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mit dem titel ist schon so einiges gesagt, respektive lässt sich heraushorchen. stimmt, ich bin schweizer und ja ich lebe in afrika !
ich habe dankbarerweise schon 62 gesunde jahre hinter mir und wünschenswerterweise noch ein paar vor mir. ich habe 5 kinder (und damit den europäischen statistischen schnitt an der zwölften kommastelle um einen wert angehoben...) und 8 enkel. nach gut 22 jahren schweizer (ehe-)leben und selbständiger beruflicher karriere habe ich mich in erinnerung an meinen traum aus den 80ziger jahren im 2010 selber frühpensioniert und die europäische hektik und das schadhafte klima (smile) hinter mir gelassen. ich lebe an kenya's südküste am indischen ozean, zusammen mit meiner kenianischen frau und einem ihrer zwei erwachsenen kinder. es fehlt mir also höchstwahrscheinlich an nichts, vorallem nicht an Vitamin D ;-))
warum ich in diesem forum bin ? unschwer zu erraten - weil ich mich entschlossen hatte, dem alkohol mal eine absage zu erteilen. für mich ist heute tag 11 nach dem "D-day", leider hatte ich das forum vorher nicht gekannt, sonst hätte ich mich vielleicht etwas besser auf diese herausfordernde zeit vorbereitet. obwohl, die ganzen nem's sind hier nicht so einfach zu bekommen, zumindest einige davon.
ich dachte über viele jahre, und ich habe sicher 25 jahre regelmässig alk konsumiert, ich sei noch kein "richtiger alkoholiker". im verlaufe der zeit hatte ich phasen mit einigermassen viel alk (6-8 bier am tag und allenfalls auch noch eins, zwei glas wein) und immer wieder "mildere" phasen. in den letzten jahren habe ich zunehmend auf in der regel (klingt gut oder ?) 2 bier am abend und ev noch ein bis wirklich maximal zwei kleine glas (1dl) wein zum essen reduziert. selbst der ehrlich ausgefüllte test hier sagt "ihr alk konsum scheint noch in einem vernünftigen rahmen zu liegen". ich sehe das anders. ich bin längst abhängig, mein konsumverhalten unterlag kaum mehr meiner kontrolle, ausser die menge. da zumindest war ich ziemlich kontrolliert. aber ein tag ohne alk ? schwer zu erinnern ...
d-day war für mich dann kürzlich weil ich am vortag nachmittags am strand hier in gesellschaft 2 bier getrunken hatte, dann gegen 18h noch eines zuhause und noch 2 kleine glas rotwein zum essen später. alles bei bester laune, keine probleme, auch keine durchschlafprobleme oder so. ABER: nächster tag schon vormittags panikattacke, lasse sie passieren, dann abends volle breitseite über mehrere stunden. und das war nicht das erste mal. ich habe 2001 das erste mal eine panikattcke erlebt und wusste noch nicht was das ist, ging zum arzt für checkup. nichts natürlich. dann 2004 eine phase über mehrere monate wieder mit häufiger panikattacken. dann psychologe, dann psychiater (befreundet !). ergebnis: benzodiazepin - danke ! ich wusste dass ich das nicht will, das bringt mich längerfristig noch vor dem alk unter den boden. also verschiedene seminare sowie eine 4-wöchige auszeit mit reinkarnationstherapie bei Dahlke in bayern. super. das erste mal dass mir wirklich was geholfen hat. aber leider nicht lange. da die partnerschaft schwierig war, kamen ängste und alk in multipack zurück. man arrangiert sich. kommt angst, passt der verdränger dazu. oder der verdränger schmeckt und angst folgt innert 24-72h mit ziemlicher wahrscheinlichkeit - aber nicht sicher, sonst hätte ich das früher gecheckt...
niemals, und gaby würde dazu sagen "das muss man sich auf der zunge zergehen lassen", hat mich jemand der therapeuten nachhaltig und dezidiert auf einen zusammenhang meiner panikattcken mit alkohol hingewiesen oder mich dazu ausgiebig befragt. und ich war immer absolut ehrlich und hätte einen therapeuten oder arzt niemals angelogen. dazu gab es auch keinen grund. ich schämte mich ja nicht für den alk-konsum. ich dachte immer, meine attacken wären vorwiegend auf meine traumata aus der kindheit zurück zu führen. sind sie schon auch, aber ohne alk wären sie bestimmt um ein x-faches milder und seltener ausgefallen ... wenn überhaupt ...
jetzt wo ich das buch von Gaby und Bernd gelesen habe fällt mir so manches wie schuppen von den augen. ein schweizerisches "bravo" an dieser stelle an euch zwei. ich wunderte mich in letzter zeit zb darüber warum mein immunsystem so down ist. ich hatte malaria, ich hatte corona (in der schweiz !) und grippe/erkältungen. zwar alle hinter mich gebracht, aber mit ziemlicher mühe und sehr langsam. und das obwohl ich seit 1987 mehrheitlich BIO futtere, kein fleisch esse und nur unseren lokalen vor der türe gefangenen fisch, den dafür liebend gerne. viel gemüsse und jeden tag frischer fruchtsalat von eigenen biofrüchten zusammen mit wenig zucker und eher wenig carbo's müsste ein guter mix sein. JETZT weiss ich warum das nicht hingehauen hat auf dauer. weil ich mit dem alk einfach viel zu viel von den guten (nährstoff-eiweissen-spurenelementen-) helferleins gleich bei ankunft im körper abgemurkst habe. so ein shit (sagen wir hier sorry).
und jetzt haben mich die panikattacken während dem kalten entzug natürlich erst recht eingeholt, nachdem die stecker im körper verwaist waren und von den aminosäuren vorallem glutamat leichtes spiel hat(te) und sonst nichts mehr gescheites andocken kann. mal sehen wie sich das entwickelt. ich wollte ursprünglich eigentlich nur mal 3 wochen totale pause machen. wollte mir mein glas rotwein eigentlich nicht völlig von der liste streichen (immerhin haben meine eltern das so 88 jahre gut vorgelebt, wovon meine mama das noch immer so macht ...). aber mittlerweile habe ich für mich schon verlängerung eingegeben. zumindest 3 monate soll da jetzt mal ruhe sein mit alk. der leber zuliebe, die hats ja echt verdient. und auch zum sehen wie sich das mit den PA's entwickelt. vielleicht habe ich dann auch gar keinen bock mehr auf wein. mal sehen. nach rund 40 jahren rauchen habe ich auch erstmal auf minimalration reduziert (1 - max 3 selbstgedrehte am tag) - bin dann aber anfangs dieses jahres völlig ausgestiegen. kein bedarf mehr da. ab und zu klingt mal ein kleines errinnerchen an, dann lache ich innerlich und sage mir "schön hast du's geniess weiter" ... ob mir das beim alk auch so gelingt ?
so nun habe ich mir so einiges von der seele geschrieben. das war irgendwie nötig. ich wünsche allen hier gutes gelingen zum thema eigene gesundheit und beende hier mit einem meiner lieblingszitate von kästner "es gibt nichts gutes ausser man tut es". wenn dann noch eine kleine portion vertrauen ins leben dazukommt, dann passts im leben 😉
sonnige grüsse vom indischen ozean
jambo
@keks ja das mit den NEM's ist tatsächlich nicht so einfach hier. gut, da ich schon ein paar tage aufgehört hatte mit alk und erst dann dieses forum fand und damit auch das buch und damit auch die idee mit den nem's war das aha-erlebnis andersrum. ich hätte nie gedacht, dass nems das aussteigen erleichtern könnten. ich war da ganz baff erhlich gesagt. und bei den riesenmengen die da im menueplan stehen war ich eh geschockt. und auch gleich noch verängstigt. ich bin ja ein alter bio-hase und stehe auf natürliche medis nach dem motto "let thy food be thy medicin and thy medicin be thy food" was hier in afrika auch viel naheliegender ist, da es eben viel weniger so westliches wunderzeugs wie NEMs gibt 😉 allerdings muss ich auch sagen, dass ich mich der autorenlogik vom "auffüllen nach verschleissen" auch nicht verschliessen konnte.
aber ja verschiedenes konnte ich also tatsächlich hier nicht auftreiben, nicht mal in Nairobi immerhin eine multimillionen einwohner stadt. ich fand immerhin GABA & Glutamin. Tryptophan hatte ich schon im vorrat. taurin habe ich auch gefunden, zweifle aber momentan noch ob das überhaupt gut ist für mich mit meinem doch schon immer eher tiefen blutdruck. anyway ich habe da noch ein gespräch mit Gaby offen um abzustimmen wie und was und in welcher menge von dem was ich organisieren konnte wirklich sinnvoll ist. ich glaube auch, dass da jede/r seinen/ihren eigenen fahrplan zusammenstellen sollte. nicht zuletzt abhängig von der vorgeschichte wie mengen, dauer, rahmenbedingungen etc. - glaube ich halt so aus meiner logik. sollte sich herausstellen, dass mir gewisse dinge wirklich fehlen, also mir das entzugsleben ohne sie richtig schwierig machen, dann habe ich noch die option dass mir freunde ende oktober was mitbringen aus D oder CH. aber dann bin ich ja schon auf 6 wochen ... ob das dann überhaupt noch sinn macht, wenns bis dahin geklappt hat ? da ich ja null erfahrung mit totalem alkoholentzug habe (so ne knappte woche abstinenz hatte ich schon früher ab und an mal hingelegt ohne grosse probleme) kann ich jetzt irgendwie meine herausforderungen in dieser phase auch nicht richtig einordnen. zb was ist "normal" und wo sollte ich einen check beim doc machen oder einen wert bestimmen lassen. deshalb habe ich auch bei Gaby einen besprechungstermin gebucht. aber auch hier gibts ja höchstwahrscheinlich keinen "normal" bestenfalls einen durchschnitt oder mehrheitlich 😉 hast du dich da an das volle programm gehalten wie im buch ? da hätte ich ja eh schlechte karten hier ... und dann war das echt "easy" ? hmm wow.
let me know - grüsse aus afrika
@rumpelheinzchen danke vielmals für deinen input. interessant. ich werde sehen und erfahren. es gibt diese sehr schlaue aussage vom halbschweizerischen landsmann Theophrastus Bombast besser bekannt als Paracelsus "alle dinge sind gift, und nichts ist ohne gift, allein die dosis macht dass ein ding (kein) gift ist". als anhänger von homöopathie und nach 20 jahren erfahrung in diesem thema kann ich das unterschreiben. insofern sehe ich auch das berühmte glas wein nicht per se als diabolisch, sondern nur was ICH daraus gemacht habe, sprich die menge des konsums, hat sich leider dann zum gift entwickelt. ob ich jetzt wieder damit umgehen kann oder nicht, kann ich nur feststellen, wenn ich mir die chance gebe zu reüssieren oder zu fallen. wenn noch etwas vernunft im hirn übriggeblieben ist, und so siehts aus, sonst hätte ich nicht entsagt, dann müsste ich eigentlich sehr schnell nach einem allfälligen scheitern, den dannzumal zweiten und letzten entzug starten. momentan beschäftige ich mich aber jetzt mal mit dem was grad vor der türe liegt und wie ich das möglichst schadfrei und konstruktiv über die bühne bringe ;-))
liebe grüsse
einen schönen Riesling oder einen kostbaren Barolo
Unter dem Schutz der Anonymität oute ich mich: Ich habe nie einen schönen Riesling und nie einen tollen Barolo getrunken. Wein, Sekt und Spirituosen schmeckten mir nie, ich musste mir den Geschmack mühsam angewöhnen. Richtig schönsaufen. Bier fand ich so schlimm, da klappte das Angewöhnen nicht.
Meine - damals noch harmlosen - Trinkanfänge waren mit 17 in Paris, ein Monat Sprachaufenthalt. Was fühlte ich mich lässig und mondän und als Frau von Welt, ich, das Kekslein aus dem kleinbürgerlichen Mief, wenn ich mir einen Kir bestellte. Ohne Wein hätte mir der viel besser geschmeckt, das Gefühl wäre bloss leider nicht grandios gewesen. Und dann einmal in einer Bar, ich studierte die Getränkekarte und wählte einen Pastis, weil mir der Name gefiel. Mon dieu, so was von abscheulich. Ich habe ihn tapfer und mit Todesverachtung getrunken.
Schmeckten Euch die Getränke wirklich und wahrhaftig? Hättet Ihr den schönen Riesling und den kostbaren Barolo auch getrunken, wenn er keinen Alkohol enthalten hätte? Ich habe bei Lobgesängen auf Weind manchmal den Verdacht, dass niemand zu sagen wagt, dass der Kaiser keine Kleider trägt.
Ist ja auch so mit dem Rauchen: Ich musste mir den Widerwillen gegen den ekligen Geschmack und das Schwindelgefühl regelrecht abgewöhnen.
@jambo: Ja, es war easy. Ja, ich habe mit dem vollen Programm angefangen und dann nach und nach Sachen weggelassen, die für mich nicht passten. Es war sauviel, ich war auch skeptisch. Im ersten Monat war es etwas mühselig, so eng getaktet das Zeugs einzuwerfen. Es hat sich mehr als gelohnt, kein Vergleich mit meinen früheren Aufhörversuchen.
Doof mit den NEMs… Versand per Post? Wie lange würde das dauern aus D oder CH?
Das finde ich gut, dass Du Dich von Gaby beraten lässt, die dir bestimmt sagen kann, was superwichtig ist. Aus meiner Sicht fehlt Niacin.
Hebs guet, und grüss die Sonne von mir!
ich bin ja ein alter bio-hase und stehe auf natürliche medis nach dem motto "let thy food be thy medicin and thy medicin be thy food" was hier in afrika auch viel naheliegender ist, da es eben viel weniger so westliches wunderzeugs wie NEMs gibt 😉
Da die Aminosäuren und Vitamine ja auch in der Nahrung vorkommen, würde ich sie nicht als Wunderzeugs bezeichnen 😉 Sind halt einfach etwas konzentrierter in einer Kapsel als stattdessen zB ein Kilo Quark zu futtern, um genügend Tryptophan einzunehmen. Interessant außerdem, dass viele von uns kurz skeptisch geschluckt haben, als sie die Mengen an NEMs vor sich hatten. Als wir aber noch jeden Tag das Nervengift in oft viel zu großen Mengen geext haben, haben wir uns viel weniger Gedanken gemacht über das, was wir da aufnehmen ...
Hallo,
Schmeckten Euch die Getränke wirklich und wahrhaftig?
Ich habe mit großer Freude und wissenschaftlichem Interesse Legionen von Single Malts verkostet. In meiner Hochzeit hatte ich bis zu 30 Flaschen (Tasting-Samples) rumstehen.
Das Ganze sollte aber in der Theorie nichts mit Trinken zutun haben. Das Zeug wird vor allem intensiv beschnüffelt, weil der Geschmack in erster Linie über die Nase geht. Dann wird mit einem Schluck analytisch der Mundraum gespült und anschießend der Abgang beurteilt. Die unglaubliche Vielfalt an Geschmacksnoten und die Geschichten hinter jedem einzelnen Whisky haben mich dabei immer beeindruckt und meine Neugierig auf immer neue Geschmackserlebnisse geweckt.
Diese Geschmackserlebnisse gibt es aber nur bei homöopathischen Dosen, weil der sensible Geschmackssinn schnell abstumpft und im Schongang trainiert werden muss. Wein und Bier hatten geschmacklich für mich auch ihren Reiz. Allerdings war der geschmackliche Reiz nach einem halben 0,33 Bier oder max. 0,2l Wein ausgereizt. Bei allem, was darüber hinaus ging, ging es mir nur um die Dröhnung und es ging bei mir immer meilenweit darüber hinaus.
Um seinen Konsum zu rechtfertige lässt man gerne den Sommelier raushängen und schwärmt vom großartigen Geschmack, obwohl es darum gar nicht primär geht. Kein ernstzunehmender Sommelier kippt sich Wein flaschenweise rein.
Gruß Matthias
Hallo??? Wollen wir uns wirklich über den "schönen" Geschmack von Alkohol auslassen???
Bitte nicht... 😉
@Jambo, wie geht es Dir inzwischen?
Interessante Story und schön, dass Du hier bist.
Aus Norddeutschland viele Grüße
Sandra
@rumpelheinzchen Lieber Rumpel, solange du noch in nostalgischen Gefühlen und Vorstellungen bezüglich des Alkohols schwelgst, sprich der " schöne" Riesling, der " kostbare" Barolo, usw. , wird der Alkohol weiterhin an deine Türe klopfen. Du bist sicher ein Coinnasseur und Lebemann, dir fällt das sicherlich doppelt schwer, aber auch für dich gilt: Alkoholsucht ist binär: Es gibt nur trinken oder nicht trinken, ein bisschen geht nicht. Mir hat geholfen das ich alle Glaubenssätze die ich über Alkohol hatte, "nüchtern" betrachtet habe, und da blieb dann NICHTS übrig. Dieses ganze Geschiss um den ach so tollen Geschmack ist nur Marketing und Konditionierung, tief eingebrannt auf allen Ebenen. Kein Kind würde freiwillig Alkohol trinken weil es ekelhaft riecht und schmeckt. Ich habe vor kurzem noch an einem "kostbaren" Barolo gerochen, ich finde den Geruch mittlerweile ekelhaft und das finde ich gut.
@soberrebel Was Du beschreibst, kann ich mit einer Anekdote untermauern: war vor einiger Zeit bei einem Whiskytasting. Der Sauf-Moderator (SM) hat zu Beginn ein interessantes Experiment mit den ca. 20 Teilnehmern gemacht: "Probiert vom ersten Glas nur soviel, wie ein Eintauchen der Zungenspitze liefert und meldet mir dann Euren Eindruck zurück". Die Teilnehmer bestätigten unisono, dass es fürchterlich schmecke, eklig, wie Lösungsmittel etc. Der SM daraufhin: "Euer Gehirn hat Euch gerade zurückgemeldet, dass Ihr dabei seid ein Nervengift in Euch hineinzuschütten".
Das ist genau der Eindruck, den Kinder vom Alk haben. Man muss sich also bewusst über diese Rückmeldung des Körpers hinwegsetzen, um überhaupt "weiter- 😉 zukommen". Bin neu hier, Vorstellung kommt noch. VG
@leben2punkt0 Herzlich willkommen!
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