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Alkohol: Frauen schämen sich in Grund und Boden

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Wenn Frauen trinken, tun sie es heimlich – und schämen sich dafür. Anders als die meisten Männer. Der „kleine Unterschied“ wird beim Thema Alkohol geradezu monströs. Das ergab eine Umfrage des Internetportals „Alkohol ade“.

Während zwei von drei Männern in Bars und Kneipen trinken, tut das nur eine von fünf Frauen. Diese bleiben lieber zu Hause und leeren dort allein ihre Gläser. „Genau das höre ich in der täglichen Beratung“, sagt Gaby Guzek, selbst trockene Alkoholikerin, Autorin des Bestsellers „Alkohol ade“ und Coach: „Frauen schämen sich fürchterlich für ihren Alkoholkonsum. Deshalb köpfen sie auch lieber allein zu Hause Flasche um Flasche, als durch Kneipen zu ziehen“.

Auch das belegt die Umfrage: Dreimal so viele Frauen trinken heimlich. Drei von vier Männern hingegen haben kein Problem damit zuzugeben, dass sie bei Wein, Bier oder Schnaps regelmäßig über die Stränge schlagen.

Für die anonyme Umfrage wurden 1.420 Teilnehmer auf www.alkohol-ade.com, Facebook und Twitter rekrutiert. Die Befragung ist nicht repräsentativ.

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25 Gedanken zu „Alkohol: Frauen schämen sich in Grund und Boden“

  1. @admin Wo ist dieser Beitrag zu finden? Ich meine, habt Ihr den offiziell irgendwo zur Verfügung gestellt? Und ist er bereits irgendwo erschienen?
    Liest sich jedenfalls so…
    Ich sehe es zwei geteilt: Da ich zwar geoutet, aber für viele nicht mehr in Erinnerung war als suchterkrankter Mensch, die Pandemie dazukam, habe ich auch ausschließlich zu Hause getrunken. Geschämt habe ich mich nicht, denn ob man es glauben mag oder nicht, ich hatte für mich den Gedanken an meine “Hypersensibilität” nicht mehr im Gedächtnis….
    Im Nachgang schäme ich mich nicht, denn es sind zig Millionen Deutsche, die auf irgendeine Art und Weise ihren Alltag kompensieren. Welchen Namen die Sucht auch immer hat: Zigarette, Cannabis, einkaufen, Internet, Sex, Bullemie, klauen, spielen… oder Alkohol. (Aufzählung nicht vollständig)
    Ich wage sogar die Zahl von mehr als 80% in unser Forum zu werfen – die Ärztin aus meiner Tagesklinik ist sogar der Meinung, es müssten mehr sein, wenn Handy, Zucker etc. dazu kommen.

    1. hm, der spontane Einfall mit der Hypersensibilität gefällt mir in Bezug auf Alkohol gerade sehr gut….

  2. @admin Scham war auch für mich ein großes Thema, immer in Verbindung mit Schuld und Selbsthass. Ich habe mich in erster Linie vor mir selbst geschämt, weniger vor anderen. Diese Mischung aus Scham, Schuld und Selbsthass hat mich sehr belastet und niedergedrückt . Diese Negativgefühle haben sich komplett aufgelöst seit ich nicht mehr trinke.

      1. @isabel ich auch! Ich glaube, wir alle hier kennen das. Diese Erleichterung! Aber ich fange gerade an, mich daran zu gewöhnen, die Freude darüber ist nicht mehr so abrufbar. Ich muss mich aktiv daran erinnern, es ist so selbstverständlich geworden… geht es irgendwem hier auch so?

        1. @ladida Das klingt jetzt vielleicht bescheuert,  aber das erste was ich morgens mache ist an drei Dinge zu denken für die ich dankbar bin: Nichttrinken ist immer auf Platz eins…das hilft gegen Selbstverständlichkeit.

  3. Sicher wird es normal. Trotzdem vergeht kein Tag, an dem ich mich nicht freue, von dem Zeug los zu sein: wenn ich an der Weinabteilung im Geschäft vorbeigehe, wenn sich im Fernsehen jemand einen Drink einschenkt, wenn mir jemand eine Flasche Wein/Sekt mitbringt,….

  4. das mit dem Schämen war auch ein großes Thema für mich, besonders vor den Kindern und vor mir selbst. Dann hat mein Herr Vater dafür gesorgt, dass es auf Arbeit auch jeder wusste, das war so richtig schlimm dann für mich. So viele peinliche Situationen, wo ich im Nachhinein denke, war das wirklich ich? Ja ich wars! Lange war es besonders unerträglich als „abgestempelt“ zu gelten. Diese Scham hat die Minderwertigkeitsgefühle nur noch verstärkt, zu Feiern wollte ich schon garnicht mehr hingehen. War auch eine Zuhause Trinkerin. Aber je länger ich nüchtern bin, fällt es leichter, es verblasst, das Positive kommt mehr zum Vorschein. Aber trotzdem wird es mich mein Leben lang begleiten und in dieser Gesellschaft wird man immer „die Alkoholikerin“ bleiben. Den Titel wird man wohl nicht mehr los.

    1. @lindaz doch, es verblasst und irgendwann wird die Farbe auch schwächer in Deiner Welt.
      irgendwann kannst Du besser mit Dir und Deiner Vergangenheit umgehen.
       Die Sucht hat Dein Leben stark beeinflusst.
      ja, damit bist Du nicht die Einzige!
      und JETZT ist es anders.
      DAS ist großartig!!!

    2. @lindaz schrecklich, so gedemütigt und “entblößt” zu werden – für Frauen kommt das oft noch dazu: durch diese Art von “Machtausübung”, von der sie glauben, es sei “hilfreich”, eine Strafe, die einen “bessere” … omg … – aber wie Gaby in ihrem hervorragenden Beitrag dazu sagt: offensiv werden und sagen: “Ja, und?! Es war so, aber ich habs geschafft!! Ich bin raus! Mach mir das mal einer nach …!” 😛

  5. Verfasst von: @lindaz
    Aber trotzdem wird es mich mein Leben lang begleiten und in dieser Gesellschaft wird man immer „die Alkoholikerin“ bleiben. Den Titel wird man wohl nicht mehr los.

    Mal ganz blöd gefragt: Was ist daran nun schlimm? Anders gefragt: Wäre das hier so furchtbar? “Aber trotzdem wird es mich mein Leben lang begleiten und in dieser Gesellschaft wird man immer „die Diabetikerin“ bleiben. Den Titel wird man wohl nicht mehr los.
    Du weißt heute, dass Alkoholismus eine Stoffwechselstörung im Gehirn ist. Die Du gerade aktiv gerade rückst. Vor welchem Stigma hast Du Angst? Es ist keines.
    Ich habe neulich vor der NDR-Kamera wörtlich gesagt: “Ich habe gesoffen, wie ein Loch.” Und dabei gelacht. Ich hoffe, die lassen das drin. Um anderen zu zeigen: Wir müssen uns nicht schämen. Die, die uns dafür schief angucken, sind unserer Aufmerksamkeit nicht wert. Mindestens meinen Sie es nicht gut mit uns.
    Ei drauf backen. Mit Stolz in den Spiegel schauen. Sagen: “Das gehört nun mal zu meinem Leben, ich kann es heute nicht ändern. Aber ich kann dafür sorgen, dass der Rest meines Lebens schöner verläuft.” Auch das habe ich in die Kamera gesagt. Am Hamburger Freihafen.
    Rücken gerade, Brust raus, lindaz. Wir sind die Starken.
    Liebe Grüße
    Gaby

    1. @gaby_guzek Sehr guter Kommentar von dir, ich bin mittlerweile nur noch stolz Nichttrinker zu sein, dieses Etikett ” Alkoholiker ” hat für mich keinerlei Bedeutung. Es ist vorbei, wobei ich das niemals vergessen werde. Es ist einfach cool Nichttrinker zu sein. 🙂

  6. Genau, es wird verblassen. Jeden Tag nüchtern wird es besser,
    freue mich schon auf den Fernsehbeitrag von euch im März.
    ihr seid klasse…..
     

  7. Das Thema Scham und Schuld hat mich auch lange begleitet. Ich bin auch nicht geoutet und spreche im real life nicht darüber. Ich bin monatelang rot angelaufen wenn ich an mein Verhalten im trunkenen Zustand dachte, ich habe sehr mit meiner selbstachtung gerungen. Ich bin das alles immer noch nicht los aber durch die Psychotherapie geht es mir damit wesentlich besser. Ich habe heimlich oder in einer Parallelgeselkschaft getrunken, meine Familie, enge Freunde, mein Arbeitsumfeld wussten nicht Bescheid. Mir diese Blösse zu geben war ein unerträglicher Gedanke. Unwürdig, haltlos, out of control,  peinlich, blamabel,  nicht meinem Selbstbild entsprechend…nicht meinen moralischen Ansprüchen genügend, Versagend, jämmerlich, elend…das sind in etwa die Worte, die zu dieser Scham passen und selbstverachtung. Heute ist das milder, weicher, versöhnlicher.  Heute bin ich stolz auf mich und trage es mir nicht mehr nach, Heute weiss ich, dass ich diese Zeit in mein Leben integrieren muss, sie nicht löschen kann. Aber sie ist vorbei. Und das ist das Wichtige.  Wenn mich diese Scham wieder zu Boden drückt dann sage ich mir selbst laut: es ist vorbei !
    Dann weicht das Gefühl der Scham und ein anderes taucht auf: Freude begleitet von Dankbarkeit.
    Herzlichen Gruß
    Nina . 

    1. @ninafisch und genau das ist es, was unter anderem ein Gedanke für mich war, an der Doku teilzunehmen. Witzigerweise ist er erst entstanden, als ich bereits zugesagt hatte.
      In dem Moment, als ich darüber sprach, haben sich meine Worte verselbstständigt (vorher in einem Gesundheitsseminar innerhalb der Klinik war sozusagen das Vorgespräch; und ein Mit-Rehabilitant sprach von Scham und Schuld)
      Wir dürfen so sehr stolz sein!
      Wir haben Wissen und Erfahrungen, die andere Menschen nicht haben!
      Wir durften am eigenen Laib erleben, wie es sich anfühlt, Teil einer Heldengeschichte zu sein:
      Er zog aus, um die Prinzessin zu retten, musste gegen den Drachen kämpfen und diesen besiegen, wurde dabei verwundet und schaffte es dennoch, den Drachen zu töten. Er heiratete die Prinzessin und glücklich und zufrieden lebten Sie, bis an ihr Lebensende.
      Fällt Euch was auf?
      Aus diesem Grundstoff werden Kino-Epos (se??) geschrieben!
      Das ist vielleicht noch nicht jedem von uns bewusst, aber wir alle sind HELDEN, und wir dürfen stolz darauf sein, was wir geschafft haben.
      Oder auf das stolz sein, dass wir angefangen haben den Kampf mit dem Drachen aufzunehmen… Vielleicht dauert der Kampf nicht nur ein paar Tage, sondern ein paar Monate. Vielleicht ist das Biest tricky und kämpft mit unfairen Mitteln und vielleicht müssen wir uns zwischendurch einmal erholen, weil der Kampf echt anstrengend ist. Vielleicht sammeln wir durch diese Pause genau die Kraftreserven ein, mit denen wir endgültig siegen!
      Egal was und wie: Versucht Stückchen für Stückchen diese Scham abzulegen und seit stolz auf das, was ihr geleistet habt.
      Erntet die bewundernden Blicke eurer Mitmenschen, sie sind wie Balsam auf eurer Seele. Stärkt euer Selbstbewusstsein dadurch, dass vielleicht euch Menschen bitten, ihnen zu helfen, auf ihrem Weg.
       
      Dieses ist nicht als Aufruf zu verstehen, sich zu outen.
      Das ist für jeden einzelnen seine persönliche Entscheidung.
      Dieses ist vielmehr als Aufruf zu verstehen, seine persönliche Geschichte mal unter einem anderen Blickwinkel zu betrachten.
      Und: SO funktioniert übrigens Werbung. Mit der Heldengeschichte. 😉
       

        1. @gaby_guzek da ist viel Weisheit drinnen. Da Alkohol das Wesen eines Menschen und die Interaktion mit anderen mitunter verstörend verändert ist es nicht leicht, positiv und Wertschätzend über AlkoholikerInnen zu denken. Mein Ex Freund hat unter Alkohol Einfluss herumgepöbelt, beschimpft, beleidigt, Wüste Nachrichten geschrieben, Geheimnisse weiter erzählt, gelogen, Geschichten erfunden, mit dem Auto gefahren, damit sich und andere in Gefahr gebracht…. natürlich ist das alles Ausdruck der Abhängigkeit.  
          Ich habe oft Verachtung empfunden, wissend dass sie mir nicht zusteht. Die würde des Menschen ist unantastbar , allerdings bringt uns der Alkohol in einen würdelosen Zustand und lässt uns für andere eine Zumutung sein. 
          Das Umfeld ist mit Abgrenzung und Selbstschutz beschäftigt. Es ist also nicht leicht, gut oder zumindest neutral über ständig betrunkene Menschen zu denken…ein schwieriges Thema.
           

      1. @cairni danke für deine wunderbaren Gedanken. Ich habe auch den Eindrucl, dass diese Erfahrungen das persönliche Wachstum und Entwicklung auf eine andere Ebene bringen. Manche kämpfen sehr mit dem Verlangen zu trinken, das lässt mich zum Glück sehr in Ruhe. Auf dieser Ebene musste ich wenig kämpfen. Dafür ist die Vergangenheitsbewältigung, diese Frage wer ich eigentlich bin, die Frage nach der Identität und der Umgang mit Gefühlen, die ich mit Alkohol betäubt oder überspielt habe (Angst,  Scheu, Verspannung, Erschöpfung und.vieles mehr) ….ein ganzer Haufen Arbeit. 
        Ich danke dir sehr für deinen Mut in der Doku dabei zu sein. Wir haben viel geschafft und darauf können wir stolz sein. 
        Herzlichen Gruß 
        Nina

      2. @cairni “Vielleicht dauert der Kampf nicht nur ein paar Tage, sondern ein paar Monate” – Ergänzung aus eigener Erfahrung: länger, liebe cairni, länger … ich versuche zu akzeptieren, dass dieser “Kampf” mich weiterhin begleiten wird, auf seine Weise, in seiner Art, und dass ich mit ihm leben werde, wie wir alle, die ihn aufgenommen haben, – ich seh diesen Kampf übrigens auch als Parallele zu Corona, mit dem wir auch nicht so schnell “fertig” werden, wie wir dachten und hofften … also: zuversichtlich weiterhin; es geht um etwas Grundsätzliches, das persönlich ist und individuell, zugleich allgemein, sozial und “universal” …

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