Du bist nicht angemeldet als Gast hier –
und kannst deshalb nur einen kleinen Teil des Forums sehen.
Hier kannst Du Dich kostenlos und anonym anmelden!
Und stelle mich Euch vor:
Meine Biografie ist wohl eine von ganz vielen hier im Forum: 50 Jahre alt, beruflich selbständig und erfolgreich mit eigener Tierarztpraxis.
Glücklich verheiratet, viele tolle Hobbies. Eigentlich ein rundum perfektes Leben. Und trotzdem hatte mich der Alkohol jahrelang fest im Griff.
Ich wuchs in einer Familie auf, in der Alkohol schlicht normal war. Ich muss dazu sagen, dass ich meine Eltern kein einziges Mal betrunken erlebt habe. Dennoch war das tägliche Alkohol trinken total normal. Prosecco oder Weisswein-Schorle zum Apéro, Rotwein zum Essen.
Ich habe das für mein Leben übernommen und viele Jahre lang nie hinterfragt. Nicht mal dann, als ich mit Ende zwanzig nach der Scheidung von meinem ersten Mann zum ersten Mal alleine lebte und die Alkoholmenge sich ganz klammheimlich zu einer Flasche täglich steigerte.
Das Trinken wurde zur Flucht aus dem strengen Alltag, "Entspannungshilfe". Abends heimkommen und in einen schönen Rausch abtauchen wurde Programm.
Mein heutiger Ehemann trinkt wenig bis gar nicht. Mein Glück: denn er war es, der immer mal wieder den Finger auf meinen Alkoholkonsum legte und so langsam die Erkenntnis in mir weckte, dass meine Trinkerei keineswegs normal war.
Ich habe 2017 erstmals mit dem Buch von Alan Carr "Endlich ohne Alkohol" den Ausstieg versucht.
Nach ungefähr 4 Monate kitzelte mich dann doch der Gedanke "nur ein Glas" - und schwupps- war ich wieder in der Falle und bald auch wieder bei meiner alten täglichen Menge.
Trotzdem: ein Anfang war gemacht, unbekümmertes Weitertrinken ging nicht mehr. Das schlechte Gewissen regte sich, Schuldgefühle machten sich breit. Ich spürte die Auswirkungen meines Konsums auch körperlich je länger je mehr: nächtliches Erwachen, schweissgebadet, schwindende Stressresistenz, Stimmungsschwankungen, Gewichtszunahme.
Ich hielt das anfänglich für den Beginn der Wechseljahre (heute nach 102 nüchternen Tagen weiss ich es besser!)
Ich las, was mir zum Thema Ausstieg aus dem Alkohol in die Finger kam, startete noch mehrere Versuche, meistens hielt die Abstinenz mehrere Monate, manchmal auch nur eine Woche oder ein paar Tage. Stress im Job war sicher der hauptsächlichste Auslöser für erneutes Trinken. Die tief eingebrannte Idee " jetzt habe ich mir aber ein schönes Glas Wein verdient".
Im Laufe der Zeit und der Fehlversuche kamen immer mehr Puzzle-Teile zusammen. Mir wurde klar, dass mit dem Aufhören zu trinken, auch einige alte Verhaltensmuster über Bord geworfen gehören. Ich darf mir selbst und meinen innersten Bedürfnissen mehr Beachtung schenken und muss nicht permanent über meine eigenen Grenzen hinaus funktionieren.
Ich darf auch mal um Unterstützung bitten und sagen, dass mir etwas zu viel ist. Es darf auch mal etwas liegen bleiben. Es muss nicht immer alles perfekt sein!
"Alkohol ade" war für mich das letzte aber entscheidende Puzzle-Teil auf dem Weg ins Nüchternsein. Nach Lektüre des Buches und Beschaffung sämtlicher NEM's habe ich am 15.9.21 dem Alkohol endgültig ade gesagt.
Es fühlt sich dieses Mal komplett anders an als die Male davor.
Es ist das erste Mal, dass ich mich auch wirklich hinstelle und öffentlich kundtue, dass ich keinen Alkohol mehr trinke.
Das Bewusstsein, dass es keine - wirklich nicht eine einzige Ausnahme mehr geben darf ist ganz stark. Ich mache aktuell einen grossen Bogen um alles, was nach Alkohol aussieht und betrachte ihn wie eine gefährliche Tretmine. Ich weiss, ich kann mir noch nicht in jeder Situation zu 100% trauen, muss achtsam unterwegs sein.
Gestern -Weihnachten mit meiner Alkohol trinkenden Mutter zu Gast- total easy.
Ich habe sie nicht darum beneidet zu trinken - ganz im Gegenteil: ich war froh, dass ich das nicht mehr brauche.
Und der Satz "Ich werde nie mehr Alkohol trinken" hat nichts Beängstigendes mehr - sondern klingt wie eine frohe Verheissung: Nie mehr Kater, nie mehr Schuldgefühle, nie mehr nachts schweissgebadet erwachen, nie mehr heimlich trinken!
Danke an dieser Stelle an Gaby & Bernd für das wundervolle Buch und für das Forum hier.
Das Wissen, dass man mit seiner Geschichte nicht alleine ist, tut sehr gut!
Herzlich
Samsara
"Alkohol ade" war für mich das letzte aber entscheidende Puzzle-Teil auf dem Weg ins Nüchternsein. Nach Lektüre des Buches und Beschaffung sämtlicher NEM's habe ich am 15.9.21 dem Alkohol endgültig ade gesagt.
@samsara Herzlich willkommen – sehr gut zusammengefasst!!! War bei mir auch so.
Herzlich willkommen hier, Samsara!
Wow, so eine tolle Vorstellung. Jede Geschichte der Mitglieder her ist individuell und dennoch erkennt man sich in jeder irgendwie wieder.
Ich gratuliere dir ganz herzlich zu fast 4 Monaten Abstinenz, vor alle aber, dass du den Heilig Abend so erfolgreich ohne Alkohol gemeistert hast. Aus jahrelanger eigener Erfahrung weiß ich, dass Weihnachten in Sachen Alkohol immer ein gefährliches Fest ist. Bei mir war es das zweite Weihnachten ohne Alkohol, wir waren 13 Personen, es gab Cocktails, Wein und Bier und mir ging es wie dir: auch ich habe niemand darum beneidet , sondern war froh, dankbar und glücklich, dass ich das nicht mehr brauche.
Alles Gute weiterhin und liebe Grüße
Isabel
Ein herzliches Willkommen hier - und einen ebenso herzlichen Glückwunsch zu Deinem gelungenen Ausstieg aus de Alkohol. Das klingt super, was Du schreibst. Und super klingt auch, dass Du weißt: Achtsam bleiben.
Ich würde mal sagen: Läuft bei Dir. Es ist toll, dass Du bei uns bist und ich würde mich freuen, wenn Du Deine Erfahrungen hier auch mit Neulingen teilst. Und natürlich auch alles, was Dich auf Deinem weiteren Weg ohne Alkohol so umtreibt.
Ganz ohne Stolpersteine war hier glaube ich niemand, da ist es gut, sich hier auszutauschen.
Ein frohes Weihnachtsfest Dir weiterhin
Liebe Grüße
Gaby
@samsara Klasse, du hast verstanden worum es geht, herzlich willkommen. Ich habe mich auf das erste alkfreie Weihnachten seit Jahrzehnten sehr gefreut und es war absolut kein Problem, auch wenn andere Alkohol getrunken haben.
@gaby_guzek: Vielen Dank für den Willkommensgruss.
Und ich werde Euch sicher auch in Zukunft an meinem Weg teilhaben lassen.
Von mir auch ein herzliches Hallo, und weiterhin viel Erfolg♥
LG, Josefin
Eine großartige Biographie... Sei stolz auf Dich.
Du machst vielen Mut.
Danke.
Einfach toll ! Bleib dran, es lohnt sich do sehr. Dein Mann freut sich sicher auch sehr, dass er sich keine Sorgen um dich machen muss und du auch emotional verfügbar bist.
LG Nina
@soberrebel Geht mir mittlerweile auch so, wenn andere trinken. Nur wenn sie lallig werden bin ich wech ...





