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ich bin das Kind eines Alkohlikers und einer Mutter, die nie Alkohol getrunken hat. Mein Vater ist früh an den Folgen seines Konsums verstorben. Ich bin in einer dysfunktionalen Famile aufgewachsen und war früh für meine Mutter "Partnerersatz" weil ich so vernünftig war.
Ich habe die Gene meines Vaters geerbt und nicht die meiner Mutter. Den ersten heftigen Kontrollverlust hatte ich schon mit 18 Jahren. Danach nur noch sporadisch getrunken, nie zu Hause.
Richtig angefangen zu trinken habe ich dann, als ich mich von meinem Freund getrennt habe. Wir haben zusammengelebt. Er hat sich um mich gekümmert, danach habe ich es aus lauter Schmerz nicht mehr zugelasssen. Ich, die Powerfrau. Alkohol war kein Thema in der Zeit, wo wir zusammen waren. Ich war 27. Dann hat es angefangen. Ich bin jetzt 56 und habe mich auf 2 Flaschen Wein täglich gesteigert. Manchmal gab es auch eine Flasche Wodka oder Gin nebenbei.
Fast 30 Jahre. Aber ich will diese Jubiläum nicht erreichen.
In der Zeit habe ich Karriere gemacht und bin in führender Position, soll heißen, ich bin funktionierende Alkoholikerin, die genug Geld hat, um Alkohol und Zigaretten zu konsumieren.
Was ich da jeden Monat an Geld wegwerfe betrübt mich sehr. 2024 nicht mehr, denn ich möchte auch aufhören zu rauchen.
Mein kritischer Umgang ist mir bereits seit 29 Jahren bewusst. Dann kam Corona und Homeoffice. Ich war froh, so konnte ich schon um 15.00 Uhr trinken. In meinem Arbeitszimmer zu Hause. Arbeiten, rauchen und trinken.... Nach Corona bin ich nur ins Büro gegangen, wenn ich Termine in Präsenz hatte.
Mich begleiten schwere Depressionen und Schlafstörungen. Mein Gehirnstoffwechsel ist nicht in Ordnung. Ich bin so froh, durch Gaby neue Erkenntnisse gefunden zu haben und diese Erklärungen bezüglich des Hirnstoffwechsels. Habe das Buch Alkohol Adé gelesen und mir die NEM´s bestellt. Die Suchtlüge lese ich gerade. Gestern habe ich keinen Alkohol getrunken und Dank des Schlummertrunks und Gaba 11 Stunden geschlafen. Unfassbar. Noch nicht sind alle NEM´S da, aber ich bereite mich vor. Habe aber auch in der Vergangenheit unzählige Videos von Flaschengeist und Nathalie Stüben gesehen.
Es gibt Nächte, wo ich nichts getrunken hatte, weil ein wichtiger Termin anstand und ich war die Nacht komplett wach. Wirklich wach. Ich mißbrauchte auch Alkohol um zu schlafen. Ich schreibe mißbrauchte, weil mir die letzte Nacht meine Sorgen genommen hat.
Alle leeren Flaschen habe ich gerade ins Auto gepackt und werde sie morgen entsorgen. Fühle mich gerade schon ein bisschen befreit.
Das schlimmste, warum ich aufhören möchte ist, wie ich aussehe und der gravierende soziale Rückzug. Man sieht mir meine Sucht an. Daneben natürlich auch alle körperlichen Gefahren.
Ich nehme nicht mehr Teil an dieser Welt. Ich bin in meinem Schneckenhaus und möchte da raus.
Verabredungen lehne ich ab. Das kann so nicht weiter gehen.
Der Job funktioniert noch sehr gut, aber ich bin sehr stark im Job belastet. Wird wohl auch so ein Kick für mich sein, Erfolge zu erzielen, die ich erziele. Ich werde in der Nüchternheit bestimmt auf einige neue Inneneinsichten bekommen, worauf ich mich sehr freue.
Bei mir steht auch ADHS im Raum. Ich bekomme seit November entsprechende Medikamente, die mir sehr gut tun. In dem Beipackzettel wird vom plötzlichen Alkoholverzicht gewarnt. (Größere Mengen Alkohol).
Heute ging alles gut. Ich habe eine Apple Watch und mein Bruder ist mein Notfallkontakt. Das beruhigt mich.
Ich habe Traumatas erlebt, die ich in aller Arten von Therapien verarbeitet habe. Ich bin auch ein wenig spirituell. Ich war mir aber immer bewusst, dass eine Heilung nur von Innen kommen kann und nicht durch eine Verhaltenstherapie. Ich kenne die Momente, wo ich beim Fastenwandern war oder eine 21 tägige Ayurveda Kur gemacht habe. Da war ich ohne ohne Alkohol so glücklich.
Ich habe jetz so viel von Euch allen gelesen und hoffe, mit Euch mitziehen zu können und endlich glücklich zu werden. Wer ist hier der Chef und entscheidet. Ich!
Ich bin gespannt, wie es nach 30 Tagen ohne Alkohol mit meinen Depressionen aussieht. Ich war stationär 4 Monate in einer Klinik aufgrund schwerer Depressionen. Keinen Alkohol und es ging mir nicht besser. Bin mit Lythium entlassen worden und war ein Zombie. Medikamente habe ich selbstständig abgesetzt. Mein Arzt hat sich gefreut, dass ich es selber bemerkt habe. Ich bin in wirklich guter Behandlung. Aber Medikamente sind nicht alles. Die Besserung der Hirnfunktion hat mich beeindruckt.
In voller Hoffnung
Ulkiye
Liebe Ulkiye, herzlich Willkommen! Deine Geschichte hätte von mir sein können. Du bist hier genau richtig und ich wünsche Dir von Herzen viel Erfolg! Auch mir hat die Einsicht mit der verqueren Hirnchemie unglaublich geholfen. Es ist nicht mein schwacher Charakter, sondern die Überredungskunst im Oberstübchen. Gefahr erkannt, Gefahr gebannt. Es sind jetzt knapp 1 1/2 Jahre und ich kann Dir sagen - trotzdem nicht immer eitel Sonnenschein herrscht - ALLES ist besser ohne das Gift!!
Fühl Dich wohl hier und berichte wie's Dir auf Deinem neuen Weg geht 😀
@ulkiye auch von mir ein herzliches Willkommen! Wie geht es dir nach den ersten abstinenten Tagen? Ich erinnere mich noch gut an den Schlaf der ersten Zeit bei mir. Mein Körper und Geist waren auch so derbe gebeutelt, dass ich teils bis zu 11 12 Stunden geschlafen hatte. Die Mittagsschläfchen nicht mitgerechnet wogl gemerkt 😆 Und es tat so unglaublich gut und überraschte mich ebenfalls; konnte ich doch ohne 2 Flaschen Wein nicht einschlafen.
Liebe Grüße!





