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...und hier bin ich nun: 21:11 Uhr, es ist Ostern, das offizielle Ende der Fastenzeit, und ich traue mich nicht, wieder Alkohol zu trinken. Ich kann die Augen nicht länger vor der Realität verschließen und habe schon zu viel Bücher gelesen und innere Konflikte ausgefochten, als dass ich unbekümmert weiter trinken könnte. Ich habe zwei kleine Kinder (1 und 4) und habe große Angst, abzurutschen. Ich bin unglaublich dankbar für meine kleine Familie, und es läuft noch alles gut. Alkohol ist bisher meine (fast) tägliche Krücke gegen Erschöpfung, Rückenschmerzen, Traurigkeit, Angst und Müdigkeit, Grübeleien, Monotonie und und und...gewesen, aber ich weiß, ich spiele hier mit dem Feuer. Was ist, wenn ich irgendwann komplett die Kontrolle verliere?
Darum bin ich hier.
Ich will nicht wieder trinken.
Aber ich habe auch große Angst vor der Nüchternheit. Vor dem Fühlen. Dem Nicht-Entkommen von Ängsten. Keine Möglichkeit mehr zu haben, sich "weg zu beamen". Nicht mehr wegtauchen zu können.
Stand heute: Fastenzeit geschafft, 46 Tage nüchtern, und als kleines Bonbon zum Ende meiner Nüchternheit (heute) suchte mich vergangene Nacht Schlaflosigkeit, Enge in der Brust und Unruhe heim. Die Wucht an Emotionen holte mich ein. Ich fühlte Panik und starke Nervosität in Wellen. Heute ist mir ist grundlos zum Weinen zumute, ich fühle mich niedergeschlagen...und das, obwohl meine erste Zeit der Abstinenz außer Kopfschmerzen recht "leicht" verlief.
Ich habe Angst davor, nun in eine Depression zu rutschen. Ich habe Angst vor den Gefühlen, die ich jahrelang betäuben konnte. Ich kann mit 2 kleinen Kindern nicht ausfallen. Ich hoffe trotzdem, dass der nüchterne Weg erstmal der richtige ist. Ich will dem Alkohol Ade sagen. Also habe ich heute beschlossen, weiter nüchtern zu bleiben. Für weitere 1 1/2 Monate. Mal sehen, wie es danach ausschaut. Nach ca. 27 Jahren Geschichte mit Alkohol (außer in den Zeiten meiner Schwangerschaften) soll nun ein neues Kapitel beginnen.
Ich bin unglaublich froh, dass es dieses Forum gibt. Ich habe schon vieles gelesen, was mir geholfen hat, v.a. zum Thema PAWS und dem Rückzug der rosa Wolke. Ich schätze den Austausch hier sehr. Alles Gute an alle wundervollen Menschen hier!
Herzlich willkommen hier und Frohe Oster und Glückwunsch zu deinen 46 Tagen. Das ist schon eine Leistung.Super dass du vor hast weiter zu machen.
Ich bin auch erst bei Tag 66, mir ging es vor drei Wochen ähnlich und ich war so erstaunt über die Gefühle die hochkamen und hatte erwartet, dass es stetig immer besser wird.Dann kam der "Heultag" und die Depris und so ging es ein paar Tage weiter. Ich glaube ich habe die Zeit unterschätzt. Ich habe mehr oder weniger mein Leben lang getrunken, 35 Jahre, bin jetzt 55, habe aber keine Kinder. Aber es wurde besser, stabiler, gelassener, - ein bischen.
Ich stelle mir vor, daß genau deine Kinder helfen klar und fit sein zu wollen und dir Liebe und Kraft geben -?
Es gibt ein Zitat aus dem Film "Aquaman", wo der Papa ihn ja alleine groß gezogen hatte. -" Manchmal ist das Heldenhafteste was man tun kann, einfach durchzuhalten "
Ich kann dir Gaby's Buch -Alkohol Ade- empfehlen,(dafür an dieser Stelle ein riesiges DANKE, weil es dadurch bei mir "Klick" gemacht hat ) ich hab es direkt am ersten Tag bestellt und verschlungen.(wenn du die Zeit findest) Ich hatte immer Angst vor der Grübelei beim Einschlafen und hab Melatonin "Bonbon" genommen, damit schlafe ich gut ein und durch.
Ich wünsche dir weiterhin viel Kraft und Geduld.
LG
@dominique 46 Tage – das ist keine Kleinigkeit. PAWS dürfte hinkommen, wie du selbst schon vermutest. Dein Nervensystem lernt wohl grad, wieder ohne Dämpfer zu funktionieren.
Die Angst vor dem Fühlen kenne ich hier aus vielen Berichten. Und gleichzeitig: Du hast vermutlich wie viele die letzten 46 Tage schon mehr gefühlt als vielleicht in Jahren zuvor – das ist anstrengend. Weiß ich aus eigener Erfahrung.
Was hilft dir am meisten, wenn die Unruhe nachts kommt? Ich bin die Unruhe recht zuverlässig mit GABA los geworden.
@dominique Schönen, guten Morgen Dominique,
Du hast gestern nach 21.00h gepostet und ich hoffe dass Du schlafen konntest zumindest etwas. Eineinhalb Monate ohne Alkohol ist großartig, wir wissen alle auf dem Forum wovon wir reden.
Wie Du war ich ebenfalls eine Entspannungstrinkerin und wusste nicht wie ich die täglichen Anforderungen überhaupt noch bewältigen sollte ohne Alkohol. Gedankenkreisen, sich Sorgen machen um alles und jeden, produktiv und effizient sein, Schlafstörungen und Stimmungsschwankungen mit der latenten Angst wieder rückfällig zu werden, so sahen die ersten zwei Monate nüchtern aus. Das Forum hier hat mir während dieser Zeit sehr geholfen und mich prima unterstützt. Die krasse rosa Wolke habe ich nie erfahren aber es gab immer wieder Momente wo mein guter Bekannter der Selbstzweifel leiser wurde. Zuversicht kam auf, die Ängste wurden weniger, was wiederum eine gewisse Ordnung in dieses energieraubende Gedanken- und Emotionschaos brachte. Fokussiere Dich auf den heutigen Tag, mache das Beste was Dir möglich ist und versuche nicht im Voraus zu denken: was ist wenn? Mir hilft das bis heute. Eine Schnecke kommt auch nur langsam voran, aber es geht auch bei ihr vorwärts! Geh sorgsam mit Dir um und vielleicht bis bald.
Liebe Grüsse und einen erholsamen Ostersonntag. 🪺🐌🙋♀️Mina
@gummibaerchen Vielen lieben Dank!! Ein melatonin-Bonbon gönne ich mir auch heute Abend. Und den Film Aquaman, den du zitierst, kenne ich nicht. schaue ich mir aber gerne an. Sehr schönes Zitat!
@harley Danke nochmals! Eine kleine Rückfrage: Hast du frei verkäufliches GABA gekauft und genommen? Ich lese dazu verschiedene Artikel und frage mich, ob ich das erstmal mit dem Hausarzt klären müsste. Wie bist du vorgegangen? LG!





