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Hallo Miteinander,
seit einigen Monaten lese ich schon mit, vor allem dann wieder, wenn ich durch den Newsletter auf ein neues Thema hingewiesen werde.
Während der Schwangerschaft mit meinem zweiten Kind( vor 27 Jahren) merkte ich ganz deutlich, dass mir der abendliche Wein doch ganz schön fehlte. Gleich nach dem Abstillen begann ich wieder regelmäßig meine meist zwei Gläser Wein zu trinken , mit dem Ergebnis dass sich die Dosis teilweise auf 4 bis 6 Gläser in den folgenden Jahren steigerte. Ich hatte eine Firma, viel Druck, viel Arbeit, 6 Tage Woche normal, zwei Kinder groß gezogen, Haus , Garten etc. , der volle Wahnsinn halt, Entspannung auf Knopfdruck musste her.
Was das bedeutete, brauch ich hier nicht erläutern. Es gab auch immer Zeiten der absoluten Abstinenz von ein paar Tagen bis mehrere Monate, vor allem in den letzten Jahren, da ich es so satt hatte. Aber irgendwann gab es immer wieder das erste Glas, im Nachhinein oft nur aus einer blöden Situation heraus und war sofort wieder im System. Bis zur nächsten Abstinenz dauerte es manchmal wiederum Monate bis ich wieder in der Spur war.
Letztes Jahr stolperte ich über das Buch Alkohol adè , man ist ja immer auf der Suche nach Hilfe, weil man aus diesem Hamsterrad aussteigen will , der im Grunde der reinste Horror ist. Warum das nicht so einfach ist, weiß hier jeder, lieber tanzen wir mit dem Teufel.
Nahrungsergänzungsmittel nehme ich schon seit vielen Jahren ( nach dem Lesen vom Buch habe ich es allerdings gesteigert) zusätzlich zu gesunder Ernährung und viel Sport. Das hat mich wahrscheinlich von den physischen Folgen gerettet, mittlerweile bin ich 59 , sehe sogar noch viel jünger aus. Dafür bin ich total dankbar.
Aber, dass ich immer wieder dieses verdammte erste Glas wie ferngesteuert trinke, nervt mich total, denn wenn ich abstinent bin, geht es mir sooo gut. Ich verstehe es wirklich nicht und es ist mir wieder passiert. Vor 64 Tagen startete ich in die Abstinenz mit dem absoluten Gefühl, aber jetzt !, no matter what! Am Freitag wieder dieser ferngesteuerte Griff zum ersten Glas, das mir einfach so hingestellt wurde. Von meinem Alkoholproblem weiß niemand, im Gegenteil, alle meinen , die hat es nicht so mit dem Alkohol, bedingt durch meine teilweise langen A-Pausen und weil der Nachschub heimlich im Keller folgt.
Am Dienstag kam dann der Newsletter von Gaby," Suchtdruck, was sind eure Ablenkungstipps?" Genau zum richtigen Zeitpunkt, die Tipps waren perfekt.
Seit Dienstag geht es mir wieder gut. Vielen Dank.
Einen schönen Feiertag.
@majo Herzlich willkommen und viel Erfolg! Könnte es eventuell helfen, dass Du nach außen kommunizierst, dass Du keinen Alkohol trinkst, meinetwegen aus gesundheitlichen Gründen oder ähnliches? Stoppt zumindest einen Teil der gedankenlos hingestellten Gläser oder Flaschen.
@majo herzlichen willkommen. Ja, kommuniziere nach außen, dass du (momentan) keinen Alkohol trinkst. Kannst ja detoxen. Spätestens wenn du das 3. Mal antwortest, dass du immernoch nicht trinkst, fragt auch keiner mehr 😉 alles gute für dich
Liebe Majo, ich drücke dir ganz fest die Daumen, dass du das berühmte 1. Glas nie wieder in deine Hände nimmst. Es ist so gefährlich und es bleibt nie bei "nur" dem einem Glas. Vielleicht hilft es ja auch dir, immer wieder daran zu denken, wie gut es dir geht, wenn du nichts trinkst. Das hilft mir am besten. Was hätte ich lieber, morgen früh frisch und gut gelaunt aufstehen oder mit schwerem Kopf, voller Vorwürfe gegen sich selbst und die Enttäuschung. Ich habe nur an den Wochenenden getrunken, in der Woche nie. Aber der Montag war für mich stets eine Katastrophe. Es fing immer Freitags mit dem 1. Glas an und endete meist erst Sonntag Abend. Da konnte ich die besten Vorsätze haben, Woche für Woche das gleiche Drama. Jetzt kann ich den Montag genießen, das ist sooooo ein schönes und Mut machendes Gefühl. Mir geht es nach vielen Jahren mit dem Kampf gegen den Alkohol, endlich wieder gut. Und das möchte ich nie wieder aufs Spiel setzen.
Also toi toi toi, alles Gute für dich. Der schwere Weg lohnt sich
Liebe Grüße Milla





