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Vor einigen Tagen bin ich über Google & Co auf dieses Forum gestoßen und lese mich gerade sehr interessiert ein. Das Buch "Die Suchtlüge" ist bestellt, aber (kurzfristig) noch nicht in meinem Besitz.
Outen und andere an meinem Leben/meinen Problemen teilhaben lassen ist eigentlich nicht mein Ding.
Aber irgendwie fühle ich, dass es an der Zeit ist meine bisherigen und künftigen Erfahrungen zu teilen. Weil mich die Erfahrungsberichte von alkohol-ade ansprechen und mir Hilfestellung geben. Wie hilfreich, wird man/werde ich erst sehen. Es würde mich freuen, wenn meine Schilderungen auch für andere hilfreich sind.
Ich trinke (seit langer Zeit; mehr als 40 Jahren) zuviel Bier, bin 60 Jahre alt und ordne mich als "funktionierenden Alkoholiker" ein. Aktuell keine akute Gefährdung von Familie und/oder Job. Aber trotzdem sehr belastend für meine Familie, meine Gesundheit, mein Körpergewicht, meine Energie, meine Intelligenz.
Meine Alkoholsucht läuft in Zyklen ab:
- Reset auf NULL (0) Alkohol (meist 1-3 Wochen): Durch Fastenperioden, selbst auferlegte Abstinenz, Qual, Scham, etc
- Wiederaufnahme von Alkohol: Einfach immer mehr bis täglich 10 Bier
- Alkohol am Limit: Körperlich, geistig fühle ich mich schlecht. Irgendwann kommt wieder ein Reset auf 0 und der Zyklus beginnt von vorn.
Ich hatte schon längere und lange Trockenphasen. Von Wochen bis Jahren. Aber nie "ganz" ohne Alkohol. Obwohl ich durchaus Kompetenzen (Fasten, Yoga, Meditation, etc) mitbringe. Ich denke, die Idee von "kontrolliertem Trinken" hält mich in der Sucht gefangen.
Mein Ziel ist innerhalb der nächsten 6 Monate alkoholfrei zu werden und vor allem zu bleiben.
Sollte jemand/Gaby Interesse an meinem Weg zur Abstinenz haben, dann bitte um Feedback und ich eröffne einen separaten Thread dafür. Ansonsten führe ich mein persönliches Tagebuch. Egal ob öffentlich oder privat. Hauptsache ich komme zu einem dauerhaften Leben ohne Alkoholkonsum.
@christian Hallo, hier ist Melchior. Mir geht es ähnlich wie Dir. Bin auch 60 Jahre alt, habe 36 Jahre Marine überstanden ohne Alkoholiker zu sein und jetzt habe ich tgl. ein ähnlich hohes Limit wie Du. Die 10 Bier-Marke habe ich vor 14 Tagen geknackt, als ich an einem Sa am späten Nachmittag gemütlich mit einem Bierchen begann und um 24:00 Uhr standen 10 leere "Halbe" da. Zum Glück funktioniert meine Abwehr noch einigermaßen und ich habe eine Woche keinen Alkohol angefasst. Ich möchte aber mein Bierchen am Abend trinken und zwar so wie früher. Mal ein paar Wochen gar nicht, dann mal ein bis zwei nach dem Abendessen und dann sporadisch, wenn mal Freunde kommen oder wir ausgehen. Jetzt sitze ich abends auf dem Balkon, trinke ein Bierchen und sage mir, gleich gehe ich rein zu meiner Frau und wir schauen gemütlich Fernsehen. Aber oft wird daraus erst etwas, wenn die nächsten 3-4 "Halben" dazugekommen sind. Ich bin nicht betrunken und schon gar nicht aggressiv. Im Gegenteil, meine Frau sagt mir, Du bist Pensionär und kannst tun und lassen, was Du möchtest. Das wäre für mich zumindest die Einschränkung meines Limits. Ach ja, das Buch "Alkohol adé habe ich schon bestellt.
@melchior Servus Melchior, willkommen im Forum.
So wie ich deinen Beitrag verstehe, willst Du es mit kontrolliert Trinken versuchen, oder? Ein Bierchen am Abend? Ein Bierchen mit Freunden oder beim Ausgehen?
Das wollte ich auch. Viele Jahrzehnte. Weil ich damit Freiheit verbunden habe und mir nur sehr ungern etwas verbieten lasse. Auch nicht von mir selbst.
Nur lief das mit der Freiheit leider nicht so, wie gewünscht. Die Freiheit ab und zu ein Bier trinken zu können, erforderte stetige Aufmerksamkeit und Energie um es in kleinem Rahmen zu halten. Auch wenn es monatelang funktionierte und ich mich als frei von Alkoholsucht erlebte und sah. Und immer, wirklich immer, wurde der Konsum mehr. Weil ich gerade besonders happy war, besonders unglücklich, besonders unter Stress stand, das angenehme Benebelt-Sein vermisste. Viele unterschiedliche und austauschbare Gründe. Das Resultat war immer, dass ich Alkohol trinken musste und mich gefangen, abhängig, krank und fremdgesteuert erlebte. Von dem Gefühl der Freiheit blieb absolut nichts zurück.
Heute, ist ja erst 3 Wochen seit meinem letzten Bier, fühle ich mich um vieles freier als in der Zeit davor. Weil ich nicht mehr trinken muss und mir die Freiheit nehme das nächste Bier nicht zu trinken. Die Aufmerksamkeit und Energie, die ich lange in das (nicht funktionierende) Kontrolliert-Trinken gesteckt habe, steht mir mehr und mehr für andere Dinge zur Verfügung.
Nimm Dir die Zeit im Buch "Alkohol Adé" das Kapitel "Die Schimäre des kontrollierten Trinkens" zu lesen. Für mich war das der Game Changer. Warum auch immer, aber beim Lesen des Kapitels wurde mir die Sinnlosigkeit des bisherigen Tuns bewusst. Es waren die richtigen Worte zum richtigen Zeitpunkt. Die richtigen Worte zu einem anderen Zeitpunkt und ich hätte sie vergessen bevor ich die Seite umgeblättert hätte.
Auf jeden Fall viel Erfolg bei deinem Angehen des Themas Alkohol. Es hat schon seinen Sinn, dass Du in diesem Forum und bei dem Buch gelandet bist.
@yvie Ja, bald ist Februar. Als ich im November hier erstmals schrieb, hätte ich nicht gedacht, dass sich alles so positiv Schritt für Schritt entwickelt.
Bei Dir steht aber auch schon 20 Tage. Fast 3 Wochen! Gratuliere! Bleib bei Deiner Entscheidung den Kriebel zu Konfetti zu zerlegen.
@christian ich glaube ich habe nicht alles gelesen von dir. Geh nun mal auf die Suche ob man blättern kann. Theoretisch bist du jetzt zur Kur?
Ich denke die 20 steht nur da weil ich euch gefunden habe und das Universum mich mit dem Sturz zur Ruhe zwingt bzw. mich hinweist.
hab einen schönen Sonntag 🙋♀️





