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Schöne rosa Welt
Meine Alkoholgeschichte
Ich bin eine von vielen Frauen, die mehr oder weniger erfolgreich im Beruf unterwegs sind und dennoch zu viel getrunken haben.
Meine Alkoholgeschichte begann vor knapp 25 Jahren, nachdem unser dritter Sohn auf die Welt gekommen war und ich wieder ins Berufsleben als Journalistin zurück kehrte. Schon zuvor hatte ich gern mal am Abend zum Essen ein Glas Wein getrunken. Jetzt aber bedeutete der Job: Wechsel-Schichtdienst. Mal Frühschicht ab 3 Uhr 30, in Ausnahmen normaler Tagdienst, mal Abends bis 22 Uhr, gelegentlich auch Nachtdienst. Das ganze im ständigen, täglichen Wechsel.
Logischerweise war mein Biorhythmus seither komplett durcheinander. Frühdienst bedeutete, vom Wecker mitten aus dem Tiefschlaf gerissen zu werden. Spätdienst bedeutete, noch völlig aufgedreht um 22 Uhr 30 oder später nach hause zu kommen, dann schnell runterzukommen, um genug Schlaf vor der nächsten Tagschicht zu bekommen. Mit Wein gelang das super. Aber dann kam es immer öfter vor, dass ich auch nach Tagschichten schon vor dem Abendessen kochen ein oder zwei Gläser trank. Sanfte Landung, rosa Brille, herrlich.
Ich funktionierte! Ich war froh, Job und Kinder so „gut“ unter einen Hut zu bekommen! Ich war nie krank, das vermeiden Mütter mit Kindern auch besser, das mag der Arbeitgeber nicht. Und schließlich hatte der Wechsel-Schichtdienst einen gewaltigen Vorteil: Ich konnte mich um meine Kinder kümmern, tagsüber nach dem Frühdienst, tagsüber vor dem Spät- oder Nachtdienst.
Mit der einen oder anderen Krise in der Beziehung zum Vater meiner Kinder stieg dann auch der Weinkonsum, und Streitgespräche begannen zu entgleisen. Der Weinkonsum von uns beiden war nicht der Trennungsgrund. Aber ich mache es kurz. Wir trennten uns irgendwann und ich war danach erstmal für einige Jahre komplett (fast) allein für das Familien-Management verantwortlich. Keine Chance, ohne Wein und rosa Brille am Abend.
Vor einigen Jahren habe ich den Journalisten-Job mehr oder weniger an den Nagel gehängt und bin jetzt als Körpertherapeutin selbständig. Auch in diesem selbstbestimmten neuen Leben, mit dem Auf und Ab einer Selbstständigkeit, kam es mir bisher unmöglich vor, auf meinen Feierabend-Wein zu verzichten. Mal nur vier Klienten pro Woche, dann wieder mehr als zehn. Unerklärlich oft und verunsichernd. Existenzängste.
Wie so viele von uns, hat mich die Corona-Zeit vor allem im ersten Jahr ziemlich gebeutelt. Durfte 2 Monate lang nicht arbeiten etc. Da waren es dann oft zwei Flaschen Wein pro Tag, natürlich Bio 😉
Jetzt reicht’s mir. Es kann nicht immer wieder eine Entschuldigung, einen Vorwand geben. In dieser unglaublich turbulenten Zeit, in der sich so viel verdichtet, kommt fast täglich ein potenzieller neuer Stressor daher.
Seit einigen Monaten gehört Meditation zu meiner Tagesroutine, und Yoga hilft auch ungemein. Jetzt ist der Weinkonsum dran.
Ich weiß noch nicht, ob ich das gelegentliche Glas in Zukunft völlig ausschließen will. Obwohl mir die Risiken klar sind. Mal sehen. Das ist ein Lernprozess.
Jedenfalls bin ich ungemein dankbar, dass ich vor knapp einer Woche „zufällig“ über das Video mit Gaby Guzek und Patric Heizmann gestolpert bin. Danach die Website aufgesucht, NEM bestellt. Seit 3 Tagen trinke ich keinen Wein mehr. Und fühle mich gut!
Rational überzeugt hat mich der Ansatz, dass unsere Biochemie als Alkoholiker es quasi unmöglich macht, die Finger vom Alkohol zu lassen. Na, meine Leberwerte im Blutbild waren ja immer gut, also was soll’s! Aber jetzt begreife ich und spüre körperlich, dass das alles viel komplexer ist. Gaby hat ein großartiges, hilfreiches Buch geschrieben zusammen mit ihrem Mann. Und dass sie alle hier im Forum so fürsorglich begleitet, ist ebenfalls großartig.
Sorry, das ist jetzt ein halber Roman geworden. Aber Ihr musstet ja auch nicht bis hierher lesen… Alles erdenklich Gute für alle von Euch auf Eurer Reise!
Susan
Liebe Susan,
herzlich Willkommen hier noch einmal und vielen Dank für Deine wunderbare Vorstellung. Ebenso vielen Dank für Dein Lob auch im Namen von Bernd. Ich wünsche Dir sehr, dass Dir der Ausstieg gut gelingt - bislang hört sich das doch alles echt toll an.
Wenn es mal eng wird: Wir sind alle hier. Schreib bevor Du trinkst. Funktioniert wirklich 🙂
Liebe Grüße
Gaby
@phild Herzlich willkommen und alles Gute auf Deiner Reise! Es geht, auch nach langer Zeit, das Konzept funktioniert, es lohnt sich, das Forum hier unterstützt einmalig ... kurz: wenn Du durch bist, wirst Du mehr Kraft und Freude am Leben haben als zuvor.
Sieh Dir zB mal die Threads von @cairni, @soberrebel oder @rumpelheinzchen, einem doppelten Facharzt, durch (ich weiß, es gibt noch viel mehr Erfolgsgeschichten). Von @rumpelheinzchen gab es am Wochenende grad diesen berührenden Beitrag, muss man lesen:
Ohne Alkohol: Was weiß die Raupe schon vom Leben als Schmetterling?
Viel Erfolg!
@gaby_guzek Super, danke. Sorry, ich bin nicht so ein Forums-Typ. Die NEMs haben eine ganz neue Lebensqualität gebracht und machen es leicht, auf den abendlichen Wein zu verzichten. Das tue ich zwar nicht immer - shame on me -, aber es bleibt bei dem gelegentlichen EINEN Glas. Und das dann auch nur in Gesellschaft. Genau das, wo ich wieder hin wollte. Meditiere wieder regelmäßig und mache meine Laufrunden. Fühle mich stark und lebensfroh. Herzlichen Dank für die Nachfrage! Und frohe Ostertage!





