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47 Beiträge
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(@sabrina)
Mitglied
Beigetreten: Vor 3 Jahren
Beiträge: 12
Topic starter  

Hallo zusammen,

ich bin Sabrina und versuche mich gerade auf diesem Portal zurechtzufinden. Ich habe noch nicht meinen 1. nüchternen Tag verlebt, habe aber das Buch gelesen und die NEM s besorgt. Mir ist bekannt, dass ich hier ein 30 Tage Coaching buchen kann und ich weiß nun, dass ich nicht nur willensschwach bin.

Die NEMs habe ich seit ca 30 Tagen nach und nach langsam eingeschlichen, da ich nicht wusste, ob ich alles zusammen auf einmal vertragen kann. Bislang kann ich alles gut vertragen. Nur das Taurin fehlt noch. Beim "Hustenlöser" habe ich noch Bedenken. Den möchte ich nicht einnehmen, da ich keinen Husten habe.

Ich bin sehr reflektiert und habe über alles sehr gründlich nachgedacht. Nach meiner eigenen Diagnose gehöre ich zu denen, die trotz übermäßigem Alkoholkonsum sehr gut funktionieren. Ich hatte nie den sogenannten "Tiefpunkt", Gott sei Dank! Und den will ich auch niemals erleben, darum bin ich hier und suche eure Unterstützung. 

Mein ganzes Leben lang war ich eine alleinerziehende Mama 2er Söhne, die auch noch Karriere gemacht hat. Darauf bin ich nicht stolz. Das war in der Rückschau alles viel zu viel Verausgabung für mich. Selbstfürsorge lerne ich erst heute step by step, nachdem meine geliebten Söhne aus dem Haus sind. Nun bin ich 61 Jahre alt, Akademikerin im Heilungssektor und ich trinke. Mein Leben war schwer, aber das ist keine Entschuldigung - allenfalls eine Erklärung für meinen erhöhten Alkoholkonsum.

Ich konnte die übermenschlichen Anforderungen/mein Leben nicht aushalten, darum trinke ich. Es fing erst langsam an und wurde über die Jahre mehr und mehr. Meine nun erwachsenen Söhne wussten das immer und machen sich nun große Sorgen um mich. Im Dienst oder mit den Kindern gab es keine Probleme, ich trinke erst abends und konnte somit immer gut funktionieren. Aber ich mache mir nichts vor. Der eine oder die andere wird es bemerkt haben. 

Es gibt unzählige Trigger, die ich ohne Alkohol nicht aushalten könnte. Selbstverständlich arbeite ich schon lange an diesen Themen. Meinen ersten nüchternen Tag würde ich aushalten. Ich könnte nüchtern sein, aber nicht nüchtern BLEIBEN. Aus Angst vor dem Versagen beginne ich erst gar nicht mit dem 1. nüchternen Tag, sondern schiebe ihn auf.

Was soll ich abends tun, wenn ich mich normalerweise runter trinke? Was füllt die Lücke, wenn ich mir das Entlastungstrinken wegnehme? Was tue ich, wenn die üblichen Stressoren mich penetrieren?

Da ich seit der Schwangerschaft mit meinem jüngeren Sohn ohne Partner lebe, habe ich es sehr leicht, unbemerkt zu trinken. Die Kinder sind aus dem Haus, niemand kontrolliert mich.

Ich weiß, was ihr jetzt sagen würdet: Wenn es angeblich so leicht ist, warum willst du dann aufhören? Warum trinkst du nicht weiter?

Das Trinken ist nicht gut und nicht leicht, wie ihr wisst. Es ist anstrengend. Das Trinken macht mir Depressionen, es zerschießt mein Mikrobiom, meine Selbstachtung und alles, was mir noch bleibt. Es raubt mir Lebensqualität und seelische Stabilität. Ich bin hundskaputt. Und dennoch kann ich mir nicht vorstellen, nie wieder ein Glas Sekt trinken zu dürfen, nachdem ich aufgehört habe zu trinken. Da nützt mir auch die 24 Stunden Regel der AA nix, die besagt, dass ich nur HEUTE das erste Glas stehen lasse. Es kommt mir vor wie eine Affirmation, die zu weit weg ist, als dass mein Gehirn sie glauben könnte.

Wie ging es euch, bevor ihr euch für euren 1. nüchternen Tag entschieden hattet? Ich brauche wirklich empathischen Support.

Vielen Dank fürs Lesen! Eigentlich wollte ich gar nicht so viel Raum einnehmen, aber es ist mir so in die Tastatur geflossen.

LG Sabrina

 



   
6
AntwortZitat
mermaid
(@mermaid)
Mitglied
Nüchtern: 3 jahre
Beigetreten: Vor 4 Jahren
Beiträge: 1230
 

@pinot_16 schön geschrieben.. und wir haben fast gleichzeitig 1 jähriges.. ❤️



   
1
AntwortZitat
(@pinot_16)
Mitglied
Nüchtern: 3 jahre
Beigetreten: Vor 4 Jahren
Beiträge: 325
 

@mermaid 

Jaaaaa 😍  

Vor fast einem Jahr habe ich Stunden und Tage gezählt, und heute denke ich: wie, bald ein Jahr ohne ??? 

 


Dieser Beitrag wurde geändert Vor 3 Jahren durch pinot_16

   
1
AntwortZitat
(@pinot_16)
Mitglied
Nüchtern: 3 jahre
Beigetreten: Vor 4 Jahren
Beiträge: 325
 

@krokodil_ 

ich habe deinen Post jetzt so oft gelesen und kann jetzt erst antworten, weil ich mich damit erst mal für meine Ehe und unsere Situation beschäftigen musste. 

Verfasst von: @krokodil_

mein Mann trinkt weiter, übrigens. An ihm kann ich sehen, was mir erspart geblieben ist.

Verfasst von: @krokodil_

Seine Schlafstörungen, Ängste, Panikattacken, Schwitzattacken, die kaputte Verdauung, der desolate Kreislauf, der Bluthochdruck, die Zwangsneurosen, - ich könnte noch einiges aufzählen.

Das so zu sehen, wie du es schreibst (quasi als Beispiel, was dir und mir erspart geblieben ist), hat mir wieder ein wenig mehr die Augen geöffnet.

Mal sehen, wie es weiter geht. Vielleicht ändert sich bei uns ja noch was. Mein Mann trinkt zwar auch weiter und hat etliche "Probleme" wie du einige schon aufgeführt hast. 
Im Vergleich dazu sagt er nicht wie deiner: "ich bleibe Alkoholiker" sondern er ist ja eigentlich keiner. Die Jammereien häufen sich aber und ich habe gelernt, darauf nichts zu sagen. So dass ihm immer öfter die Idee kommt "könnte es vielleicht doch vom Wein sein?".

 

 

 

 



   
2
AntwortZitat
sachake
(@sachake)
Mitglied
Nüchtern: 4 jahre
Beigetreten: Vor 4 Jahren
Beiträge: 113
 

Liebe Sabrina,

Deine Angst, zu versagen , kann ich sehr gut verstehen. Das war der Grund, warum ich in meiner langen "Trinkerkarriere" (ausser in den Schwangerschaften) keinen einzigen Versuch gemacht habe, aufzuhören. "Irgendwann ... vielleicht, wenn es mehr wird ... usw. Ich dachte , wenn ich es nicht schaffe, habe ich ein echtes Problem!

Durch ein Schockerlebnis in der Familie (meine Schwester wurde von ihren Kindern volltrunken in der Psychatrischen Suchtklinik "abgeliefert") habe ich mich entschlossen, selbstbestimmt aufzuhören. Ich hatte Glück, sofort einen Platz zur Entgiftung zu bekommen. Ging leichter als ich dachte, ich war stolz und fühlte mich phantastisch. Doch nach drei Monaten machte sich eine grosse Unzufriedenheit breit (Weinhexe, wie Gaby das Suchtgedächtnis so schön genannt hat:))

Da hatte ich zum zweiten Mal Glück: ich stiess auf das Buch "alkohol ade" und bestellte mir die NEM für den zweiten Monat . Ein ungeahnter Tatendrang war das Ergebnis, und ich meldete mich zu einer 8 wöchigen Kombitherapie an. Heute bin ich 18 Monate zufrieden abstinent. Ich fühle mich pudelwohl und bin sehr stolz auf mich.

Ich hoffe, Dir mit meiner Geschichte Mut gemacht zu haben und wünsche Dir viel Erfolg.

Sabine

 

 



   
3
AntwortZitat
(@nadjajessica)
Mitglied
Beigetreten: Vor 3 Jahren
Beiträge: 7
 

@sperber ich kann dir zu 💯 % zustimmen!!! Bin in derselben Situation. Deine Worte treffen es auf den Punkt. Endlich nicht mehr schämen.



   
AntwortZitat
harley
(@harley)
Ich unterstütze Alkohol adé
Beigetreten: Vor 6 Jahren
Beiträge: 2672
 

@nadjajessica Herzlich willkommen! Wie weit bist Du denn?

 

@isabel, @soberrebel, @sophia48, @mermaid, @rosine123, @cairni, @nicotenner



   
AntwortZitat
(@nadjajessica)
Mitglied
Beigetreten: Vor 3 Jahren
Beiträge: 7
 

@sabrina Liebe Sabrina,  ich verstehe dich komplett, ich war am gleichen Punkt. Wusste, dass ich aufhören muss. Aber diese Angst vor dem Nie wieder... Das hat mich dazu geführt, dass ich nach 10 Wochen ohne Alk gemeint habe, es nun kontrollieren zu können. 

Das Ergebnis war, dass ich am Ende teilweise schon mittags getrunken habe. Es war zuletzt schlimmer als jemals zuvor. Du kannst mit Hilfe von Programmen, Therapie, Büchern, Podcasts dein DENKEN über den Alk verändern. Es muss nicht wie bei den AAs sein, dass man meint, man verzichtet auf etwas. Man kann an den Punkt kommen, dass man voller Überzeugung sagt: Gott sei Dank, ich MUSS nicht mehr trinken. 

Dann sieht die ganze Sache anders aus. Es war bei mir ein langer Prozess. Nathalie Stüben war mein Anfang damals. Es brauchte aber noch diesen gescheiterten Versuch des kontrollierten Trinkens und weitere 15 Monate, bis ich jetzt endlich zum ersten Mal das Gefühl habe, dass diese neue Überzeugung sich wirklich dauerhaft entwickelt. 

Ich rate dir, einfach anzufangen, aufzuhören. Mache z. B.  einen Termin bei der Suchtberatung, schreibe ehrlich über das Trinken, werde in welcher Form auch immer aktiv. Du schaffst das! Ganz liebe Grüße



   
AntwortZitat
(@nadjajessica)
Mitglied
Beigetreten: Vor 3 Jahren
Beiträge: 7
 

@sabrina an meinem ersten Tag war es so, dass ich einfach nicht mehr KONNTE. ich wollte nicht SCHON WIEDER mit vollem Bewusstsein das gleiche entwürdigende Ritual durchziehen. Nicht SCHON WIEDER wissen, dass ich am nächsten Morgen verkatert sein und mich hassen werde. Nicht SCHON WIEDER wissen, dass ich mich nur durch Scham und Schwäche quälen werde, um zu funktionieren. Bin an dem Tag mit viel Melatonin früh schlafen gegangen. Am zweiten Tag habe ich das Dry Mind Programm von einem gewissen Dennis gebucht. Und mir die ersten 8 Videos nacheinander angeschaut. 

Es war viel leichter, als ich dachte. Habe Mut, viele tolle Menschen haben es geschafft, auch du bist ein toller Mensch, der es schaffen wird! 



   
1
AntwortZitat
mermaid
(@mermaid)
Mitglied
Nüchtern: 3 jahre
Beigetreten: Vor 4 Jahren
Beiträge: 1230
 

@nadjajessica hallo und herzlich willkommen hier. Du bist ja schon fleißig am kommentieren. Schön. 😊

Magst du vielleicht auch deinen eigenen Thread aufmachen und ein bisschen was zu dir schreiben.  Kennst du das Konzept von "Alkohol ade "? Unterstützt du mit NEMs?

Viel Erfolg von der Mermaid 🧜‍♀️ 



   
1
AntwortZitat
(@ausgeschiedenes-mitglied)
Mitglied
Beigetreten: Vor 5 Jahren
Beiträge: 5128
 

@nadjajessica Guten Abend liebe nadjajessica und herzlich willkommen bei uns ☺️. Würde mich freuen, mehr von dir und deiner Geschichte zu erfahren, wenn du magst.



   
1
AntwortZitat
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