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So ihr Lieben, die ihr dies lest...
Einen schönen Sonntag.
Im April fand ich das Buch auf meinem Nachttisch. Meine Frau hatte es mir dort hingelegt. Nach dessen Lektüre war ich erstmal froh kein Psycho zu sein, sondern bloß ein Alkoholiker (vermutlich).
Angefangen hat das Ganze vor exakt jetzt 50 Jahren, als ich im Alter von 16 meine erste feste Freundin kennen lernte. Ihre Eltern hatten eine Gaststätte... So konnte ich immer und jederzeit und jede Menge und alles wirklich ALLES MÖGLICHE saufen und das für Umme (also quasi für lau).
Die Freundin hielt 11 Jahre, der Alkohol blieb mir bis heute. Drei Ehen weiter, drei Kinder weiter, sechs Klinikaufenthalte weiter ist er mir immer noch treu bei einem jetzt moderaten Pensum von aktuell 2 Flaschen Sekt und einer Flasche Wein pro Tag. (Am Samstag oder Sonntag auch mal weniger, da ich da nicht arbeiten muß) , da ist es "nur" das Bier bei der Gartenarbeit.
Von April bis heute habe ich meinen Ausstieg vorbereitet: Das Buch meiner Frau nochmal komplett vorgelesen, anschließend auf einem 3 Tage-Seminar das Ausstiegs-Konzept und die Excel-Tabellen erarbeitet die Nährstoff Einnahme betreffend, meinen gesamten Weinkeller leer getrunken, meine 8 Kästen Gartenbier leergemacht (ich trank bei der Gartenarbeit gern einen halben Kasten Bockbier weil sich Sekt und Gartenarbeit nicht so gut vertagen, wie ich finde) , ich musste auch noch abwarten bis Deutschland aus der Fußball-EM ausscheidet und jetzt trennt mich nur noch eine Flasche Eierlikör und eine Flasche Wein vor dem ersten Tag.
Ps. natürlich hab ich Angst davor dann nie mehr etwas trinken zu dürfen. Aber ich hatte ja in den letzten 50 Jahren schon 6 Ausstiege gemeistert, von denen der längste immerhin 3 Monate gehalten hat, und vom Kiffen bin ich auch schon 20 Jahre weg und die 30 Kippen am Tag brauche ich seit 14.3.2007 nicht mehr. Von 30 auf Null -nachdem mir meine Frau im Februar 2007 das Buch "Die Rauchgiftfalle" untergeschoben hat, was eines abends auf meinem Nachttisch lag...
Euer Rumpel
@rumpelheinzchen Willkommen im Club...es ist nie zu spät, ich habe nach 40 Jahren mit Hilfe des Konzeptes den Ausstieg gut geschafft und mir geht es großartig. Ich lag so bei einer Flasche Wein täglich, bei deinen "moderaten" 3 Flaschen Wein/Sekt würde ich mir allerdings überlegen ob ich das so schnell runterfahren würde, ansonsten viel Erfolg für dich.
Herzlich Willkommen hier, schön, dass Du den Weg zu uns gefunden hast. Auch zum Entschluss, endlich aufzuhören, ein dickes Kompliment.
Ich möchte aber dringend, also wirklich ganz dringend, und ausdrücklich davor warnen das so zu machen, wie Du es vorhast. Das ist lebensgefährlich. Das steht auch so im Buch. Bei Deinem Konsum (Menge, Regelmäßigkeit, Dauer) ist es Wahnsinn, das allein zu machen.
Bitte mach das nicht.
Geh bitte zu Deinem Arzt und besprich das Vorgehen mit ihm, hol Dir bitte eine Einweisung zur qualifizierten Entgiftung. Du spielst mit Deinem Leben und tust Deiner Frau wirklich etwas an - stell Dir vor, sie findet Dich im akuten Krampfanfall, zuckend und um Dein Leben kämpfend. Oder sogar noch später ....
Ich schreibe das jetzt so drastisch, damit Du das nicht bei Seite wischen kannst.
Du bist bei dem Konsum nicht "vermutlich Alkoholiker." Du bist schwerer Alkoholiker. Das ist nicht moralisch verwerflich, darum geht es nicht, das weißt Du, das haben wir oft genug im Buch und hier gesagt.
Aber eben genau, weil Alkoholismus eine körperliche Erkrankung ist, kannst Du jetzt keinesfalls ohne ärztliche Aufsicht aufhören. Dazu trinkst Du zuviel.
Bitte mach keinen Unsinn.
Viele Grüße
Gaby
Liebes Rumpelheinzchen,
respekt, Deine Vorbereitungen sind wirklich wohl überlegt, Dein Entschluss steht, toll!!!
Gerne möchte ich die Worte von Gaby unterstreichen: Wenn ich Deinen Konsum lese, hätte ich auch ein besseres Gefühl, wenn Du das mit ärztlichem Beistand durchführst.
Auch ich habe es mit einem qualifiziertem Entzug geschafft.
Der erste und der beste Schritt für mich.
Liebe Grüße
@rumpelheinzchen Ich wusste beim Lesen nicht so ganz, ob ich lachen oder entsetzt aufschreien sollte. Am Wochenende trinkst Du weniger, nur einen halben Kasten Bockbier bei der Gartenarbeit ... und dann abends wahrscheinlich noch einen Absacker oder zwei.
Ist schon verdammt viel, und kombiniert mit den bereits vorangegangenen sechs Entzügen kannst Du Dir möglicherweise aussuchen, ob Du einen Krampfanfall oder einen Schlaganfall haben willst. Vielleicht auch beides.
Mach das nicht allein ohne Arzt. Schon weil ich Deinen Schreibstil mag und gern mehr von Dir lesen würde, aber vor allem Deinetwegen und wegen Deiner Frau.
Mir geht's wie allen anderen hier Schreibenden: keinesfalls ohne Arzt und am besten einen qualifizierten Entzug! Hab ich Ende April auch gemacht und nie bereut! Gerade bei solchen Trinkmengen ist das megawichtig! Und dann: viel Erfolg!
@Gaby und Forum
Auweia, was man hier so anrichten kann, wenn man so drauflos schreibt ohne nach überall abzusichern.
Entschuldigt bitte aber ich wollte euch nicht so verunsichern.
Ich bin noch nicht so forumerfahren um zu wissen, welche Informationen für euch wichtig sind und welche nicht.
Selbstverständlich ist der Hausarzt von Anfang an -also seit Mai- mit im Boot und unterstützt mich jederzeit voll umfänglich.
Das ist auch der Grund, warum der Start auf einem Montag liegt und nicht vor oder an einem Wochenende.
Erstaunlicher- wie erfreulicherweise sind meine Blutwerte -sowohl die hämatologischen als auch die laborchemischen- insbesondere Leberwerte, Triglyceride MCV und CDT im Normbereich. Ich bin seit 2012 Diabetiker, der aktuelle HbA1c liegt bei guten 5.8 %Hb.
Die Oberbausonographie zeigt eine Leberzellverfettung ohne Hepatomegalie und meine letzten beiden Operationen mit Intensivüberwachung (coronare Bypass OP und komplette Rotatorenmanschetten Ruptur) waren hinsichtlich meines Alkohokonsums im Verlauf komplikationsfrei und unauffällig verlaufen.
Eine stationäre Entgiftung wäre möglicherweise wünschenswert und noch sicherer, ist mir allerdings derzeit aufgrund meiner gesellschaftlichen Stellung sowie meiner beruflichen Position nicht möglich.
Also macht euch bitte keine Sorgen, ich bin safe und meine Frau und ich wissen sich zu helfen.
Außerdem verspreche ich euch, mich hier regelmäßig zu melden, um Euren Bedenken nicht unnötig Vorschub zu leisten.
Bis denne, am Ende wird alles gut - und wenn es noch nicht gut ist, dann ist es noch nicht das Ende.
Euer Rumpel
und danke Gaby, am Anfang wäre noch so viel zu schreiben aber das geht erst so nach und nach, sonst wird es zuviel auf einmal, fragt einfach nach, wenn ich was vergessen sollte zu erwähnen.
@rumpelheinzchen Ist ja nicht böse gemeint, sondern von Sorgen und eigenen Erfahrungen getrieben 😎
Einen wunderschönen guten Morgen,
wie @harley schreibt: Es ist wirklich die reine Sorge, die uns hier alle umgetrieben hat. Und ganz ehrlich: meine ist immer noch nicht weg. Frage: Du schreibst, Dein Arzt wäre mit im Boot. Was bedeutet das praktisch, außer, dass er Deine geschilderten Werte und Diagnosen gestellt hat? Weiß er, wieviel Du trinkst? Gibt er Dir Medikamente mit nach Hause? Wirst Du engmaschig kontrolliert in Bezug auf Blutdruck und Blutzucker? Allein, dass Du Diabetiker bist, ist eigentlich ein Knock-Out-Kriterium für einen Entzug allein.
Du schreibst, Deine Frau und Du, Ihr wüsstet Euch zu helfen. Im Krampfanfall aber ganz sicher nicht. Du sowieso nicht - Du bist dann nicht mehr bei Dir - und Deine Frau auch nicht, glaub es mir.
Deine Sorgen bezüglich Klinik verstehe ich, wenn sie auch unbegründet sind. So, wie Du schreibst wird sich nichts dran machen lassen. Denk doch bitte noch mal drüber nach. Oder aber, bitte, bitte: Im Buch steht doch auch genau beschrieben, wie ein ambulanter Entzug unter der Kontrolle des Hausarztes abläuft. Wenigstens dann so?
Mir ist das echt unheimlich.
Viele herzliche Grüße
Gaby
Die Stationen sind safe... zwar kann ich nicht für alle Stationen in Deutschland sprechen. So allerdings, wie ich es bisher hab kennenlernen dürfen/müssen, ist Mann/Frau unter sich.
Unter Corona-Bedingungen erst recht!
Frag doch einfach mal nach, WO ein qualifizierter Entzug überhaupt stattfinden kann - denn nicht jede Klinik bietet das an.
Ich zum Beispiel durfte eine Stunde Fahrtzeit in Kauf nehmen. Und bei so einer Entfernung läuft Dir nicht einfach so jemand Bekanntes über den Weg. Und selbst wenn, in dem Moment sitzen ALLE im gleichen Boot!
Der Kernsatz ist immer, was hier geredet wird, wen Du hier siehst, bleibt hier.
Verstehe meine Erläuterung einfach als Mutmache.
Ein weiterer, sehr wertvoller Pluspunkt eines qualifizierten Entzuges in einer Klinik: Du befindest Dich nicht in Deiner gewohnten Umgebung, sondern unter einer "Käseglocke", hast Zeit für Dich und Deine Empfindlichkeiten, Deine Gedankengänge, Du wirst umsorgt und wirst alle paar Stunden gesundheitlich kontrolliert. (Das alleine ist meiner Meinung nach durch einen Hausarzt nicht zu leisten. Meiner, der wirklich einiges für mich getan hat, hat das Thema Medikamente im Zusammenhang mit dem Alkoholentzug ABGELEHNT, weil er es besser in Profi-Händen wissen wollte)
Alles Liebe für Dich.





