Du bist nicht angemeldet als Gast hier –
und kannst deshalb nur einen kleinen Teil des Forums sehen.
Hier kannst Du Dich kostenlos und anonym anmelden!
Hallo,
ich möchte mich heute vorstellen.
Seit vielen Jahren trinke ich Alkohol, meistens viel zu viel. Ich bevorzuge Wein oder Sekt. Ab mehr als 15 % Alkoholgehalt bin ich ausgestiegen, da mir das überhaupt nicht bekommen ist. Dass mir der Alkohol im allgemeinen nicht gut tut, habe ich grandios ignorieren können. Es gab eine Zeit in der ich es extrem übertrieben habe. Dann habe ich über eine längere Zeit nichts mehr getrunken. Ich erinnere mich noch an die schlaflosen Nächte, ansonsten habe ich mich aber viel besser gefühlt.
Aber in unserer Gesellschaft trinkt man nun mal Alkohol und so habe ich wieder angefangen, erst wenig und dann wieder mehr zu trinken. Da ich erst nach getaner Arbeit zum chillen getrunken habe, bin ich geprobt darin fast täglich einen Entzug zu erleben.
Und genau das macht mir jetzt Sorgen. Letzten Freitag habe ich beschlossen der Rest meines Lebens auf Alkohol zu verzichten. Seit 8 Tagen habe ich nichts mehr getrunken. Es geht mir gut.
Das Buch „Alkohol adé“ habe ich gelesen. Die NEMs habe ich mir besorgt. Seit vorgestern nehme ich sie. Ich hoffe, ich gewöhne mich schnell an die Überdosis Vitamine.
Da ich schon oft längere Zeit kein Alkohol getrunken habe, habe ich nun Sorge, dass ich irgendwann in einem schwachen Moment wieder etwas trinke. Angst vor der rosa Wolke, Angst vor dem unbedarften Moment.
Bei euch habe ich ein gutes Gefühl mich endlich von dieser Sucht befreien zu können. Es geht um verstehen und nicht nur um Sucht und Willenskraft.
@karina12 Willkommen im Forum und gratuliere zum bestmöglichen Einstieg mit Buch und NEMs. Von Anfang an. Das ist eine sehr gute Ausgangsbasis. 👍
Trigger Situationen werden höchstwahrscheinlich auftreten. Und werden Deine Entscheidung "nicht trinken" überprüfen. Das kann ein zäher Gedanke, Unruhe oder heftiger Saufdruck werden. Vermutlich abgeschwächt durch die NEMs. Aber trotzdem vorhanden.
Wenn Du Dich im Vorfeld, also z.B. Jetzt, mit den üblichen Trigger Situationen und Deinem üblichen Verhalten auseinandersetzt und Dir überlegst, wie Du damit künftig umgehst, wird Dir das in solchen Momenten sehr stark helfen.
Du solltest auf jeden Fall Anker (das können Bilder, Geschichten, Erinnerungen, Gegenstände, etc) setzen, die Dich sehr schnell und eindringlich an Deinen Entschluss erinnern. Hier habe ich meine Anker beschrieben und auch ein paar andere gute Beispiele in den Antworten kennengelernt.
Alles Gute und Gratulation zu den ersten 8 Tagen.
Hallo, vielen lieben Dank für die herzliche Aufnahme im Forum.
Trigger muss ich mir noch erarbeiten. Ich habe zwar einige im Kopf aber nicht sortiert und schon gar nicht niedergeschrieben.
Heute hatte ich einen Trigger: extrem Stress auf der Arbeit, viel zu viel zu tun, anstrengende Menschen in einer Besprechung und dann noch ein überwichtiger Kollege, der auch noch was von mir will. Ich habe noch drei Arbeitstage bis zu meinem Urlaub und möchte eigentlich entspannt in Urlaub fahren. Aber das wird schwierig bei dem Arbeitsaufkommen.
Gegen Ende der Besprechung habe ich gemerkt, dass ich gerne auf der Heimfahrt im Zug Alkohol getrunken hätte, um runterzufahren.
Es ist mir zum Glück bewusst geworden, habe meinen Lebensgefährten angerufen, mein Leid geklagt und mir zur Belohnung einen Kräutertee gegönnt. Im Zug habe ich meditiert, leider mehr über die Ereignisse nachgedacht als gedankenlos zu atmen aber ruhig geblieben.
@karina12 Ich fühle mit dir, Arbeitsbelastung war auch für mich ein ganz großer Trigger. Das Trinken am Abend hat mir dann die Erlaubnis gegeben, jetzt endlich mit dem Grübeln über irgendwas auf der Arbeit aufhören zu dürfen oder nicht mehr damit zu hadern, dass ich nicht alles geschafft habe und mit meiner Performance unzufrieden war. Seit ich mir das so deutlich gemacht habe, sind diese Situationen nicht mehr so gefährlich. Stelle mir die Chefin jetzt manchmal ganz klein und mit Mickey-Maus-Stimme vor, wenn sie mir den Feierabend ruinieren will. Habe sie dann schon mal gedanklich in einen Schuhkarton gepackt und ins Kellerregal gestellt.
Ich drück dir die Daumen, halte durch 🍀
@karina12 Du findest schon deinen persönlichen Weg raus aus dem Alkohol. Egal ob mit oder ohne Aufschreiben von Trigger Situationen.
So wie heute. Eine starke Trigger Situation und Du hast bewusst anders reagiert und Dich nicht mit Alkohol runtergefahren. Was willst Du mehr? Um genau diese Entscheidungen geht es. 😉
Alles Gute. Glückwunsch zu den ersten 10 Tagen. Komm nüchtern in den Urlaub. Und dann auch wieder nüchtern zurück. 🌻
Hallo ihr Lieben,
ich bin wieder zurück aus dem Urlaub. Da mein Freund selbst kein Alkohol trinkt, ihn nur in seinen Süßwaren isst, ist es mir sehr leicht gefallen auch darauf zu verzichten. Schade ist nur, dass man auf Cola oder Limo umsteigen muss, wenn man was anderes als Wasser trinken möchte.
Es sind nun schon 6 Wochen her, dass ich beschlossen haben auf Alkohl zu verzichten. Meine Erfahrung sind sehr gut. Die Haare haben sich sehr gut erholt, die Haut ist nicht mehr so trocken und eigentlich bin ich ausgeglichener. Was noch sehr schön ist, gibt es mal Streit mit meinem Partner, muss ich mir hinterher keine Gedanken machen, was alles der Alkohol verursacht hat. Es ist passiert, weil es so sein sollte. Vielleicht bin ich durch den Entzug etwas dünnhäutig, aber ich glaube, dass liegt an meiner Hypersensibilität, die jetzt noch stärker ist als vorher. GABA fällt mir schwer zu nehmen, ich muss mich etwas überwinden und deshalb nehme ich es nicht so oft, obwohl ich schon den Eindruck habe, dass es mir gut tut.
Ich finde mich vom Kopf her klarer, und aufmerksamer, meine Erholungswerte über Nacht sind hervorragend und mein Schlaf intensiver. Auch wenn ich mal zu wenig Schlaf habe, bin ich fit.
Leider gehöre ich zu den Hypersensiblen Menschen, weshalb die erhöhte Aufmerksamkeit manchmal echt nervig ist. Damit muss ich neu umgehen lernen. Der Alkohol hat mir da sehr geholfen, nicht mehr so viel mitzubekommen, was um mich passiert. Ich reagiere, da wissen meine Mitmenschen noch gar nicht, dass was passiert. Ich rieche jetzt noch mehr und finde sogar Parfüm und Duftstoffe als unangenehm, ich höre „Flöhe husten“ und spüre noch intensiver als vorher.
Ich habe zweimal Menschen gegenüber gestanden, die Alkohol getrunken hatten. Die Alkoholfahne fand ich unangenehm. Was mich wieder darin bestärkt, selbst nicht mehr so riechen zu wollen.
Vorgestern bin ich auch noch die Flasche Rum losgeworden, die schon seit Jahren hin rumstand. Mein Nachbar hat sich sehr gefreut, da es echt was sehr Gutes war. Jetzt habe ich noch eine Flasche Weißwein in der Garage, für die ich noch keine Verwendung habe.
Ich habe mich endlich getraut andern Menschen zu sagen, dass ich keinen Alkohol mehr trinken möchte. Mein Nachbar war der erste. Witzig war, dass er sich anschließend nur mit seinem Konsum beschäftigt hat. Er trinkt definitiv auch zu viel, hat aber alle Ausreden gefunden, dass es so okay sei. Muss ja jeder selbst für sich entscheiden.
Als nächstes ist wohl meine Freundin dran, da wir uns in unregelmäßigen Abständen zum Wein trinken treffen. Bin gespannt, was sie sagt. Sie gehört zu den Menschen, die ab und zu etwas trinken, selten zu viel und lebt mit einem Partner zusammen, der auch zu viel trinkt.
Ich bin immer noch überzeugt, dass die Entscheidung auf Alkohol ganz zu verzichten richtig war. Es ist Gift und völlig unsinnig zu sich zu nehmen. Leider ist es in unserer Gesellschaft ein fester Bestandteil, dass es schwer ist was alkoholfreies zu finden. Im Urlaub ist mir aufgefallen, dass man eine Weinkarte bekommt mit einer riesigen Auswahl aber ansonsten Wasser und Softgetränke. Ich wünsche mir, dass die Restaurant auch geschmacklich attraktive Alternativen anbieten würden und dass auch auf die Karte schreiben.
Gestern habe ich mich mit alkoholfreie Cocktails beschäftigt. Ja, ist auch nicht so gesund, aber nur Wasser und Tee ist mir auf Dauer zu langweilig.
Jetzt fängt die Zeit an, in der wir viel sportlich mit anderen Menschen unterwegs sind. Anschließend wird noch etwas gemeinsam getrunken. Viele meiner Bekannten trinken nur selten Alkohol, was es mir dadurch hoffentlich auch leichter macht. Was ich alternativ trinken werde, weiß ich noch nicht. Saftschorlen oder alkoholfreies Weißen könnten Alternativen sein. Da ich selten Bier getrunken habe, habe ich die Hoffnung, dass mich die alkoholfreien Varianten mich nicht triggern. Auf alkoholfreien Weine habe ich aus Angst vor den Trigger bis jetzt verzichtet.
Ich wünsche euch allen ein schönes Wochenende
Mega, toller Bericht, mach weiter so!
@karina12 Bezüglich Getränketipps schau mal in Gabys Genussecke. Unter meinem Thema "kühle, herbe Getränke" stehen so einige Tipps vor allemmdie Buchtipps von morgainelafey.
Auch unter dem Begriff "Food-Pairing ohne Alkohol" ist im Netz einiges zu finden.





