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Hi ihr Lieben,
Ich bin mittlerweile bei Trockenheitstag 46 angekommen und stelle fest, dass mein Abstinenzwille eine einzige Achterbahn ist und es einige Trigger gibt, bei denen ich im Leben nicht gedacht hätte, dass sowas überhaupt triggern könnte. Zum Beispiel triggern mich bestimmte Parfümdüfte. Wenn ich ein bestimmtes parfüm rieche, bekomme ich sofort Lust zu bechern.. warum auch immer. Oder bestimmte Lieder. Oder wenn ich an bestimmten Orten bin. Welches sind eure Trigger und wie geht ihr damit um?
Liebe Grüße,
Ray
Liebe Ray,
ich kann mich noch sehr gut an die vielen Trigger im letzten Jahr erinnern. Immer wieder bin ich, wie aus dem Nichts, in trinkfreudige Stimmung geraten.
Im Sommer reichte ein warmes Lüftchen, der Duft der Linde, das Rauschen des Meeres, eine laue Nacht um mich an kühlen Weisswein zu erinnern. Ein Besuch beim Italiener, das Knistern und der Geruch von Feuer, ein Eindecken eines schönes Tisches zauberten mir den Geschmack von Rotwein in den Mund. Und gaukelten mir die leichtbenebelnden Gefühle im Gehirn nach den ersten paar Schlücken vor.
Noch während ich jetzt schreibe spüre ich die Verlockungen. Und stelle mich sicherheitshalber darauf ein, das sie auch jetzt, nach fast einem Jahr, immer wieder aufploppen können.
Was mir hilft?
Sofort mit jemandem darüber er sprechen, der in meine Thematik eingeweiht ist. Meist erkenne ich schon bei meiner Formulierung von selbst, das sich eine neurologische Fehlleitung aufzubauen scheint.
Die Situation meiden. Es hat lange gedauert, bis ich wieder meinen Lieblingsitaliener besucht habe. Die Strandbar, ein Stadtfest oder andere Versuchungen.
Ich stelle mich auch meist als jemanden vor, der keinen Alkohol trinkt. So dass nicht versehentlich doch ein Glas Sangria oder Maibowle plötzlich vor mir steht.
Wenn es heftig ist nehme ich GABA.
Es ist einfach heikel und ich glaube, das ist sehr normal. Ich vermute viele von uns werden von diesen vermeintlich kleinen Verlockungen in einen Rückfall geführt. Pingelige Aufmerksamkeit und das Schmieden eines Planes für verführerische Situation fand ich wichtig.
Viele Grüsse, Birgitta
@birgitta ja. Planung ist alles. Und sich die Freiheit rausnehmen, andere auch mal zu enttäuschen, indem man kurzfristig absagen muss, weil man leider erst spät merkt, dass man an dem Tag eben doch nicht stabil genug ist, um Veranstaltung XYZ nüchtern zu besuchen.
Meine Abstinenz hat mittlerweile oberste Priorität. Anders geht es nicht.
Ich finde es erleichternd, zu lesen, dass ich mit den vielen Triggern nicht alleine bin. Das tut gut 😊
Heute früh hab ich beim Autofahren eine alte CD aus den 90ern gehört und es war krass, wie stark die Songs in meinem Hirn mit saufen verknüpft sind!
Liebe Grüße,
Ray




