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Hallo beisammen,
Wenn ichs mir recht überlege bzw. ehrlich zu mir bin ich seit 25 Jahren dabei. Damals fing es klassisch mit der Sylvesterparty an, dann die Party am WoE, dann bei jedem Treffen mit den Kumpels, dann auch mal ohne die Kumpels, und dann mal zum Entspannen nach der Arbeit, und dann immer zum Entspannen/besser schlafen nach der Arbeit. Waren zum Glück nie harte Sachen dabei, meist Wein, aber auch nie mehr als 2 Flaschen.
Krankheitseinsicht hab ich seit 5 Jahren. Eine Kleinigkeit, die mich ein bisschen stolz macht, dass ich das zumindest ohne Intervention von außen hinbekommen habe. Zu Konsequenzen hat das aber leider nicht bzw. nur halbherzig geführt. Entgiftung nie gemacht. Immer mal wieder für ein paar Wochen Pausen hinbekommen, aber beim ersten größeren Frust war dann schnell alles gleich wieder beim Alten. Die vielen Versuche mit kontrolliertem Trinken habe ich auch durch.
Hab mich aber trotzdem viel mit dem Thema auseinandergesetzt, Borowiaks ausgesprochen unaufgeregte Sicht auf die Dinge hat mich angesprochen. Nach Lektüre Borowiak selber schon auf den Trichter gekommen, dass B-Vitamine keine schlechte Idee sind. Man muss dann aber natürlich auch aufhören.
Seit einem Jahr habe massive Konzentrationsprobleme und permanente Anspannung auch so sehr, dass die Arbeit langsam drunter leidet, das hat mir dann doch genügend Angst gemacht.
Und dann vor kurzem via Fr. Stübel hier gelandet, der mich (ich bin Chemiker im Pharmabereich), aus offensichtlichen Gründen sofort angesprochen hat. Natürlich ist der Entzug primär ein biochemisches Problem, wie konnte nur jemand jemals auf eine andere Idee kommen. Das ist so naheliegend - Jedenfalls war die Lektüre Alkohol ade ein sehr erhellendes Erlebnis). All die verhaltenstherapeutischen Ansätze sind auch wichtig, aber können nur begleitend wirken, bzw. langfristig.
Die NEMs stehen schon fast alle im Schrank, vorher muss ich noch ein paar Hausaufgaben machen. Notfallkoffer, Selfie, Gute vorgeschriebener Zuspruch an mich selber) und nächste Woche werde ich mir ein paar Tage Urlaub nehmen. Einen GABA-Stick habe ich schon ausprobiert und bin von der beruhigenden Wirkung überwältigt (Und selbst wenn das Placebo ist, dann hilft es trotzdem).
Natürlich nehmen mir die NEMs die Arbeit nicht ab, aber damit gewinne ich hoffentlich Zeit, dass sich die Hirnchemie wieder nachhaltig normalisieren kann.
Ich war noch nie optimistischer als jetzt, das Problem in den Griff zu bekommen. Ich freue mich auf nächste Woche.
Gruß, M
@mason23 Herzlich willkommen, vor allem im Club der GABA-Fans. GABA war bei mir der Bringer, habe es noch ein paar Monate nach Abschluss der übrigen NEM genommen und heute noch zwei Kapseln dabei, die aber sehr lange schon nur noch die Funktion eines Talismans haben.
Ich wünsche Dir viel Erfolg!
@mason23 Herzlich Willkommen und gutes Gelingen. Der GabaStick ist definitiv kein Placebo. Lass dich auf das Konzept ein und ersten Wochen werden leichter sein für dich.
Ja, freu Dich auf nächste Woche! Das Leben ohne Alk ist so viel schöner! Herzlich Willkommen hier und vielen lieben Dank für Deine tolle Vorstellung.
Und: Nein. Die GABA-Sticks haben keine Placebowirkung. Das ist alles so gut dokumentiert, so gut. Als Chemiker kannst Du bestimmt was mit unserer Literaturliste anfangen, schau gerne mal vorbei. Oder guck in pubmed. Einfach nur mal stöbern, was es da alles zu GABA gibt. Wenn ich das mache (tue ich immer mal wieder, um auf dem neuesten Stand zu bleiben) freue ich mich immer einerseits, andererseits sträuben sich mir vor Wut die Nackenhaare, dass das durchaus vorhandene Wissen nicht bereits therapeutisch verwendet wird.
Nun, sei es, wie es sei. Du bist hier, bist auf einem guten Weg - und ich wäre sehr gespannt, wie es bei Dir weiter geht.
Lass bitte von Dir hören
Liebe Grüße
Gaby
Herzlich willkommen auch von mir. Ich habe GABA auch rettend und entlastend gefunden. Fein, dass du es angehst. Das Leben ohne Alkohol ist definitiv viel schöner und man ist endlich wieder ehrlich, authentisch mit sich selbst und seinen Mitmenschen.
Halte uns auf dem laufenden wie es geht und melde dich auch wenn es Schwierigkeiten gibt.
Nina
@mason23 Ich hätte da auch noch eine Anregung. Wir haben ja im Serviceteil unsere Literaturliste eingestellt, aus einem Beitrag dort aus dem JAMA dazu diese Passage:
In dieser randomisierten klinischen Studie erhöhte Gabapentin im Vergleich zu Placebo signifikant die Zahl der Menschen mit vollständiger Abstinenz und reduziertem Alkoholkonsum. Dieser Effekt wurde am signifikantesten bei Personen mit stärkeren Alkoholentzugssymptomen vor der Behandlung beobachtet – 41% der Teilnehmer mit starken Alkoholentzugssymptomen wiesen bei Gabapentin totale Abstinenz auf, verglichen mit 1% der Teilnehmer in der Placebo-Gruppe.
Ist halt nicht patentfähig, ohne das Molekül zu modifizieren, wer also soll die Studien zum reinen GABA finanzieren ...
https://www.alkohol-ade.com/docs/gabapentin-zur-behandlung-von-alkoholkonsumstoerungen/
@admin Ja, klar, wo nichts zu holen ist steckt auch keiner was rein. Wobei das für Pharma als Wirtschaftsunternehmen natürlich auch nachvollziehbar ist. (Meine Kritik an Pharma wären andere Bereiche).
An der Stelle bin ich eher sauer auf die Ärzteschaft bzw. die Fachgesellschaften, die solche neueren Erkenntnisse nur sehr langsam zur Kenntnis nehmen. Ich habe viel mit Ärzten zu tun und sehr viele haben ein sehr ausgeprägtes Ego, was ihre eigene Arbeit und Sicht der Dinge angeht.
@ninafisch Danke für die netten Worte. Auch an die anderen ein dickes Danke für die freundliche Aufnahme. Fühlt sich jetzt schon wie "Familie" an 🙂
sauer auf die Ärzteschaft bzw. die Fachgesellschaften, die solche neueren Erkenntnisse nur sehr langsam zur Kenntnis nehmen.
Die Therapiefreiheit des Arztes gibt es schon lange nicht mehr. Dir erzähle ich wahrscheinlich nichts Neues, aber anderen hier Mitlesenden schon. Ärzte dürfen nur noch therapeutisch tun oder veranlassen, was in den so genannten Leitlinien steht. Alles andere bringt sie mit einem Fuß quasi schon mal vor den Staatsanwalt. Nun stelle man sich vor, ein Arzt würde Nahrungsergänzungsmittel empfehlen, um leichter vom Alkohol loszukommen. Also nicht mal zugelassene Arzneimittel, wenn auch "Off Label", sondern Vitamine & Co. Der kann seine Approbation schon mal in den Wind schreiben.
Die Leitlinien formen die wissenschaftlichen Fachgesellschaften. Im Laufe meiner Berufslaufbahn als Medizinjournalistin durfte ich auch erfahren, wie preiswert - oder sollte man "billig" sagen? - es sein kann, sogenannte führende Köpfe der deutschen Professorenschaft zu bestimmten Aussagen zu bringen.
LG
@mason23 Na klar, völlig nachvollziehbar! Schon weil die Firmen nicht wissen, welche der Substanzen, die sie erforschen, an de Markt kommt und welche nicht. Ich weiß nicht ob es stimmt, aber habe irgendetwas von einer von zehn im Gedächtnis. Jedesmal mit Millionenaufwand erforscht.
Beim Ärzteteil kann ich auf Grund eigener, umfassender Erfahrungen mit Berufs- und Fachgesellschaften nur aus ganzem Herzen zustimmen.





