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Hallo, ich bin tatsächlich gerade nicht wirklich in der Lage, mich sinnvoll vorzustellen. Gestern ist mein Onkel gestorben. Er wäre am Samstag 55 Jahre alt geworden. Seit mindestens 15 Jahren hat er getrunken. Zum Schluss ging es nur noch von Sturz zu Sturz und Krankenhausaufenthalt zu KH-Aufenthalt. Große Teile der Familie hatten sich zurückgezogen, so auch ich - nachdem ich vor einigen Jahren begreifen musste, dass er sein Problem nach wie vor leugnet. Alkoholkrank? Das waren doch die Penner von der Straße, nicht er. Es hat unsere ganze Familie zerstört, weil ein Teil immer weiter unterstützt und gedeckt hat, um ja nichts der Öffentlichkeit preiszugeben - die aber längst Bescheid wusste, es war einfach nicht mehr zu verheimlichen.
ich bin jedenfalls sehr traurig, enttäuscht, frage mich, ob ich „noch mehr“ hätte machen können etc.
soweit erstmal von mir. LG
Im Moment ist in mir der Wunsch, mich zu erholen, Zu dem zurückzufinden, was „früher“ war. Ich würde mich auch gern engagieren. Irgendwie. Aber ich habe noch keine Ahnung, wie.
mal sehen, was wird. Grade muss ich erstmal einfach wieder Kraft tanken.
Ich sehe, dass er gescheitert ist
Er ist nicht gescheitert. Jedenfalls nicht im moralischen Sinne. Er war süchtig. Er konnte offenbar nicht anders.
Und ich sehe auch, wie wir als ganze Familie gescheitert sind.
Ihr seid nicht gescheitert. Jedenfalls nicht, wenn sich das darauf bezieht, ihm helfen zu können. Das kann man nicht, wenn der Betroffene es nicht will.
Herzlich Willkommen übrigens bei uns!
Liebe Grüße
Gaby
Ich meine schon, dass er gescheitert ist. In dem, das so im Griff zu haben, wie er immer glaubhaft machen wollte. In dem, da wieder rauszukommen.
Das finde ich so traurig. Ich frage mich, warum ich dieses Forum, diesen Weg erst jetzt gefunden habe.
Frage mich „hätte er es vielleicht damit geschafft??“ etc.
Wir als Familie sind in meinen Augen daran gescheitert, uns nicht aus den Augen zu verlieren. Stattdessen haben manche ihr ganzes Sein der Sucht verschrieben und dabei auf alle anderen gepfiffen. Das ist schmerzhaft gewesen und hat auch tiefe Spuren hinterlassen.
ich sehe das schon als Scheitern.
Und ich finde es menschlich, an Dingen zu scheitern. Es ist einfach in diesem Zusammenhang extrem folgenschwer… 😥
Ich verstehe gut, was Du meinst. Wenn Du magst, dann schau doch mal hier. Da waren mein Mann und ich beim Schweizer Gesundheitsfernsehen eingeladen. Er berichtete, als Angehöriger. Wie sich das so anfühlt, zusehen zu müssen .... ich saß daneben.
Liebe Grüße
Gaby
Danke, liebe Gaby!!
@tivi auch von mir herzliches Beileid! Ich kann mir vorstellen, dass es dir sehr schlecht geht damit - und danke, dass du uns das mitteilst. Für mich legst du auch mit deinem Beitrag einen Schwerpunkt auf die wichtige Frage der Leugnung des Problems für den Betreffenden (mein Mann ist genau so einer!) und die Auswirkungen auf die ganze Familie, manche offen, andere schleichend, unterirdisch, verborgen ... wie du siehst, gibt dein Beitrag einigen von uns, nicht nur dir also, sehr zu denken.





