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Was wäre das Leben ...
 
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Was wäre das Leben ohne die Hoffnung...

49 Beiträge
8 Mitglieder
82 Reactions
499 Ansichten
 toni
(@toni)
Mitglied
Nüchtern: 2 jahre
Beigetreten: Vor 5 Jahren
Beiträge: 28
Topic starter  

Liebe Gaby, lieber Bernd, liebe stille und aktive Mitglieder des Forums,

ich möchte mich kurz vorstellen. Ich bin 53, Mutter von zwei Kindern, beruflich erfolgreich, glücklich (wieder)verheiratet und schon länger alkoholkrank. Nachdem ich zufällig über das Buch gestolpert, es schnell gelesen und beschlossen habe, das probiere ich aus, bin ich jetzt an Tag 2 der NEMs- Einnahme nach Protokoll ( nur Kalzium fehlt).

Mir geht es recht gut, wenn ich wie viele hier auf einen langen schmerzhaften Leidensweg mit Schuld, Scham, Verzweiflung...kalten und qualifizierten Entzügen, Kuraufenthalt (privat), Selbsthilfegruppen, Psychiatern zurückblicken muss. Ich habe als junge Frau Alkohol zur Entspannung, als Medizin verwendet und wusste sehr schnell, dass mit mir etwas nicht stimmt. Da mein Vater selbst Alkoholiker war ( mit Hilfe AA jetzt 20 Jahre trocken) und ich die Verachtung und Ächtung schon als Kind und Jugendliche mitbekommen hatte, habe ich damals keine Hilfe gesucht, sondern heimlich (und irgendwann unheimlich) getrunken. 

Ich habe nicht täglich getrunken, dann hatte ich meinen Beruf sicher nicht ausüben können, wäre vielleicht auch nicht mehr am Leben. ich bin eine Rauschtrinkerin. Die Trinkpausen können unterschiedlich lang sein, Wochen, Monate...wurden natürlich kürzer (alle 10-14 Tage). In diesen Trinkpausen   geht es mir meist bis auf eine immer währende „Dysphorie“ gut, manchmal denke ich sogar, ich bin völlig gesund (was für ein Irrsinn). In diesen Zeiten lebe ich gesund (bin ein Hypochonder), treibe Sport, bin leistungsfähig, um dann...von jetzt auf gleich-klar, es kündigt sich an (mir geht es psychisch schlechter, ich arbeite nur noch etc.) wie ferngesteuert Wein, Gin Tonic, Bier... zu kaufen und zu trinken. Manchmal bleibt es bei einer Flasche und ich kann es beenden, ansonsten geht es so lange (3-5) Tage, bis ich nicht mehr kann.

Ich will schon lange nicht mehr trinken, habe mich mit vielen Ursachen und Therapieoptionen beschäftigt, die Krankheit habe ich immer noch. Ich habe einige Jahre mit Baclofen überlebt, damit fiel es mir leichter, das Trinken zu durchbrechen. Aufgrund der Nebenwirkungen konnte ich nicht dauerhaft hohe Dosen einnehmen, vielleicht daher die regelmäßigen Rückfälle. Da mir ganz klar ist, dass ich nicht nur meinen Körper und meine Psyche ruiniere, möchte ich dieses Protokoll für mich versuchen. ich will leben, nur so wie bisher klappt das nicht. Natürlich habe ich Depressionen, Schlafstörungen, Ängste, Panik...das volle Programm. Ich möchte so gerne die Frau, das Mädchen wieder finden , die ich vor dem Alkohol war.

Ich freue mich auf einen regen Austausch mit Euch, Eure Unterstützung und Danke, dass es Euch gibt. Selbst wieder Hoffnung zu spüren, tut gut.

Ich bin seit der letzten Trinkphase vor einer Woche heute 7 Tage abstinent. Mein Körper reagiert auf die NEMs mit Unwohlsein. Baclofen habe ich abgesetzt. Wäre ja blöd mit dem Gaba. Leider wirkt der Schlummertrunk bei mir nicht. Konnte sonst mit Thyptophan und Baclofen gut einschlafen. Habe heute auch Mundbrennen. 

Jetzt ist meine Kurzvorstellung doch länger geworden...

Viele Grüße und einen schönen Abend

Toni

 



   
11
AntwortZitat
(@sweetandbitter)
Mitglied
Nüchtern: 4 jahre
Beigetreten: Vor 5 Jahren
Beiträge: 63
 

@Toni, Etwas spät,aber ein Herzliches Willkommen in dieser wirklich netten Gruppe von Menschen!

Ich bin auch noch nicht lange in diesem Forum,habe aber schon sehr viel von den vielen Berichten profitiert.

Die empfohlenen NEMs wirken bei mir unterstützend wirklich gut, vielleicht braucht dein Körper einfach etwas länger.

Beste Grüße

 

 

 

 



   
4
AntwortZitat
 toni
(@toni)
Mitglied
Nüchtern: 2 jahre
Beigetreten: Vor 5 Jahren
Beiträge: 28
Topic starter  

@sweetandbitter, ganz lieben Dank..., hoffe auch , dass es bald besser wird. Habe keinen Suchtdruck, nur Übelkeit und gedrückteStimmung heute morgen. Vielleicht hängt es mit dem Absetzen vom Baclofen zusammen.

Aber jetzt nicht jammern, in 30 min habe ich einen Videocall (Homeoffice) 🙄 . LG



   
5
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gaby_guzek
(@gaby_guzek)
Illustrious Member Admin
Beigetreten: Vor 7 Jahren
Beiträge: 4314
 

Toni, herzlich Willkommen hier.

Deine Geschichte liest sich der meinen sehr ähnlich, das ist Dir bei der Lektüre des Vorwortes bestimmt aufgefallen. Du hast sicherlich noch einiges vor Dir - aber auch schon viel geschafft.

Die Nährstoffe brauchen vielleicht bei Dir ein Feintuning, gerne bin ich bei Fragen für Dich da. Übelkeit soll nicht sein, kann natürlich auch wirklich eine Absetzungserscheinung vom Baclofen sein. Wann hast Du es denn abgesetzt?

Wie ich hier allerdings schon öfters schrieb: Nährstoffe können unterstützen, aber keinen Alkoholismus heilen. Aus Deinen Zeilen lese ich heraus, dass Du auch in Deinem Alltag einiges wirst ändern müssen. Vielleicht stecke ich da auch zu sehr in meinen eigenen Schuhen und sehe das nicht ganz objektiv - aber ich lese heraus, dass Du Dir eigentlich zuviel auflädtst und Dir ständig selber auf die hechelnde Zunge trittst.

Der Alkohol ist dann Dein Vergessen, Deine Bremse. Kann das sein? Baclofen wirkt ja auch "nur" bei Menschen, die aus Entspannungsgründen trinken. Ist es das? Stecken darunter vielleicht sogar Ängste, eine latente Panik? Ist es das?

Die erste Zeit ist natürlich geprägt davon, überhaupt erst einmal wieder körperlich normal zu ticken. Dennoch: Hast Du auch Pläne in der geschmiedet, wie Du solche Trinkfallen (ich spekuliere: Totale Erschöpfung, Überarbeitung, Überforderung, kein Raum für Dich selbst) in Zukunft vermeidest? Was tust Du Dir selber Gutes?

Erzähle bitte sehr, sehr gerne mehr von Dir. Geh mal ein wenig tiefer - umso besser kann ich hoffentlich auch raten. Wie gesagt: Ich sehe starke Parallelen. Nicht nur sind wir gleich alt. Auch ich hätte früher unter ein solches Posting geknallt: "So, jetzt muss ich aber wieder arbeiten." Das ist nicht böse gemeint. Ich versuche nur, aus Indizen zu erspüren, wie viel (oder wenig?) Raum Du Dir eigentlich selber einräumst.

Wie gesagt: Schreib Dir hier die Finger wund. Schön, dass Du da bist.

Liebe Grüße

Gaby



   
5
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(@cedrik)
Mitglied
Beigetreten: Vor 5 Jahren
Beiträge: 32
 

Herzlich willkommen und viel Erfolg!



   
AntwortZitat
harley
(@harley)
Ich unterstütze Alkohol adé
Beigetreten: Vor 6 Jahren
Beiträge: 2661
 
Verfasst von: @toni

Ich habe nicht täglich getrunken, dann hatte ich meinen Beruf sicher nicht ausüben können, wäre vielleicht auch nicht mehr am Leben. ich bin eine Rauschtrinkerin.

Kommt mir sehr bekannt vor. Herzlich willkommen!



   
2
AntwortZitat
 toni
(@toni)
Mitglied
Nüchtern: 2 jahre
Beigetreten: Vor 5 Jahren
Beiträge: 28
Topic starter  

Hallo Ihr Lieben, vielen Dank für das herzliche Willkommen. Ich hatte die letzten Tage und mehr noch dir Nächte mit mir zu tun. Tagsüber...viel zu viel Arbeit (@ Gaby: Du hast mit Deinen Annahmen völlig recht) und Nachts wegen fehlendem Schlaf bzw. extremen Schlafstörungen. Die Übelkeit am Tage hat sich gelegt, obwohl ich gefühlt den ganzen Tag neben Homeoffice und MS Teams mit den paar Pillen und „Drinks“ „rumfummel“. Habe auch jetzt gepuffertes Vitamin C, fühle mich trotzdem etwas „rund“. 🤣 Insgesamt habe ich erwartet, dass es mir körperlich besser geht. Wenn ich sonst mit dem Trinken aufgehört habe, war nach spätestens einer Woche „alles“ in Ordnung. Wie schon erwähnt, nehme ich an, dass das mit dem Absetzen von Baclofen zu tun hat. Ich habe zwar zuletzt keine durchgängig sehr hohen Dose eingenommen, aber doch über 5 Jahre und vor allem zum Schlafen. Normalerweise soll Baclofen langsam ausgeschlichen werden, ich habs einfach weggelassen (wegen Gaba). Dafür ist ja wenig passiert, zum Glück. Ich habe mir jetzt 2x am Tag eine Minimenge gegönnt. Zum Schlafen reicht das aber nicht. Ich hoffe jetzt wirklich, dass es in der Nacht bald besser wird, das macht mich ganz schön fertig. Dann können sich schon mal Gedanken einschleichen, wenn das so weiter geht, schaffst Du das nicht. Dann musst Du wieder Baclofen schlucken...bis ans Lebensende. Ist ja Blödsinn, ich weiß, aber bissel Panik in der Nacht bekomme ich schon. 

Sonst habe ich nach Trinkphasen auch recht bald wieder mit Sport angefangen, aber ich fühle mich einfach zu schlapp. Paar Liegestütze, Bauchtraining...mehr ging nicht. Liebe Grüße und einen wunderschönen sonnigen Tag heute...



   
4
AntwortZitat
gaby_guzek
(@gaby_guzek)
Illustrious Member Admin
Beigetreten: Vor 7 Jahren
Beiträge: 4314
 

@toni , guten Morgen,

ich bin jetzt ein wenig verwirrt, was Du derzeit an NEM nimmst. Zweimal am Tag GABA, die Du Dir "gönnst"? Das ginge doch auch viel großzügiger .... aber wie gesagt, vielleicht verstehe ich das ja auch falsch.

Wenn Du magst, schreib doch mal auf und wir gucken, was da bezüglich Schlaf vielleicht noch geht.

Liebe Grüße und einen guten Start in den Tag

Gaby



   
2
AntwortZitat
 toni
(@toni)
Mitglied
Nüchtern: 2 jahre
Beigetreten: Vor 5 Jahren
Beiträge: 28
Topic starter  

Liebe Gaby, guten Morgen... Habe ich heute Nacht mich vielleicht etwas unklar ausgedrückt, Ich nehme alle NEMs nach Protokoll, jetzt auch Kalzium. Habe gestern dazu nur 2x5 mg Baclofen eingenommen. Hast Du eine Idee, was ich mit der Nacht machen kann, oder abwarten. Auf den Schlaftrunk passiert eher nichts, ausser mal Herzrasen, müde sein, kein bis wenig Schlaf. Dann nachts kreisende Gedanken, hin und her wälzen... Heute bin ich aufgestanden, habe gegessen und Tee getrunken. 

Danke, ich wünsche Dir auch einen schönen Tag



   
2
AntwortZitat
 toni
(@toni)
Mitglied
Nüchtern: 2 jahre
Beigetreten: Vor 5 Jahren
Beiträge: 28
Topic starter  

Ich werde heute mal den Schlaftrunk weglassen, da ich in der Vergangenheit mit Melatonin als Einzelsubstanz auch Probleme hatte (müde, kein Schlaf oder so etwas wie Halbschlaf). Dann probiere ich 3 Gaba-Sticks, 2 Kapseln Tryptophan (1 g), 2 Magnesium und Melissentee...Werde davon berichten. LG



   
2
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