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Mein Name ist Nina, ich bin 45 Jahre alt und ich habe ein Problem mit Alkohol!
Als Kind und Jugendliche und auch noch als junge Erwachsene hab ich den Alkohol verabscheut. Bei uns zu Hause war Alkohol immer eine Selbstverständlichkeit und gehörte überall dazu, aber ich fand es immer widerlich!
2009 starb mein Vater nach längerem Leidensweg, die Situation war für mich sehr belastend und ich suchte für mich nach Auswegen und entdeckte die "angenehmen" Rauschzustände, abschalten, für kurze Zeit nicht daran denken, die Trauer betäuben! Diese Taktik wendete ich immer häufiger an, ließ sich ja auch auf andere Lebenssituationen anwenden. Leider wurden die Gründe immer banaler und ehe ich mich versah war ich mitten drin und voll dabei!
Einen Tag volltrunken, einen Tag ausnüchtern, einen Tag volltrunken, einen Tag ausnüchtern... Und die Spirale drehte sich immer schneller! Nur noch Gelegenheitsjobs, finanzielle Probleme, körperliche Probleme, familiäre Probleme, aber der Alkohol ließ mich ja einiges "bewältigen".
2014 kam dann der totale Zusammenbruch, Depressionen, Scham und suizidale Gedanken und auch Handlungen führten dazu, dass ich mich in eine Klinik begab! Ab diesem Tag ging es für mich steil bergauf. Die 6 Wochen Therapie haben mich so gut aufgebaut und motiviert. Ich hab danach ein Studium begonnen, hab meine Geldprobleme bewältigt und noch viel Wichtiger, mir ging es soooooo gut und das sah man mir auch an! Auch hab ich wieder mit Sport begonnen, vielleicht ein bisschen zu extrem, aber ich hatte mich wieder gefunden.
Also nun studierte ich, betrieb Sport, meisterte erfolgreich einen 100 km-Marsch in 23 Stunden und dann gesellte sich auch noch ein Mann dazu. Wir führten 2,5 Jahre eine Fernbeziehung, die aber auf Dauer etwas belastend war und somit beschlossen wir, dass ich alles aufgebe und zu ihm zieh. Er hatte eine Wohnung, Job hat sich auch gefunden und so zog ich in die Fremde. Vom ersten Tag an bestimmten Meinungsverschiedenheiten und Zoff unseren Alltag. Wir taten uns schwer aufeinander einzugehen und dann kam ein Abend und er wurde handgreiflich. Er rief selber die Polizei und zeigte sich selbst an und wurde der Wohnung verwiesen. Aber ich kam mir so fremd und unwillkommen vor und suchte mir schleunigst eine eigene Wohnung und hier war der Punkt, wo ich wieder zur Flasche gegriffen hab. Das Unterbewusstsein hatte ja noch abgespeichert, dass man sich gut betäuben kann...
Nach einem weiteren Umzug, in eine endgültige Mietwohnung, lernte ich meinen derzeitigen Lebensgefährten kennen. Ich wollte mir natürlich keine Blöße geben und riss mich mehr oder weniger gut zusammen. Da das Geld hinten und vorne nicht reichte nahm ich noch einen zweiten Job an, abends in der Gastronomie. Und so ging ich nun 5 Tage die Woche unter Tags arbeiten und oft täglich noch zusätzlich Abends und ich war völlig ausgebrannt und die Alkoholexzesse häuften sich wieder. Ich hatte wieder ein Ventil und konnte die Situation für mich erträglicher machen. Aber die Spirale drehte sich wieder. Morgens verkatert in meinen Hauptberuf und Abends wieder angetrunken kellnern und nach dem Kellnern musst ich mich ja belohnen oder betäuben. Mein Lebensgefährte meinte immer, ich soll den 2. Job kündigen, aber ich hatte auch das Gefühl, dass ich meine Chefin nicht im Stich lassen kann. Im Spätsommer bekam ich die Kündigung, allerdings nicht wegen Alkohol, dazu kam noch eine Erkrankung und mein Boden wurde mir völlig unter den Füßen weggezogen und ich trank und trank und trank...
In einer Nacht- und Nebelaktion verließ mich mein Lebensgefährte, er konnte so nicht mehr mit mir leben. Mir war nicht bewusst, was ich ihm angetan habe, ich war völlig auf mich und meine Flasche konzentriert. Nun ließ ich die Finger weg, ich war trocken und es fiel mir nicht wirklich schwer. Ich fing einen neuen Job an und fand mich wieder und wie durch ein Wunder kam mein Lebensgefährte nach 2,5 Monaten wieder zu mir zurück. Doch es ging nicht lange und es kamen Situationen, die mich wieder zur Flasche greifen ließen. Eigentlich banale Situationen. Sei es ein schwieriger Arbeitstag oder der überfüllte Zug, mal ein unangenehmer Anruf oder Langeweile. Es wurde stetig wieder mehr. Ende Januar brach ich mir bei einem Skiunfall 3 Rippen (NÜCHTERN) und musste 4 Tage ins Krankenhaus. Alles kein Thema, bis ich entlassen wurde. Mir war so langweilig, der Tag war so lang, die Arbeit fehlte mir und so wollte ich mir den Tag ein bisschen verkürzen und griff wieder alle 2 Tage zur Flasche. Aber richtig!!!!!!
Am Tag danach ging es mir schlecht, mir war bewusst, was ich am Vortag wieder angestellt habe. Es gab auch peinliche Situationen, für die ich mich abgrundtief schäme. Aber ich hatte es einfach nicht mehr unter Kontrolle. Es war auch schon so weiter, dass es mich extrem vorm ersten und zweiten Schluck geekelt hatte, aber der Saufdruck war größer und nach einer kurzen Überwindung waren die Schleusen ja geöffnet. Wenn ich dann betrunken war, war alles egal und ich konnte meinen ganzen Frust rauslassen und mein Lebensgefährte wurde immer öfter zu meinem Prellbock. Oft hatte ich unter Tags Gedankengänge, die dann im Suff rausgesprudelt sind, denn da war ich ja dann mutig und sooooooooo unfair!
Samstag war dann wieder so ein Tag! Mein Freund ging Skifahren, ich kann ja noch nicht wegen der Rippen und ich saß daheim und wurde frustig. Also ran an die Flasche und am Abend wieder Streit, bis er seine Taschen packte und ging. Absoluter Tiefpunkt!!!!!!!!!!
Sonntag dann ein sehr offenes Gespräch, in dem ich auch offen zugab, dass ich ein Problem mit Alkohol habe und wieder etwas unternehmen muss! In erster Linie für mich, aber auch für mein Umfeld. Aber für uns als Paar ist wohl der Zug abgefahren und das ist ganz alleine meine Schuld. Natürlich denk ich mir, warum spricht er mich nicht schon früher drauf an, sondern schaut zu und schweigt. Aber das muss ich jetzt so akzeptieren. Dennoch bin ich heute den 4. Tag trocken und es fällt mir eigentlich gar nicht so schwer. Ich werde nächste Woche wieder arbeiten gehen, ich muss runter von der Couch. Ich muss und will mich dem Leben wieder stellen und meinen Platz finden!
Und weil ich heute so motiviert bin, war ich einkaufen. Bin stolz und sogar mit ein bisschen Ekel am Alkoregal vorbei, danach scharf abgebogen und hab mir 2 exotische Säfte geleistet.
Und weil ich heute so motiviert bin geh ich das Thema entgiften an:
SELLERIESMOOTHIE
Und ja, er schmeckt wie er aussieht, aber er soll ja wirken. Das ist wie mit Alkohol, schmeckt nicht, wirkt aber... 😉
@ninalaunemaus herzlich willkommen erstmal. Deine Motivation ist super, dennoch auch von mir die dringende Bitte, dir das Buch Alkohol ade zu holen, alles über die kaputte Hirnchemie zu lesen und die NEMs nach Protokoll zu nehmen. Du machst dir damit die erdte Entwöhnungszeit soooo viel einfacher.
Lies viel hier, schreib, wenn du magst.
Alles gute von der Mermaid 🧜♀️
Heute vor einer Woche hatte ich meinen letzten Vollrausch, heute vor einer Woche hat mich mein Partner verlassen, heut vor einer Woche wurde der Grundstein für ein neues Leben gelegt!
Mir geht´s gut, ich habe absolut keine Lust auf Alkohol, ich genieße jeden Tag nüchtern zu sein.
Und was meinen Ex angeht... "Wer im Regen nicht mit mir tanzt, wird im Sturm nicht bei mir sein. Wer im Sturm nicht bei mir ist, den brauch ich nicht bei Sonnenschein!"
Wie ging´s euch nach der 1. Woche?
@ninalaunemaus Das klingt super, herzlichen Glückwunsch. Bei mir tauchte nach einer Woche langsam die Rosa Wolke auf. Da musste ich aufpassen wie ein Schießhund, denn es hatte sich das Gehirn gemeldet mit der sehr dummen Idee, man könnte jetzt doch wieder ein Gläschen. Vorsicht ist die Mutter der Porzellankiste.
@kkopp da bin ich massiv auf der Hut und nächste Woche verlasse ich ja auch meine Kompfortzone und geh wieder arbeiten. Einerseits freu ich mich auf die Kollegen und auf meinen Job und andererseits ist es mit vielen Triggern behaftet. Aber ich hab mir schon einige Taktiken zurechtgelegt, dass ich nicht schwach werde!
@ninalaunemaus Hab immer die NEMs in Deiner Tasche. Mir hat es sehr gut getan, zu arbeiten, das hat mich enorm abgelenkt. Der Feierabend war dann eine andere Nummer, da ich Entspannungstrinker war. Ich habe sogar die Wegstrecke nach Hause verlegt, damit ich nicht an Supermärkten vorbei muss, in denen ich mich vorher eindeckte. Du schaffst das. Und aktuell ist Fastenzeit, da kannst Du sogar vor Kollegen Deine Abstinenz relativ gut rechtfertigen.
@kkopp Nein, nein, im Dienst lief da gar nichts. Aber danach bin ich allzu oft noch zum Supermarkt und hab mir Wegzehrung geholt, da ich 2 Stunden mit dem Zug nach Hause fahr und mir so die Fahrtzeit verkürzen und versüßen konnt...
Jeyyyyy, ersten Arbeitstag nüchtern gemeistert!
Nach Feierabend hatte ich noch Zeit und ging in den Supermarkt, in dem ich früher immer meine Feierabendflasche/n gekauft hab. Ging gut! In meinem Korb landete: eine Flasche Orange-Karotten-Saft, Sellerie, 2 Hummus, geräucherter Tofu, eine Dose Kidneybohnen und zur Belohnung Lakritzschnecken!
Mein Körper kennt sich gar nicht mehr aus… 🤣🤣🤣🤣
Mir geht’s so gut!





