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ich bin weiblich, 53 Jahre alt und möchte schon sehr lange mit dem Trinken aufhören - allerdings kann ich mir mein Leben ohne Alkohol schon gar nicht mehr vorstellen und erhoffe mir hier Anregungen, wie mir das vielleicht doch einmal gelingen könnte. Ich trinke täglich (bzw. abends) mindestens einen Liter Wein oder Sekt und erwache jeden Morgen mit dem Vorsatz, heute zumindest mal weniger zu trinken. Bleibe ich unter einer Flasche, bin ich schon stolz 🙄...passiert aber selten. Mit "zuwenig" Alkohol kann ich aber auch nicht gut schlafen.
Filmrisse habe ich keine, bin (natürlich abgesehen von der Sucht) eigentlich nie krank, mache Sport, bin erfolgreich im Job, erledige meine Sachen und funktioniere nach außen hin gut und unauffällig.
Ich kann auch mit meinem Partner (trinkt selber zuviel), Familie, Freunden und Kollegen darüber reden - heißt, ich verheimliche da nichts. Mein großes Problem ist mein Arbeitsplatz - ich bin am Theater und es ist dort vollkommen normal, dass man abends nach der Probe oder Vorstellung zusammen sitzt und trinkt. Und wir alle wissen, das wir ein Alkoholproblem haben - spätestens nach dem ersten Glas wird dann darüber gewitzelt. Wenn die Kantine dicht macht, trinke ich zuhause weiter, bis ich ins Bett falle (die anderen gehen dann noch öfter in eine Bar, immerhin schaffe ich es da meistens, "nein" zu sagen). Da die meisten meiner Freunde aus diesem Umfeld sind, fällt es mir schwer mir vorzustellen, wie ich das dauerhaft schaffen soll. Es gibt allerdings auch Kollegen, die nichts trinken - es muss also gehen! (Ich verspüre übrigens keinen Gruppenzwang, es wäre für die anderen völlig ok, wenn ich nichts trinken würde - ich kann es mir eben nur nicht vorstellen)
Leider verachte ich mich inzwischen selber - ehrlich, ich weiß wirklich nicht, wann ich den letzten alkoholfreien Tag hatte!
Hat jemand ähnliche Erfahrungen und kann mir vielleicht Tips geben?
Ich habe übrigens diesen Test gemacht und kein Risiko, es alleine durchzuziehen...
Liebe Grüße 🙂
@emmi72 Herzlich willkommen! Das mit dem "ich kann's mir nicht vorstellen" kenne ich noch – und was soll ich Dir berichten: Es geht ohne, es fehlt nichts und ich kann's mit jetzt "mit" gar nicht mehr vorstellen. Sich selbst zu verachten bringt ganz sicher Motivation, kenne ich auch noch. Aber letztlich sind Deine Botenstoff durcheinander.
Deine Vorstellung erinnert mich in Teilen an Gaby Buch "Alkohol adé", insbesondere das Kapitel, was sie hier als kostenlosen Lesestoff reingestellt hat. Letztlich bin ich mit ihrem Buch und Coachingprogramm dem Nervengift entkommen.
Ich wünsche Dir alles Gute, stell' Deine Fragen und habe Mut.
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@lagertha, @natarie, @baileys23 @ulli1962
@emmi72 hey.....herzlich willkommen, ja das liebe Umfeld, ich muss dir wirklich Recht geben, am Anfang ist es wie eine grosse Mauer, " nie wieder" hört sich an wie " ich und nie wieder? Das geht doch gar nicht! Aber wenn ich es schaffe dem regelmäßigen Konsum zu entkommen,dann kann ich bestimmt irgendwann " normal" trinken !" weil man es sich schlichtweg nicht vorstellen kann , weiter am " normalen" Alltag ohne Sekt,Wein etc teilzunehmen. Versuch mal diese Mauer von " nie wieder" weg zu schieben und starte einfach, das " loslassen" von dem vermeintlichen " Freund" dem Alkohol ist erstmal ein wichtiger Schritt,alles andere,deine Gedanken,Gefühle, kommen später und werden sich neu Formen. Vorab, du brauchst keine Angst zu haben vor dem loslassen.ich wünsche dir einen guten Start.! 🤗 LG lagertha
P.S. Das mit der abendlichen Panik, ich " muss" jetzt noch was trinken, es sind erst 500 ml Wein, mit so " wenig" intus,kann ich niemals schlafen. Kenne ich nur zu gut , das war meine " Mauer".... 😘
@emmi72 Hallo und herzlich willkommen! Man spürt beim Lesen richtig, wie sehr du in diesem Zwiespalt steckst: Einerseits der Erfolg im Job und das „Funktionieren“, andererseits diese wachsende Selbstverachtung und die Angst, dass ohne den Wein die Entspannung oder das soziale Leben wegbricht.
Dass du im Theater arbeitest, macht es sicher nicht leicht, da der Alkohol dort oft als Teil der Geselligkeit oder zum „Runterkommen“ nach der Anspannung dazugehört. Aber du hast den wichtigsten Punkt schon selbst geschrieben: Es gibt Kollegen, die nichts trinken. Das zeigt doch, dass man diesen Beruf und die Abende danach auch ohne Pegel überstehen – und vielleicht sogar intensiver genießen – kann.
Dass du dir ein Leben ohne Alkohol noch nicht vorstellen kannst, ist völlig normal. Das war bei mir nicht anders. Diese Vorstellungskraft kam erst Schritt für Schritt zurück, als der Körper zur Ruhe kam. Aus heutiger Sicht ist es das Beste, was mir passieren konnte.
Vielleicht wäre es einen Versuch wert, genau die Kollegen, die nichts trinken, mal als „stille Vorbilder“ zu sehen oder sie sogar ins Vertrauen zu ziehen. Dein Wunsch aufzuhören ist ein riesiger Bonus. Es zeugt von einer enormen Stärke, sich das einzugestehen, während viele andere noch mit Witzen darüber hinwegtäuschen.
Nimm den Druck raus, „weniger“ trinken zu müssen. Das ständige Verhandeln mit sich selbst ist meistens viel anstrengender als der klare Entschluss, es ganz zu lassen. Du bist hier im Forum nicht allein und der Austausch kann dir helfen, das „Unvorstellbare“ langsam real werden zu lassen.
Alles Liebe und viel Mut für den nächsten Schritt!
@bergwacht Danke für Deinen wundervollen Beitrag!
@emmi72 herzlich Willkommen bei uns! Ach, wie ich das kenne. Schau mal, das hier ist meine Geschichte(etwas scrollen). Du bist nicht allein. Im Gegenteil. Wir sind Millionen!
Fühl Dich wohl bei uns
Liebe Grüße
Gaby





