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Burnout durch Alkohol?

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(@andreas87)
Mitglied
Beigetreten: Vor 3 Jahren
Beiträge: 8
Topic starter  

Hallo alle zusammen! 

Bei mir ist vor ca. einem Jahr eine üble Panikstörung, zu Beginn auch mit Depressionen ausgebrochen. 

Hatte ich in meinem Leben nie zuvor mit solchen Erkrankungen zu kämpfen, und auch sind keine Fälle bei meinen Vorfahren bekannt, grübelte ich also warum das bei mir so weit kommen konnte. 

Das ganze hat natürlich eine Vorgeschichte. 

Ich arbeitete fast jeden Tag 12 Std, und wurde 2015 zum Alkoholiker und starkem Raucher. Ich trank nicht aus Frust, sondern eher zur Belohnung oder wenn ich mich gut fühlte. Aus 2 Bieren pro Tag, wurden dann irgendwann 7-8, und am Wochenende oft mehr. Ohne zu wissen wie verheerend die Auswirkungen von Alkohol und Nikotin auf die Psyche sind, trank und rauchte ich mich höchstwahrscheinlich in diese schreckliche Erkrankung hinein. 

Sonst lief doch alles gut in meinem Leben, bin verheiratet und stolzer Vater. Und eines Tages fing das alles von dem einen auf dem anderen Tag an. Ich wachte morgens mit einem allgemeinen Unwohlsein auf, dazu kam starker schwindel und Kopfschmerzen. Es wurde von Tag zu Tag immer schlimmer. Bis ich dann Bekanntschaft mit meiner ersten Panikattake hatte. Nie im Traum hätte ich an eine Psychische Erkrankung gedacht. Daraufhin lief ich von Arzt zu Arzt, und alle sagten mir es sei physisch  alles in Ordnung. Bis mir meine Hausärztin wissen ließ, dass es sich hierbei um eine Panikstörung handelt. 

Nach zahlreichen Recherchen woher das kommen konnte, erfuhr ich erst was Alkohol so im Gehirn auslösen kann. 

Ich wusste nun, um aus dieser Situation wieder gut rauszukommen muss ich gravierend was in meinem Leben verändern. Ich hörte also abrupt auf mit Alkohol und Nikotin, was einen schrecklichen Entzug mit sich brachte. Dann kamen die Depressionen, die so schlimm waren, dass sogar Selbstmordgedanken dazu kamen. 

Nach einen 10 Tägigen Aufenthalt in einer Nervenheilanstallt und 7 Wochen Therapie ging es langsam leicht bergauf.

Mittlerweile kann ich wieder ein normales Leben führen, und blicke mit Stolz auf fast 10 Monate absoluter Abstinenz zurück. Auf Alkohol zu verzichten, fällt mir überraschenderweise sehr leicht, vielleicht einfach aus dem Grund zu wissen was mir dieses Gift angetan hat.

Die viele Freizeit die ich jetzt habe, da ich nicht ständig in Gasthäusern und Garagen Biertrinken unterwegs bin, nutze ich nun aus, um Zeit mit meiner Familie zu verbringen, Sport und Yoga zu machen oder mich einfach zu entspannen. Durch meinen neuen Lebensstil konnte ich fast 20 kg abnehmen und mein körperliches und geistiges Wohlbefinden enorm steigern.

Auch wenn ich mich als annähernd geheilt fühle, geistert doch immer wieder in mir die Sorge herum, das nach ca. 6 Jahren Alkoholikerdasein irreparable Schäden im Gehirn entstanden sein könnten und daher eine absolute Heilung nicht mehr möglich ist.

Hat hier jemand ähnliche oder gar die gleichen Erfahrungen gemacht? 

 

 

 



   
5
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(@ausgeschiedenes-mitglied)
Mitglied
Beigetreten: Vor 5 Jahren
Beiträge: 5128
 

@andreas87 Herzlich willkommen! Toll, dass du dein Leben so ändern konntest und es dir wieder viel besser geht. Ich habe das Gefühl, dass sich bei mir vieles wieder regeneriert hat, nachdem ich vor 15 Monaten den Alkohol aus meinem Leben verbannt hatte. Erstens durch die Einnahme der NEMs und zweitens durch Umstellung meiner Lebensgewohnheiten wie bei dir. 



   
3
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harley
(@harley)
Ich unterstütze Alkohol adé
Beigetreten: Vor 6 Jahren
Beiträge: 2661
 

@andreas87 Herzlich willkommen! So krass war es bei mir nicht, zumal ich mit Gabys Konzept aus dem Nervengift raus bin. Weiß aber zu wenig über Panikstörungen – ist es denn sicher, dass die "psychisch" sind, oder fehlt dem Körper da etwas, vielleicht weiß das jemand?

---

@isabel, @soberrebel, @sophia48, @kkopp, @mermaid, @krokodil_, @cairni, @nicotenner



   
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(@krokodil_)
Mitglied
Nüchtern: 5 jahre
Beigetreten: Vor 5 Jahren
Beiträge: 997
 

@andreas87 schön, dass du hierher gefunden hast! - Eine sehr interessante GEschichte, die du da erzählst, sehr viel Arbeit steckt dahinter, ein großer BEwusstseins-Änderungsprozess ... Für mich sieht es so aus, als hättest du mit dem Verzicht auf Alk ein neues Leben begonnen, das aber eben erst ein "Beginn" ist. Du wirkst für mich wie ein "Sinn-Suchender", und das gefällt mir sehr. Ich wünsche dir viele interessante neue Erfahrungen - und lass uns daran teilhaben, wenn du magst!



   
2
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mermaid
(@mermaid)
Mitglied
Nüchtern: 3 jahre
Beigetreten: Vor 4 Jahren
Beiträge: 1230
 

@andreas87 hallo und herzlich willkommen hier. Ich hab ein paar Fragen:

Hast du noch Panikattacken? Das konnte man nicht aus deinem Text entnehmen. Dennoch ist der Zusammenhang mit Alkohol höchst wahrscheinlich.

Kennst du das Buch und das Konzept "Alkohol ade "? Da wird ja super viel biochemisch erklärt. 

Nimmst du Nahrungsergänzungsmittel? Ich supplementiere auch nach 12 Monaten noch nach Bedarf und GABA ist sowieso immer dabei.

Vieles, von dem du schreibst, kennen wir hier auch.

Lies dich ein und fühl dich wohl hier.

Happy Friday von der Mermaid 🧜‍♀️ 



   
1
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(@andreas87)
Mitglied
Beigetreten: Vor 3 Jahren
Beiträge: 8
Topic starter  

@harley 

Laut Blutbild bin ich bestens versorgt mit allen Vitaminen, sonst sind auch alle Werte hervorragend. 

Angeblich ist Vitamin B sehr wichtig gegen Angst und Depression, dazu nehme ich ein natürliches Mittel ein. 

Alkohol soll zudem die Aufnahme wichtiger Vitamine verhindern. Vlt. Hatte ich einfach zu wenig dieser Vitamine aufnehmen können in meiner Zeit als Alkoholiker 



   
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(@andreas87)
Mitglied
Beigetreten: Vor 3 Jahren
Beiträge: 8
Topic starter  

@mermaid 

Hallo, und sorry für die verspätete Antwort. 

Panikattacken habe ich gsd schon seit einigen Monaten nicht mehr. Das was noch von der Panik/Angststörung übrig ist, sind gelegentlich noch untuhezustände und etwas Niedergeschlagenheit. Aber ich bin zuversichtlich dass auch diese bald Geschichte sind. 

Ich nehm noch 25 mg Sertralin und zusätzliches Vitamin B. 



   
1
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sonnenhuhn
(@sonnenhuhn)
Mitglied
Beigetreten: Vor 5 Jahren
Beiträge: 285
 

@andreas87: Herzlich Willkommen!

Sicher ist, dass Alkoholkonsum Depressionen und Panikattacken verstärken! Das hat Gaby in ihrem Buch beeindruckend beschrieben.

Ich kann mir auch vorstellen, dass die physischen Wirkungen  eines hohen Alkoholkonsums) (Bluthochdruck, Herzrasen...) Panikattacken hervorrufen.

Hoher Alkoholkonsum und 12 Stunden Arbeiten am Tag ist in Kombination, die das Auftreten von Panikattacken sehr wahrscheinlich machen!

Letztendlich ist es gleichgültig, was Auslöser und Ursache war!

Du lebst abstinent und sorgst gut für dein psychisches Wohlbefinden,  alles das, was du tun kannst - großartig.

Die gelegentliche/n Unruhezustände und Niedergeschlagenheit sind wahrscheinlich noch Ausläufer der Depression.Sie können auch dann auftreten, wenn du dich übernimmst.

25 mg Sertralin ist eine geringe Dosis, die ich erstmal beibehalten würde,.

Du fragtest, ob eine absolute Heilung mehr ist?

Du hattest eine reaktive Depression, daher ist es wahrscheinlich, dass sie nicht wieder auftritt, wenn du gut auf dich achtest. 

Ich leide an rezidivierenden Depressionen, die nur zu einem Teil reaktiv sind und auch eine endogene Ursache haben.

Auf jede Fall betrachte ich meine Anzeichen, dass ich drohe in eine Depression abzurutschen, inzwischen als Alarmsignal, etwas in meinem Leben zu ändern.

Ich schreibe aufgrund meiner eigenen Erfahrungen mit Depressionen und Panikattacken.

Ich möchte nicht, dass du meine Worte als belehrend wahrnimmt.

Liebe Grüße 

Sonnenhuhn 


Dieser Beitrag wurde geändert Vor 3 Jahren 2 mal durch sonnenhuhn

   
1
AntwortZitat
(@andreas87)
Mitglied
Beigetreten: Vor 3 Jahren
Beiträge: 8
Topic starter  

@sonnenhuhn 

Danke für deine aufmunternden Worte! 

Einen Laster den ich noch loswerden möchte ist der Nikotinkonsum, (da Rauchrn ja auch negative Auswirkung auf das Gleichgewicht der Hirnchemie hat) meine Therapeutin meint aber ich sei dafür noch nicht bereit, da das Risiko zu hoch sei dass sich die Depression verschlimmern könnte. 

Andererseits ließt man immer wieder dass Angstzustände und Depressionen nach ca. 5 Wochen Nichtraucherdasein deutlich weniger werden. 

Naja in diesem Fall werde ich wohl auf die Therapeutin hören. Hab noch zu gut in Erinnerung wie heftig die Entzugserscheinungen vom Alkohol waren

 

Liebe Grüße 

Andreas

 



   
2
AntwortZitat
(@krokodil_)
Mitglied
Nüchtern: 5 jahre
Beigetreten: Vor 5 Jahren
Beiträge: 997
 

@andreas87 Die THerapeutin hat natürlich Recht - eins nach dem anderen. Nicht dich selbst gleich überlasten vor lauter guten Vorsätzen.Und ja:

Verfasst von: @sonnenhuhn

Die gelegentliche/n Unruhezustände und Niedergeschlagenhei

die kenn ich auch aus der ersten Zeit nach, eigentlich aus einer längeren Phase nach Aufhören sogar, aber auch das wird besser und besser. Ich hätte nie gedacht, dass ich einmal so ruhig und sicher durch ziemlich viel privaten und beruflichen Stress schippern würde, aber das ist ganz eindeutig der Fall. Und auch bei dir wird es so sein. Also keep cool, du machst es schon richtig!



   
1
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