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Hallo,
ich bin seit 14 Monaten trocken, hatte letztes Jahr eine Langzeit bis 13.05.22.
Gehe immer noch zur Nachsorge-Gruppe und auch zur Selbsthilfe-Gruppe.
Am Anfang nach der Langzeit hatte ich ein tolles Lebensgefühl, Energie und einfach gut drauf. Super.
So langsam ab November kam Unzufriedenheit auf. Muß mich seit dem Zwingen nach der Arbeit (gehe voll arbeiten) überhaupt noch etwas zu erledigen.
Bin platt und energielos. Könnte gleich schlafen, wenn ich heim komme.
Dazu kommt, das ich schnell genervt bin, so nach dem Motto "ich will einfach nur meine Ruhe". Kann die Ruhe dann auch super genießen.
Nun zu meiner Frage: Kennt Ihr das, kommt die Energie irgentwann wieder.
Einerseits genervt, andererseits energielos und schlapp.
Bringt es vielleicht etwas diese GABA-Sticks zu nehmen. Oder bin ich dann nur noch schlapp und habe nicht einmal mehr die Kraft genervt zu sein.
Viele Grüße von Cyan1966
Ging mir bis Mittwoch dieser Woche für ca. zwei Wochen ähnlich. Keine Motivation, keine Ideen, keine Kraft. Der Winter - so schien es - nahm und nahm kein Ende. Obwohl schon jeden Tag 5 Minuten mehr Tageslicht da ist; es summiert sich. Ich zwang mich regelrecht dazu, jeden Mittag in der Pause eine Stunde "raus zu gehen" - und alles war bei Weitem besser als früher zu der Säuferzeit. Aber eben für eine Weile "nicht gut". Aus irgendeinem Grund ist das seit Mittwoch vollkommen anders, jetzt schon den dritten Tag in Folge bin ich wieder "frohgemut", voller Tatendrang, voller Ideen und habe Freude an so vielem.
Als ich Deine Beschreibung las und das mit mir und dem Mittwoch in Verbindung brachte, schoss mir ein Gedanke in den Kopf: Die Fastnachtszeit war doch früher die Zeit, in der es besonders einfach war, zu trinken. Es war nicht nur "normal", sondern gehörte fast schon zum "guten Ton", wurde fast schon gefordert. Ich erkläre mir das bei mir so: Mein Unterbewusstsein hat dann irgendwie doch noch diese Zeit "vermisst", den Rausch, der ja nicht immer nur ein Leiden war. Obwohl ich nicht der große Faschingsfreund bin, hab ich die Zeit immer "gerne mitgenommen". Ich musste mich in diesem Jahr wieder oft "erklären", fühlte mich "ausgestoßener" als sonst, was wohl eher bei mir selbst zu suchen war. Und jetzt, da nach Aschermittwoch wieder die Normalität einkehrt, fühl ich mich wieder pudelwohl.
Ich hoffe, dass es bei mir (bald ist das erste Jahr Abstinenz geschafft) ein letztes Zucken war. Anders kann ich mir diesen extremen Stimmungsumschwung fast auf Knopfdruck nicht erklären. Ich fühle mich irgendwie so, als hätte ich eine Wurzelbehandlung beim Zahnarzt hinter mich gebracht 🙂
Vielleicht ist es auch kein Zufall, dass dieser alkoholische Exzess jedes Jahr wiederkehrend im Karneval auch damit zusammenhängt, dass der Mensch den Winter überdrüssig ist. Anders als im Oktober (ähnliche Lichtverhältnisse wie jetzt Ende Februar) ist es selten warm, sonnig, die Erinnerung an einen schönen Sommer und die herbstlichen Farben fehlen. Alles ist grau, die Bäume sind kahl etc. Holen sich da die Menschen in der Vielzahl nicht durch den Alkohol "die Sonne ins Glas"? Ist dieser gesellschaftliche Exzess nicht vielleicht eine Reaktion auf die eigenen leeren Speicher?
Was in diesem Jahr so anders war als früher: Ich WUSSTE, dass das wieder vorbei geht. Dass ich "am Ball bleiben muss". Und mich weiter bewegt habe - vor allem draußen. Und es hat ja funktioniert. Ich kenne mich gut: mein Tal ist durchschritten, mir geht es von einem Tag auf den anderen wieder gut. Sehr gut. Weil ich gelernt habe, dass das auch ohne Alkohol irgendwann funktioniert.
Es fühlt sich an, wie man z. B. beim Radfahrtraining mal für Wochen keine Fortschritte macht, nicht schneller, kräftiger wird. Eher langsamer, gequälter fährt. Und plötzlich - ohne ersichtlichen Grund - platzt der Knoten. Und man fährt besser und stärker als zuvor. Wie das physiologisch zu erklären ist, weiß ich nicht, bin kein Profisportler, nicht mal Amateur. Aber ich habe es da schon erlebt. Und schütte mir meine dunklen Tage nicht mit Ethanol " voll schön".
Junge, das wird wieder. Das ist das Schönste an der dauerhaften Abstinenz: zu wissen, dass es auch ohne geht. Und es liegt noch so viel Zeit vor Dir.
Ein sehr herzliches Willkommen bei uns! Sehr spontan würde ich mal als erstes sagen: Geh zum Arzt und lass mal Deinen Vitamin D-Spiegel bestimmen. Wenn er oder sie mitzieht, gibt es das auf Kasse, wenn nein, kostet es rund 30 Euro.
Die Symptome, die Du beschreibst, gepaart mit der Jahreszeit, zu der sie auftraten, schreien geradezu danach.
GABA ist bei schlapp und müde nicht wirklich das, was ich dann nehmen würde. Dir fehlt ja eher der Antrieb. Hat sich denn in der Zeit an Deiner Ernährung was verändert? Wie ernährst Du Dich? Die andere Denkrichtung wären für mich fehlende Eiweiße oder/und die B-Vitamine.
Liebe Grüße
Gaby
cyan1966 Hallo und herzlich willkommen hier. Ich bin über diesen Winter mit viel mehr Energie gekommen, weil ich Vitamin D supplementiert habe. Ich kann Dir die Dosis nicht benennen, aber es war sehr effektiv.
LG, Kris
Danke erst einmal an alle. Es ist schon schön wenn ich das bei ähnlich Betroffenen loswerden kann. Das ist dann schon mal ein Anfang. 🙂
Das mit dem Vitamin D werde ich in Angriff nehmen.
Zum Glück hab ich kein Verlangen nach Alk. Aber zufriedene Abstinenz möchte ich schon erreichen.
@cyan1966 Herzlich willkommen! Ich habe durch die dunklen Monate auch Vitamin D supplementiert, außerdem Tyrosin, Phenylalanin und B-Vitamine. Außerdem ernähre ich mich bewusst proteinreich. Vielleicht würde dir das auch helfen. 😊
@cyan1966 Hallo und herzlich willkommen! GABA war mein Rettungsanker im akuten Entzug, es macht ruhig. Ist wahrscheinlich aber nicht das, was Du in Deiner Situation brauchst.
Es habe Dir ja schon einige geantwortet, Vitamin D ist sicher ein guter Tipp, vielleicht ist aber auch das hier für Dich interessant.
@cyan1966 genau wie von Dir beschrieben, ging es mir nach der Entgiftung auch. Wunderbar geholfen haben mir Phenylalanin, der Vitamin Multikomplex und die B-Vitamine (alle im Buch für den zweiten Monat beschrieben).
Liebe Grüße Sabine
Habe mir die NEM's besorgt:
Phenylalanin, Thyrosin, Vitamin Multikomplex und die B-Vitamin Komplex, Vitamin D
Diese nehme ich seit 02.03.23 und ich bilde mir ein (!), es hilft.
Ich beobachte es weiter, aber erstmal ist die Hoffnung auf Besserung da. 🙂
>>Ein anderes Thema bei mir ist die Selbsthilfegruppe/ Nachsorge.
Ich besuche beides regelmäßig. Aber so richtig aufgehoben fühle ich mich nicht.
Die Nachsorge läuft im Mai aus. Bleibt also die SHG, diese besuche ich, weil SHG immer empfohlen wird um am Thema zu bleiben. Ich will ja auch in der Auseinandersetzung bleiben. Das ist wichtig, damit ich nicht leichtsinnig werde und mich selbst überschätze.
Aber die Leute, die dort hingehen haben ein anderes Leben. Gehen nicht arbeiten, oder haben eine Tätigkeit in so genannten "Werkstätten". Leben von Unterstützung und in einer Wohnung -gestellt von einer Einrichtung-. Sind auf EU / BUW Rente geschrieben.O.Ä.
Ja, sie sind schon länger trocken als ich. Hochachtung dafür. Auf jeden Fall.
Ich habe noch Schwein gehabt und die Kurve gekrigt. Mir geht es dagegen sehr gut.
Aber wenn ich dort hingehe und z. Bsp. ehrlich vom Urlaub erzählen möchte - das alles ohne Alk auch gut geklappt hat. Das ich darauf stolz bin. Das geht nicht. Sie können sich ein Urlaub garnicht leisten.
Bei ihnen liegen eben andere Themen an. Bzw. wird sich über Dinge aufgeregt -nur um sich aufzuregen. Einer erzählt immer das gleiche - ausführlich- und nicht zum Thema passend. Das ist schon auch nervend. Und jeder hat ja auch ein Recht angehört zu werden.
Und ich frage mich, passt das, bringt mir das was.? Einen richtigen Austausch sehe ich da eher nicht.
Es gibt viele andere SHG, aber es muß ja auch zeitlich und so passen.
Mmh, es treibt mich um. Muß ich da anders heran gehen???
Viele Grüße an Euch von mir.
@cyan1966 Das mit den NEMs klingt richtig gut, ich erlebe das ja selbst auch so. 😊
Bzgl. der SHG würde es mir ähnlich gehen wie dir. Mir persönlich genügt der Austausch hier im Forum, aber da ist jeder anders.
Liebe Grüße zurück!





