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Hallo , ich bin weiblich, 52 Jahre alt und überlege schon so lange, endlich mit dem Alkohol aufzuhören…wirklich umgesetzt und geschafft habe ich es nie.
Mit 18 Jahren begannen bei mir Zwangs-/Angststörungen, ich habe trotzdem erfolgreich Abi gemacht und studiert, war stark und ehrgeizig. Danach war ich immer in Vollzeit berufstätig, hatte zwei wundervolle kleine Kinder, dann irgendwann Trennung und Scheidung von meinem Mann, das gute Glas Rotwein am Abend hat mich entspannen und vieles erstmal vergessen lassen. Das war ungefähr mit 38 Jahren, als mir alles im Leben bewusst zuviel wurde, vorher ging es immer ohne Alkohol.
Ich war äußerlich immer die starke, taffe Frau, die alles schaffen wollte und auch schaffen konnte. Meine Angststörungen habe ich 20 Jahre erfolgreich therapieren lassen, denn ich wollte mich nicht unterkriegen lassen sondern dagegen ankämpfen und mich nicht von diesen Ängsten und Zwängen bestimmen lassen. Ich hatte schon immer einen sehr hohen Anspruch an mich und ab mein Leben.
Aber dieses Mal gelingt es mir nicht, das Problem in den Griff zu kriegen… im Gegenteil…dieses Mal lasse ich mich total fremd bestimmen vom Alkohol.
Aus dem einen Glas Rotwein wurde mit den Jahren immer mehr und ich schaffe es nun mittlerweile auf eine Flasche Rotwein am Abend… am Wochenende darf es auch etwas mehr sein.
ich möchte aufhören damit, möchte endlich wieder etwas fühlen, meinen Kindern auch am Abend eine nüchterne Mutter sein, endlich wieder sportlich sein (ich habe früher Leistungssport betrieben, Marathon gelaufen, Alpenüberquerungen gemacht), endlich wieder gesund leben und endlich wieder selbstbestimmt leben.
Den richtigen Zeitpunkt habe ich leider noch nicht gefunden, aber gibt es eigentlich den richtigen Zeitpunkt, wenn nicht jetzt?
Leider ist etwas passiert, was mich gerade sehr belastet:mein Vater ist vor acht Wochen gestorben, er war mein bester Freund und der wichtigste Mensch in meinem Leben. Ich bin noch sehr in Trauer, aber nun besteht die Gefahr,dass ich deutlich mehr trinke…und das will ich nicht einreißen lassen.
Ich danke euch schon mal von Herzen fürs Zuhören🙏❤️
Liebe Grüße
Erzengel💫
@laotse vielen Dank, krasse Geschichte🙏🙏 und um so unglaublicher,dass du jetzt geschafft hast🙏 Hast du aber, bevor du mir den NEMs angefangen hast, schon keinen Alkohol mehr getrunken oder vorher schon entgiftet?
@erzengel Ich hatte mir das Buch im November nach einem QE gekauft, war aber noch nicht in der Lage es inhaltlich zu verstehen und umzusetzen. Über Weihnachten/Silvester dann der vorerst letzte heftige Rückfall und danach habe ich angefangen die NEMs einzunehmen.
Es fühlte sich vom ersten Tag an ziemlich gut an, kein Suchtdruck, keine Unruhe und ich konnte auch besser schlafen.
Gleichzeitig hatten sich auch Dinge im privaten Bereich geregelt und ich hatte eine Langzeittherapie beantragt, die auch recht schnell genehmigt wurde. März und April war ich in der LZT, es war eine interessante Zeit mit neuen Eindrücken und Erfahrungen.
Im Nachhinein war es wohl das Gesamtpaket, das zum Erfolg, zur Abstinenz geführt hat. Trotzdem sind die NEMs die Voraussetzung dafür, die Biochemie wieder ins Gleichgewicht zu bringen. Ein halbes Jahr ist noch nicht viel, aber ich bin zuversichtlich, dass es noch lange dabei bleibt.
Ich freue mich für dich, dass du rechtzeitig dieses Forum gefunden hast 😊👍🏻
@erzengel das ist die Falle, in der wir uns alle befinden. Wir haben Probleme - teilweise sogar wegen des Alkohols - und sehe dennoch irgendwie eine Lösung im Alkohol.
Ohne Alkohol bist du ein besserer Familienmensch, achtsamer bei der Arbeit, kannst eine Krankheit mit größerer Wahrscheinlichkeit überwinden und trotzdem trinken wir oder haben getrunken!
Also nur Mut! Was hast du zu verlieren (würde Karl Marx sagen)
@erzengel hallo und herzlich willkommen hier. Ich schließe mich mal @rosine123 an. Ich konnte mir ein Leben ohne den Rotwein oder den Aperol nicht vorstellen. Heute, 4 Monate später kann ich mir mein Leben mit diesen Getränken nicht vorstellen. Lies dich in die threads ein... du wirst soooo viele Parallenen finden, Menschen, denen es so ging wie dir. Viel Erfolg!
Ich konnte mir auch lange nicht vorstellen, keinen Alkohol mehr zu trinken. Es hilft gerade am Anfang sehr, sich nicht so an diesen "nie wieder"-Gedanken zu hängen. Der schreckt wie Du auch schreibst sehr ab. Besser ist, sich einen überschaubaren Zeitraum zu setzen, den man sich vorstellen kann. Gaby schreibt ja auch in Teil 3 des Buches, die Anonymen Alkoholiker sagen "nur für heute" bzw "ich lasse heute das erste Glas stehen". Und am nächsten Tag wieder "nur für heute". Heute geht, ein Tag geht, einen Tag ohne Alkohol kann man sich vorstellen. Und dann kann man es sich am nächsten Tag auch wieder vorstellen.
Mir hat das geholfen. Ich bin jetzt vier Monate nüchtern und habe es gerade am Anfang vermieden dieses "für immer/nie wieder" zu denken. Ich habe versucht, mich auf den heutigen Tag, die nächsten Tage zu konzentrieren, ohne große Zukunftsgedanken. Ich hatte irgendwie das Gefühl ich muss erstmal "Strecke machen", also es muss einfach erst einmal Zeit ohne Alkohol ins Land gehen. Und dann sehe ich weiter. Das hat für mich sehr gut funktioniert. Überhaupt das ganze Konzept hat für mich super funktioniert, ich habe auch die Nährstoffe genommen und das Coaching gemacht. Und dann verging Tag um Tag, Woche um Woche und in der Zeit purzelten die Einsichten, Erkenntnisse, Reflexionen und neue Erfahrungen kamen hinzu.
Und es wird immer normaler. Inzwischen denke ich weder nur für heute noch für immer, ich denke einfach nur ich trinke keinen Alkohol mehr, es geht mir gut damit und ich möchte dabei bleiben. Weil ich auch weiß, das eine Glas das würde nicht mehr funktionieren. Dahin gibt es kein zurück. Und das ist auch gar nicht schlimm.
Liebe Grüße & alles Gute!
Imogenry





