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Servus @Gaby, @admin, und liebe Leidens- und FreudensgenossInnen sagt Uman aus Ostbayern,
erst einmal Danke an alle hier im Forum. Das ist ein nettes Völkchen voll Menschen mit dem gleichen Schicksal. In diesem Forum (für mich ist das schon eine Selbsthilfegruppe) behandelt man sich wirklich mit Respekt, Empathie und Höflichkeit. Chapeau!
Kurze Vorstellung: Ich bin 57 Jahre alt, zum zweiten Mal verheiratet und habe aus der 1. Ehe zwei erwachsene Kinder. Beruf: Bundespolizist, Hobby: Eine Band, die mit eigenen Folk- und Popsongs in bayerischer Mundart auftritt und schon eine CD produziert hat, Ich fotografiere gerne, bin aber besser im Nachbearbeiten als im Knipsen. Vor Corona sind meine Frau und ich gern gereist und wir sind beide Geo-Cacher.
Meinen ersten offenen und erfolgreichen Entzug machte ich 1999 mit Unterstützung der hervorragenden Sucht- und Sozialberatung bei der Bundespolizei und der Caritas Suchtberatung. Wenn ich damals gewusst hätte, dass ein paar Nährstoffe so viel ausmachen, hätte ich nicht als "Ersatz" wieder zu rauchen begonnen. Bald jedoch war mir bewusst, dass ich mich auch damit bescheiße. Also im Jahr 2000 die letzte Zigarette geraucht. Sehr geholfen hat mir (ich hoffe das ist jetzt keine Schleichwerbung) das Buch von Allen Carr: Endlich Nichtraucher. Auch er spricht von der Bestie, die darauf wartet, gefüttert zu werden. Wie beim Alkohol gibt es auch kein kontrolliertes Rauchen. Eine angezündet, inhaliert und bald kaufst du dir wieder die erste Schachtel. Das Buch verschenke ich immer noch gerne an Raucher, die aufhören wollen und im Erfolgsfall geben die es weiter. So kann ich schon auf eine ordentliche Zahl therapierter Raucher zurückblicken.
Das erste Buch „Alkohol ade“ habe ich übrigens gerade meinem Suchtberater bei der Bundespolizei geschenkt. Es kann nichts schaden, den Samen der Erkenntnis an den richtigen Stellen zu säen. 😉
Ich war dann trocken bis Ende 2014. Hätte ich doch berücksichtigt, was ich beim Qualmen schon wusste: Finger weg von der Droge. Aber wie so viele hier habe ich mich selbst beschissen und belogen. Klar kann ich kontrolliert trinken. Was für ein Käse. Zwar gelang es mir nach dem ersten Glas Eiswein an Silvester erst im März an meinem Geburtstag etwas zu trinken und dann wieder im September auf Korfu, wo aber schon die Regelmäßigkeit einkehrte. Bei mir verlief die Suchtkurve zum zweiten Mal eher exponentiell, also flach beginnend aber dann hurtig steil bergauf. Aus dem ersten Eiswein wurden so zum Schluss zwei Flaschen Wein pro Tag, im Homeoffice seit November dann als Frühschoppen schon auch mal zwei bis drei Halbe dunklen Doppelbock zum Frühschoppen zusätzlich. Als ich jetzt gemerkt habe, wie sehr das meiner großen Liebe und meiner Gesundheit zusetzt, habe ich die Reißleine gezogen und unseren dienstlichen Suchtberater kontaktiert. Das war vor zwei Wochen und seither habe ich einfach von Suff auf Null gestellt. Einzige Entzugserscheinung: schlechter Schlaf und restless legs.
Dann habe ich das Buch von @Gaby und ihrem Mann mir den fantastisch guten Rezensionen auf meinen Kindel geladen. Jetzt bastele ich gerade an einer Mikro-Nährstoff-Kombination, die auf meine Verhältnisse passt. Seit zwei Tagen habe ich jetzt das GABA/Glycin Pülverchen. Die Beine werden ruhig, der Schlaf kehrt wieder! Heute war ich nach sechseinhalb Stunden so fit, dass ich mit der Süßen um 05 Uhr 15 aufgestanden bin. Und dann befiel mich der Wahnsinn und bin eine gute halbe Stunde gewalkt! Ich halte schon mal Voltaren bereit 😆
Danke @Gaby für diese unschätzbar wertvollen Erkenntnisse. Natürlich habe ich es beim ersten Mal an einem Tag verschlungen, aber ich werde es immer wieder zur Hand nehmen, um zu lernen. Ich fühle mich fit und ausgeglichen. Aber immer auf der Hut vor der „Schnapsdrossel/Weinhexe/Biertroll“ der bei mir, wie schon in einem anderen Beitrag beschrieben, ein Nazgul ist. Ein schwarzer, untoter Reiter aus „Herr der Ringe“, der immer eine Flasche Hochprozentigen in seinem Umhang bereithält.
Ach ja, heute Mittag habe ich meinen ersten Termin bei der Caritas Fachambulanz für Suchtprobleme. Neben diesem Coaching-Programm möchte ich den Weg aus der Sucht auf einem soliden Fundament wissen.
Bis bald Euer Uman
Herzlich willkommen hier. Du hast bereits sehr viele Jahre abstinent gelebt. Hut ab dafür! Solche Erzählungen sind für uns newbies wichtig, dass wir achtsam bleiben und nicht vergessen, dass auch nach Jahren das Suchtgedäxhtnis wieder zuschlagen kann. Ich finde es gut, dass du dir Unterstützung suchst. Du arbeitest in einem Bereich, wo es wohl auch nicht so leicht ist, sich Probleme einzugestehen und nicht der Starke sein zu müssen, der alles im Griff hat. So stelle ich mir das zumindest vor...
Schön, dass du nicht alleine bist und deine Frau an deiner Seite hast, die sich sicher ungemein freut, dass du einen neuen Anlauf nimmst und wieder klar im Kopf und Herzen bist.
Lg aus Wien und alles Gute für dich!
Vielen lieben Dank für Deine Vorstellung. Es ist toll, dass Du bei uns bist. Denn wie @ninafisch ja schon schrieb: Du kannst den frischer Trockenen zeigen, dass ein Rückfall wirklich immer lauert und möglich ist.
Lieben Dank auch für Deine PR-Aktion. Bin ja mal gespannt, was der Suchtbeauftragte sagt. Hast Du denn noch Kontakt zu ihm? Übrigens bin ich auch gerne jederzeit bereit, direkt mehr Infos zu geben oder mal einen Vortrag zu halten (bevorzugt online, natürlich. Ist eh besser, da anonym für den Zuschauer).
Schön, Dich bei uns zu haben.
Liebe Grüße
Gaby
Hallo Gaby,
ja ich habe noch Kontakt zu ihm und uns verbindet mehr als eine dienstliche Kollegialität. Ich habe bei der Beerdigung seiner Frau am Grab zur Gitarre "Heart of Gold" gesungen und ich kenne auch all seine Höhen und Tiefen (ohne dass er jemals Alkoholiker war).
Bei seinem Besuch vor gut zwei Wochen war mein erster Trockentag. Er hat auch ein Gespräch mit meiner "Co" geführt und irgendwie führen wir das gemeinsame Problem Alkoholiker (ich) und Coabhängige Ehefrau dann bei der Caritas im Dreiergespräch zusammen und sicherlich einer Lösung zu.
Das mit dem Vortrag werde ich ihm gerne vorschlagen. Vielleicht online für einen ausgewählten Kreis von unseren Suchtberatern (und mir:-) Für sowas sind die Burschen immer sehr aufgeschlossen. Ich meld mich wieder
Beste Grüße auch an den Kalafatti 😉
Uman
Herzlich Willkommen und gutes Gelingen. Du klingst so positiv, eine Freude von Dir zu lesen.
Bleib so... mit dem Schreibstil und Deinem Nüchtern sein.
LG
Ach ja, heute Mittag habe ich meinen ersten Termin bei der Caritas Fachambulanz für Suchtprobleme. Neben diesem Coaching-Programm möchte ich den Weg aus der Sucht auf einem soliden Fundament wissen.
Guten Morgen und herzlich willkommen auch von mir. Wie ist das ausgegangen mit dem Termin?
Servus admin. Das war ein angenehmes erstes Gespräch. Der Mann bei der Caritas ist freundlich und aufgeschlossen und es herrschte eine angenehme Gesprächsatmosphäre. Wir haben auch vereinbart, dass ich nach ein paar Sitzungen mal meine Holde, die Co, mit ins Boot hole. Achso, die Metapher passt jetzt nicht mehr, weil der See ja jetzt trocken ist 🤗
So werde ich also Euer 30-Tage-Coaching absolvieren und dann mit der Fachambulanz weiter den Weg in die Freiheit unterstützen.
Fitte Grüße
uman
Ich habe Dir über unser internes Mailsystem mal eine Nachricht geschickt. Bitte mal in den Postkasten gucken 🙂





