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Guten Abend,
nachdem ich schon seit 5 Wochen - nicht inaktiv - hier im Forum bin, möchte ich mich nun in Ruhe und "ordentlich" (lol) vorstellen.
Ich bin im März 61- Jahre alt geworden. Habe keine Kinder, aber Fellnasen.
Obwohl ich schon lange trinke, sehe und sah' ich immer jünger aus und wurde auch entsprechend immer jünger geschätzt. Das war als Kind schon so .. nur da freut man sich nicht drüber...
Die Kindheit war nicht einfach. Als Baby an im "Säuglingsnest", dann in zwei weiteren Heimen und dann im Alter von über 5 Jahren zu den Pflegeeltern gekommen. Die Pflegeeltern hatten ein eigenes Kind. Ich war Kind zweiter Wahl und das durfte ich spüren, solange die Pflegemutter lebte. Der Sohn war irgendwann eifersüchtig auf mich, weil der Vater sich um mich kümmerte....
Das war die Kindheit. Ich zog mit 18 Jahren aus. Kontakt mit Alkohol hatte ich mal früh in der Realschulzeit. Danach kam die Kifferzeit ... in der Stadt Berlin damals ganz normal.....
Ich erinnere mich, dass ich irgendwann alleine in meiner Wohnung getrunken hatte (ich glaube, es war Wein) und das erste mal richtig spürte: Du bist betrunken.... Da war ich Ende 20 / Anfang 30.
Der spätere Ehemann war auch gerne am Glas. Er hatte allerdings keine Suchtanzeichen (habe ich zumindest seinerzeit nicht empfunden. Vllt. weil ich mich mit dem Thema nicht auseinandergesetzt hatte).
Beruflich arbeitete ich irgendwann im Vertrieb und da war immer "hoch die Tassen (Gläser)".
Also: Alkoholkonsum über 30 Jahre!!! Das ist erschreckend. Mein Lieblingsgetränk: Bier. Natürlich trank ich auch Sekt und Wein und hier und da mal Schnaps oder ähnliches. Ach und: Gin Tonic!!! zum Sonnenuntergang im Urlaub, oder in Berlin.
Ich war 1x zur Entgiftung und auch mal kurzfristig nüchtern. Sicherlich keine 5-Wochen, so wie jetzt. Genau weiß ich es nicht mehr. Was ich aber weiß: es fiel mir seinerzeit schwerer.
Da ich seit 2015 in der Gesundheitsbranche (Naturheilverfahren) im Vertrieb tätig bin, nahm ich jetzt schon länger NEM's. Ich habe auch immer meine Leber und Bauchspeicheldrüse unterstützt.
Seit Corona-Zeiten und viel Homeoffice hat sich das Trinkverhalten manifestiert: Nachmittags (Zuweilen auch schon mittags) das erste Bier. GROSSE Biere.... ich endete bei 4-6 großen Bieren. Dazu muss man sagen, dass ich eher klein bin und nicht übergewichtig bin. Vom Typ eher sportlich. Ausser etwas Abgeschlagenheit und sehr fahrig wirkend, bemerkte das niemand...
Aber ich bemerkte einiges. Meine Gesundheit wurde schlechter...... das Herz machte ein auf Klabautermann. Ich meine, dass ich auch meine Leber schon spürte. Ich hatte massive Schlafprobleme ....wenn ich mich drehte, klopfte mein Herz bis zum Hals... ich schwitzte Nachts, stank nach Schweiß (hatte ich nie) und insgesamt spürte ich: so geht es nicht mehr weiter.
In meinem Kopf ging es nur noch darum, den Suff zu haben. Wenn ich nichts hatte, musste ich los: oder ich habe mir ESSEN bestellt mit Bier, damit ich trinken konnte. Das Essen hat mich gar nicht interessiert.
Morgens hasste ich mich, wenn ich meine Pullen klappernd mitgenommen habe, um sie gegen neue einzutauschen. Wenn ich die Flaschen zurück gab, dachte ich immer: Emski, das hast DUUUU, DUUUU ganz alleine in Deinen Körper geschüttet. Jahrzehntelang.
Tja, dann kam Corona und ich war krank ..... nach drei Tagen hätte ich wieder Bier trinken können - ich wollte nicht. Ich wollte aufhören. Immer wieder hatte ich zuvor schon viele Hörbücher, You-Tube Videos angeschaut ..... der Entschluss war ja da: ich will nicht mehr.
Irgendwie bin ich dann beim googeln auf diese Seite gekommen (vorher noch nie was drüber gehört und gelesen).
Ich hatte mich gleich wohl gefühlt, beim Lesen und Durchstöbern, so dass ich mich vor 5- Wochen hier angemeldet hatte. Mein Profilbild sagt: ich höre auf!
Ja, ich höre auf!!!
Gerne möchte ich auch noch das Coachingprogramm wahr nehmen. Nur weiß ich nicht, inwieweit mir das Zeit frisst. Beruflich bin ich viel unterwegs und komme gerade kaum dazu, hier zu lesen und zu schreiben.
Im großen und ganzen komme ich auch gut klar. Sicherlich habe ich gefühlt 1x am Tag so den Gedanken auf: BIER... dann nehme ich NEM's ein und trinke viel Wasser und dann geht es wieder.
Für mich klappt es jetzt, wenn ich bis auf GABA (das nehme ich etwas mehr), von allem nur 1x am Tag einnehme. Da habe ich kaum Schwindel (ganz Busserl) und auch nur minimale Übelkeit.
Der Schlaf war immer gut, bis auf 2 Nächte um den Vollmond herum.
Also: ich bin happy, hier gelandet zu sein. Der Umgang hier ist sehr wertschätzend - das ist großartig.
Ach: 1x war ich bei den AA's. An diesem Tag war ich die einzige... ich hatte mir viele Termine i.d.Kalender geschrieben, aber der Job erlaubt es mir gar nicht im Moment .....
Es geht mir gut... mit jedem Tag besser. Die Haut verbessert sich, die Figur auch! Ich fühle mich morgens fit.
Leider habe ich noch Kopfschmerzen. Interessant zu wissen, dass die Kopfschmerzen nicht nur alleine vom Alkoholkonsum kamen.
Mittlerweile hatte ich ja schon 2 Kneipenbesuche, ein fettes Fest mit Freunden, viele Treffen zu Zwei auswärts: es funktioniert.
Mein Gefühl sagt mir, wenn ich drei Monate geschafft habe, werde ich gar nicht mehr so oft an Bier & Co. denken müssen. NOCH triggern mich die Bierwerbung, Nur kurz, aber sie triggert.
Soo, nun habe ich das nachgeholt, was ich längst hätte tun sollen, damit ihr wisst, wer hinter Emski2022 steht.
Ein wenig stolz auf 5 Wochen und einen Tag ;-)!
Sehr happy hier zu sein
Hoffen darauf, dass ich das Coachingprogramm noch beginne
Freuen auf Eure Resonanz und Input und Eure Forenbeiträge
und Euch nun ein schönes Wochenende wünschend
p.s. was ich persönlich cool finde: es ist eine echte Freude und Herausforderung auf die Woche 6,7,8,9, etc. - schreiben zu können: ich trinke nicht mehr.
pps. Übrigens kommuniziere ich es mehr und mehr. Das ist gut und wichtig (besonders für mich)
@emski2022 Bravo. Ich habe auch nach einiger Zeit angefangen, es klar zu kommunizieren, war eine gute Entscheidung. Was das Coachingprogramm betrifft war ich eine Art Betatester. War hilfreich, aber so eine Stunde pro Tag solltest Du einplanen. Mir hat es sehr geholfen, mit den ersten 30 Tagen klarzukommen.
Hallo emski2022, liest sich doch toll; 5 Wochen ohne große Unterstützung....Hut ab!!! Super!!!
Ja, hier bist Du absolut richtig, wenn Du wertschätzenden Umgang suchst.
Eigentlich habe oder hatte ich eine SHG, wollte mich diesbezüglich aber verändern und zu den AA's wechseln. Habe ich seit dem ich die Doku gesehen und dieses Forum gefunden hab, nicht getan, weil ich hier auf dass Forum einfach jederzeit zugreifen kann, immer etwas finde was mich gerade tröstet, oder mir weiterhilft. Und das genau in dem Moment, wo ich es brauche!
Wünsche Dir weiterhin ganz viel Kraft und Erfolg!!! Kannst jetzt schon mega stolz auf Dich sein!
Liebe Grüße Antje
@harley Vielen, lieben Dank. Ja, mein Gefühl sagt mir auch, es ist richtig klar zu kommunizieren. Gerade erst gestern habe ich es wieder getan mit dem Satz: "ich trinke keinen Alkohol mehr".
Danke für den Tip mit dem Coachingprogramm. Dann muss ich es nach meinen Veranstaltungen (Messe) beginnen. Da bin ich von 09:00 - 19:00 Uhr und abends noch essen gehen mit den Kollegen*innen....
Die ersten 30 Tage habe ich ja allerdings alleine geschafft. Ich lese viel hier im Forum, Bücher und höre Hörbücher vor dem Schlafen. Da bekomme ich viel Input.
Das bestärkt, NICHT zu trinken.
viel Erfolg weiterhin und alles Gute und Liebe von Emslki
@alingo Guten Morgen Antje. Vielen lieben Dank! Wie lange bist Du ohne? Ach, ich freue mich über jeden Tag Ohne das Gift (oder wie eine andere schrieb), ohne die Krücke. Es hat so behindert und immer dieses Kreisen im Kopf, trinke ich schon jetzt, warte ich noch 1 Std., wie besorge ich mir Alkohol. wie halte ich ihn kühl (im Hotel auf Dienstreisen), wenn es keinen Kühlschrank gab.... unglaublich, was ich mir alles einfallen ließ. Immer geguckt, wie bekomme ich diese Bierflasche auf, wenn kein Öffner da war. Bis ich dann einen kleinen an meinem Autoschlüsselbund hatte....und, und, und, Solche Zwänge. Das war furchtbar. Dann das schlechte Gewissen abends und am Morgen.
All das ist vorbei!!!! Hurrrraaaaaaaaa
Und ich hätte nie gedacht, dass ich es schaffe. Die Vorstellung nur ein Paar Tage ohne...... machte Angst.
Ich kann es mir allmählich verinnerlichen, dieses:nie wieder. Auch wenn das zuweilen Angst macht. Dann sage ich mir: "nur für heute" - und zack war wieder ein Tag geschafft.
Ganz liebe Grüße von Emski und ich empfehle allen "beginners": haltet durch. Ihr schafft das!!! Ich habe Jahrzehntelang jeden Tag getrunken. Wirklich!!!
@emski2022 Guten Morgen Emski,
Du kannst wirklich stolz auf Dich sein!!! Die Beschaffungsmethoden, möglichst unauffällig natürlich, sind extrem stressbehaftet. In welchem Laden kaufe ich heute mein Gift? Wo entsorge ich dieses mal die leeren Flaschen? Wie transportiere ich sie ohne das übliche, verräterische Klappern? Stress, purer Stress!!! Oh ja, nur zu gut bekannt!
Ich selbst bin erst seit jetzt 19 Tagen wieder nüchtern. Nach langen Abstinenzphasen, 1x knapp 24 Jahre, dann wieder 7 Jahre, durch verschiedene Umstände wieder rückfällig geworden. Ganz übel, ganz schlimm für mich. Hätte ich mir nie vorstellen können.
Aber....hinfallen, aufstehen, Krone richten und noch mal von vorn!!! Ich will dieses Gift definitiv nicht mehr in meinem Leben!
Jeden einzelnen Tag ohne Alkohol dankbar hinter sich bringen. Ich bin unendlich dankbar für die Doku, das Buch und dieses Forum, was unheimlich unterstützt.
So, bestes Wetter, der Garten ruft. Wünsche Dir einen sonnigen Tag.
Liebe Grüße Antje
Hallo Emski,
habe deinen Text gerne gelesen.
Habe selber 40 Jahre konsequent rund 1000 Bier pro Jahr getrunken.
Seit 15 Monaten trinke ich keinen Alkohol mehr ohne Ausnahme.
Bin meinen Weg problemlos ohne NEM und Buch gegangen.
Fuer mich waren viele Podcasts inspirierend, regelmäßig
abwechslungsreicher Sport. Außerdem habe ich über die Wim Hof
Methode völlig neue Power bekommen.
Weiterhin viel Erfolg und Mut auf deinem Weg
Gruss
Jay
Willkommen hier in unserer herzlichen und unterstützenden Runde. Du hast begonnen, aufzuhören und das ist wunderbar. Es ist ein Prozess, der Zeit braucht und den man in vielen kleinen Schritten geht. Mir hat es geholfen nicht zu weit nach vor zu denken sondern einen Tag nach dem anderen nüchtern ins Bett zu gehen und nüchtern aufzuwachen . Mittlerweile ist es im positivsten Sinn normal geworden und ich bin so fit wie noch nie, bis zum Sommer bin ich in der Form meines Lebens. Ich trainiere voll Freude 3 mal die Woche, es verändert sich soviel zum Positiven.
Alles Gute für deinen Weg
Nina
@ninafisch Liebe Nina, vielen Dank für deine schöne Nachricht. Ja, ich glaube es funktioniert auch nur in kleinen Schritten… Gratulation zu deinen elf Monaten.
ganz herzliche Grüße, Emski
@nodrinkjay hey Jey: das ist super! Danke!
Ich konnte ja anfänglich auch die Nahrungsergänzungsmittel nicht zu mir nehmen…. jetzt hab ich so meinen Weg gefunden. Aber im Grunde habe ich es auch ohne die umgesetzt. Für mein Gefühl ist es richtig und wichtig, sich jeden Tag damit irgendwie zu befassen in dem Sinne, dass man mit gleich gesinnten einen Austausch hat oder eben nur liest oder zuhört. Schönen Abend und liebe Grüße von Emski





