Du bist nicht angemeldet als Gast hier –
und kannst deshalb nur einen kleinen Teil des Forums sehen.
Hier kannst Du Dich kostenlos und anonym anmelden!
Hallo, ja, ich hab meine tägliche Trinkerei so satt und bin langsam echt am Verzweifeln, dass ich trotzdem jeden Abend schnell doch nochmal losgehe, um mir Wein bzw. Sekt zu kaufen.
Ich bin 67 Jahre alt und habe schon einiges versucht, mit dem Trinken aufzuhören. Ich trinke täglich ca. 1,2 bis 1,4 l Wein bzw. Sekt. Vor einigen Jahren hab ich es mit Baclofen versucht. Mit sehr mässigem Erfolg. Die Nebenwirkungen dieses Medikamentes waren heftig. Deshalb weiss ich auch nicht, ob ich GABA nehmen kann.
Vor einigen Monaten habe ich es mit einer Verhaltenstherapie versucht. Habe diese aber nach 3 Monaten abgebrochen. Eine sehr beschämende Erfahrung. Kam mir vor, wie die größte Versagerin. In dieser Zeit hat mir meine Hausärztin begleitend zur Therapie einen Betablocker verschrieben. Durch dieses Medikament war es tatsächlich leichter für mich, auf Alkohol zu verzichten. Aber auch nur anfangs und nie länger als 1 Woche.
Ich weiß auch nicht, ob ich diese Menge an NEMs nehmen werde, ist dies tatsächlich nötig?
Da ich 25 kg Übergewicht habe, möchte ich versuchen, meinen Kampf gegen dieses Übergewicht mit dem Kampf gegen Alkohol zu verbinden. Ich habe in einem Buch von Dr. Strunz den Hinweis gefunden, dass durch 4 x tägliche Eiweißshakes die Lust sowohl auf Zucker als auch auf Alkohol nachlässt. Ich finde diesen Ansatz äußerst interessant, da so ein Shake ja reich an Aminosäuren ist, die auch im Buch Alkohol ade empfohlen werden.
So das war's mal für's erste.
Es grüsst euch Missi
Ich war zu dieser Zeit bereits mehrere Wochen trocken. Die Halluzinationen waren eine der vielen Nebenwirkungen, die ich durch Baclofen bekam. Das alles liegt nun schon viele Jahre zurück. Aber vergessen werde ich es nie und wünsche es auch meinem ärgsten Feind nicht.
Oh das Bild ist toll Gaby, danke!!!!! Und wie das passt!!!!!
Ich persönlich bezeichne diese Erlebnisse der Vergangenheit als Halluzinationen. Ob dies korrekt ist, weiß ich nicht. Ich stand zu der Zeit unter ärztlicher Betreuung. Mein Arzt nannte es "Tagträume". Sie treten anscheinend gelegentlich auf, mal mehr mal weniger heftig. Ja, und ich hatte das Medikament da schon etliche Wochen genommen.
Hallo,
Selbst im Entzug sabbernde, zitternde Gestalten haben das selbe Problem, wie wir alle.
Das ist für mein Fortkommen einer der wichtigsten Aspekte überhaupt.
Ich will heute noch die Formulare für meinen Antrag für eine ambulante Therapie klarmachen. Alle Frage, die sich in den Formularen auf die Auswirkungen meiner Alkoholkrankheit beziehen, muss ich Gott sei Dank verneinen.
Ich komme seit Wochen mit meiner Abstinenz gut klar, ich habe „nur“ am Wochenende gesoffen, bin nie auf der Entzugsstation gelandet, habe keine spürbaren körperlichen Schäden davongetragen, Blutwerte dürften auch OK sein und mein Berufs- und Sozialumfeld blieb unversehrt. Ich bin ein vermeintlich harmloser Fall, der für Außenstehende keine faktischen Nachweise für seine Krankheit liefern kann.
Das ändert aber nichts an dem Grundproblem meiner Alkoholkrankheit. Es ist immer ein Ritt auf der Rasierklinge. Ich bin kein harmloser Fall, ich hatte bisher nur Glück. Es ist nur ein seidener Vorhang der mich von den im Entzug sabbernde, zitternde Gestalten trennt. Unversehens kann auch ich von dem schmalen Gerad abrutschen, auf dem ich mich als Alkoholkranker bewege.
In der Sammlung meiner Betroffenenliteratur schilderte ein Betroffener seinen Fall. Er hat jahrelang „kontrolliert“ gesoffen. Eines schönen Tages hatte er Urlaub und die Sauferei zwei Wochen durchgezogen und schon wurde aus einem vermeintlich harmlosen Fall eine im Entzug sabbernde, zitternde Gestalt.
Mein zukünftiger Therapeut, bei dem ich am Vergangenen Mittwoch zum „Vorstellungsgespräch“ war, hat mich auf diesen Umstand am Rande auch nochmal aufmerksam gemacht. Egel wo man steht, jeder Rückfall kann jederzeit komplett nach hinten losgehen und ich finde, dass ein bisschen Angst machen in meinem Fall nicht schaden kann.
Gruß Matthias
Hallo Matthias, du nennst es, ein bisschen Angst machen. Aber ich denke, die Sorge ist berechtigt. Für jedem von uns, egal wo er steht. Ich habe vergangenes Jahr meinen Schwager verloren. Sein Trinkverhalten ähnelte meinem sehr! Auch er trank nur abends. Keine harten Sachen. Und ganz schleichend war die Krankheit unumkehrbar. An Leberzirrhose zu sterben ist seitdem der schlimmste Tod, den ich mir vorstellen kann.
Viele Grüße
@gaby_guzek - ich hab das selbstverständlich nicht "wertend" gemeint, tut mir leid, wenns falsch rübergekommen ist. Ich war eher erschüttert (auch über mich, weil ich mich identifiziert habe und - wieder mal - feststellen muss - wie lange ich meinen Zustand vor mir selbst und vor allen anderen verharmlost habe)
Hallo,
Hallo Matthias, du nennst es, ein bisschen Angst machen. Aber ich denke, die Sorge ist berechtigt.
wobei ich mich ein wenig korrigieren möchte. Die ganze Zeit in Angst zu leben ist blöd. Deshalb gefällt mir Respekt besser. Respekt wie vor einer unbeugsamen Autorität oder einem schwarzen Panther, mit dem man besser nicht auf Kuschelkurs gehen sollte.
Gruß Matthias
Da stimme ich dir voll und ganz zu! Respekt passt besser. Achtsam und verantwortungsvoll mit unserem Körper umgehen. Wir haben nur diesen einen.
Liebe Grüße
Respekt wie vor einer unbeugsamen Autorität oder einem schwarzen Panther, mit dem man besser nicht auf Kuschelkurs gehen sollte.
Eine durchaus erfolgreiche Strategie. Die AA sagen dazu "vor dem Alkohol kapitulieren", wobei ich persönlich mich immer an dem Wort Kapitulation gerieben habe.
Das Prinzip dahinter ist aber das selbe: Zu akzeptieren, dass der Alkohol stärker ist als man selbst und man es aufgiebt, in einerm täglichen Kampf auszutesten, ob man nicht doch ...
Viele Grüße und einen guten Start in die Woche!
Gaby
Guten Morgen liebe Forums-Mitglieder, guten Morgen liebe Gaby,
heute ist mein 7. Tag und ich möchte kurz berichten, wie es mir geht.
Mein Schlaf hat sich noch nicht bemerkenswert verbessert. Heute Nacht schlief ich von 24 h bis morgens um 4 h. Aber immerhin ohne nächtliche Angstattacke. Ich genieße das sehr.
Meine Laune, meine Energie, die morgendliche Klarheit im Kopf, das alles hat sich um 1000 Prozent gesteigert. Alles zusammen ergibt es ein so tolles Gefühl, das ich auf keinen Fall mehr gegen meinen 2-Stunden-Rausch am Abend eintauschen möchte. Dazu habe ich die letzten Jahre viel zu viele verzweifelte Versuche unternommen, vom Alkohol loszukommen. Mit dem Resultat, dass ich durch jeden gescheiterten Anlauf ein Stück Selbstbewusstsein mehr verloren habe.
Nicht unerwähnt lassen möchte ich meinen 5. Tag, der erfahrungsgemäß schwierigste Tag für mich bei meinen Abstinenzversuchen. Vielleicht, weil der Alkohol sich an diesem Tag mit seinem letzten Rest aus meinem Körper verabschieden muss und dies mit aller Kraft und Boshaftigkeit zu verhindern sucht?
Jedenfalls ging es mir am Sonntag nicht gut. Ich hatte wesentlich mehr Hunger als die vorhergehenden Tage. Und auch wenn ich nebenbei abnehmen möchte, steht Abstinenz an 1. Stelle. Also habe ich mehr gegessen. Ich habe dann zwar 45 Minuten Abstand zu einer Mahlzeit eingehalten und dann danach das GABA eingenommen, aber keinerlei Wirkung verspürt. Die innere Ruhe kam nicht mehr. Auch nach dem 2. Stick am Abend wurde es nicht besser. Somit hatte ich ca 3 Stunden lang mit heftigem Craving zu kämpfen. Aber es hat sich gelohnt. Am nächsten Morgen fühlte es sich toll an, stärker als der Alkohol gewesen zu sein.
Gestern achtete ich nun extrem darauf, den GABA Stick auf leeren Magen einzunehmen und sicherheitshalber noch 45 Minuten zu warten, bis ich etwas zu mir nehme (ausser Wasser). Und tatsächlich kam gestern meine innere Ruhe und Gelassenheit zurück.
Alles in allem: ich fühle mich heute, als könnte ich Bäume ausreissen! Meine Zuversicht wächst von Tag zu Tag. Ich werde es schaffen.
Viele Grüße und euch allen einen wunderschönen erfolgreichen Tag!
so ähnlich ging es mir auch. Einen so schwierigen Tag zu überstehen und dem Alkohol nich nachgeben zu haben, hatte mich ebenfalls unendlich froh gemacht. Ich finde, darauf können wir stolz sein.
Ich wünsche Dir auch einen wunderschönen Tag.
Liebe Grüße
Susi





