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Liebe Alle,
Ich bin gerade hier ganz frisch hineingeschlüpt und möchte mich kurz vorstellen. Ich bin 42, weiblich, habe einen Sohn (10). Ich weiß für mich, dass ich so nicht mehr weiter machen kann, habe mir das Buch bestellt, noch nicht gelesen und nein, ich bin noch nicht ohne Alkohol. Ich habe einfach wahnsinnige Angst davor. Ich stehe jeden Morgen auf, stehe vorm Spiegel, schäme mich, schwöre mir heute Abend nicht mehr! Gehe arbeiten, erkläre Jugendlichen was Alkohol und Drogen mit einem machen und .... falle selbst am Abend wieder darauf rein. Ich habe Angst davor mich zu outen, ich suche Hilfe, weiß jedoch nicht so richtig wie. In diesem Job selbst ein Problem zu haben, ich möchte einfach mein Gesicht nicht verlieren... Gibt es hier jemanden in ähnlicher Situation?
Liebe abendliche Grüße
Enel
@enel ja, es steht alles im Buch. Wenn du es hast, lese Dich ein, lese hier im Forum.
Ja, es gibt noch mehr wie Dich... @ninafisch z.B. - ansonsten sind wir alle "wie Du". Wir trinken, bzw. haben zu viel getrunken. Viel zu viel.
Und haben dann die Entscheidung getroffen, dass es genug ist.
Ich auch. Nach 8 Jahren ohne Alkohol habe ich einen Rückfall gebaut und bin nun seit 10 Monaten wieder ohne Alkohol.
Es ist wie es ist, vorher hatte ich mir das nicht vorstellen können. Nun habe ich meinen Frieden gefunden und beginne ein neues Leben.
Das gelingt Dir auch. Ganz bestimmt.
Freue mich darauf mehr von Dir zu lesen.
Liebe Grüße
Sandra
@mwanga12 Ich danke dir für deine Antworten, bin sehr überrascht, dass man hier so schnell Reaktion bekommt, aber es ist sehr beruhigend. Vielen Dank. Ich wünsche dir, dass du dieses Biest überwindest...🍀und das wünsche ich mir auch für mich...alles Gute dir
Vielen Dank. Lass mal von für hören, wie die das Buch gefällt und wie du mit den NEMs klar kommst. Ganz viele Grüße und viel Energie und guten Willen für Dich. 🙂
@enel Ich kann es Dir nur von rückwärts aus sagen, mein Gesicht sieht wieder frischer aus und ich muss mich nicht mehr sorgen, dass man es mir ansieht.
Liebe Enel!
Ich war Lehrerin (seit 2 1/2 Jahren pensioniert), habe meine Schüler auch vor Alkohol gewarnt und die letzten 2,3 Jahre nahezu täglich 2 Flaschen Wein getrunken. Verrückt! Alkoholsüchtig war ich 40 Jahre lang. Warum ich, trotz der vielen negativen Begleiterscheinungen, der vielen, nicht zu ignorierenden Warnschüsse immer weiter getrunken habe? Weil ich, genau wie du, Riesenangst hatte, ohne Alkohol zu leben. Ich wollte und konnte es mir nicht vorstellen.
Dann vor etwas mehr als 2 Jahren hatte ich es einfach satt, dieses erbärmliche Leben mit Alkohol und habe aufgehört. Weiß du was? Es war gut zu schaffen, es gab keinen Leidensdruck, viel, viel besser als vorher. Und ja: man sieht relativ schnell im Spiegel, wie sich das Gesicht positiv verändert. Viel besser noch: man mag sich plötzlich wieder ansehen, schämt sich nicht mehr, Tag für Tag wird dein Selbstwertgefühl größer. Allein das ist ein Grund, auf dieses Nervengift, denn was anderes ist es nicht, zu verzichten.
Ich verstehe deine Angst, sehr gut, kann mich heute noch an meine erinnern, aber sie ist unbegründet. Mit der Unterstützung hier, den Nem's, kannst auch du das schaffen, da bin ich ganz sicher. Absolut wichtig: zuerst das Buch lesen, du musst die Zusammenhänge erkennen, um zu verstehen, was Alkohol in deinem Körper anrichtet und auch die vielen Tipps und Gegenmaßnahmen, falls es brenzlig wird.
Ich drücke dir ganz fest die Daumen Hab Mut, liebe Grüße
Isabel
@isabel Liebe Isabel, danke für deine Nachricht und ermutigende Worte. Ich muss es einfach schaffen! Alle hier sind so unglaublich nett, verständnis- und respektvoll, das tut sehr gut. Vielen lieben Dank.
@enel Liebe Enel, das wünsche ich dir so sehr. Es ist auch zu schaffen. Und lass dich dich aus Angst nicht von deinem Entschluss abbringen. Als ich mein letztes Glas trank, drohte mich die Angst fast zu überwältigen. Mit jedem Schluck weniger im Glas wurde sie größer. Gleichzeitig aber wuchs seltsamerweise die Freude, dass ich das alles in wenigen Minuten los sein werde, irgendwie Angst und Freude gleichzeitig. Die Freude ist geblieben, und, wie ich dir schon sagte, die Angst war unbegründet. Es war viel, viel weniger schlimm, als ich es erwartet hatte. Das wünsche ich dir auch.
Liebe Grüße
Isabel
... und hier noch was zum Mut machen...
Ich bin seit vielen Jahren Hausarzt und habe -auch seit vielen Jahren- mindestens 3 Flaschen Wein am Tag getrunken.
Outen ging für mich garnicht, denn ich bin auch noch Kreisfeuerwehrarzt, sitze im Gemeinderat und hocke im Vorstand von 2 Sportvereinen.
Hätte ich mir Hilfe von außen geholt -ob jetzt stationär oder ambulant- wäre sicher alles aufgeflogen und ich hätte mein Leben gleich in die Tonne kloppen können.
Arztbesuch oder Suchtberatung, anonyme Alkoholiker, blaues Kreuz... alles Angebote, die ich nie genutzt hätte.
Meine Rettung war das Buch und das einfach umzusetzende Konzept.
Und natürlich habe ich Angst gehabt nie mehr meinen Wein trinken zu können und es hat noch 2 Monate gedauert, wo ich dann noch auf Vorrat extra viel getrunken habe, damit ich die Durststrecke quasi im Schwung überwinde, bis es wieder etwas zu Saufen gibt.
Aber ich war dann mit dem Auffüllen und Aufbauen meiner Nervenbotenstoffe so beschäftigt, daß ich das Craving nach Alkohol garnicht so mitbekommen habe und jetzt stehe ich nach 7 Monaten da und die Angst ist unterwegs verloren gegangen.
Und das ist hier Vielen so gegangen, daß die Angst verloren ging wohin auch immer. Das Alkoholverlustsyndrom: einfach so dahin geschieden...
Kaum zu glauben. Schwer zu schildern. Musste dringend mal selbst ausprobieren.
Dein Rumpel
@rumpelheinzchen Ich hätte da mal eine Frage: Wenn Du quasi so ein Mann der Öffentlichkeit bist, bist Du sicher, dass wirklich keiner was gemerkt hat?
Das denken ja viele Betroffene, und hinterher stellt sich dann etwas ganz anderes raus?
Immerhin haben sich ja Deine Patientengeschenke plötzlich sehr verändert, sagtest Du?
LG, Josefin.
@rumpelheinzchen Vielen Dank für deine Nachricht, ich hoffe, dass mir das Buch helfen kann. Ich kann nicht - so wie die Anderen - sich einfach mal eben in einer Klinik auf die Warteliste setzen lassen. Ich arbeite selbst in einer sehr großen Klinik, mit vielen Suchtstationen, wenn ich auffliege - ich mag gar nicht darüber nachdenken - mein Job und mein Sohn ist alles wofür es sich noch lohnt. Meine Arbeit ist mein Anker, mein Chef - ich bin sozusagen die rechte Hand des Chefarztes- leitet eine Station für Kinder und Jugendliche mit Suchtproblemen; das macht es für mich nicht leichter.
Aber, ich habe ein Problem, es nimmt immer mehr von mir weg, ich kann es sehen, und ich benötige dringend einen Weg. Wenn ich in diesem Forum lese, ehrlich, ich bekomme noch mehr Angst. Ich frage mich, ob ich es ohne ärztliche Hilfe wirklich schaffen kann. Wie verbringt man plötzlich die Zeit "mit dem kranken Freund" anders? Ist Sport oder das neue Hobby ein Ausweg? Wir lehren immer, Sucht niemals mit anderen Süchten bekämpfen! Was mache ich, wenn ich abends nicht mehr trinke...
Ich danke dir, du hast es schon richtig lang geschafft, ich bekomme 2-3 Tage hin...Das fühlt sich schlimm an, dieses Forum hier öffnet mir die Augen. Ich wusste, dass ich zu viel, viel zu viel trinke...Ich möchte aber auch irgendwann sagen können; so wie ich es bei all den anderen illegalen Drogen immer konnte, nein-danke. Ich werde wieder berichten, wenn ich das Buch gelesen habe...wie es mir geht und wofür ich mich entschieden habe.
LG Enel





