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Ich stelle mich vor...
 
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Ich stelle mich vor.

11 Beiträge
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267 Ansichten
stopp
(@stopp)
Mitglied
Nüchtern: 2 jahre
Beigetreten: Vor 3 Jahren
Beiträge: 40
Topic starter  

Hallo an alle,

 

nachdem ich schon einige Fragen gestellt habe und Antworten erhielt, hab ich die NEMs bestellt und das Buch zu Ende gelesen.

 

Jetzt ist es Zeit mich vorzustellen und die Vorbereitungen zum Ausstieg zu treffen:

 

ZUR PERSON

Ich bin 51 Jahre alt, glücklich verheiratet, habe 2 Kinder im Alter von 14 und 19 Jahren und bin angestellter Sachverständiger/Ingenieur.

 

ZUR AKTUELLEN SITUATION

Ich diskutiere schon seit Jahren mit Freunden, mit meiner Frau mit meinen Kindern und mit mir, was ist zu viel? Was ist noch normal? Gerade bei uns hier im ländlichen Gebiet wird teils doch sehr viel getrunken und das auch als recht normal erachtet. Ich hab oft Angst schon ‚drüber‘ zu sein, fühle mich körperlich und seelisch einfach oft nicht so gut und hadere daher seit langem immer wieder mal mit dem Aufhören. Hab das auch schon immer mal ein paar Wochen gemacht, aber spätestens seit ich die 50 überschritten habe fehlt mir dazu der Antrieb genau so wie zum Sport, zum Abnehmen und zu so manchen Aktivitäten die mir früher Spaß gemacht haben. Durch Probleme unserer Kleinen mit sozialer Phobie/ Depressionen (die wir beim Großen zum Glück seit ca. 1,5 Jahren gut im Griff haben), Stress auf der Arbeit und meiner eigenen chronischen Depression die ‚durchtherapiert‘ ist, ist der Alkohol immer noch zu oft mein ‚little Helper‘ den ich aber mal langsam loswerden will/muss.

 

ZU MEINER GESCHICHTE/GESUNDHEIT ETC.

Ich bin schon als Kind eher schüchtern und intro gewesen, hatte in der Pubertät und im Abi schon viel Depressionen. Wie auch mein Vater, der deswegen in ‚Frührente‘ ging, aber nie Alkoholiker war, eher im Gegenteil. Ich erinner mich aber gut, an meine frühen Kinderjahre, in denen wir oft ‚Besuch‘ von unserem alkoholkranken, kettenrauchenden Nachbarn hatten, der sich besoffen und rauchend oft genug bei uns am Küchentisch das Herz, die Tränensäcke und die Blase ausgeschüttet hat. Tja, so war da auf dem Dorf. Eigentlich sollte einen das wohl genug abschrecken, aber mit Schreck und Angst ist ja bekanntlich noch niemand Antialkoholiker oder Nichtraucher geworden, im Gegenteil. Meine Kindheit war davon geprägt und von viiiiieeel zu Hause helfen (Kartoffeln, Obst, Gemüse, Schweine, Hühner füttern, nein wir hatten keinen Bauernhof, hatten halt viele damals noch in den 70er-80ern so. Das war irgendwie oft überfordernd. Dazu der durch seine eigene Depression (kannte damals ja noch keiner) überforderte und oft problematische Vater...und eines Tages dann auch noch die Nachricht vom Selbstmord meines Lieblingsousinss (er war damals 17, die Nachricht darüber sollte ich gar nicht mitbekommen, hab’s aber als kleiner Junge so im Kindergarten/Schulanfang-Alter glaub ich, ungewollt mit angehört was passiert war) – war schon alles recht viel. Irgendwann fing ich schon mit zwischen 12 und 15 glaub ich an, am Spirituosenschrank meiner Eltern heimlich zu nippen, wenn ich wieder mal einer der vielen Verpflichtungen nachkommen musste und keine andere Wahl hatte. Nicht machen ging nicht. Damals hab ich mir öfter mal das 2 x wöchentliche ca. 2 stündige Rasenmähen einer neu eingesäten Wiese mit einem Schiebemäher mit Fangkorb (aaaarrgh) ‚erträglich gesoffen‘! Hat irgendwie keiner gemerkt oder wollte es nicht. Später mit einem Nachbarkumpel so ab 16 Jahren öfter mal zum Wochenende ne Palette ALDI Pils geholt und getrunken usw., da waren wir allerdings noch verhältnismäßig harmlos im Vergleich zu vielen Vereins’sportlern’ um uns herum. Ich hatte da auch nie groß Bezug zu solchen Gruppen/Sportvereinenetc.. War ja schon früh schüchtern/eigenbrötlerisch. Irgendwann gab es auch eine Phase, so um 20 in der ich gar nix mehr getrunken habe. Das fing später aber wieder an und im sozialen Kontext ging das ab Mitte 20 so la la weiter bis heute. Begleitet von mehr oder weniger Angst, Depressionen und 18 Jahren teils schlimmster Migräne (die ist zum Glück seit 2010 durch Osteopathie und Berufswechsel fast weg).

 

RAUCHEN, NERVOSITÄT, DEPRESSIONEN, STRESS UND KEIN ENDE?

Das Rauchen hab ich mir so mit 18 angewöhnt und mit Anfang 30 wieder abgewöhnt. Alk war immer dabei. Vor etwa 2-3 Jahren hab ich dann leichtsinnigerweise nochmal das Rauchen probiert, denn irgendwie fehlte mir immer noch etwas um meinen Dauerstress zu lösen. Diese ständige morgendliche Nervosität, ob es mir nun gut oder schlecht ging/geht. Ich frei hab oder Pflichten. Oft wache ich schon mega nervös auf und das ist manchmal halt ok so, manchmal aber auch mega anstrengend. Das war auch in Zeiten ohne Alkohol und mit ausreichend Sport und Bewegung so. Also doch die Depression? Oder was? Jedenfalls kein Ausweg. Da Aufhören mit dem Rauchen hat damals beim 1. Mal wunderbar mit der Allen Carr Methode funktioniert, diesmal aber mehrfach und auch mit anderen Methoden nicht. Da habe ich online nach Coachings gesucht – wie auch jetzt beim Alk – und bin nach längerer Suche fündig geworden. Passte einfach, war mega und auch nicht überteuert wie viele Programme die man so nach kurzer Suche findet (wer n Tipp braucht, gerne per PN). Nun hab ich auch beim Alk schon lange gesucht und bis jetzt noch nie das Passende gefunden. Ich denke mit diesem Programm kann’s was werden. Insgesamt bin ich absolut gespannt, wie sich die NEMs auf meine beschriebenen Probleme auswirken. Meine Frau will auch mitziehen, vielleicht wirkt sich das auf ihre Probleme auch positiv aus (Hashimoto, starkes Schwitzen …).

 

 

Ich habe heute die NEMs bestellt und habe das 30 Tage coaching gebucht. Jetzt noch die Vorbereitungen (Wohnung etc.) und es kann losgehen. Entweder mit dem festen Entschluss nie mehr Alk oder mit dem Vorsatz meinen Stoffwechsel 30 Tage zu heilen und dann mal zu scheuen. So genau weiss ich das noch nicht.

 

Zu den Details warum und wie es aktuell bei mir läuft im Folgenden. Danach ist die Vorstellung fertig.

 

 

 

______________________________________________________________________________

 

Aber weil ich da niemanden in einen Rückfall treiben will sei hier eine Triggerwarnung ausgesprochen oder besser ausgeschrieben:

+++ACHTUNG TRIGGERWARNUNG+++

NIE WIEDER ALK? WAS ICH SO TRINKE...und warum:

Ich trinke einerseits wirklich, wirklich gerne. Und das wegen des Geschmacks, was einem in vielen Ratgebern ja komplett abgesprochen wird. Mein Lieblings-Alk ist Bier, aber nicht irgendeine hier übliche Pils Plörre. Helles muss es schon sein (auch schon vor dem Hype), Kellerbier, Landbier oder mein Favorit Guinness Draught. Auch Cider/Cidre/Moscht darf es sein. Früher um 20 rum lieber Wein, Rot, Rosé, Weiss, egal. Heute gar nicht mehr. Im Sommer an so schönen Abenden wenn’s noch knalleheiss ist, auch gerne CaiPi, Cuba Libre, Lillet etc. … tjaaaa und da ist er, mein Gedanke: NIE WIEDER? Damit muss ich mich noch eine kleine Weile beschäftigen, ich werd mal hier im Forum nach Erfahrungen suchen. Meine Frau ist da auch sehr skeptisch und für sie wäre das ein absolutes No Go. Viel zu schön die Momente, der wirklich nicht zu ersetzende Geschmack und das herrlich duselige Gefühl nach den ersten Gläsern. Doof nur, dass es noch niemand geschafft hat den ich kenne, dem Juhnke Traum nach ‚keine Termine und LEICHT ein‘ sitzen’ nachzukommen. Denn meistens ist ja das Problem dauerhaft LEICHT ein’ sitzen zu haben. Und da kommt halt jetzt die Entscheidung ins Spiel. Hop oder Top? Erfahrungen dürfen auch gerne direkt an mich herangetragen werden.

+++TRIGGERWARNUNG ENDE+++



   
2
AntwortZitat
(@ausgeschiedenes-mitglied)
Mitglied
Beigetreten: Vor 5 Jahren
Beiträge: 5128
 

@stopp Das mit dem "Nie wieder" hat mich auch lange davon abgehalten, den Alkohol aus meinem Leben zu verbannen. Irgendwann hab ich aber so sehr darunter gelitten, dass der Alkohol mein Leben bestimmt, sodass ich nun seit über einem Jahr gar nichts vermisse. Ich bin stattdessen dankbar, dass ich nichts mehr trinken MUSS. Selbst im Urlaub am Strand, im Sommer im Garten, im Winter auf dem Weihnachtsmarkt, an Silvester ... ich habe bisher den Alkohol noch nie vermisst 😊. Wegen des Geschmacks trinke ich auch gerne alkoholfreies Bier, was mich persönlich überhaupt nicht triggert, ansonsten gibt es ja tolle Schorlen etc. Diese leichte Entspannung war ja auch immer nur von recht kurzer Dauer und äußerte sich dafür später in einem schlechteren Schlaf, am nächsten Tag teils durch Ängste oder depressive Verstimmungen (bei mir zumindest). Probiert es doch mal aus - ich finde es lohnt sich, das war für mich jedenfalls die beste Entscheidung, die ich seit Langem getroffen habe.



   
3
AntwortZitat
stopp
(@stopp)
Mitglied
Nüchtern: 2 jahre
Beigetreten: Vor 3 Jahren
Beiträge: 40
Topic starter  

Und ich höre das hier zum x ten Mal zur Einstimmung. Auch er darf nicht mehr Alk trinken..."Aus Rock'n'Roll-Gründen". 🙂

Panikherz von Benjamin von Stuckrad-Barre  https://www.audible.de/pd/B01BNUXIIG?source_code=ASSOR150021921000R

 



   
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harley
(@harley)
Ich unterstütze Alkohol adé
Beigetreten: Vor 6 Jahren
Beiträge: 2661
 

@stopp Herzlich willkommen und viel Erfolg!

----

@isabel, @soberrebel, @sophia48, @kkopp, @mermaid, @krokodil_, @cairni, @nicotenner



   
AntwortZitat
(@ausgeschiedenes-mitglied)
Mitglied
Beigetreten: Vor 5 Jahren
Beiträge: 5128
 

@stopp Herzlich Willkommen hier, ich bin etwas älter als du, habe 40 Jahre jeden Tag Alkohol getrunken.  Habe vor 2 Jahren mit Hilfe des Konzeptes die Trinkerei ohne Probleme endgültig eingestellt . Ich habe auch im immer " gerne" getrunken, letztlich ist das nur eine Trinkerlüge die man sich selbst erzählt und die zur Sucht gehört . Dieses ganze " Geschiss" um den den Geschmack, ist nur antrainiert und konditioniert. Stell einem Kind ein Glas Alkohol vor die Nase, es wird es niemals freiwillig trinken. Wir lernen den Geschmack gut zu finden, letztendlich geht es IMMER um die Wirkung, alles andere ist Selbstbetrug. Ich empfehle dir Craig Beck  "Alkohol hat mich belogen ", das zertrümmert alle falschen Vorstellungen über Alkohol. Ich wünsche dir viel Erfolg. Die Vorstellung  nie wieder trinken zu müssen ist die größte Erleichterung meines Lebens,  du wirst sehen alles verschwindet, Angst und Depression, die der Alkohol nur verstärkt hat.



   
5
AntwortZitat
(@krokodil_)
Mitglied
Nüchtern: 5 jahre
Beigetreten: Vor 5 Jahren
Beiträge: 997
 

@stopp herzlich willkommen hier! Du scheinst ein sehr strukturierter Mensch zu sein und klare Vorsätze zu haben - du wirst das sicher gut schaffen mithilfe des Konzepts, das vielen hier geholfen hat beim Ausstieg (nach sehr vielen Jahren, eigentlich einem Leben lang, und ohne größere Probleme dank der NEMs und des fantastischen Konzepts), auch mir. Alles GUte!

 



   
1
AntwortZitat
kkopp
(@kkopp)
Mitglied
Beigetreten: Vor 4 Jahren
Beiträge: 344
 

@stopp Vielen Dank für diese ausführliche Analyse, das scheint doch ein Plan zu sein. Mach' das mit den 30 Tagen und schaue dann, was sich entwickelt hat ohne Alkohol. Melde Deine Fortschritte gerne hier.

LG, Kris



   
1
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kkopp
(@kkopp)
Mitglied
Beigetreten: Vor 4 Jahren
Beiträge: 344
 

@stopp Danke für den Tipp; habe ich bestellt.



   
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cairni
(@cairni)
Mitglied
Nüchtern: 4 jahre
Beigetreten: Vor 5 Jahren
Beiträge: 2352
 

Ich habe auch im immer " gerne" getrunken, letztlich ist das nur eine Trinkerlüge die man sich selbst erzählt und die zur Sucht gehört . Dieses ganze " Geschiss" um den den Geschmack, ist nur antrainiert und konditioniert. Stell einem Kind ein Glas Alkohol vor die Nase, es wird es niemals freiwillig trinken
@soberrebel... großartig!!!



   
1
AntwortZitat
cairni
(@cairni)
Mitglied
Nüchtern: 4 jahre
Beigetreten: Vor 5 Jahren
Beiträge: 2352
 

@stopp ... herzlich willkommen.
Als Sklave des Alkohols macht Mann/Frau vieles, was abstinent einfach absurd ist. Z. B. freiwillig sich ein Gift einflössen. Wissend, dass es einen auf Dauer schwer verletzt oder gar tötet. Ich durfte verstehen, dass meine Reaktion auf Alkohol sich nicht ändert und das mein Verhalten unter Alkoholeinfluss mir hinterher oft peinlich war, weil es so wenig mit mir, Sandra, als Person zu hatte, und dass es bei vielen anderen, mir zum Teil wichtigen Menschen, dazu geführt hat, dass sie Abstand genommen haben von mir. Ein dummer Kreislauf. Aus dem ich wach werden DURFTE und ich mit samt der Unterstützung von dem Buch, dem Konzept, Gaby und Bernd und diesem grandiosen FORUM es geschafft habe, dem entgegenzutreten. Heute bin ich frei von meiner Alkoholsucht. Denke ich manchmal an die "good old times"? Klar, und ich weiß wie so vieles in der Vergangenheit kommt nicht zurück. PUNKT. Das lässt sich nicht ändern. Wie meine Reaktion auf Alkohol. Wie kann ich das verhindern? Ganz einfach. Nicht trinken.
Mir über meine Gefahrensituation bewusst zu sein und in den Momenten ganz klar und bewusst entgegen steuern. Und in dem ich Hilfe annehme, ist es mir gelungen. Mich besser zu verstehen, Zusammenhänge zu kapieren, Situationen besser wahrzunehmen und vorallem mir über die Frage bewusst zu werden: WAS WILL ICH?
Die Antworten dazu kommen flott oder brauchen Zeit.
Viel Erfolg Dir



   
3
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