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Ich kann gar nicht mehr sagen, wann genau meine Reise hier begonnen hat. Ich weiß, dass sie damals mit Gabys Buch begonnen hat. Mein Trinkverhalten war problematisch, habe ich angefangen, gab es quasi kein Ende mehr. Das allerdings nicht täglich. Ich war eher der Party- und Geselligkeitssäufer. Alkohol alleine kam so gut wie nie vor. Ich glaube meine erste 'Trockenzeit' von mehreren Monaten war tatsächlich während Corona. Nach erneuten 'Versuchen des achtsamen saufens' habe ich es mittlerweile eingestellt. Ich kann es scheinbar nicht dosiert. Nachdem ich das begriffen habe, bleibt mir nichts, als es ganz zu lassen. Damit geht es mir tatsächlich ganz gut. Ich achte auf meine 'Nährstoffzufuhr', bewege mich mehr und bin fitter. Die Sonntage verbringe ich nicht mehr verkatert im Bett sondern wandernd bei Wind und Wetter. Lange Zeit hab ich mir das vermutlich schöner geredet als es war, so ein lazyday verkatert auf der Couch 'weil die Woche so anstrengend war'. Trotzdem denke ich zwischendurch immer wieder drüber nach. Ich bin froh, dass Freunde und Familie mich unterstützen, gerade in Momenten, in denen ich drohe schwach zu werden. Ja, das gibt auch mal ein paar zickige Antworten. Von mir. Weil die Wahrheit ins Gesicht manchmal weh tut. Aber wer, wenn nicht Freunde und Familie sollten mir ungefiltert die Wahrheit sagen dürfen? Am Anfang 'ich dachte du wolltest nichts mehr trinken', in Momenten in denen ich doch wieder ein Bier in der Hand hatte. Ich war grantig und ertappt. Aber es hat mir geholfen. Und mich erinnert, wenn das Bier nur aus Gewohnheit in der Hand war. Ich habe keinen Partner. Daher bin ich Freunden und Familie dankbar. Mittlerweile bin ich regelmäßig Fahrer. Ich wohne in einer WG, Alkohol im Haus triggert mich nicht, weil ich ihn nie allein getrunken hab. Für mich sind es eher Partys, bei denen ich mich mittlerweile, wenn ich merke es wird brenzlig, rechtzeitig verabschiede oder aber auch einfach verschwinde. Meine Freunde nehmen mir das nicht übel. Und ja, sie ziehen mich damit manchmal auf. Aber sie holen mich auch mitten in der Nacht nach einem Konzert ab wenn keine Bahn fährt und ich aus Gründen doch von irgendwo vor der ersten Bahn morgens heim möchte. Und jetzt gibt es noch eine heiße Milch mit Honig, nach 3 Stunden Sturmwanderung ist die Balsam für mich.
@pony Hallo, habe heute morgen zum ersten Mal von Dir gelesen. Du hast nie alleine getrunken, ich hab nur alleine versteckt getrunken um mein Gedankenkarussel zu stoppen. Jetzt lebe ich seit bald 4 Monaten Nüchtern dank des Buches und den NEMS und es kommt peu à peu wieder Struktur und Freude in mein Leben. Bist Du schon lange ohne Alkohol unterwegs? Freue mich weiter von Dir zu lesen. Bis bald🙋♀️🍁 Mina
- @mina Wie lange genau kann ich gar nicht sagen, vermutlich weil ich auch nicht täglich getrunken habe. Der letzte "Systemabsturz" war Ostern vor 2 Jahren. Meine Mitbewohnerin hat es noch geschafft, nach dem Heimkommen vom Osterfeuer mich über den Steinfußboden auf den Teppich vorm Sofa zu ziehen und ich bin morgens aufgewacht, in Klamotten, zugedeckt und der Hund hat auf der Couch über mir gelegen. Da wusste ich, so geht's nicht weiter. Danach gab es allerdings noch ein paar Versuche 'kontrolliert' zu trinken, die endeten nicht so verheerend, aber auch mit mehr Alkohol als geplant. Irgendwann brachte Corona mir dann Bluthochdruck. Seitdem lasse ich es ganz. Das dürfte jetzt ca. ein dreiviertel Jahr her sein. Ich habe nie getrunken wenn es mir schlecht ging, obwohl es auch auf Partys keinen Grund gegeben hätte, wenn es mir wirklich gut gegangen wäre. Ich weiß nicht, ob ich den tatsächlichen Gründen jemals auf die Schliche komme. Jeder hier hat vermutlich seine eigene Geschichte. Ich habs mir jahrelang schön geredet, weil ich nicht täglich getrunken habe (wie meine Eltern). Mein Leben verlief relativ normal, eher positiv und erfolgreich. Nichtsdestotrotz gab es für mich jahrzehntelang keinen kontrollierten Alkoholkonsum. Jetzt bin ich 47 (w). Ich habe nicht das Gefühl, dass ich zur täglichen Trinkerin geworden wäre. Dafür hätte ich motiviert sein müssen, mich täglich mit Menschen zu treffen die mittrinken. Aber mein Trinkverhalten tat mir nicht gut und war für mich nicht steuerbar. Darf ich fragen, wie lange du versucht hast, dein Gedankenkarussell damit aufzuhalten? LG
@pony Hallo, Ich glaube auch, dass jede oder jeder seine eigene Suchthematik hat, und trotzdem haben wir vieles gemeinsam. Meine Sucht fing vor ca 10 Jahren an. Ganz moderat mit einem oder zwei Glas Wein nach der Arbeit oder in der Freizeit, einfach um abzuschalten oder um schlafen zu können.War Krankenpflegerin und übte diesen Beruf mit großer Leidenschaft aus. Ich konnte mir gar nicht vorstellen, dass ich so spät im Leben, mit über fünfzig noch in eine Sucht abtriften könnte. Ich wurde eines besseren belehrt: was anfing mit 1 oder 2 Gläsern endete mit ca 2 Flaschen rosé. War mir eigentlich schon vor 5 Jahren bewusst, dass da etwas aus dem Ruder lief. Schaltete öfters Trinkpausen ein mit der Illusion wenn ich wieder anfing werde ich meinen Konsum kontrollieren! Geht nicht und jetzt wo ich fast 4 Monate geschafft habe, möchte ich nicht mehr in mein altes Leben zurück. Liebe Grüsse. 🙋♀️🍁 Mina
@pony Es muss keinen „Grund“ geben. Alkohol ist eine süchtig machende Substanz. Das ist dann manchmal einfach so, dass man dann auch süchtig werden kann. Und es ist auch kein Kriterium, ob man jeden Tag trinkt. Das ist ja irgendwie das Fatale am Alkohol, dass es so verdammt schwer ist, für sich - oder jemand anderen - einzuschätzen, ob man (oder der andere) ein „Alkoholproblem“ hat.
Vielfach wird gesagt: sobald man drüber nachdenkt, hat man eins .. 😉
LG
@marlina Natürlich. Aber da ich nicht täglich getrunken habe, teilweise auch wochenlang gar nicht bis zur nächsten Entgleisung und dann wieder nicht, und auch immer frei von ,Entzugserscheinungen' war, vermute ich tatsächlich einen 'Grund' dahinter. Vielleicht komme ich noch dahinter. @





