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Hallo zusammen,
ich bin Sabrina und versuche mich gerade auf diesem Portal zurechtzufinden. Ich habe noch nicht meinen 1. nüchternen Tag verlebt, habe aber das Buch gelesen und die NEM s besorgt. Mir ist bekannt, dass ich hier ein 30 Tage Coaching buchen kann und ich weiß nun, dass ich nicht nur willensschwach bin.
Die NEMs habe ich seit ca 30 Tagen nach und nach langsam eingeschlichen, da ich nicht wusste, ob ich alles zusammen auf einmal vertragen kann. Bislang kann ich alles gut vertragen. Nur das Taurin fehlt noch. Beim "Hustenlöser" habe ich noch Bedenken. Den möchte ich nicht einnehmen, da ich keinen Husten habe.
Ich bin sehr reflektiert und habe über alles sehr gründlich nachgedacht. Nach meiner eigenen Diagnose gehöre ich zu denen, die trotz übermäßigem Alkoholkonsum sehr gut funktionieren. Ich hatte nie den sogenannten "Tiefpunkt", Gott sei Dank! Und den will ich auch niemals erleben, darum bin ich hier und suche eure Unterstützung.
Mein ganzes Leben lang war ich eine alleinerziehende Mama 2er Söhne, die auch noch Karriere gemacht hat. Darauf bin ich nicht stolz. Das war in der Rückschau alles viel zu viel Verausgabung für mich. Selbstfürsorge lerne ich erst heute step by step, nachdem meine geliebten Söhne aus dem Haus sind. Nun bin ich 61 Jahre alt, Akademikerin im Heilungssektor und ich trinke. Mein Leben war schwer, aber das ist keine Entschuldigung - allenfalls eine Erklärung für meinen erhöhten Alkoholkonsum.
Ich konnte die übermenschlichen Anforderungen/mein Leben nicht aushalten, darum trinke ich. Es fing erst langsam an und wurde über die Jahre mehr und mehr. Meine nun erwachsenen Söhne wussten das immer und machen sich nun große Sorgen um mich. Im Dienst oder mit den Kindern gab es keine Probleme, ich trinke erst abends und konnte somit immer gut funktionieren. Aber ich mache mir nichts vor. Der eine oder die andere wird es bemerkt haben.
Es gibt unzählige Trigger, die ich ohne Alkohol nicht aushalten könnte. Selbstverständlich arbeite ich schon lange an diesen Themen. Meinen ersten nüchternen Tag würde ich aushalten. Ich könnte nüchtern sein, aber nicht nüchtern BLEIBEN. Aus Angst vor dem Versagen beginne ich erst gar nicht mit dem 1. nüchternen Tag, sondern schiebe ihn auf.
Was soll ich abends tun, wenn ich mich normalerweise runter trinke? Was füllt die Lücke, wenn ich mir das Entlastungstrinken wegnehme? Was tue ich, wenn die üblichen Stressoren mich penetrieren?
Da ich seit der Schwangerschaft mit meinem jüngeren Sohn ohne Partner lebe, habe ich es sehr leicht, unbemerkt zu trinken. Die Kinder sind aus dem Haus, niemand kontrolliert mich.
Ich weiß, was ihr jetzt sagen würdet: Wenn es angeblich so leicht ist, warum willst du dann aufhören? Warum trinkst du nicht weiter?
Das Trinken ist nicht gut und nicht leicht, wie ihr wisst. Es ist anstrengend. Das Trinken macht mir Depressionen, es zerschießt mein Mikrobiom, meine Selbstachtung und alles, was mir noch bleibt. Es raubt mir Lebensqualität und seelische Stabilität. Ich bin hundskaputt. Und dennoch kann ich mir nicht vorstellen, nie wieder ein Glas Sekt trinken zu dürfen, nachdem ich aufgehört habe zu trinken. Da nützt mir auch die 24 Stunden Regel der AA nix, die besagt, dass ich nur HEUTE das erste Glas stehen lasse. Es kommt mir vor wie eine Affirmation, die zu weit weg ist, als dass mein Gehirn sie glauben könnte.
Wie ging es euch, bevor ihr euch für euren 1. nüchternen Tag entschieden hattet? Ich brauche wirklich empathischen Support.
Vielen Dank fürs Lesen! Eigentlich wollte ich gar nicht so viel Raum einnehmen, aber es ist mir so in die Tastatur geflossen.
LG Sabrina
@sabrina Guten Morgen und herzlich willkommen! Ich konnte mir auch nicht vorstellen, nie wieder "ein Bierchen" zu schlucken. Und dann war es so, dass mir mit Gabys Konzept nach mehreren konventionellen Fehlversuchen auf einmal gar nichts fehlte ...
Weitertrinken ist keine Alternative. Es ist ein Nervengift, es versaut einem den Tag und vor allem: Es fehlt einem wirklich nicht, wenn man erst mal drüber ist.
Ich wünsche Dir viel Erfolg!
@sabrina Herzlich Willkommen, du bist sehr reflektiert und hast verstanden worum es geht. Aus meiner Sicht ist dieses ständige Aufschieben und vorallem die Vorstellung das man ohne Alkohol nicht leben kann das Hauptproblem. Es ist nur eine Vorstellung bzw. ein Glaubensatz den dir dein süchtiges Trinkerhirn einflüstert, mehr nicht. Du kannst wunderbar ohne Alkohol leben und abstinent bleiben, ich praktiziere das seit 2 Jahren. Es ist nur ein Gedanke, eine Vorstellung, wenn auch sehr mächtig, man muss diesen ersten Schritt einfach gehen. Du hast in erster Linie eine biochemische Stoffwechselstörung, mehr nicht. Die NEMs werden dich wunderbar unterstützen in den ersten Wochen und dich stabilisieren. Natürlich muss man die Lücke füllen die entsteht, bei mir war das am Anfang Sport und Meditation, da ist jeder anders. Diese Angst ohne Alkohol nicht Leben zu können, ist unbegründet, sie hat mich Jahre gekostet und ist eine LÜGE, wenn du das erkannt hast, wirst du es schaffen. Viel Erfolg.
@sabrina Herzlich willkommen! Der Gedanke, nie wieder auch nur ein Glas trinken zu dürfen, hat mich jahrelang davon abgehalten, mit dem Trinken aufzuhören. Ich habe täglich vor allem heimlich getrunken. Erst als der Leidensdruck bei mir zu groß wurde durch all die Lügen, die durch die Heimlichtuerei entstanden, und ich mich regelrecht versklavt fühlte, packte ich es an. Und ich muss dir sagen: Seit über einem Jahr bin ich dankbar und glücklich, dass ich nicht mehr trinken MUSS! Mir fehlt rein gar nichts, ganz im Gegenteil. Diese Freiheit genieße ich so sehr, alle Situationen (ob Trauer, Stress, Langeweile, Glück etc lassen sich ohne viel besser erleben). Wenn du hier ein bisschen liest, findest du sicher auch Anregungen, was du stattdessen machen kannst 😊 Alles Gute!
Vor dem großen "NIE wieder" hatte ich auch Angst bzw. wollte diese Vorstellung für mich nicht akzeptieren und habe deswegen das Aufhören vor mir hergeschoben.
Geholfen hat bei mir, diese verklärte und idealisierte Vorstellung vom Alkohol (das nur gelegentliche Glas Wein wegen der einzigartigen Geschmacksvielfalt, was soll da auch verkehrt sein, oder das Glas Prosecco an Geburtstagen, natürlich ausnahmsweise) aus meinem Kopf zu tilgen. Mir genau anzuschauen, wie meine Trinkerei tatsächlich war. Nämlich weder genussvoll, noch elegant, noch der Geselligkeit dienend sondern einsam, traurig, zunehmend selbstzerstörerisch, verbunden mit Lügen und Heimlichtuerei, einem riesigen Aufwand an Energie beim Beschaffen/Entsorgen und ständiger Angst, aufzufliegen (oder dass der Alkohol ausgeht).
Ich stecke aktuell noch mitten im Entzug. Wie schwer der fällt, ist vermutlich bei jedem anders, ich kann nur für mich selbst sprechen, dass es bislang viel viel leichter gefallen ist, als ich es mir vorgestellt hatte, dass es mir bzgl. vieler Punkte (Schlaf, Kopfweh ect.) bereits nach ein paar Tagen erheblich besser ging und vor allem dass mit der Entscheidung, genau jetzt aufzuhören eine riesige Erleichterung gekommen ist. Ich freue mich jeden Tag, dass ich nicht mehr heimlich in der Früh das Altglas aus dem Haus schmuggeln muss, dass ich mich an der Supermarktkasse nicht mehr schäme beim Einwickeln der ganzen Weinflaschen (soll ja nicht klappern) und dass diese elende Versteckerei ein Ende hat. Also: trau Dich!!
Ich wünsche Dir viel viel Erfolg.
Liebe Grüße,
Liebe Sabrina, ich möchte dir gern Mut machen.
Ich werde im April 65, seit 1.1.2020 bin ich nüchtern. Ca 40 Jahre war ich alkoholabhängig. Vor allem in den letzten Jahren litt ich extrem unter meiner Alkoholsucht. Nur mein Mann und mein jüngster Sohn wussten von meinem Problem, in seinem ganzen Ausmaß habe ich es auch vor ihnen gut verheimlicht. Da mein Mann während der Woche auswärts arbeitete, konnte ich abends meine Sucht hemmungslos ausleben. Fiel ihm während eines Telefonats auf, dass ich undeutlich sprach oder sogar lallte, schob ich es auf Tabletten wegen meiner Migräne, auf einen sehr anstrengenden Tag...du kennst das bestimmt alles. Er nahm es mir immer ab. Wie oft dachte ich, wünschte ich: Schau doch genauer hin! Du musst doch merken, wie tief ich im Sumpf stecke!
Als Lehrerin und Ausbildungslehrerin funktionierte ich sehr gut. Während 4 Schwangerschaften und Stillzeiten trank ich nie, von Aschermittwoch bis Ostern legte ich mir selbst eine Trinkpause auf, ebenso im November. Das klappte immer, was mir ja auch bewies, dass ich keine "echte" Alkoholikerin war. Ganz aufzuhören konnte ich mir einfach nicht vorstellen. Ich brauchte den Alkohol, wenn ich wütend war, traurig, glücklich, sorgenvoll - eigentlich immer. Ohne ihn fühlte ich mich schlicht nicht lebensfähig.
Bis ich dann im Herbst 2019 dieses Leben einfach nicht mehr wollte, dieses Lügen, Sich-Selbst-Hassen, das ganze Elend einfach, das die Alkoholsucht mit sich bringt. Silvester 19 trank ich dann mein letztes Glas und habe es bis heute geschafft. Es war um so viel leichter, als ich es mir vorgestellt hatte. Seitdem fühle ich mich wieder als wertvoller Mensch. Mein Leben hat nach wie vor seine Höhen und Tiefen (wie soll es mit Kindern und Enkeln auch anders sein), aber es ist ein Leben. Ein selbstbestimmtes. Nie, nie mehr möchte ich in diese Trinkhölle zurück und ich bin so glücklich und dankbar, dass ich es geschafft habe.
Das Gleiche wünsche ich auch dir. Zögere nicht, nimm deinen ganzen Mut zusammen und starte. Das Forum hier und das Konzept ist eine tolle Hilfe.
Alles Gute, ich drücke fest die Daumen.
Liebe Grüße
Isabel
@sabrina Liebe Sabrina, herzlich willkommen hier. Der Schrecken beim Gedanken "nie wieder Alkohol" ist Dein Suchtdedächtnis. Klar geht es beim diesem Gedanken auf die Hinterbeine. Was ich Dir dazu sagen kann: Diese Reaktion vergeht mit der Zeit, diese Stimme wird kleiner, bei mir jedenfalls.
Gib' Dir eine Chance und fange einfach an. Du wirst sehen, dass Du Stresssituationen ohne Alkohol viel gelassener meistern wirst. Eine Menge gefühlter Anspannung fällt weg, wenn man nicht mehr trinkt. So wie Du fühlte ich mich auch vor meinem Tag 1. Völlig ausgelaugt. Da dachte ich auch, ohne Alkohol werde ich ein unzufriedenes Leben führen. Dann habe ich mir gesagt, dass mir ein unzufriedenes nüchternes Leben lieber ist als ein unzufriedenes alkoholisiertes.
Viel Erfolg, Kris
Ihr Lieben,
ich musste eben ein bißchen weinen, als ich eure mutmachenden Kommentare gelesen habe. Denn es war das erste Mal in meinem Leben, dass ich überhaupt offen und ehrlich über das Problem gesprochen habe und ich habe keinesfalls mit empathischen Reaktionen gerechnet. Unterstützung ist ein Fremdwort für mich. Ich stand immer auf der anderen Seite des Bettes, aber ich lag nie darin. Mein ganzes Leben packte ich alles an und fragte höchstens noch: wo steht das Klavier? Damit bin ich immer über meine Natur gebügelt. Aber nun kann ich nicht mehr und will auch nicht mehr (trinken, alles leisten, für jeden da sein... usw...)
Viele Fragen quälen mich noch und ich muss mich erstmal langsam herantasten, ob ich sie hier alle stellen darf. Was ich jetzt in meiner verletzlichen Situation nicht verkraften möchte, sind verbale Schläge in die Weichteile in Form von Konfrontationen oder erhobenen Zeigefingern. Ich bedanke mich von Herzen für eure aufbauenden Worte und fürs Mutmachen.
Was mir helfen würde, sind Berichte über den 1. Tag und wie es dann weiterging. Habt ihr die ganzen Nem s an Hand des Einnahmeschemas genommen? Haben sie gewirkt und euch entlastet? Wie ging es euch psychisch und wie seid ihr mit euren typischen Trinktriggern umgegangen? @soberrebel Sport und Meditation ist auch etwas für mich, das mache ich bereits. Aber danach denke ich doch wieder an Wein.
Ich denke nicht nur an Wein, sondern die Pein vom Vortag und die guten Vorsätze werden verdrängt. Es ist Abend, die für mich schönste Tageszeit. Das Tagewerk incl Sport und Meditation ist vollbracht und der Griff zum Kühlschrank ist wie ein Muss. Die meisten von Gaby empfohlenen Nem s nehme ich ja schon und es geht mir psychisch bereits viel besser. Aber noch nicht so gut, dass ich mich an den 1. Tag herantraue. Habe auch Angst vor dem Scheitern, das gebe ich ehrlich zu. Ich vertraue mir nicht mehr.
Im Grunde genommen hatte ich schon sehr viele 1. Tage. Z.B. wenn ich mal sehr krank war oder bei anderen Gelegenheiten. Das war kein Problem. Aber ich habe meine ersten Tage nie auf Dauer durchhalten können. Sobald es mir besser ging, musste ich mir wieder Entlastung durch Alkohol verschaffen. Nüchtern BLEIBEN ist das Problem.
Es ist ja auch nicht so, dass hier betrunken rum sitze. Nein, ich bin nicht betrunken. Das bin ich so gut wie nie. Weil ich inzwischen sooo viel vertrage! Das Ergebnis siehste dann am nächsten Morgen im Spiegel und merkst es an der Psyche.
Als ich eure wertvollen Beiträge gelesen habe, überkam mich eine große Welle des tiefen Respekts vor jeder eurer individuellen Leistungen. Jeder Mensch, der diese Krankheit/Stoffwechselstörung in den Griff bekommt, ist in meinen Augen ein Held. Ich hoffe, dass ich mich würdig erweisen und euch von meinem 1. Tag berichten kann.
Vielen, vielen Dank und nur das Allerbeste für euch und jeden Menschen,
Sabrina
@sperber Würdest du dein "mitten im Entzug stecken" teilen? Mir ist klar, dass es für jeden etwas anderes bedeutet. Ich habe jedenfalls einen Höllenrespekt davor.
LG Sabrina
@sabrina Liebe Sabrina, ich bin noch mitten im 1. Monat. Das Forum und das Konzept der NEMs habe ich erst nach ca. 2 Wochen entdeckt, weswegen ich immer noch auf die Lieferung warte - zur Wirkung bzw. wie sehr die unterstützen können kann ich daher leider nichts sagen (Gaba habe ich aber, und es hilft tatsächlich, wenn ich merke dass ich unruhig werde).
Zum ersten Tag: es war vorher SO unvorstellbar wie das gehen soll. Den letzten Schluck warmen Sekt, den ich in eine Plastikflasche umgefüllt hatte, hatte ich kurz vor dem Aufstehen getrunken und mich so vor mir selbst geekelt, dass ich gar nicht mehr aufstehen wollte. War eine Nacht Samstag auf Sonntag und ich hatte den Sonntagsvorrat schon ausgetrunken. Der erste Tag war dann sozusagen ungepant und gezwungenermaßen einigermaßen einfach, da ja kein Alkohol da und ich unter sozialer Kontolle war. Am 2. Tag - der kritischste in meinem Fall, da ich wirder "unbeobachtet" war und der erste Weg am Montag immer der Beschaffung von Alkohol diente - habe ich mich schlicht mit der Methode Willenskraft gezwungen, im Supermarkt am Weinregal vorbeizugehen, daran gedacht, wie mies es mir mit der Sauferei geht und mir gesagt "das machst Du nicht mehr". Ab da ging es.
Wenn Du wie Du schreibst immer wieder mal einzelne Tage ohne Alkohol hattest, kannst Du vll sogar gut einschätzen, wie Dein Körper reagieren wird, wenn Du nichts trinkst. Zum Craving: das hatte ich zum Glück nur ein paar Tage lang, es ließ sich aber mit dem Gedanken, dass das nicht ich bin sondern meine Alkoholsucht, die sich hier gerade dagegen wehrt, dass ich sie nicht mehr füttere, gut aushalten und hat idR schon nach einer viertel Stunde nachgelassen. Zusätzlich hat auch sehr geholfen, die Forumsbeiträge hier zu lesen bzw. die Videos von dem Nathalie-Kanal, einfach um immer wieder zu sehen, dass es geht.
Ich wünsche Dir so, dass Du Dich, sobald Du kannst, traust. Wie es genau bei Dir sein wird: keine Ahnung, ich schätze, dass es für jeden anders ist bzw. jeder auch seine eigenen Trigger hat. Ich kann nur für mich sprechen, dass ich es mir viel schlimmer vorgestellt habe, als es dann tatsächlich war und dass ab Tag 1 (bzw bei mir: Tag 2, also dem ersten "stehenelassenen Glas") eine riesengroße Erleichterung kam, einfach weil dieser Selbstekel weg ist.
Drücke Dir die Daumen!!!





