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Guten Abend,
nachdem ich eine Weile wieder mitgelesen habe, möchte ich mich vorstellen.
Ich bin nicht wirklich neu, sondern war zuvor als Clarissa unterwegs. Ich bin aus Panik, aus Angst, entdeckt zu werden, rausgegangen.
Inzwischen nach meinem Rückfall bin ich bereits wieder 8 Wochen alkoholfrei. Ich vermisse den Alkohol auch nicht, aber es geht mir trotzdem schlecht und ich kann nicht sagen, wie lange ich noch bezüglich des Alkohols stabil bleibe.
Im Zusammenhang mit einem familiären Konflikt hatte ich einen schlimmen Rückfall. Leider ist der familiäre Konflikt noch schlimmer geworden.
Damals kurz nach dem Rückfall war ich bei einer Ärztin, sie wollte mich erst abwimmeln, hat mich aber dann doch dran genommen. Mir ging es so schlecht, ich hatte nur noch Panik und musste nur heulen. Sie hat mir Antidepressiva gegeben, die ich auch jetzt noch nehme.
Inzwischen waren wir im Urlaub und es ging mir eigentlich wieder ganz gut. Wieder zu Hause angekommen, hat mich das Problem schlimmer als je zuvor wieder eingeholt.
Vor dem Urlaub hatte ich überlegt, eine psychosomatische Reha zu machen. Aber nun ist der Urlaub vorbei, ich arbeite wieder und eigentlich gern.
Nur mit dem familiären Problem komme ich so gar nicht weiter. Ich schwanke seit zwei Wochen zwischen: „Ich darf mich nicht hängen lassen und muss mein Leben leben.“ und größter Verzweiflung, weil ich mich sehr einsam fühle und sehr traurig bin.
Wie geht Ihr mit solchen Situationen um? Wie kann man so etwas auflösen?
danke fürs lesen
@katniss während meiner "Suchtkarriere" habe ich fast alles dafür getan dass die Anderen mich "sehen und verstehen". Dafür habe ich mich immer weiter von meiner Wesensnatur und Gesundheit entfernt. Das Ergebnis war dass ich mich selbst weder liebenswert fand noch dass ich Verständnis und ein Gefühl für mich selbst hatte. Je mehr Abstand ich zum Alkohol hatte um so weniger wichtig wurde mir die Anerkennung der Anderen. Interessanterweise fanden mich viele Menschen attraktiver obwohl ich mich nicht aktiv um Attraktivität gekümmert habe. Lass dir Zeit und komm zur Ruhe und zu dir liebe @katniss. Wir Suchtis neigen dazu alles sofort und perfekt haben zu wollen. Doch das gesunde Leben ist eher sanft und gewaltlos und hat sein eigenes Tempo. Eine Blüte sammelt auch erst Kraft und erblüht dann wenn alles stimmig ist 🌺.
Hallo! Wenn auch etwas verspätet meinerseits, aber ich freue mich sehr, dass du den Weg zurück hierher gefunden hast! Ich konnte mich leider nicht mehr bei dir melden - das Löschen deines Accounts war zu abrupt, ich hatte keine Möglichkeit, deine Kontaktdaten zu speichern.
Ich freue mich sehr für dich, dass der Urlaub schön war! Ich habe den Eindruck beim Lesen deiner Zeilen / zwischen den Zeilen gewonnen, dass es dir trotz der (weiterhin) angespannten familiären Situation besser geht als damals, kann das sein?
Ein / zwei Worte noch zu deiner anhaltenden Befürchtung der Diffamierung: ich hatte Zeit meines Lebens auch immer mal wieder das Gefühl, dass meine Mitmenschen mit dem Finger auf mich zeigen. Andauernd, auch fremde. Dieses egozentrierte Denken, resultierend aus einem mangelhaften Selbstwertgefühl, habe ich irgendwann abgelegt. Ich kann dir nicht genau sagen, wie das geschehen ist. Weder über Nacht, noch ist das etwas Permanentes. Aber es lebt sich leichter und deutlich angenehmer so.
Ich gehe sehr offen mittlerweile mit meinen Problemen um. Mein Umfeld weiß um meine begrenzte Stressresilienz und versteht auch mittlerweile, dass, wenn ich eine Situation kommentarlos verlasse, das seinen Grund hat (ich kehre ja auch wieder zurück). Und auch wenn ich kein Tshirt mit dem Slogan "trockener Alkoholiker" trage, so bin ich auch da offener geworden, dass mein Konsum in eine problematischen Zustand geraten war. Wenn ich demnächst den Gang zum Psychologen gehe oder in eine Reha, werde ich da kein Geheimnis daraus machen. Mein Kopf ist halt krank geworden und benötigt jetzt Heilung. Wenn ich mir eine Erkältung einfange, gehe ich schließlich auch zum Arzt 😉
Liebe Grüße,
Der Alex
@ Alex und alle hier,
Lieber Alex,
habe mich sehr über Deine Nachricht gefreut, danke.
Ja, was die Depressionen betrifft und den nicht Alkoholkonsum geht es mir besser.
Aber dennoch liegt ein Berg von Problemen vor mir, von dem ich momentan nicht weiß, wie ich ihn abtragen soll.
Eines meiner Kinder will jetzt gar keinen Kontakt mehr. Es hat sich herausgestellt, dass auch genau das, was Du beschreibst, diese Familie nicht will. Sie wollen es nicht hören und sehen, wenn es mir nicht gut geht.
Ich habe bei meiner Krankenversicherung und def Beihilfe nach der Kostenübernahme für eine psychosomatische Reha gefragt ( habe eine Einweisung von der Neurologin bekommen). Die Beihilfe hat abgelehnt. Momentan überlege ich auch selbst, weil ich gern arbeiten gehen möchte.
allerdings werde ich auf Arbeit grad verheizt, es gibt eine neue Leitung. Ich bin zuverlässig und so greift man allzu gern auf mich zurück. Der nächste Bornout ist vorprogrammiert.
in den letzten Wochen hatte ich große körperliche gesundheitliche Probleme. Magenschmerzen, schlimmes Sodbrennen, Durchfall. Ich hab trotzdem gearbeitet, hab früh und tagsüber nichts gegessen. Irgendwann hab ich vermutet, es könnte eine Nebenwirkung der Antidepressiva sein und hab sie weggelassen. Fast auf der Stelle ging es mir wieder gut. Nur weiß ich natürlich nicht, was das psychisch mit mir macht, hab erst Ende November wieder einen Termin.
Ich habe 8 kg abgenommen, das fühlt sich gut an, aber auch meine Kraft ist weg. Zum Sport konnte ich mich kaum aufraffen, zu sehr beschäftigt mich das mit den Kindern und es macht mich unendlich traurig.
mein Mann streitet zum Glück nicht, aber er hat immer Frust, trinkt immer Alkohol, motiviert mich so gar nicht, im Gegenteil.
ich überlege immer wieder, mir einen Plan zu machen, das alles irgendwie anzugehen, finde aber keinen Anfang.
Fakt ist aber, dass das worum es hier im Forum geht, keinen Alkohol zu trinken, klappt.
vielleicht doch noch mal eine Frage an Euch, ich bin im 3. Monat ohne Alkohol und nehme keine Nahrungsergänzungsmittel mehr, hab jetzt aber die Antidepressiva w ed. Gelassen. Was von den Nährstoffen würdet Ihr mir empfehlen, vielleicht doch wieder zu nehmen? Ich weiß, das steht im Buch, hab auch grad angefangen, es nochmals zu lesen.
danke fürs lesen
Katniss
@katniss mit Antidepressiva kenne ich mich so gut wie nicht aus - aber eines weiß ich, einfach von heute auf morgen absetzen ist glaube ich keine gute idee. Ruf doch lieber den arzt an, schildere deine Probleme mit dem Medikament. Vielleicht kann er dir ein anderes verschreiben. Ich vertrug zu meiner Trinkerzeit kaum Medikamente ohne Pantoprazol dazu zu nehmen - mag auch eine Option sein?
Übrigens, ein Berg ist immer nur so hoch, wie man selbst ihn sich baut. Teile ihn doch auf, lege Zwischenziele ein. Arbeite die Baustellen ab, die dir wichtig bzw notwendig erscheinen. Lass die anderen Baustellen das Problem der anderen bleiben.
Bleibe bei dem Thema Reha bitte dran. Ich glaube, das wird dir sehr gut tun; vor allem, wenn man dich auf der Arbeit nun auch noch verheizt.
Ich weiß nicht, wie sich das genau als Selbstzahler verhält, aber ich weiß, dass man plötzlich finanzielle Ressourcen erschließen kann, wenn es notwendig wird (die Wiedererlangung meines Führerscheins liegt mittlerweile bei 6.500 € und ich bin wahrlich kein Großverdiener).
Könnte da vielleicht sogar ein Anruf bei der Rentenversicherung bzgl Kosten ein Versuch wert sein? Gibt es in deinem beruflichen Umfeld nicht sogar auch so etwas wie eine Vertrauensperson, die du diesbezüglich mal fragen könntest?
Ps: NEMs habe ich ab Monat 3 nur noch selten genommen. Ab und zu Vitamine, das waren meine gute Laune Pillen, und Gaba, wenn das Stresslevel zu astronomisch war.
Liebe Grüße
in den letzten Wochen hatte ich große körperliche gesundheitliche Probleme. Magenschmerzen, schlimmes Sodbrennen, Durchfall. Ich hab trotzdem gearbeitet, hab früh und tagsüber nichts gegessen. Irgendwann hab ich vermutet, es könnte eine Nebenwirkung der Antidepressiva sein und hab sie weggelassen. Fast auf der Stelle ging es mir wieder gut. Nur weiß ich natürlich nicht, was das psychisch mit mir macht, hab erst Ende November wieder einen Termin.
Das klingt sehr nach Selbstausbeutung, klar, dass dann ein Burnout absehbar ist. Ich tendiere auch dazu, selbst krank zu arbeiten und immer zu viel zu machen. Aber wenn du schon so am Anschlag bist (psychisch und physisch), ist es ganz und gar nicht empfehlenswert, krank zu arbeiten und gleichzeitig den ganzen Tag nichts zu essen! Richtest du dich absichtlich zugrunde 😉🧡?
@katniss mir fehlen fast die Worte wenn ich deinen "Status quo" so lese. Du stehst in deinen Augen vor einem Berg von Problemen? Ja das mag in deiner momentanen Wahrnehmung so sein. In meinen Augen gibt es aber ein viel ernsthafteres Problem das es zu lösen gilt: Du willst weiter arbeiten obwohl dir vom Verstand her klar ist dass du in die totale körperliche und psychische Erschöpfung steuerst. Du schreibst das irgendwie auch so locker hin. Hast du ein Gefühl dafür was du da tust? Da werden ein paar NEM nicht helfen (wobei sie sicher nicht schaden denn nach 3 Monaten können deine Speicher unmöglich voll sein bei deiner Belastung, und wenn der Magen Darm Trakt verrückt spielt wird auch kaum was aufgenommen). Dein Körper meldet ständig vehemente Zeichen, und von welchen Reserven soll er dann auch noch Sport machen? Du musst dringend zur Ruhe kommen, sonst hat dein Körper oder deine Psyche keine andere Chance als zu härteren Keulen zu greifen. Sorry wenn das jetzt nicht kuschelig und aufbauend klingt, lange hab ich überlegt ob ich es "positiver" formulieren könnte. Aber jetzt hat mein Bedürfnis Vorrang ganz klar auszudrücken was ich denke und spüre. Ich wünsche dir von Herzen das was du wirklich brauchst um "heilen" zu können.
@katniss - da dreht sich alles im Kreis, scheint mir. Du verlangst viel zu viel von dir, und alles auf einmal. Anscheinend haben sich über Jahre und Jahrzehnte Probleme verdichtet, jetzt scheint das Ganze für dich nicht mehr zu bewältigen. SCHEINT! Es IST zu bewältigen, aber in viel kleineren Schritten, mit viel mehr Hilfe von außen, am besten wäre natürlich Psychotherapie, und zwar eine gute - egal, ob das jemand bemerkt oder ob das jemand stört. Du brauchst unbedingt jemand, der dir hilft, deine Situation erstmal genauer anzuschauen und dann in Etappen zu bewältigen, zu lösen, rauszukommen aus der Falle, in der du sitzt, wie dir scheint. JETZT wirkt alles wie ein unentwirrbares Knäuel von PRoblemen. Aber wenn du die einzelnen Fäden mal rausfindest, sortierst, dem nachgehst ... du hast hier so viele Anregungen bekommen, Ideen, - vor allem aber die Rückmeldung, die intensive und dringende Rückmeldung, dass du dich vollkommen und deutlich überforderst. Und zugleich schaust du dich auch noch in den Spiegel und beschimpfst dich ununterbrochen. Ja, es IST bestimmt schwierig für dich, aber es ist zu schaffen.
Ich habe 8 kg abgenommen, das fühlt sich gut an, aber auch meine Kraft ist weg. Zum Sport konnte ich mich kaum aufraffen, zu sehr beschäftigt mich das mit den Kindern und es macht mich unendlich traurig.
Schon körperlich fehlt dir die Kraft - und du verlangst von dir, Sport zu machen! Und "das mit den Kindern", das wird nur besser, wenn es dir selbst wieder besser geht, körperlich und psychisch. In dem Zusammenhang bin ich mir nicht sicher, ob es gut ist, die Antidepressiva wegzulassen - ich hab das Gefühl, du brauchst sie.
mein Mann streitet zum Glück nicht, aber er hat immer Frust, trinkt immer Alkohol, motiviert mich so gar nicht, im Gegenteil.
Von ihm brauchst du auch nichts zu erwarten im Moment - nur du selbst kannst dir jetzt helfen. Also: SChau auf DICH! DIR muss es jetzt in erster Linie besser gehen - sei "egoistisch", - auf dich bezogen hat das ja nicht einmal was mit Egoismus zu tun, es ist reine Vernunft, Selbsterhaltung, SelbstRETTUNG.
ich überlege immer wieder, mir einen Plan zu machen, das alles irgendwie anzugehen, finde aber keinen Anfang.
Du brauchst keinen Plan (den du sowieso nicht umsetzen wirst können, weil du dich zu schwach fühlst oder die anderen dich stören oder oder oder ..., wir alle kennen die unendlich lange Liste der Hindernnisse, Ausreden, Hürden, Steine im Weg ... oder anders gesagt: Wenn du einen "Plan" brauchst, dann enthält er einen einzigen Punkt:
"MIR - MIR SELBST - DARF ES GUT GEHEN!"
und alles, was dir dazu verhilft, und wenn es nur winzige Bausteinchen sind, kleine Schritte (inklusive RÜckschritte), dann ist das schon was.
Sei BITTE ENDLICH etwas freundlicher zu dir selbst! (das versuchen dir hier sehr viele zu sagen, mit verschiedenen Worten - nimm es an, wir möchten sehr gern von dir kleine Fortschritte erfahren ...)
@ Alex,
danke für Deine Tipps.
Ich versuche, ein paar Meter des Berges zu bezwingen.
ich habe heute einen Gesprächstermin auf meiner Arbeit vereinbart wegen dem „verheizen“. Er ist nächste Woche und ich hab genug Zeit, mir sachliche Argumente zurecht zu legen.
Mein Problem ist immer wieder die Angst, abgelehnt zu werden, obwohl ich weiß, dass ich eine gute Arbeit leiste.
Wegen der Reha hab ich auch noch mal nachgehakt. Die Rentenversicherung ist allerdings für mich nicht zuständig. Ich bin Beamtin und meine Kostenträger sind die private Krankenversicherung und die Beihilfe. Von KV hab ich noch keine Antwort. Klar würde ich auch (teilweise) selbst zahlen, aber ich weiß es nicht, ob ich dann eine Krankschreibung bekomme.
Schön, dass Du es in den Griff bekommen hast, Dich nicht mehr so daran zu orientieren, was Andere über Dich denken. Offen damit umgehen, nicht so stressresistent zu sein, das würde ich mir auch wünschen.
Mein Umfeld scheint das aber anders zu sehen und hier scheitere ich. Hier finde ich grad keinen Ansatz mehr, weil alle meine versuche es nur schlimmer gemacht haben. Hier komme ich leider wohl nicht bis an die Spitze des Berges.
Wegen der antidepressiva weiß ich jetzt nicht.
… was ich machen werde. Ich kann versuchen, anzurufen, werde aber bestimmt abgewimmelt.
Aber wird schon.
danke
katniss
danke für Deine Nachricht. Nee natürlich will ich mich nicht zugrunde richten.
Ich weiß nur grad keinen Weg. Sport hat mir immer sehr gut getan und meine Arbeit auch. Es wird schon.
liebe grüsse
katniss





