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Hallo,
ich bin jetzt 52 Jahre alt und Alkohol war mein lebenslanger Begleiter, leider. Ich hab schon mit 18 die Weinflaschen im Keller geholt und sie dann ausgetrunken, meine Eltern haben angeblich nichts bemerkt und mein Vater hat die leeren Regale wieder aufgefüllt. Ich hatte keine schöne Kindheit und bin als Kind vernachlässigt und misshandelt worden. Für mich war Alkohol ein Stresslöser und löste dieses Gefühl "alles völlig egal" bei mir aus. Ich hatte früher schon starke Ängste und immer mal wieder Depressionen und trank Alkohol, weil das erstmal "half".
Die Trinkmenge heute: ich bekomme es selten mal hin, für ein bis drei Tage nichts zu trinken. Meistens trinke ich was. Mal abends 4 Schnäpse, mal ein Glas Wein oder 1,5 Flaschen Bier. Auf diese Trinkemenge bin ich dann stolz. Etwa 2 Mal die Woche ist es dann die ganze Flasche Wein.
Ich bin dabei, den Alkohol einzuschränken, wie ihr seht, mit gewissem Erfolg. Ich hab mal zeitweise 3 Flaschen Wein am Tag getrunken, das war meine Hochphase, ist allerdings schon 20 Jahre her. Irgendwie war ich aber so geschickt, dass es niemandem aufgefallen ist. Durch meine Selbstständigkeit konnte ich Termine einfach absagen, aber vielleicht hätte es ja doch irgendwem auffallen müssen. Das wäre mir bestimmt extrem peinlich gewesen, aber vielleicht wäre es gut gewesen, wenn es einfach mal "Rumps" gemacht hätte und es wäre aufgeflogen und ich hätte mich irgendwie behandeln lassen müssen. Ich bin sogar alkoholisiert Auto gefahren. Dafür schäme ich mich heute, Gott sei Dank ist nichts passiert.
Mein Ziel ist es derzeit, die Menge noch weiter zu reduzieren.
Ich habe zwei Jungs, der eine ist erwachsen, der andere 14. Ich glaube, sie hatten es schon zeitweise schwer mit mir, wenn ich abends schon ab 18 h betrunken auf der Couch eingeschlafen bin.
Fatal ist, dass Alkohol "wirkt" und er so leicht zu bekommen ist. Meiner Ansicht nach ist er einfach zu billig, man müßte ihn viel teurer machen.
Ich habe das Buch von Frau Guzeks gelesen und mir viele NEMs besorgt, derzeit hapert es bei der regelmäßigen Einnahme, die ich immer wieder mal vergesse.
So, soviel zu mir, liebe Grüße von der Weinstraße (auch geographisch zu verstehen :))
Ninona
@ninona Hallo Ninona, herzlich Willkommen. Mit den NEM`s hast du schon ein sehr gutes Werkzeug, das dich sehr unterstützen wird. Vieles ist ähnlich wie bei dir, Kindheit, die Flucht in den Alkohol, und nebenbei aber immer perfekt funktioniert. Natürlich vor allem, wenn es drum geht, für alle anderen zu funktionieren. Die Verteufelung des Alkohols fällt mir allerdings schwer, wenn ich nicht in den Rausch geflüchtet wäre, dann sicher wo anders hin, was dann auch nicht gut ausgegangen wäre.
Schreib die hier alles von der Seele, viele Menschen, sind es nicht gewohnt, das man Ihnen zuhört, hier hört man zu. Du wirst sehen, das hilft ungemein.
Herzliche Grüße, und einen guten Start .....klaus
Hallo, ich würde mich auch gerne vorstellen.
Ich bin 46 Jahre und trinke seit meiner Jugend. Anfangs unregelmäßig, am Wochenende, kleinere Mengen. Menge und „Güte“ (Schnaps) führten zu unschönen Ereignissen, die mir Schnaps und harte Alkoholika nie attraktiv gemacht haben. Dafür aber Wein und Bier. Es entwickelte sich in den Jahren ein Muster: Wochenende und ich gab mich zum Abschuss frei. Gleichwohl habe ich in der Woche kaum oder nichts getrunken. Vor 6 Jahren habe ich einen sehr anstrengenden Job angefangen- als Schulbegleiter. Unsere Familie lebte in einem Haus, das im Winter energetisch modernisiert wurde, Räumungsklagen inklusive. Auch in der Partnerschaft war es turbulent, wir lebten aneinander vorbei. Da begann ich zu trinken und zu kiffen. Jeden Abend. 3-4 Bier. Wirklich jeden Abend. Wenn die Kinder geschlafen haben. Das Kiffen habe ich dann aufgegeben, das trinken allerdings nicht. 6 Jahre a 365 Tage. Das sind verdammte 2190 Tage meines Lebens. Ich hab kein Problem mit der Figur, schlank war ich immer. Und es tat so gut, den Schmerz, die Sorgen zu dämpfen. Jeder Morgen war die Hölle, egal ob ich gut oder schlecht geschlafen hatte. Irgendwann kamen latente Schmerzen im ganzen Körper dazu. Wenn ich eine Ärztin konsultierte dann die große Erleichterung. Alles gut, sie sind topfit! Leber und Nierenwerte gut, die Arterien wie bei einem Baby. Sehr beruhigend. Ein samtweiches Kissen. Ich fing an, die schiere Menge an leeren Bierflaschen, die sich so ansammeln, zu verstecken, regelmäßig zum Automaten zu bringen. Aus Scham. Aber aufhören konnte ich nicht, warum sollte ich? War doch alles noch im grünen Bereich. Abends Vorsorge tragen, das immer Alkoholika im Haus ist. Panik, wenn der Laden zu hat. Meine Haut wurde fahl und trocken. Ich schwitzte bei der kleinsten Anstrengung. Und ich habe dabei zugesehen, wie meine geliebte Partnerin sich immer weiter zurück zog und gleichfalls gegensteuerte um das Haus am einstürzen zu hindern. Vor zwei Wochen dann der harte Sturz. Die Beziehung wackelt, so richtig.
Und da hab ich dann zu mir selbst ja gesagt- zum aufhören. Einfach von einem Tag zum anderen. Ich hab geweint, geflucht, hätte mir am liebsten das Gesicht zerkratzt. Ich habe kein Alkoholproblem, ich bin Alkoholiker. Das ist die Wahrheit. Und der hab ich mich gestellt.
Ich trinke jetzt seit 13 Tagen nicht. Es geht mir sehr gut. Aber ich bin misstrauisch. Ich möchte erstmal 30 Tage nichts trinken. So kommuniziere ich das nach draußen. Das beendet die Fragerei zumeist. Und ehrlich, wenn ich die 30 Tage schaffe, dann sehe ich weiter. Vielleicht mache ich 6o Tage draus?
Ahoi und so.
@ninona Herzlich willkommen und viel Erfolg! Frage: Versuchst Du grad, mit dem Einsatz der NEM weniger zu trinken, oder verstehe ich das falsch?
@teng Herzlich willkommen und auch Dir viel Erfolg. Es geht, ich bin mit Gabys Konzept vor 2,5 Jahren erfolgreich raus, nach mehreren vergeblichen Versuchen vorher dann auf Anhieb.
Ich denke, das mit den 30 Tagen ist erst einmal ein sehr guter Zeitraum, ich fand diesen Beitrag dazu sehr aufschlussreich, denn da kann man gut erkennen, wie der Körper das Gehirn in den 30 Tagen "repariert".
@ninona Hallo und herzlich willkommen! Ich hatte die NEMs immer abgepackt in Döschen und beschriftet mit den Uhrzeiten in meiner Tasche dabei, da konnte ich sie auch unterwegs und bei der Arbeit gut einnehmen. Eventuell könnte es letztlich einfacher sein, ganz mit dem Alkohol aufzuhören, anstatt "nur" zu reduzieren. Wie auch immer: Ich wünsche dir viel Erfolg 😊
@teng Ich wünsche dir viel Erfolg, schön, dass du da bist und dich vorgestellt hast!
Herzlich willkommen hier und danke für deine Vorstellung. Ich drück dir fest die Daumen!
@harley @ninona die gleiche Frage hat sich mir auch gestellt. Denn reduzieren funktioniert NICHT. Das steht nicht nur in Gabys Buch sondern auch in vielen anderen Büchern und wurde hier von vielen Mitgliedern (inklusive mir) eindrucksvoll bewiesen. Alkohol ist ein perfides Nervengift. Flüssiges Arsen quasi. Das möchte man doch garnicht.. und jeden Tag nüchtern zu bestreiten ist (wenn vielleicht für dich NOCH nicht vorstellbar), so befriedigend und schön.
Fühl dich herzlich willkommen hier, lies dich ein und triff im Kopf deine Entscheidung. Nicht trinken ist, wenn man klar das Ziel vor Augen hat, garnicht schwer. Und glaub mir, Kinder und Umwelt bekommen sehr viel mehr mit als man vermutet.
Du packst das! Freu dich auf alles, was nüchtern kommt. Lg die Mermaid 🧜♀️
@rosine123 genauso habe ich es auch gemacht





