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Hallo zusammen. Ich bin neu hier und möchte mich kurz vorstellen. Ich bin selbständig und hatte bis vor Corona eine recht gut laufende Firma. Von heute auf morgen brach alles weg und ich fing an meine Tage dem Alkohol und mich betrinken zu widmen. Es läuft jetzt wieder einigermaßen normal mit der Firma, aber mein Problem mit dem Alkohol ist geblieben. Ich kann einfach nicht mehr aufhören nach einem Glas. Habe schon immer gerne getrunken, jedoch beschränkte sich das auf den Sommer und am Wochenende und im Winter oft monatelang gar nicht. Ich habe mit den NEM 3 Wochen geschafft , ganz einfach. Dann kam der Urlaub und ich dachte ich habe es im Griff. Natürlich war dem nicht so. Der Urlaub ist nun schon 2 Wochen vorüber und ich trinke trotzdem noch. Ich wollte mit den NEM wieder anfangen, jedoch kann ich die Menge an Tabletten mittlerweile nicht mehr schlucken. Kann man dieselben Erfolge mit Pulvern erzielen ? Habt ihr Erfahrung ? Ansonsten bin ich sehr froh, dass Forum hier gefunden zu haben. Das Buch von gaby ist sehr hilfreich wie ich finde. Ich hoffe ich finde hier die Kraft , erneut „nein“ sagen zu können. Liebe Grüße und danke fürs lesen 🙂
Ich weiß nicht , wie ich das aus meinem Kopf bekommen kann. Zu verstehen; dass ich nichts schlimmes aufgeben muss. Es bringt ja absolut nichts. Auch die 2 Gläser nicht, genausowenig wie 2 Flaschen.
Das ist genau die Kernerkenntnis für alle die noch nicht so ganz überzeugt sind:
Es bringt nichts und es gibt den Kompromiss nicht.
Ich selbst war schon traurig deshalb, oder verzweifelt, hatte Sehnsucht... alle haben es hier lesen können.
Aber es gibt halt Dinge, die mit einem zufriedenen gesunden Leben nicht vereinbar sind.
Du würdest ja auch nicht -nur weil du frierst und dich nach Wärme sehnst- in einen Whirlpool mit kochendem Wasser springen. Auch das ist auf Dauer mit dem Leben nicht vereinbar.
Es nutzt nichts oder wie du richtig schreibst: Es bringt ja absolut nichts.
Und um im Bild zu bleiben: auch sich mit 2 oder 3 Bechern kochendem Wasser zu übergießen bringt nichts, wenn einem kalt ist - genauso wenig wie der Sprung ins kochende Wasser.
Aber fasse bitte Mut: das ist nicht schlimm. Die schönen Abende waren ja nicht nur wegen dem Alkohol schön. Eine fröhliche Stimmung haben, sich mit Freunden gut unterhalten können, ausgelassen sein: das alles geht auch ohne Alkohol.
Die Kernerkenntnis hast du schon sehr sauber formuliert. Lass etwas (und damit meine ich "genügend") nüchtere Zeit vergehen, dann verfestigt sie sich in deinem Hirn.
Ganz bestimmt!
Ich mach das auch schon seit 14 Monaten so und mir dämmerts so langsam : es bringt nichts denn das, was es bringt, war das Falsche.
viel Erfolg Dein Rumpel
@sarra123 Liebe Sarra, mir ging das auch sehr sehr lang so dass ich den gemütlichen Stunden im Garten,oder beim Essen oder im Urlaub oder oder oder...nachgetrauert habe, bei mir war auch bis vor
Jahren auch immer nach spätestens nach dem 3 Glas Schluss, da wollte und konnte ich nichts alkoholisches mehr trinken, das ist für immer vorbei.wenn ich jetzt wieder Lust auf Wein oder die damaligen schönen Momente verspüre, dann erinnere ich mich an die beschämenden Situationen des Betrunken seins, an den nächsten Tag mit Herzklopfen, und sage mir, nein das will ich nicht mehr., Vielleicht hilft dir das auch.liebe Grüsse Niki
@rumpelheinzchen Na, wer hat es im ersten Anlauf sofort geschafft? Ich jedenfalls nicht ...
@rumpelheinzchen Klasse Rumpel, der Faktor Zeit hat wohl erfolgreich in dir gearbeitet Ich sehe das im übrigen ganz pragmatisch: Ich habe in meinem Leben genug Rausch gehabt, 40 Jahre Alkohol, 35 Jahre Kiffen und früher auch noch andere Sachen. Es reicht einfach. Das ist keine Sehnsucht oder Traurigkeit. Die letzten anderthalb Jahre haben mir gezeigt das ich wunderbar ohne jegliche Drogen leben kann, von Zigaretten und Zucker mal abgesehen. Das Leben selbst ist der Rausch, wenn man es intensiv und bewusst lebt. Das hätte ich mir früher nie vorstellen können. Ich habe meine Trinkerei und Kifferei lange genossen und ich bedauere dieses Leben auch nicht, es war halt mein Leben, ich kannte nichts anderes. Irgendwann ist es gekippt, ich habe es natürlich nicht gemerkt, weil ich süchtig war. Ich habe nichts verloren ohne Alkohol, im Gegenteil, ich habe meine Freiheit gewonnen . Das Zeug hat mir halt mein komplettes Dopaminsystem zerschossen, Alkohol erzeugt nur Fakedopamin, das Leben erzeugt echtes Dopamin. Daher auch der Wunsch kontrolliert weitertrinken zu wollen, ich hab das Spielchen oft gespielt, sowas nennt man Sucht. Man muss erstmal Abstand gewinnen, vorallem auch zeitlich. Das Leben wird dann immer besser und intensiver.
@harley hm... ernstzunehmender Versuch mit dem Konzept und... keinen Rückfall gebaut 😉
Es kann gut klappen!
...und wenn es nicht beim ersten Mal so ist, dann geht davon die Welt auch nicht unter.
Halllo,
Ich weiß nicht , wie ich das aus meinem Kopf bekommen kann.
Ich auch nochmal dazu…:
Zeit ist dabei das A & O, man kann es nicht erzwingen, nur etwas nachhelfen. In dem Fall ist es gut, dass die Zeit vergeht. Wenn ich entgegen bester Vorsätze mal wieder am Wochenende gesoffen habe, viel mir am Montag immer auf, dass das Wochenende rasend schnell vorüberging und ich am kommenden Wochenende den Saufdruck doch mal aushalten könnte, weil es doch eh ratz fatz vorüber geht. Keine Ahnung, ob mir diese Gedanken etwas gebracht haben. Mit der totalen Eskalation vor Augen und mithilfe anderweitiger Bemühungen hat es mit dem Alk bei mir dann irgendwann „einfach“ aufgehört.
Ich finde es immer wieder bemerkenswert zu erfahren, wie wenig ich Herr im eigenen Haus bin. Als Süchtiger tritt es mir ins Bewusstsein. Wer „normal“ vor sich hin lebt, bekommt davon kaum was mit und glaubt vielfach, dass alles was er tut und lässt seinem Willen und seiner Planungskompetenz geschuldet ist.
Zu verstehen; dass ich nichts schlimmes aufgeben muss.
Nichts gegen Verstehen und Vernunft, aber Verstehen und Vernunft sind vollkommen überbewertet und die Vorstellung alles zu verstehen erscheint mir gruselig.
Gruß Matthias
Zu verstehen; dass ich nichts schlimmes aufgeben muss.
Das scheint mir das A und O zu sein, um aufhören zu können: Die Erkenntnis, dass damit keinerlei Verlust verbunden ist. Bei meinen ersten zwei Versuchen fand ich, ich bin ein armes Schwein, weil ich nicht saufen darf. Logisch fing ich wieder an. Ich bin nicht besonders leidensfähig, mit einem dauernden Gefühl eines Mangels und einer dauernden Sehnsucht könnte ich nicht leben. Und schon gar nicht, wenn die "Erlösung" so leicht zu haben ist.
Jetzt beim dritten Anlauf mit Gabys Konzept und den NEMs habe ich diese miesen Gefühle nicht. Keine Ahnung, was genau den Schalter im Hirn umgelegt hat. Die NEMs sind sicher nicht unbeteiligt daran, den körperlichen Mangel gleichen sie aus. Mein profunder Widerwille gegen mein Leben, das immer kleiner und eingeschränkter wurde, machte es mir wohl auch leichter. Dieses Mal hatte ich keine romantischen Vorstellungen eines alkoholgeschwängerten Freigeist-Lebens mehr. Nachts kotzen hat nix Freigeistiges, Dauerdurchfall nichts Romantisches, ganz zu schweigen von Peinlichkeiten lallen und und und. Dazu kam die nackte Angst, meine berufliche Existenz zu verlieren, mir schwante, dass es eine Frage der Zeit ist, bis meine Arbeit so ist, dass kein Mensch mir mehr Geld bezahlt dafür.
Als ich noch "normal" trank, die üblichen zwei Gläser so zwei bis drei Mal pro Monat, da waren diese mir gar nicht wichtig. Ich hätte sie gerade so gut nicht trinken können. Wenn ich jetzt von diesen zwei Gläsern träumen würde, dann wären sie aber sauwichtig. Die Prämisse stimmt nicht, es kann gar nicht funktionieren. Wir alle, die wir süchtig sind, haben einen Punkt überschritten, hinter den wir nicht zurückkommen.
Aber wie man zu der tiefgreifenden Überzeugung kommt, dass Alkohol von A bis Z Schrott ist, dass es da nichts zu bedauern gibt, weiss ich leider nicht. Ich kann Dir nur sagen: Er ist so. Es ist ein Segen, nicht mehr saufen zu müssen.
@harley Ab wann gilt denn in Deiner Weltsicht das "geschafft"? Es wird immer jemand geben, der auch nach 5 Wochen, 5 Monaten, 5 Jahren rückfällig wurde. Mir geht seit Monaten der Gedanke im Kopf herum: Kann denn nicht auch dieses "Rückfall gehört dazu" zuweilen auch unbewusst eine Art "innerlicher Freibrief" sein? Ich frage das wirklich, habe keine Agenda im Hinterkopf. Mir kommt es nur so vor wie bei diesen Motivationstrainern, die sagen "Du musst Dir ein Ziel nur genug wünschen, dann schaffst Du es auch" - und wenn es nicht klappt, hast Du Dir es nicht genug gewünscht.
@epstein Puuh, da erwischt Du mich ... eine gute Antwort darauf habe ich nicht, muss ich gestehen, wenn ich so gelegentlich lese, nach welch langer Zeit es manche dann doch wieder erwischt. Ich selbst bin ja auch "erst" 2 plus ein wenig Jahre vom Nervengift unabhängig.
Die ersten 30 Tage sind sicher eine wichtige Hürde. Aber danach ...





