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Hallo und guten Abend,
ich stelle mich kurz vor, ich bin jetzt 49, seit fast 28 Jahren verheiratet, die Kinder sind erwachsen (25+26 Jahre alt) ....tja und ich funktioniere hervorragend im Alltag. Und abends, so ab 17-17:30, da beschleicht es mich...das Wein-Monster...ich habe während der Schwangerschaften nichts getrunken, danach phasenweise. Irgendwie wird es immer mehr.
Ich habe die ersten 14 Jahre meiner Ehe mit den Kids in einer Wochenendbeziehung mit meinem Mann gelebt (Fernfahrer damals). So manchen Abend gab's dann Wein, erst nur mal ein Glas ...na ja ihr kennt das.
Mein Trigger ist Einsamkeit und Angst. Ich hab auch schlimme Schuldgefühle, ich ernähre mich den ganzen Tag gesund und trotzdem versemmel ich mir meine Gesundheit jeden Abend.
Vor 2 Jahren hatte mein Mann eine Hodentumorentfernung und letztes Jahr dann auch noch Chemo. Er hat Gift über die Venen bekommen und ich hab es mir selbst eingeflösst. Ich durfte wegen Corona nicht in die Klinik zu ihm. Es gab Hochdosis-Chemo dreimal immer 5 Tage lang. Er hat alles gut überstanden, aber seitdem hab ich mich gar nicht mehr im Griff. Ich schaff ne Flasche Wein am Abend und er trinkt selten mal ein Bier und möchte mir auch helfen. Das mit dem Homeoffice ist übrigens auch super, nicht mehr 20 km zur Arbeit fahren...gute Ausrede. Wenn ich das nochmal so lese, bin ich ganz schön sarkastisch. Nicht falsch verstehen bitte.
Ich habe Gabys Buch schon mehrmals gelesen und halbherzige Abstinenzversuche habe ich auch schon hinter mir. Mal ne Woche, mal drei Wochen. Ich kriege es nicht gebacken.
Dieses Mal will ich es anders machen, deshalb schreibe ich hier, obwohl ich nie in Foren schreibe oder bei FB. Dieses Mal hole ich mir den Tritt, den ich brauche. Ich hab schon viele Beiträge von Euch gelesen. Das ist alles sehr aufschlussreich und ich sauge die Infos auf, wie ein Schwamm.
Ich muss jetzt endlich mal an mich denken und meine Gesundheit und nicht immer nur für alle anderen der Fels in der Brandung sein. Ich habe noch nicht meinen ersten nüchternen Tag, da ich noch etwas Angst vor dem Entzug habe. Keine Angst, ich bin nüchtern im Moment. Aber ich will nicht behaupten, dass ich das heute bleibe. Mir gefällt der Ansatz, die Menge radikal zu senken, so drei vier Tage lang, und dann aufzuhören. Die NeMs sind teilweise schon da, der Rest ist bestellt. ...oh ist doch länger geworden, der Text...sorry dafür, aber irgendwie tut es gut, das alles mal zu schreiben. Ich wünsche Euch allen einen schönen Abend.
Liebe Grüße
Eure Kaffeetante
@kaffeetante Herzlich willkommen! 17-17:30 ... ja, das ist die klassische Zeit, kommt mir noch bekannt vor. Was Du brauchst ist der feste Entschluss. Sagt sich so, ist bei mir auch nicht vom Himmel gefallen, aber schließlich war es soweit – und Gabys Konzept hat mir extrem dabei geholfen.
Ich wünsche Dir viel Erfolg, schreib weiter, es klärt den eigenen Kopf ungemein!
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@isabel, @soberrebel, @sophia48, @kkopp, @mermaid, @rosine123, @krokodil_, @cairni, @nicotenner
@kaffeetante Herzlich willkommen! Wenn du Angst vor dem Entzug hast, wäre vllt ein ambulanter Entzug etwas für dich, der von einem Arzt begleitet wird?
Schön, dass du bei uns bist. Schreibe, wenn dir etwas auf der Seele liegt oder du Fragen hast! Viel Erfolg für dich und alles Gute!
@kaffeetante Danke für deine berührende Geschichte, den ersten Schritt hast du schon getan: Du hast uns von dir erzählt und von deiner Angst. Du hast die NEMs, du hast den Vorsatz - nimm alle deine Kraft zusammen, du hast sie - und spring! So kalt ist das Wasser nicht. Außerdem kannst du uns jederzeit erzählen, wie es so ist, für dich ...
Hallo, liebe Kaffeetante!
Ich möchte dir auch Mut machen. Das Nüchtern-Werden und Nüchtern-Bleiben ist beileibe kein Hexenwerk. Das habe ich selbst nach 40 Jahren Sucht mit 62 Jahren erfahren dürfen. Ich hatte auch 20 Jahre eine Fernbeziehung mit meinem 2. Mann - das kam mir sehr entgegen. Am Wochenende riss ich mich zusammen oder trank so, wie "normale" Leute, fuhr er Montag früh, dann hatte ich freie Bahn. Da freute ich mich schon während dem ganzen Schultag(Lehrerin) auf abends, wenn ich es mir wieder "gut gehen" lassen konnte. Wollte mich mein Mann anrufen, so faselte ich von Korrektur-Arbeiten, um nicht reden zu müssen. Ich erzähle das, damit du siehst, wie schlimm es um mich stand.
Ich hatte auch Riesenangst vor dem Entzug, aber irgendwann kam die Einsicht: Entweder ich packe das jetzt oder ich kann mich gleich aufhängen.
Und weißt du was? Es war überhaupt nicht schlimm, es ging mir täglich besser, nach ca 3 Monaten wagte ich davon zu träumen, dass ich es tatsächlich schaffen könnte. Heute, nach mehr als 3 Jahren ist Alkohol kein Thema mehr. Gerade habe ich einen Frankfurter Kranz für eine Freundin gebacken, da kommen zum Tränken der Böden
60 ml Rum rein. Das triggert mich überhaupt nicht mehr. Im Gegenteil, der Geruch törnt mich ab.
Bitte fasse einen konkreten, baldigen Termin ins Auge, schieb es nicht auf die lange Bank, jeder Tag ohne Alkohol ist ein Tag, den es sich zu leben lohnt und den du nicht wegwirfst.
Alles Gute!
Isabel
@kaffeetante herzlich willkommen hier und fühl dich wohl.
Das Buch hast du je schon gelesen und viele Antworten hier bekommen. Ich sehe das genauso wie Isabel, setze einen konkreten Termin und dann setze das Programm um. 1 zu 1. Die NEMs unterstützen den Körper und das Einnahmeschema gibt dir eine gute Struktur vor, an der du dich langhangeln kannst. Teil 3 des Buches gibt dir die erforderlichen Strategien um nüchtern zu bleiben.
Alles Gute von der Mermaid 🧜♀️
Hallo Kaffeetante! Herzlich Willkommen hier im Forum! 💐Ich lese „Tritt in den Hintern“. Aus meiner Erfahrung kannst nur Du Dir den geben. Du musst den Entschluss fassen und diesen dann umsetzen! Von mir aus kann ich Dir sagen das das Gefühl, nicht mehr zu trinken, ein unglaublich tolles ist. Man fühlt sich Stück für Stück klarer, fitter, hat soviel mehr Energie. Kein schlechtes Gewissen mehr, kein Gefühl mehr enttäuscht von sich selbst zu sein. Die Sonne beginnt langsam wieder zu scheinen und man fühlt sich frei! Freiheit von der Droge Alkohol. Ich möchte Dich wirklich motivieren diesen Schritt zu gehen! Du gewinnst so viel und hast absolut NICHTS zu verlieren! Wenn es möglich wäre 4 Wochen in die Zukunft ohne Alkohol zu schauen, glaube mir, nichts würde Dich aufhalten sofort aufzuhören!
Zum Thema Entzug schließe ich mich an. Vielleicht suchst Du ein Gespräch bei Deinem Hausarzt? Oder bei einer Suchtberatungsstelle? Ich hatte „nur“ 2 Tage lang nächtliche Schweißausbrüche. Muss aber dazu sagen, Berufs bedingt, hatte ich pro Woche immer 2-4 alkoholfreie Tage. Damit will ich nicht signalisieren das Du das auf die leichte Schulter nehmen sollst, sondern Dir sagen, dass es vielleicht nicht so schlimm wird wie Du Dir das ausmalst. Und Du hast die NEM‘s!
Pack es an, hol Dir Deine Freiheit, Deine Freude, Deine Unabhängigkeit und so viele andere tolle Dinge zurück! Das Nervengift hat sie Dir Stück für Stück genommen, Niemand nimmt Dir was Tolles weg. Du kannst nur gewinnen!
Alles Gute und Liebe Dir!
Herzlich willkommen hier, lese Dich in Ruhe ein.
Ich habe Gabys Buch schon mehrmals gelesen und halbherzige Abstinenzversuche habe ich auch schon hinter mir. Mal ne Woche, mal drei Wochen. Ich kriege es nicht gebacken
Vielleicht ist das Problem beim 'halbherzig' gelegen, aber da möchte ich Dir nicht zu nahe treten. Der beste Plan ist meiner Erfahrung nach, ein endgültiges Datum für den Ausstieg aus dem Alkohol zu setzen und die NEMs wie nach Einnahmeschema anzuwenden. Es ist damit wesentlich leichter und viele unangenehme Cravingsituationen können wegfallen.
Alles Gute auf Deinem Weg und schreib hier gerne.
LG, Kris
@kaffeetante Herzlich Willkommen, bei einer Flasche Wein musst du dir im Regelfall keine großen Sorgen um körperliche Entzugserscheinungen machen, sprich am besten mit deinem Hausarzt drüber. Ich war auch so bei 1-1,5 Flaschen Wein pro Tag, habe 40 Jahre Alkohol getrunken, jeden Tag, seit 2 Jahren ohne Probleme nicht mehr. Ich hatte keine körperlichen Entzugserscheinungen. Ich habe die letzten Tage vor meiner Abstinenz die Trinkmengen reduziert, wenn du das schaffst, umso besser. Ich wünsche dir viel Erfolg.
Wow, vielen Dank für Euren lieben Empfang!!! ❤️
Ich bin etwas gerührt, entschuldigt, dass ich jetzt erst schreibe. Bin gerade erst Heim gekommen.
Ich glaube auch ganz fest, dass ich es schaffen kann.
Mein neuer Nachbar ist jetzt 8 Jahre trocken, war Hardcore Trinker und hat viele schlimme Sachen getan und durchgemacht...nur wegen dem Fusel. Er wird am Wochenende 60 und ich bin ziemlich beeindruckt von seinem Erfolg und seinem Durchhaltevermögen. Er hat mehrere Einweisungen hinter sich und hat mir ein paar Erlebnisse geschildert. Der Nachbar weiß nicht, wieviel ich trinke, ich denke, seine Frau macht ihm da mehr zu schaffen. Ein Glück bin ich nicht sooo dicke mit ihr, sonst wäre es sicher nicht leichter.
Ich danke Euch herzlich für Eure guten Ratschläge und werde mir einen passenden Tag aussuchen. Ich finde auch die Tagebücher im Forum sehr interessant, vlt.mach ich das auch..dann könnt ihr alle teilhaben 😉
Mein Mann ist auch total bei mir, den stört das Ganze auch gewaltig aber er weiß auch nicht so recht damit umzugehen. Und richtig ist auch, dass der Tritt in den Hintern von mir selbst kommen muss. Ich muss mich auch meinen Triggern stellen, da gibt es ganz sicher bessere Lösungen als sich hinter einem Weinglas zu verstecken. Also ...es gibt Arbeit, gehen wir es an!
Ich wünsch Euch allen einen schönen Abend
Seid lieb gegrüßt von der Kaffeetante





