werde auch immer wieder daran erinnert, dass gar nichts mehr gut ist, weil wenn ich mich bücke, sich meine Leber verklemmt und tierisch weh tut. Ich nehme auf jeden Fall an, dass es die Leber ist, aber ich schon mal irgendwo gelesen..

Mein größtes Problem ist der Zeitpunkt. Jetzt gleich? Kann und will ich nicht. Ist es wohl ok, sich ein festes Datum zu setzen? In den nächsten Wochen stehen noch so viele Veranstaltungen an (Weihnachtsfeiern, Geburtstage, Weihnachten, Silvester), das würde es mir unglaublich schwer machen, denke ich.

Auf jeden Fall ist es schön, hier zu sein und ich bin auch jetzt stolz, dass ich es  geschafft habe, mich anzumelden. 

Ganz liebe Grüße 

Kazar



   
4
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(@kazar)
Mitglied
Nüchtern: 2 jahre
Beigetreten: Vor 2 Jahren
Beiträge: 196
Topic starter  

@cairni Danke für Deine Worte 🙂 

Ich habe eigentlich keine Angst - mein Problem ist, dass ich keine Lust habe, die Feiern, die dieses Jahr noch anstehen, nüchtern zu erleben. Hört sich blöd an, ist aber leider so 🙁  Ich kenne es halt im Moment nicht anders.

Ansonsten will ich sehr gerne aufhören, habe aber Angst, das es durch die vielen Feiern, die noch anstehen, mega schwer wird. 

Heute habe ich beschlossen, ich werde im Januar aufhören zu trinken. Fasching ist kein Thema hier, im März bin ich sogar eine Woche auf Fastenurlaub und wenn Ostern kommt und es warm wird bin ich hoffentlich so gefestigt und das nüchtern sein macht mir so viel Spaß, dass ich gar nicht mehr trinken will. 



   
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(@kazar)
Mitglied
Nüchtern: 2 jahre
Beigetreten: Vor 2 Jahren
Beiträge: 196
Topic starter  

@gaby_guzek Mein Sohn hat ADS. Ich habe schon überlegt, mal sein Medikament zu nehmen um zu gucken, was passiert. Angeblich wirkt es nur, wenn man wirklich ADS hat.

Ich war vor Jahren mal bei einem Neurologen, der meinte, ich hätte kein AD(H)S mehr... und dann sagte mir jemand, das es sich nicht verwächst. Ich denke, ich werde meinen HA noch mal drauf ansprechen. 



   
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cairni
(@cairni)
Mitglied
Nüchtern: 4 jahre
Beigetreten: Vor 5 Jahren
Beiträge: 2352
 

Verfasst von: @kazar

Ich habe eigentlich keine Angst - mein Problem ist, dass ich keine Lust habe, die Feiern, die dieses Jahr noch anstehen, nüchtern zu erleben. Hört sich blöd an, ist aber leider so 🙁  Ich kenne es halt im Moment nicht anders.

Wenn Du keine Lust hast, warum willst Du dann im Januar aufhören?

Da gibt es dann andere Gründe, ganz spontan, warum Du HEUTE/Jetzt nicht aufhören solltest...

Grundsätzlich ist es für mich echt fein, wenn Du aufhörst, dass Du Dir einen Termin setzt. Allerdings interpretiere ich Deine Worte so, dass genau das passieren wird: Zum angedachten Zeitraum eierst Du rum und verschiebst den Termin.

Theoretisch könnte es ja noch so weiter gehen.

Du bist Dir mit Deinem "WARUM" noch nicht klar.

Aufzuhören mit dem, was Dein Suchtgedächtnis Dir sagt.

- es ist Dir einfach noch zu gemütlich fremdbestimmt durch den Alkohol zu sein, dem Trinken den Vorrang geben vor allem anderen

- es ist für Dich einfach ok, auf Parties sternhagelvoll zu sein, die letzte, die den Boden mit wischt, und es stört Dich auch kein bisschen, dass Freunde oder Bekannte unangenehm berührt sind, weil "sooo" schlimm ist es noch nicht

- was Ärzte auch immer so sagen, klar sind Deine Werte nicht optimal, aber -hey - , das könnte noch viel schlimmer sein! Was soll schon passieren? Na ja, so ne Leber bekommt man doch ersetzt, die Bauspeicheldrüse wird sich schon melden und sterben müssen wir doch alle... ob Du nun früher sterben musst, weil der Alkohol Dich besiegt, das ist im Moment noch nicht in Deinem Fokus, verstehe ich.

- und Partner/Beziehungsmenschen, die haben gefälligst zu Dir zu stehen. Das der sich aufregt ist doch sein Problem, nicht Deins! Und dieses bisschen Ärger, darüber kannst Du locker stehen.

- ach ja, Kinder, die sind doch heute so selbstständig, die kommen alleine klar. Logisch, Du bist zwar kein gutes Vorbild und ich hoffe, sie schauen sich bei Dir Dein Verhalten nicht ab (kein Grund zur Sorge, wird schon schief gehen, Kinder leiden wirklich extrem unter dem Alkoholkonsum und wenige schaffen es ohne Blessuren)

Über einen Beruf schreibst Du nichts, wahrscheinlich hast Du mit Dir und Deinem Konsum genug zu tun.

Ja, klar, dass Alkohol ungesund ist, liest jeder, weißt Du auch. Betreffen wird es allerdings die anderen, warum solltest ausgerechnet Du diejenige sein, die mit schrecklichen gesundheitlichen Einschränkungen betroffen sein sollte: Schädigungen des Herzmuskels und der Gefäße, Herzmuskelerkrankungen, Herzrhythmusstörungen und Bluthochdruck, Herzinfarkt, Krebs abgesehen von den Lappalien Schädigungen der Nervenzellen im Körper und im Gehirn...

Klar, jeder sagt Dir, dass Du aufhören solltest. Nur damit steigst Du nicht aus.

Nochmal meine Frage:

WARUM WILLST DU aufhören Alkohol zu trinken?

 

Denn ohne Deine bewusste Entscheidung, dass DU nicht mehr trinken WILLST, wirst Du nicht aufhören.

 

Viele Grüße

Sandra

 



   
7
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lichtkind
(@lichtkind)
Mitglied
Nüchtern: 6 jahre
Beigetreten: Vor 3 Jahren
Beiträge: 590
 

@kazar Mein Sohn hat auch ADS. Er nimmt seit einem Jahr kein Medikamente mehr, er fühlte sich damit auch nicht besser als ohne. Und die Nebenwirkungen haben ihn regelmäßig aus der Bahn geworfen (die Bahn die es bei ADS ja eh eher nicht gibt, bzw. Achterbahn). Was nimmt dein Sohn? Und ganz ehrlich, die Idee das einfach mal auszutesten finde ich persönlich schon "grenzwertig". Diese Medikamente sind keine Drops die "man" einfach mal so nimmt..... Ich will dir da nicht zu Nahe treten. Aber es gibt Tests dafür und dann hast du für dich Klarheit und kannst weiter schauen und lernen was gut für dich ist. Mein Sohn hat seine Achterbahn rein mit NEM, Sport und mentaler Neuausrichtung abflachen können und es geht ihm besser denn je. Aber das ist für ihn so, jede und jeder darf da seinen eigenen Weg finden. Für andere ist ein Medikament der Durchbruch. Alles Liebe für dich und Grüße von Angela 🤗



   
1
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(@ausgeschiedenes-mitglied)
Mitglied
Beigetreten: Vor 5 Jahren
Beiträge: 5128
 

@cairni Hallo Sandra, super gut geschrieben,  du sprichst mir aus der Seele. Ich hätte es nur nicht so gut ausdrücken können,  jeder Satz trifft ins Schwarze.



   
1
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(@krokodil_)
Mitglied
Nüchtern: 5 jahre
Beigetreten: Vor 5 Jahren
Beiträge: 997
 

@kazar um Gottes Willen! "Probier" doch nicht sein Medikament, was ist das für eine Idee ...?! Ganz abgesehen mal davon, dass ich, wie @lichtkind, Medikamention bei ADHS überhaupt hinterfrage oder man jedenfalls mal genauer hinschauen sollte, was man machen kann, um damit zu leben (ich hab auch jemand in der Familie), so ist dieses Medikament ja doch angepasst an deinen Sohn (wie ich vermute oder hoffe), und DU BIST NICHT DEIN SOHN ... 😉



   
1
AntwortZitat
(@krokodil_)
Mitglied
Nüchtern: 5 jahre
Beigetreten: Vor 5 Jahren
Beiträge: 997
 

@kazar - also Januar. Wann im Januar? Am 1.? Oder Mitte? Oder Ende ...? 😎



   
1
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lichtkind
(@lichtkind)
Mitglied
Nüchtern: 6 jahre
Beigetreten: Vor 3 Jahren
Beiträge: 590
 

@kazar Du hast "eigentlich" keine Angst und doch hast du Angst dass es durch die vielen Feiern zu schwer wird? Manchmal lerne ich mich auch selber besser kennen wenn ich mein Geschriebenes nochmal lese 😉

"Wir" hatten ALLE Angst wie es sich anfühlt nicht mehr auf die Krücke Alkohol zurück zu greifen. Darum hat sich der Start in die Alkohol Freiheit bei jedem der alkoholkrank war immer wieder nach hinten verschoben.

Es ist wichtig und richtig den innerlich stimmigen Startpunkt zu finden. Für DICH darf es sich gut und richtig anfühlen. Aber du darfst gewiss und sicher allen hier im Forum glauben schenken die es schon erfolgreich ausprobiert haben und wissen dass die Angst fehl am Platze war wenn der Ausstieg ehrlich gewollt ist. 



   
3
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mermaid
(@mermaid)
Mitglied
Nüchtern: 3 jahre
Beigetreten: Vor 4 Jahren
Beiträge: 1230
 

@cairni klare Worte 👍



   
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blaubeere
(@blaubeere)
Mitglied
Nüchtern: 2 jahre
Beigetreten: Vor 2 Jahren
Beiträge: 114
 

@cairni Kazar hat geschrieben, dass es ihr gesundheitlich aufgrund des Alkoholkonsums nicht gut geht. Ich verstehe es so, dass das der primäre Grund dafür ist, warum sie aufhören möchte. Manchmal muss so ein Vorsatz erst einmal reifen, bevor er in die Tat umgesetzt wird. Okay, keine „Lust“ zu haben, an der Feiertagen nicht zu trinken, ist etwas merkwürdig formuliert. Darauf zu warten, dass man „Lust“ bekommt, anderen beim Trinken zuzusehen, könnte sehr lange dauern… Dennoch finde ich die Kommentare hier teilweise hart und provokant. Auf Provokation reagieren die Leute unterschiedlich. Der eine wird die Herausforderung annehmen und sich entschließen, sein Problem umgehend anzupacken, der andere wird sich zurückziehen und sich beim nächsten Mal gut überlegen, ob er sich hier im Forum öffnet.

Kazar ist hier bestimmt nicht die einzige, die die Umsetzung des Vorsatzes vor sich hergeschoben hat. Ich habe hier schon mehrmals gelesen, dass Leute sich schwören heute nichts zu trinken, dann abends wieder zum Glas greifen und das Aufhören auf morgen verschieben. Der eine verschiebt es auf morgen, der andere auf Januar. Mit einem Arzt zu sprechen, zum Thema zu lesen und einem Forum beizutreten ist schon ein sehr guter Anfang. 👏🏼👏🏼👏🏼



   
💕
4
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