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Jetzt ist endgültig Schluss mit "lustig"

24 Beiträge
6 Mitglieder
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387 Ansichten
 sula
(@sula)
Mitglied
Nüchtern: 2 jahre
Beigetreten: Vor 3 Jahren
Beiträge: 42
Topic starter  

Erstmal ein freundliches Hallo an alle 😀 

Alkohol gab es in meinem Leben ab meinem 14. LJ. Damals hielt sich das Ganze aber noch in Grenzen. Mit Mitte 20 fing es langsam an, das ich immer häufiger trank. Jedes Mal beim Fortgehen (Treffen mit Freunden) wurden es ein Paar Achteln Wein. Der Wein hatte es mir besonders angetan. Irgendwann kaufte ich mir auch für Zuhause die eine oder andere Flasche. Als ich ca. 30 Jahre alt war, trank ich schon ziemlich regelmäßig. Ich war immer die typische Entspannungs-Trinkerin und als ich mit ca. Mitte 30 begann, täglich zu trinken, nahm ich mir vor: Niemals mehr als eine Flasche Wein und niemals vor 18 Uhr! Das gelang mir als Kontroll-Freak auch immer sehr gut - über 20 Jahre hinweg. Natürlich war mir aber damals schon klar, dass mein Konsum bereits sehr kritisch geworden war. Aber als Süchtige/r kann man sich das ja prima schönreden. Meine beliebteste Ausrede war, dass ich mich ja zumindest gesund ernähre und regelmäßig Sport betreibe - da würden die paar Achteln/Tag schon nicht so sehr ins Gewicht fallen....

Als eine gute Freundin (ebenfalls Alkoholikerin) letztes Jahr mit schwerer Pankreatitis im Spital landete, begann ich erstmals mir mehr Gedanken zu meinem Konsum zu machen, schob diese dann aber doch immer wieder beiseite. Irgendwann dachte ich, ich müsse meine tägliche "Ration" unbedingt zumindest stark reduzieren. Auch das gelang mir sehr gut - allerdings nur mit äußerster Beherrschung. Erst da wurde mir bewusst, wie massiv mein Alkoholproblem mittlerweile geworden war. Am 16.5. beschloss ich gar nichts mehr zu trinken. Heute ist also Tag 7 meiner Abstinenz. Entgegen meiner Erwartung geht es mir erstaunlich gut damit. Ich hatte vor allem die Sorge, nicht gut einschlafen zu können, da genau das immer der Hauptgrund für mein abendliches Trinken war. Aber siehe da, ich hatte bisher keine Probleme damit. Vielleicht auch wegen des Melatonins, das ich seit ca. 2 Monaten jeden Abend vor dem Schlafengehen nehme. Auch der Suchtdruck hält sich äußerst in Grenzen. Abends kommen zwar immer wieder Mal Gedanken an Alkohol, aber ich habe kein immenses Verlangen danach. Selbst die Depressionen, mit denen ich seit meinem 19. LJ immer zu kämpfen hatte, machen mir keine gröberen Probleme - ganz im Gegenteil: ich habe eher das Gefühl, dass ich sie mit meinem Konsum erst so richtig "am Leben" erhalten habe, denn es geht mir jetzt eigentlich von Tag zu Tag besser.

Gabi's Buch habe ich gestern gelesen. Das von ihr vorgeschlagene Einnahmeschema der NEMs werde ich aber ganz sicher nicht so einhalten. Schon deshalb weil das mehrere Hundert Euro kosten würde, die ich zur Zeit einfach nicht habe. Darüber hinaus nehme ich bereits seit längerer Zeit regelmäßig B12, D3, K2, Magnesium, Vitamin B Komplex, Vitamin A, Selenium, Omega 3 und Vit. C. Die Kosten dafür sind gerade noch drin. 

So, der lange Text sollte für's Erste mal reichen 🙃 

Ich wünsche Euch allen einen schönen Tag und freue mich auf einen regen Austausch mit Euch 🙂 

Liebe Grüße

Sula

 



   
1
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 sula
(@sula)
Mitglied
Nüchtern: 2 jahre
Beigetreten: Vor 3 Jahren
Beiträge: 42
Topic starter  

Hallo Alex! Wow, das ist ja einiges, das Du Dir da schon ersparen konntest. Bei mir wird das weitaus weniger sein, da ich ja vorwiegend Zuhause getrunken habe und immer einen sehr günstigen, aber geschmacklich sehr guten Wein im Discounter gekauft habe. Mit dem Schlafen hatte ich zum Glück schon ab Tag 1überhaupt kein Problem. Im Gegenteil, ich war eigentlich ab spätestens Nachmittag immer sehr müde und das ist leider auch jetzt noch so (ich hatte aber auch schon mein Leben lang immer einen zu niedrigen Blutdruck - woran auch der Alkohol nichts geändert hat). Allerdings ist mir das immer noch lieber, als nicht schlafen zu können. In den ersten Tagen war ich ziemlich euphorisch, das hat sich seit gestern aber gelegt. Ich bin gereizt, dünnhäutig, kann mich nur sehr schlecht konzentrieren und habe das Gefühl, völlig neben mir zu stehen. Auch meine depressiven Zustände sind jetzt eigentlich wieder so, wie ich sie von mir seit Jahrzehnten kenne. Mir ist natürlich klar, dass ich nach so langem Konsum nicht erwarten kann, dass sich das alles innerhalb kürzester Zeit quasi in Luft auflöst, hoffe aber sehr, dass die NEM (die heute oder morgen bei mir ankommen sollten), mir da rasch Linderung verschaffen. 

Ebenso liebe Grüße!



   
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(@alex7)
Mitglied
Nüchtern: 3 jahre
Beigetreten: Vor 3 Jahren
Beiträge: 676
 

@sula ich schwöre auf Bewegung! Den inneren Schweinehund gilt es auch zu bekämpfen, das macht wirklich viel mit einem. Meine Passion ist Rad fahren, aber auch ein kleiner Spaziergang (vor allem jetzt in der Sonne) kann die persönliche "Laune" bereits sehr beeinflussen. Und gute Musik - aber keine Ballade oder sowas; wirkt bei mir auch Wunder!



   
1
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 sula
(@sula)
Mitglied
Nüchtern: 2 jahre
Beigetreten: Vor 3 Jahren
Beiträge: 42
Topic starter  

@alex7 Bei mir hilft Sport auch am besten. Mache ich auch regelmäßig und habe ich auch schon zu Trinkzeiten regelmäßig gemacht. Die Depressionen werden dadurch zwar nicht wirklich besser, aber zumindest verschlechtern sie sich auch nicht - ohne Sport oder regelmäßige Bewegung jedoch schon.



   
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(@alex7)
Mitglied
Nüchtern: 3 jahre
Beigetreten: Vor 3 Jahren
Beiträge: 676
 

@sula hm ich meinte nicht unbedingt Sport, also je nachdem was du darunter verstehst... warst du heute schon draußen? Versuch den kleinen Spaziergang doch mal - schlimmer kann es ja nicht wirklich dadurch werden.

Sollte die rosa Wolken tatsächlich schon verschwunden sein, gehe dem auf den Grund. Der gereizte Zustand kann auch an Stress liegen, auch unterbewusst. Und sehr wichtig, musste ich anfangs auch lernen: vernünftige Ernährung. Sprich regelmäßig den Blutzuckerspiegel beachten.der kann die Laune rapide in den Keller fahren lassen



   
2
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 sula
(@sula)
Mitglied
Nüchtern: 2 jahre
Beigetreten: Vor 3 Jahren
Beiträge: 42
Topic starter  

@alex7 Ich gehe regelmäßig ins Fitnesscenter, habe Zuhause ein Laufband, dass ich auch - vor allem im Winter - nütze und sobald es draußen wärmer wird, gehe ich auch regelmäßig walken. Das habe ich auch gerade vorhin gemacht und bin jetzt, nachdem ich mich 7 km so dahingeschleppt habe, ziemlich ausgepowert, obwohl ich normalerweise mehr schaffe und mich auch danach noch fit fühle. Stress macht mir am meisten die Depression und dass ich mich dann auch schnell überfordert fühle. Auf eine ausgewogene Ernährung achte ich schon seit Jahren. Wie beachtet man den Blutzuckerspiegel, ohne ihn per Blutabnahme messen zu lassen? 🤔



   
1
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lichtkind
(@lichtkind)
Mitglied
Nüchtern: 6 jahre
Beigetreten: Vor 3 Jahren
Beiträge: 590
 

@sula du nimmst momentan noch keine NEM oder? Wenn du damit anfängst wird es einfacher werden - auch mit Verstimmungen die aus der momentanen Nährstofflage kommen. Aber ein wenig hab ich das Gefühl dass du dir gerade im Kopf ziemlich viel Streß machst und deinem Körper wenig Zeit lässt sich auf die neue Situation einzustellen. Wenn du heute weniger Energie hast dann mach langsamer. Dein Körper kommuniziert mit dir und fordert dich auf mit ihm zu kooperieren. Das ist eine neue Qualität im Leben. Gib ihr Raum, dann werdet "ihr beide" gewinnen. Alles Liebe für dich!



   
1
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 sula
(@sula)
Mitglied
Nüchtern: 2 jahre
Beigetreten: Vor 3 Jahren
Beiträge: 42
Topic starter  

@lichtkind Nein, ich nehme noch keine NEM. Die kommen erst morgen bzw. übermorgen bei mir an und das Glutamin wird blöderweise überhaupt erst am 1.6. geliefert. Das mit dem im Kopf Stress machen stimmt. Das ist halt leider eine Begleiterscheinung der Depri. Heute werde ich ohnehin nicht mehr viel machen, außer ein paar alltägliche Dinge, die getan werden müssen. Danke für Deine einfühlsamen Worte! ❤️



   
1
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lichtkind
(@lichtkind)
Mitglied
Nüchtern: 6 jahre
Beigetreten: Vor 3 Jahren
Beiträge: 590
 

@sula du wirst dich mit der Einnahme der NEM zunehmend besser fühlen. Aber auch da darfst du deinem Körper Zeit geben. Ich hab auch einen sehr niedrigen Blutdruck und Erfahrungen mit Depris. Aber ganz ehrlich gesagt durfte ich feststellen dass viele meiner Gedanken - denen ich zu viel Bedeutung gegeben habe - die Depression gefördert haben. Meine Gedanken produzieren Emotionen und diese schlagen sich in Körper und Geist nieder. Und wenn Körper und Geist nicht fit sind ist wenig Abwehrkräfte da und die Spirale geht schnell abwärts. Wenn dein Körper in den nächsten Tagen zunehmend das bekommt was ihm gerade fehlt wirst du eine andere Basis entwickeln. Vertrau dem Prozess, nichts was du heute fühlst ist für die Ewigkeit.



   
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(@ausgeschiedenes-mitglied)
Mitglied
Beigetreten: Vor 5 Jahren
Beiträge: 5128
 

Verfasst von: @lichtkind

Vertrau dem Prozess, nichts was du heute fühlst ist für die Ewigkeit.

Was für ein genialer Satz! 

Ein geschätztes Forumsmitglied (ich weiß leider nicht mehr sicher, wer) beschrieb einmal, wie sie Gefühle einfach beobachtet und wahrnimmt wie eine Wespe, die sich ins Zimmer verirrt hat und dann auch wieder verschwindet. 

Danke für diesen Satz @lichtkind



   
1
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lichtkind
(@lichtkind)
Mitglied
Nüchtern: 6 jahre
Beigetreten: Vor 3 Jahren
Beiträge: 590
 

@rosine123 ich beobachte nicht nur Gefühle sondern vor allem meine Gedanken - so wie sie kommen und wieder gehen dürfen 😎 manche kann ich gut gebrauchen, aber das Meiste ist wie Kaufhausmusik, unnötig aber da. Also auf Durchzug damit 🤣



   
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