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Hallo,
vor einigen Tagen habe ich diese Seite gefunden und möchte mich kurz vorstellen.
Ich bin eine 42jährige und lebe zusammen mit meinem Partner und unserer kleiner Tochter.
Ich habe die ungute Angewohnheit, mir alles an den Hals zu hängen, das die Psychosomatie so hergibt. In meinen 20ern habe ich während des Studiums eine Anorexie (knapp) überlebt und überstanden, in meinen 30ern die sich anschließende Bulimie einigermaßen in den Griff gekriegt (bereits damals hatte ich ein äußerst riskantes Trinkverhalten, der Alkohol war als Mittel zum Zweck stets hilfreich, auch mal nicht zu kotzen und ich habe viel zuviel getrunken), die Depressionen liefen/laufen ab und an nebenher, danach ca. 3 halbwegs gesunde Jahre (Schwangerschaft und Stillzeit) und jetzt eben seit ca. 2 Jahren der Alkohol.
Ich habe einen einigermaßen anstrengenden/schwierigen Job, wenn auch nur 35h / Woche, aber irgendetwas hobbymäßiges (bis auf Sport ab und zu) habe ich schon lange nicht mehr gemacht, es fehlt an Zeit/Freiraum hinten und vorne und ich bin zu müde.
Ich bin der Typus "heimliche Pegeltrinkerin". Tagsüber halte ich ziemlich stabil +/- 0,5, am Abend, wenn alle im Bett sind kommt noch eine Flasche Wein obendrauf, manchmal mehr. Ich verheimliche es auch zuhause so gut ich kann, mein Freund weiß durchaus Bescheid, dass ich ein Problem habe (wenn auch nicht, wie schlimm, zB dass ich bereits tagsüber trinke), es gab auch letztes Jahr mehrmals Streit deswegen.
Ich habe eine ambulante Therapie vergeblich gesucht (Plätze hätte es schon gegeben, aber Sucht wollte niemand), bin nur sporadisch bei einem Psychiater der mir zur Not eine Einweisung schreiben kann, eine stationäre Therapie wäre der nächste Schritt, Suchtberatungsstellen / Gruppen muss ich für mich leider ausschließen, da ich mich damit im beruflichen Kontext kompromittieren würde.
Ich habe dann vor 2 1/2 Wochen einfach so aufgehört zu trinken. Auslöser war ein Gespräch mit einem Freund, der vor 1/2 Jahr ebenfalls aufgehört hat und irgendwie wurde aus dem "du solltest wirklich dringend was tun" ein "ich höre jetzt auf". Es irritiert mich, dass das so einfach möglich war, es ist exakt nichts Schlimmes passiert und das craving hält sich in äußerst überschaubaren Grenzen. Ich traue dem Ganzen irgendwie nicht und hoffe, dass ich mir hier irgendwie mentale/sonstige Unterstützung suchen kann.
Die Angelegenheit mit den NEM's habe ich bislang nur insofern mitbekommen, als dass sie helfen, es aber verdammt viele sind. Das Buch kommt leider erst noch.
Herzliche Grüße und einen schönen Abend!!
@sperber Herzlich willkommen und weiterhin viel Erfolg! Hast Du das Buch von Gaby gelesen?
moin , herzlich willkommen, du hast eine super Entscheidung getroffen.
Ich kann deine Probleme durchaus nachvollziehen, trotzdem versuche Zeit
für dein inneres Wohlbefinden zu finden, versuche dich nicht vom Hamsterrad
unterkriegen zu lassen, organisiere und plane Auszeiten für dein
Wohlbefinden.
liebe Grüße Andreas
Nein, ich habe es gestern erst bestellt. Ich habe bislang zu dem hiesigen Ansatz nur im Forum gelesen und möchte auf jeden Fall erst das Buch kennen, bevor ich NEM's bestelle.
Danke!
Immerhin: ich habe heute mein erstes alkohollastiges Event heil überstanden, ich hatte ziemliche Angst davor. Es ging einigermaßen gut, sowohl für mich, nichts zu trinken als auch bzgl. der anderen Gäste (ich hatte wirklich Angst, darauf angesprochen zu werden) - es hat schlicht niemanden interessiert was ich trinke :-D.
So heimlich wie ich getrunken habe, so heimlich entziehe ich jetzt. Vermutlich eine saublöde Idee, aber ich traue mich nicht einmal in der Familie, das zu sagen.
Im Moment läuft es, aber es ist sehr sehr zäh und meine Gedanken drehen sich permanent um Alkohol, nichttrinken, trinken, nichttrinken. Tag für Tag für Tag und ich bin um jeden Einzelnen froh.
@sperber gut gemacht 👌 aber mit den NEMs wird es definitiv besser und leichter. Wann kommt denn dein Buch? Es gibt hier auch Listen, wo man welche NEMs bestellen kann. Vielleicht magst du das ja schon vorbereiten. Dann geht die Bestellung schneller.
Persönlicher Tipp von mir: sofern keine medizinischen Indikatoren dagegen sprechen, setz das Protokoll 1:1 um. Auf jeden Fall die ersten 2 Monate, danach hast du ein gutes Gefühl dafür, was dein Körper braucht.
Liebe Grüße von der Mermaid 🧜♀️
@mermaid Danke! ich werde es wohl besser tatsächlich vorsichtshalber beim Psychiater fragen, da ich aktuell auch ein Antidepressivum nehme. Was ich mir tatsächlich trotzdem schon bestellt habe ist Gaba, da das so oft empfohlen wird, auch wenn mir nicht klar ist wie das wirkt wenn es nicht durch die Blut-Hirn-Schranke kommt. Und morgen kommt endlich das Buch!
Gute Nacht und liebe Grüße
@sperber "Suchtberatungsstellen / Gruppen muss ich für mich leider ausschließen, da ich mich damit im beruflichen Kontext kompromittieren würde" schreibst du. Ich verstehe diese Angst sehr gut, aber ich möchte dir trotzdem Mut machen, in eine Gruppe zu gehen und auch zu einer Suchtberatung/Ambulanz. Der persönliche Kontakt ist einfach unersetzlich und hilft sooo viel! Denke daran, die haben alle Schweigepflicht - und die Leute die in der Selbsthilfegruppe sitzen, haben/hatten alle das gleiche Problem und werden dich verstehen und unterstützen. Mein Gedanke war auch "was, wenn jemand dort mich kennt", doch ich bin sehr froh, dass ich trotzdem hingegangen bin! Du musst dich nirgends 'outen', wenn du es nicht selber willst, aber bitte such dir wenigstens eine Person, der du dich anvertraust und mit der du über das alles reden kannst. Alles Gute!





