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Nunja 6 Monte geschafft,
aber dass ich, wie beneidenswerter Weise einige von euch schreiben, alles super und toll finde und ich mich so auch fühle, kann ich nicht bestätigen
Klar stelle ich auch viele positive Veränderungen fest, wie zBsp wirklich wieder gut schlafen zu können, ohne Alk natürlich auch keine Probleme habe jederzeit für und mit dem Hund rauszugehen u.s.w, u.s.w.
Aber wie gesagt, das ich jetzt total happy bin, kann ich gar nicht bestätigen. Ich bin auch nicht depressiv, glaube eher realistisch, wenn’s z.Bsp. um meine neue Stellung im Freundes- und Bekanntenkreis geht.
und schreibt mir jetzt nicht, dann habe ich die falschen Freunde.
Ich denke ihr oder einige von euch spüren das doch auch, als Nichttrinkender bist du für viele suspekt/ merkwürdig oder einfach nur anders.
Vlt. bekommen ja einige auch einfach Angst den Spiegel vorgehalten zu bekommen.
Sich also nur noch mit anderen Nichttrinkenden zu treffen ist auch doof. Ich komme nämlich aus dem Sportlerumfeld, habe Handball Marathon und Triathlon gemacht, da wird auch gerne und mindestens teilweise auch schon mal viel getrunken.
Entsprechende wirklich guten Freunde habe ich also, die Nichttrinken auch nicht verteufeln.
Aber und das ist momentan mein Gefühl, dauerhaft nichts trinken macht auch irgendwie einsam.
Würde mich wirklich freuen zu hören, wie ihr mit ähnlichen Problemen umgeht.
Liebe Grüße
@soberrebel Das Zitat gefällt mir außerordentlich gut…. 👍
Danke für den interessanten Impuls!
@soberrebel Lieber Soberrebel, danke für Deine differenzierte Ausführung. Hier taucht auch mein Gedanke auf, dass ich die freie Wahl habe, mit welcher inneren, durchaus philosophischen Haltung ich dem Leben gegenüber treten möchte.
Und viele Grüsse an Matthias! Du bist nicht allein mit dem Stellen Deiner Sinnfragen. Ich liebe Meister Eckhard mit seinem pantheistischen Ansatz und Gottesbegriff. Ich habe mich sehr gefreut, dass Du ihn mit ins Spiel gebracht hast.
Viele Grüsse, Birgitta
Ich bin zum zweiten Mal hier angemeldet und hatte von Anfang an Schwierigkeiten, nichttrinkend happy zu sein. Beim ersten Mal deswegen, weil ich "nur" aufgehört hatte zu trinken, nichts veränderte im Job, keine Veränderungen an meinem Verhalten daheim (bin eine Zuhause-alleine-Trinkerin gewesen), nicht an mir gearbeitet usw. Ich habe es aufgeschoben, bis zur Verringerung meiner Arbeitszeit, aber dann bereits im ersten Monat, starb mein Mann. blablabla ......
Bei zweiten Anlauf, beginnend im vergangenen Jahr habe ich es immer wieder 3 Monate, 3 Wochen, 10 Tage usw. geschafft um dann wieder zu trinken. Ich hatte große Schlafprobleme, die sich nach einigen Tagen nichttrinkend wirklich fast in Luft aufgelöst haben, ich bin weniger ängstlich, ich bin aktiver usw...... das alles ja, aber glücklich war ich nicht.
Und ich habe ewig und 3 Tage hier herumgehadert, hatte das Gefühl keiner will mich verstehen, viele die mir hier erklärt hätten es läge an mir usw........ das hat mich manchmal sehr zornig, sogar aggressiv gemacht.
Bis ich anfing meinen Weg zu finden - ich habe unzählige Podcasts gehört, viele Bücher gelesen und bin nun auf MEINEM Weg das Nichttrinken für mich als Vorteil und Lebenszugewinn zu finden. Weil das Aufhören für mich vergleichsweise einfacher ist, als das dabeibleiben.
Ich war ängstlich es nicht zu schaffen, weil ich so viele Fragen stelle, weil ich so viel darüber nachdenke, weil mir ua auch gesagt wurde ohne dem AA-Programm werde ich es wohl nicht lange durchhalten usw..
Nun habe ich meine Regeln aufgestellt und für mich beispielsweise festgestellt, es heißt nicht - ich darf nicht mehr trinken, sondern es sollte heißen ich muss nicht mehr trinken.
Ich lebe alleine und lebe wirklich sehr zurückgezogen und das nicht freiwillig. Also um unter Menschen zu kommen muss ich rausgehen, sonst vereinsame ich. Aber was tun wenn da so viel getrunken wird? Nun - erstmal habe ich für mich entschieden, nichttrinken ist kein Verzicht sondern ein Entscheidung - meine Entscheidung.
Hat wirklich lange gedauert und ich bin darin noch nicht sehr stabil, aber am Weg. Ich habe viele viele neue Dinge ausprobiert, weil ich nüchtern nicht mehr das Gefühl habe, ich kann das nicht, ich werde versagen. Ich habe eine Ausbildung gemacht - just for fun - nur für mich, die ich mir Jahre nicht zugetraut habe. Ich mache gerade einen Ruderkurs - never ever hätte ich geglaubt, dass ich so ein Balancegefühl haben könnte. Und noch vieles mehr...... ich probiere aus was mir guttut und was nicht. Ich akzeptiere, dass ich auch scheitern darf.
Ich habe nur einen winzigkleinen Freundes- und Familienkreis, aber auch hier ist Alkohol Thema. Ich bin dabei aber es ist anders und ich geniesse diese Andersartigkeit. Wenn die Runden feuchtfröhlich werden, dann gehe ich irgendwann, aber ich bin trotzdem Teil davon, nur nicht beim Trinken.
Ich werde dir auch nicht von falschen Freunden schreiben - setz dich mit ihnen zusammen, unternehmt weiterhin etwas, nur halt nicht trinken. Irgendwann wirst du wissen ob es die richtigen Freunde sind.
Noch eine weitere Antwort
Ich bedanke mich bei dir für das Starten dieses Themas. Ich glaube @forevergreen hat es geschrieben - auch ich hatte oft das Gefühl ich wäre alleine mit meinem "nicht glücklich trotz nüchtern" sein.
Persönlich empfinde ich es als Erleichterung, wenn ich sehe, dass ich nicht allein mit diesem Gefühl bin.
LG Crazy
@crazy2610 Danke Dir für diesen Beitrag. Das mit dem Ausprobieren und Suchen nach dem eigenen Weg hat mich sehr angesprochen. Liebe Grüße!
ich danke auch dir für deine Antwort, die sicher nicht nur mir weiterhilft weiterzukommen auf den Weg zur “glücklichen Abstinenz”
Du schreibst:……“ nichttrinken ist kein Verzicht sondern eine Entscheidung - meine Entscheidung.“
Ich denke ganz besonders über diesen “Satz” ehrlich gesagt den ganzen Tag schon nach.
Denn wenn ich über MEINE Alkoholkarriere nachdenke, fing die eigentlich schön an, wenn man das so schreiben darf.
Ganz ehrlich, wäre ich heute noch in der Lage gewesen es bei diesen 1 bis 2 zum Teil sehr schönen Gläsern Wein besonders zu gutem Essen zu belassen, ich würde es immer noch tun.
Vielleicht ist das ja auch ein gesellschaftliches Problem das uns vorgaukelt das Glas Wein oder für andere das Bier gehört dazu.
Wie auch immer, bei mir ist es inzwischen bekanntermaßen ja nicht bei den 2 Gläsern geblieben, aber diese 1-2 Gläschen fehlen manchmal, besonders in toller Gesellschaft, aus der ich mich aktuell ein bisschen ausgeschlossen/ nicht ausgestoßen fühle.
Und ich spreche jetzt nicht von einem körperlichen Saufdruck, den ich dank der NEMs sehr gut im Griff habe.
Vor mehr als 10 Jahren habe ich auch schon mit dem Rauchen aufgehört.
Das hat erst beim zweiten Mal geklappt, nachdem ich nach einem halben Jahr meinte, hin und wieder mal eine Zigarette rauchen zu müssen ( auch wieder z.Bsp nach einem guten Essen). Es hat nicht lange gedauert und ich war wieder voll dabei.
Und das hält mich auch jetzt davon ab „mal“ 1 Gläschen mitzutrinken, auch nicht wie gerade beim 95 Geburtstag meiner Mutter.
Aber der Vergleich zum Rauchen hing sowieso meiner Meinung nach, weil inzwischen, ich auch, rauchende Gäste eher als störend empfunden werden .
Nur warum sind dann die nichttrinkende Gäste jetzt gefühlsmäßig auch störend.
Denk man ans Fernsehen oder an Filme wird so gut wie gar nicht mehr geraucht / vlt mal gekifft, aber der Alkohol fließt in Hülle und Fülle.
Du hast also Recht, es gilt den eigenen Weg zu finden, durch den man mit welchen Konsequenzen auch immer seine Traurigkeit und die gefühlte Isolation überwinden kann auch ohne Alkohol
Liebe Grüße
@jpo Du schreibst ganz genau, was ich denke. Ich sage mir oft, hör auf zu jammern, Du hast Dich so entschieden, niemand zwingt Dich. Wenn Du Dich traurig und ausgeschlossen fühlst, dann trink halt wieder. Aber vergiß nicht, dass Du aufhören wolltest mit dem Trinken, weil Du Dich traurig und ausgeschlossen gefühlt hast.
Vielleicht hat Matthias recht und es liegt einfach in meinem Wesen, eher introvertiert zu sein. Und im Wesen der Älterwerdens.
Danke an alle für die tollen Beiträge zu diesem Thema.
Aber der Vergleich zum Rauchen hing sowieso meiner Meinung nach, weil inzwischen, ich auch, rauchende Gäste eher als störend empfunden werden .
Nur warum sind dann die nichttrinkende Gäste jetzt gefühlsmäßig auch störend.
Denk man ans Fernsehen oder an Filme wird so gut wie gar nicht mehr geraucht / vlt mal gekifft, aber der Alkohol fließt in Hülle und Fülle.
Und genau dort hab ich dann irgendwann für mich angesetzt .Warum wurde das Rauchen Schritt für Schritt aus den Medien entfernt und die Raucher:innen aus den Lokalen etc., der Alkohol aber darf bleiben?
Ja die Alkoholindustrie darf sogar Sportereignisse wie Wimbledon (Gin und Champagner) oder Olympia (aber nur Bier und Wein) sponsern und ist dort auf Plakaten etc. überall präsent. Beim Hahnenkammschirennen wurde im vergangenen Jahr das Ausschenken von Hochprozentigem für die Zuschauer verboten. Bier und Wein aber bekommst du trotzdem in rauen Mengen.
Es wird uns suggeriert, dass es einen "vernünftigen" Umgang mit Alkohol gibt. Das moderate Trinken wird sogar als Therapiemöglichkeit gehandelt.
Alkohol ist ein Nervengift, welches wir gemäß Werbung etc. nur in den "richtigen" Mengen "geniessen" müssen, damit es uns nicht schadet. Für mich hört sich das mittlerweile falsch an.
Und ich bin in der Literatur dazu auch fündig geworden. Holly Whitaker beispielsweise ist an das Thema im ersten Teil ihres Buches "Quit like a Woman" herangegangen.
Aus ihrer Sicht hat die Tabakindustrie am Beginn der vergangenen Jahrhunderts quasi den Nährboden für die schnellere Akzeptanz von Alkohol in der Gesellschaft geschaffen.
Seitdem ich das gelesen habe, habe ich sehr viel nachgedacht und beobachtet. Für mich fühlt sich dieser Ansatz richtig an und es fällt mir damit leichter nicht zu trinken. Weswegen ich auch mittlerweile zu Trinkenden und Nicht-Trinkenden als Bezeichnung übergegangen bin.
Ich weiß, es hört sich sehr radikal an und ich persönlich möchte auch nicht missionieren, aber mit dieser Erkenntnis bin ich einem Leben, welches sich nicht nach Verzicht und Tristesse anfühlt, einen extremen Schritt näher gekommen.
Ich fühle mich dadurch nicht mehr als die Versagerin, die es nicht schafft "vernünftig" mit Nervengift umzugehen, ich kann das Trinken der Anderen anders bewerten ohne über die Anderen zu urteilen.
Beim Rauchen, ich habe vor 6 Jahren aufgehört, war das ganz anders. Dadurch dass es mittlerweile so verpönt ist, dass es als normal gilt nicht zu rauchen, ist der dauerhafte Rauchstopp einfacher. Ich bin nicht überall und ständig damit konfrontiert. Es wird mir nicht (mehr) vorgegaukelt, nur mit einem Glimmstengel in der Hand kann ich richtig entspannen, sehe gut aus und bin lässig.
Vielleicht schaffen wir ja auch ein Umdenken beim Alkohol so wie bei den Zigaretten, obwohl ich glaube dass das länger dauern wird, weil so viele ja nur "moderat" trinken und es auch weiterhin wollen.
@crazy2610 Ganz genau. Aber das Problem ist auch, dass nicht geredet wird (also außer bei uns natürlich:)). Das Thema möchte eigentlich keiner wirklich hören und niemand will damit konfrontiert werden. Ich finde es für mich einerseits falsch, nicht darüber zu sprechen, andererseits echt schwierig - man will weder missionieren noch die anderen in Verlegenheit bringen oder nerven. Aber ohne Debatte wird sich nichts ändern. Ich bin mir sicher, das Ausmaß , in dem getrunken wird, ist den Wenigsten bewußt bzw. will nicht gesehen werden oder wird bewußt verschwiegen.
Danke Crazy!
Ich habe eine Person in meinem Bekanntenkreis, die selbst ganz ganz selten etwas trinkt. Weil es ihr nicht schmeckt, weil sie es nie getan hat.
Trotzdem kann ich mit ihr über das Thema Alkohol sprechen. Sie nimmt sich daraus einfach auch Dinge mit, die auch auf andere Suchtgebiete anzuwenden sind bzw. die Seiten der Selbstfürsorge, des Selbstwertes usw. kann man als Frau immer brauchen.
Jedenfalls hat sich offensichtlich durch den Austausch mit mir, ihre Sicht auf das Trinkverhalten der Mitmenschen deutlich verändert. Gerade vor 2 Stunden haben wir uns ausgetauscht. Sie war gestern bei einer Freundin, dort ist quasi immer OpenHouse. Sie hat mir heute von ihren Beobachtungen erzählt wie sehr doch der Alkohol den ganzen Tag über konsumiert wurde.
Sie meinte auch es wäre ihr nie so bewusst gewesen, weil sie meistens auch wenn es zu feuchtfröhlich wird, heimgeht.
Vielleicht kann man so im KLeinen etwas bewirken. Natürlich wäre es richtiger, es generell öffentlich zu machen, aber ich glaube da spielt die Alkoholindustrie nicht mit.
2024 wird der Umsatz der Alkoholindustrie in D auf 52,9 Milliarden geschätzt.
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(Quelle:statista.com)





