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Ein Koala schläft tief entspannt bäuchlings auf einem schräg verlaufenden Eukalyptusast. Arme und Beine hängen locker nach unten, die Augen sind geschlossen. Warmes Sonnenlicht und ein weich verschwommener Hintergrund aus grünen Blättern verleihen der Szene eine außergewöhnliche Ruhe und Gelassenheit.

GABA statt Entspannungsdrink: So kommt unser Nervensystem zur Ruhe

Manchmal läuft das Gedankenkarussell am Abend ungebremst weiter. Viele greifen dann zum Feierabendglas, um zur Ruhe zu kommen – ohne zu wissen, dass Alkohol genau das gleiche macht, wie unser wichtigster Nervenbotenstoff: GABA, Gamma-Aminobuttersäure. Rund ein Drittel unserer Nervenverbindungen sind für GABA reserviert. GABA funktioniert wie eine natürliche Bremse für ein überreiztes System – völlig natürlich, ohne Nebenwirkungen und ohne Gewöhnungseffekt.

GABA und Glutamat: Das Gleichgewicht, das über Entspannung entscheidet

GABA ist nicht allein – sein Gegenspieler ist das Glutamat. Nein, mit dem Glutamat im Chinarestaurant hat das nichts zu tun, das ist nur eine verwirrende Namensgleichheit. Während GABA beruhigt, sorgt Glutamat für Aktion, wird aktiv, wenn wir Stress haben – egal ob positive oder negative Anspannung. Idealerweise ergänzen die beiden Nervenbotenstoffe sich, dominieren jeweils nur dann, wenn sie gebraucht werden – der eine löst den anderen ab.

Aber das klappt nicht immer. Stress beispielsweise kann dazu führen, dass nach einem anstrengenden Tag der Kopf nicht zur Ruhe kommt. Bei chronischer Überlastung macht der Körper die Andockstellen irgendwann unempfindlicher, gleichzeitig kurbelt er die Produktion von Glutamat an. Das Ergebnis ist dann das Gedankenkarussell abends auf der Couch, das die Entspannung verhindert.

Die Alkohol-Falle: Wie der „Entspannungsdrink“ den GABA-Spiegel senkt

Schnell greift so mancher dann zum “Entspannungsdrink” – ohne zu ahnen, dass Alkohol genau an den GABA-Andockstellen ankoppelt und dort die Wirkung auslöst, die GABA natürlicherweise hat. Auch wenn das erst einmal klappt und als hilfreich empfunden werden mag – der Körper bekommt nun das Signal: “Alle GABA-Stationen sind besetzt, ab sofort weniger GABA produzieren”.

Genau das tut er dann auch. In der Folge braucht es dann bald statt einem Glas zwei. Oder mehr.

GABA natürlich steigern: Tipps für einen ruhigen Kopf und besseren Schlaf

Das passiert natürlich über einen langen Zeitraum. Man kann diese Entwicklung aber auch stoppen, GABA lässt sich auf natürlichem Weg unterstützen. Bewegung erhöht den Spiegel nachweislich, tiefe Atemübungen und Meditation ebenso. Guter Schlaf ist dafür unverzichtbar – wie man das alles erreicht erklärt das Buch „So kommt der Kopf zur Ruhe” von Dr. med. Bernd Guzek. Wer testen will, ob sein Alkoholkonsum schon kritisch sein könnte, finden hier einen kostenlosen und anonymen Test.

Mehr Info auch in unserem Lexikon: Entspannungstrinken – wenn das Feierabendbier zur Falle wird

Ein ausführlicher Text zu GABA hier in unserem Blog: Darum macht GABA auf natürlichem Weg ruhig

Banner für das Buch GABA – so kommt der Kopf zur Ruhe

Häufig gestellte Fragen zu GABA, Entspannung und Alkohol (FAQ)


Was ist GABA und warum ist es wichtig für die Entspannung?

GABA (Gamma-Aminobuttersäure) ist der wichtigste hemmende Nervenbotenstoff im Gehirn. Er wirkt wie eine natürliche Bremse für ein überreiztes Nervensystem – und hilft so, abends zur Ruhe zu kommen, einzuschlafen und Stress abzubauen. Rund ein Drittel aller Nervenverbindungen arbeitet mit GABA.


Warum entspannt mich Alkohol?

Alkohol dockt an denselben Rezeptoren an wie GABA und löst dort eine ähnlich beruhigende Wirkung aus. Das erklärt, warum das erste Glas so verführerisch schnell hilft. Das Problem: Der Körper registriert die „besetzten” GABA-Stationen und drosselt daraufhin seine eigene GABA-Produktion.


Wie senkt regelmäßiges Trinken den GABA-Spiegel dauerhaft?

Wer regelmäßig Alkohol zur Entspannung nutzt, signalisiert dem Körper wiederholt: „GABA ist genug vorhanden.” Als Reaktion produziert das Gehirn weniger eigenes GABA und macht seine Andockstellen unempfindlicher. Die Folge: Man braucht mehr Alkohol für denselben Effekt – der klassische Einstieg in die Toleranzentwicklung.


Wie kann ich GABA auf natürlichem Weg unterstützen?

Regelmäßige Bewegung, tiefe Atemübungen und Meditation erhöhen den GABA-Spiegel nachweislich. Auch ausreichend und erholsamer Schlaf ist entscheidend, da GABA und Schlaf sich gegenseitig bedingen. Mehr dazu im Buch „So kommt der Kopf zur Ruhe” von Dr. med. Bernd Guzek.


Zur Diskussion im Forum – Alkohol adé Community
Dr. med. Bernd Guzek
Dr. med. Bernd Guzek Arzt & Wissenschaftsjournalist

Redaktionelle Texte werden überprüft von Dr. med. Bernd Guzek. Die Inhalte auf dieser Website ersetzen keine ärztliche Beratung.

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