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Hallo, endlich finde ich den Mut mich vorzustellen. Ich bin Carola, 62 Jahre, seit kurzem EU-Rentner, verheiratet, 8 Seiten Lebenslauf (beruflich ein auf und ab), hatte mal Ökonomie studiert
Alk begleitet mich schon mein ganzes Leben lang. Mein Vater war Alkoholiker, starb mir 65.
Mein 1. Mann (Vater meiner 2 Kinder) ebenfalls Alkoholiker, inzwischen mehrere Jahre trocken.
Meinen jetzigen Mann kenne ich 13 Jahre. Er ist arbeitsbedingt nur am Wochenende zu Hause, lebt nicht abstinent.
Wir leben in einem sehr kleinen Dorf. Beide Kinder leben mit Familie ca. 500 km entfernt, da habe ich auch über 20 Jahre mit meinem 1. Mann gelebt.
Das 1. Glas Sekt gab es bei der Jugendweihe, da war ich noch "stolz" drauf. Ich kann nicht genau sagen, wann der Wein / Sekt vom Glas zur Flasche wurde und irgendwann alltäglich wurde, eine Flasche nicht mehr reichte - die letzten 25 Jahre, schätze ich, trank ich fast täglich. Mehr als die 1 Flasche wurde es ca. die letzten 5 Jahre.
Vor reichlich einem Jahr wurden mir 15 Wochen Reha bewilligt. Der 1. Reha-Antrag wurde abgelehnt. Bei der Entgiftung war ich nicht, habe vorher selbst runterdosiert. Im Umfeld habe ich als Grund für die Reha "Depression" genannt, was ja auch nicht gelogen war. Die Therapeutin riet dort bei der Reha, mich von meinem Partner zu trennen. Da auch meine Lebensumstände hier auf dem Hof mein Trinken verschlimmert haben. In der Vergangenheit habe ich immer mal wieder Wohnungsanträge in der Nähe meiner Kinder gestellt - im Suff - am nächsten Morgen wieder storniert.
Heute habe ich wieder einen Wohnungsantrag gestellt - nüchtern. Das Trennen von meinem Mann fällt mir unendlich schwer, aber ich schaffe es hier nicht. Schon kurz nach der Reha wurde ich rückfällig und seitdem war meine längste trockene Zeit 10 Tage.
Meine Schwester und meine Mutter leben hier in der Nähe. Zu meiner Mutter habe ich bewußt den Kontakt auf ein Minnimum reduziert. Sie "tut" mir nicht gut.
Ich bin so froh, das meine Kinder nichts trinken, auch deren Partner. Sie wissen jedoch über meine Krankheit bescheid. Mir ist auch bewußt, dass ich sie verlieren werde, wenn ich nicht kämpfe.
@ostseerola hallo und herzlich willkommen! Weiß dein Mann denn vom genauen Ausmaß deines Kosums? Habt ihr mal gemeinsam darüber geredet, wie es dir geht, wenn er unter der Woche nicht da ist? Es hört sich - für mich - mit dem Unzugswunsch so an, als sehnst du dich nach einem Tapetenwechsel, einer Flucht vielleicht? Was erhoffst du dir davon? Sein "Päckchen" nimmt man ja unfreiwilligigerweise immer mit...
Ich hoffe es ist ok von mir, gleich so in die vollen mit den Fragen zu gehen, fühle dich frei, ob du dazu etwas antworten möchtest.
Liebe Grüße
Der Alex.
@ostseerola Herzlich Willkommen hier, ich habe 40 Jahre Alkohol getrunken, jeden Tag, seit 2 Jahren nicht mehr. Es ist egal wie alt man ist, das kannst du auch schaffen. Fühle dich wohl hier.
@ostseerola Herzlich willkommen und viel Erfolg. Man kommt da raus, und es lohnt sich!
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@isabel, @sophia48, @kkopp, @mermaid, @rosine123, @krokodil_, @cairni, @nicotenner
@alex7 Hallo Alex, meinem Mann habe ich nach der Reha offen über mich erzählt. Er hat es zur Kenntnis genommen, was von erblich erzählt. Ich trinke ja vorwiegend, wenn ich allein bin bzw. am Wochenende dosierter. Wir sind sehr verschieden - durch seine Auswärtsarbeit ist er am Wochenende glücklich mit Haus / Hof / Garten. Da trinkt er dann über den Tag verteilt sein Bier. Er hat es im Griff, kann aufhören nach einem Glas Wein.
Mein Problem ist die Wohnsituation. Wir wohnen neben seinen Eltern und seiner geschiedenen Schwester mit ihrem erwachsenen Sohn (er hat 4 Schwestern). Zu dieser Schwester hier hat er ein inniges Verhältnis. Als ich zu meinem Mann gezogen bin, hat sie mich oft verletzt mit ihren Äußerungen. Sie hat auch einen Schlüssel vom Haus - als wir das 1. Mal im Urlaub waren, ist diese Schwester mit den anderen 3 in unser Haus. Seitdem schließe ich die Zimmer immer ab, wenn ich zum Bsp. zu meinen Kindern fahre. Ich bat meinen Mann, den Ersatzschlüssel woanders zu deponieren. Er sagt, er hat Vertrauen zu seiner Schwester.
Ich war kaum bei der Reha, da wurde eine Feier von seinen Schwestern organisiert hier bei uns.
Unsere Hochzeit war geheim -meine Familie wußte es , seiner Familie wurde erst danach informiert...
Immer wenn ich hoch zu meinen Kindern und Enkeln fahre, das Meer sehe, fühle ich mich angekommen und denke nicht mal an Alk.
Ich ziehe mich für heute erst einmal zurück
Liebe Grüße
@ostseerola hui. Das ist ein ganz schön großes Päckchen was du da über die Jahre mit dir rum schleppst. Der Wunsch nach einem Ausbruch wirkt sehr verständlich, wenn man sich in den eigenen 4 Wänden nicht zu 100% geschützt fühlen kann. Da hast du dir ganz schön was vorgenommen für 2023. Wobei wir dich hier unterstützen können, ist das nüchtern werden und bleiben. Du bist schon etwas länger angemeldet, das Konzept des Forums und der NEMs ist dir bekannt? Hast du das bereits in die Wege geleitet (NEMs bestellt, Tag 1 festgelegt)?
Du wirst sehen, je länger du es schaffst, abstinent zu leben, umso energiereicher wirst du werden - ob für den anstehenden Umzug oder eine Ansage gegenüber deiner SchwägerInnen (die sind doch nicht ganz knusper! Ne Party im eigenen Haus veranstalten sobald man in eine Reha fährt - geht's noch?!?!)
Danke für deine ehrlichen Worte und deinen Mut!
Herzlich Willkommen, fühle Dich wohl. Lese Dich ein, bestelle Dir das Buch und entscheide. Hier im Forum helfen alle mit, unterstützen Dich. Schreib, was das Zeug hält und finde wieder zu Dir, in Deine Kraft und entscheide Dich.
Lieben Gruß
P.S. Mein Weg war auch so: Lesen, lesen, schreiben.... Konzept und umsetzen. Das klappt!
@ostseerola das ist wirklich eine sehr schwierige Familienkonstellation in der Du lebst. Für mich hat es den Anschein, als hätte sich Dein eigener Ehemann gegen Dich mit seiner Schwester/ Familie verbündet. Von seinem Ehemann kann man 100% Loyalität erwarten. Bedingungslos. Auf Deine kritische Nachfrage wegen des Schlüssels antwortet er Dir : er vertraut seiner Schwester ( aber Dir nicht…) das erinnert mich an meine ehemalige Schwiegermutter, die mich beschimpfte ( aber nicht wegen Alk.)- aber mein ehemaliger Mann hat mich nie vor ihr in Schutz genommen. Eines Tages wurden Ihre Beschimpfungen so schlimm, dass ich endlich die Kurve kriegte und gegangen bin. Heute habe ich die beste Zeit meines Lebens. Und ich habe großes Mitgefühl mit mir selbst, dass Alkohol meine “beruhigende Medizin” war. Heute bin ich schon lange abstinent. ( mit kleinen Ausrutschern, die aber nicht so sehr ins Gewicht fallen, da mir Freiheit meines alkoholfreien Lebens mit das Wichtigste geworden sind.😘Sophia48
Du darfst Dich niemals aufgeben
@alex7 ... ich danke euch Allen !!! für die Rückmeldung.
ja, meine Anmeldung hier liegt schon etwas zurück - damals war ich bei meiner Tochter. Sie hat mir das eingerichtet, denn ich bin da etwas unbeholfen. Ursprünglich wollte ich hier nur lesen ... ich bin durch das Buch "Alkohol ade" auf das Forum aufmerksam geworden. Tag 1 hatte ich nach der Reha schon viele. Habe eine Abstinenz-App auf dem Handy. Jedes mal wenn ich wieder zurückstelle auf Anfang finde ich mich zum ko... , als Versager und ohne Willen. Hatte mir auch Gaba und Vitamin B-Komplex gekauft, aber ich habe nicht lange genommen.
Selbsthilfegruppen habe ich auch aufgesucht, aber dort waren alle schon sehr lange trocken und haben meine Rückfälle verurteilt bzw nicht verstanden. Da habe ich mich dann auch nicht gut gefühlt.
Jetzt habe ich angefangen, Bücher über diese Krankheit zu lesen. Momentan lese ich "Chianti zum Frühstück"
Der Irrsinn bei mir ist ja, ich habe meinen Vater am Alk sterben sehen und war viele Jahre mit einem Spiegeltrinker verheiratet ...





