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Ich wusste nicht, dass Alkohol Angst verstärkt und Depressionen auslöst

    Ängstlich wirkende Frau sitzt in einem warm beleuchteten Therapieraum auf einem Sessel, stützt nachdenklich das Kinn auf die Hand und blickt besorgt zur Psychologin gegenüber, die sich Notizen macht.

    Nach 1 Monat stationārem Aufenthalt ging es mir eine zeitlang besser bis zum Rūckfall. Der Ausstieg mit Alkohol adé und den Nahrungsmittelergänzungsmittel verlief ohne grosse Mūhe war aber mitunter nicht immer einfach, da ich damals noch ein Antidepressiva einnahm. Seit letztem Juni habe ich das Medikament ausgeschlichen und nehme nicht‘s mehr. 


    Ich wusste damals nicht, das hoher Alkoholkonsum Angstzustãnde verstārken und sogar eine Depression auslösen kann. 
Fūr mich war es wichtig die Ursachen zu kennen, gewisse Verhaltensmuster mit einer Psychologin zu besprechen und zu lernen andere Verhaltensweisen bei Angst oder Stress anzuwenden anstelle der Griff zur Flasche.

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    Fachliche Einordnung durch Dr. med. Bernd Guzek

    Kann Alkoholismus wirklich Depressionen und Angstzustände auslösen – oder verstärkt er nur, was schon da ist?

    Beides ist medizinisch belegt. Alkohol greift direkt in den Serotonin- und GABA-Haushalt ein – zwei Botenstoffe, die Stimmung und Angstregulation steuern. Bei regelmäßigem Konsum erschöpft das Gehirn seine natürlichen Reserven, was depressive Episoden und Angstzustände nicht nur begünstigt, sondern aktiv auslösen kann. Dass die Betroffene diesen Zusammenhang erst nachträglich erkannte, ist typisch: Alkohol wirkt kurzfristig angstlösend, verdeckt also genau das Problem, das er langfristig verursacht. Die gleichzeitige Einnahme eines Antidepressivums während des Entzugs ist medizinisch heikel – das Ausschleichen gehört unter ärztlicher Begleitung durchgeführt. Dass das hier offenbar erfolgreich gelungen ist, und dass die Autorin zusätzlich neue Verhaltensstrategien für Angst und Stress erarbeitet hat, zeigt einen tragfähigen Weg in die stabile Abstinenz trotz Angststörung.

    Häufig gestellte Fragen Alkohol, Angst und Depression (FAQ)


    Kann Alkohol eine Depression auslösen?

    Ja. Alkohol greift in den Serotonin- und Dopaminhaushalt ein. Bei regelmäßigem Konsum erschöpft das Gehirn seine Botenstoffe – depressive Episoden können die direkte Folge sein, auch ohne vorherige Vorerkrankung.


    Warum verstärkt Alkohol Angstzustände, obwohl er sich zunächst beruhigend anfühlt?

    Alkohol wirkt kurzfristig angstlösend, weil er das GABA-System aktiviert. Langfristig erschöpft er aber genau die Mechanismen, die Angst regulieren – im Entzug und danach schlägt die Angst deshalb oft stärker zurück als zuvor.


    Kann man ein Antidepressivum während des Alkoholentzugs absetzen?

    Das Ausschleichen eines Antidepressivums während oder nach dem Alkoholentzug ist möglich, gehört aber unbedingt unter ärztliche Begleitung – wegen Wechselwirkungen und dem Risiko, depressive Rückfälle auszulösen.


    Welche Alternativen zum Griff zur Flasche helfen bei Angst und Stress?

    Verhaltenstherapeutisch bewährte Strategien sind u.a. Atemtechniken, Bewegung, strukturierte Tagesplanung und das Erkennen persönlicher Trigger. Eine begleitende Psychotherapie – wie im Beitrag beschrieben – erhöht die Stabilität deutlich.


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